Frau(en) der Woche:

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Margarete von Navarra

Frauenbild

geboren am 11. April 1492 in Angoulême
gestorben am 21. Dezember 1549 auf Schloss Odos bei Tarbes

französische Dichterin und Diplomatin
465. Todestag am 21. Dezember 2014


Sie beherrschte sieben Sprachen und schrieb ihre Texte meist nebenbei, in ihrer Sänfte, wenn sie über Land getragen wurde. Margarete von Navarra, die Schwester König Franz I., war die glänzendste und, wie die Chronisten rühmen, liebenswürdigste Gestalt der französischen Renaissance. Sie förderte die Künste und Wissenschaften, unterstützte die kirchlichen Reformbewegungen, auch wenn sie selbst den alten Glauben beibehielt, und baute und unterhielt viele Spitäler, u.a. das erste Pariser Kinderspital. Sie führte ein wechselvolles Leben mit vielen Reisen und diplomatischer Tätigkeit für den Bruder (Damenfrieden von Cambrai). Zweimal unglücklich verheiratet, von häufigen Schwangerschaften und Fehlgeburten belastet, fand sie Ausgleich und später …

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Friederike Mayröcker

Frauenbild

geboren am 20. Dezember 1924 in Wien

österreichische Schriftstellerin
90. Geburtstag am 20. Dezember 2014


“Gut wie Mayröcker” war ein Ausdruck höchsten Lobs unter den AvantgardistInnen im Nachkriegs-Wien. Bereits 1945 veröffentlichte Mayröcker erste Gedichte in der Zeitschrift Der Plan. Als sie 1954 den noch unbekannten Ernst Jandl traf, war ihr Ruf als Autorin bereits gefestigt. Jandl blieb lebenslang von der Überlegenheit ihres Schaffens überzeugt. Er wußte, daß sie wegen der Beziehung zu ihm zu leiden hatte. Gelegentlich hörte er, sie “müßte längst den Büchner-Preis haben, aber den hat ja schon der Jandl.” Auch in den jahrelangen Boykott Jandls in Österreich wurde Mayröcker einbezogen. Sie verdiente in jenen schwierigen Jahren ihren Lebensunterhalt als Englischlehrerin in einer …

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Evgenia Semionovna Ginzburg

Evgenia Semionovna Ginzburg

geboren am 20. Dezember 1904 in Moskau
gestorben am 25. Mai 1977 in Moskau

russische Schriftstellerin, Dichterin und Journalistin; Dissidentin
110. Geburtstag am 20. Dezember 2014


Erst vor etwas mehr als 30 Jahren erschienen in der Sowjetunion drei Werke, die schnell auch den Westen durch die Darstellung der entsetzlichen Verfolgungen, denen die Menschen während der stalinistischen “Säuberungen” ausgesetzt waren, aus ihrer Lethargie und Unwissenheit aufschreckten: Solschenizyn beschrieb und analysierte anhand seiner Erfahrungen in den sibirischen Arbeitslagern das “sowjetische” und politisch zu überwindende System des Gulags. Nadeshda Mandelstams Schicksal und dichterisches Werk dagegen sind nicht einem Prinzip, sondern vor allem der Sicherung der Lebensspuren und Werke ihres Mannes (Ossip) verbunden. Dagegen: Ein fast gleicher zeitlicher Rahmen, z.T. ähnliche Erfahrungen und Überlebensstrategien, und doch völlig anderes lesen wir …

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Emilie Gourd

Frauenbild

geboren am 19. Dezember 1879 in Genf
gestorben am 4. Januar 1946 in Genf

Schweizer Frauenrechtlerin und Sozialpolitikerin
135. Geburtstag am 19. Dezember 2014

 

 


Emilie Gourds Name evoziert in der Schweiz Erinnerungen an eine Pionierin und Kämpferin für die Rechte der Frauen sowie die Gründerin der Zeitschrift „Femmes en Mouvement“ (Frauen in Bewegung). Vergessen wird dagegen Gourds Einsatz für Arbeiterinnen. Gourd richtete Nähstuben für arbeitslose Frauen ein. Sie engagierte sich für die Einrichtung eines Krankenversicherungssystems, sie forderte geregelte Arbeitszeiten und predigte „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“. Für die Pazifistin und Internationalistin Gourd war Erlangung der staatsbürgerlichen Rechte ebenso wichtig wie die Ausmerzung sozialen Ungleichheiten. Warum wissen wir eigentlich nichts von ihrem sozialen Engagement?  Kindheit und Ausbildung.  Emilie Gourd wird 1879 in der Genfer Gemeinde …

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Esther Bejarano

Frauenbild

geboren am 15. Dezember 1924 in Saarlouis

Akkordeonistin und Sängerin, eine der letzten Überlebenden des Frauenorchesters in Auschwitz, Mitbegründerin und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees
90. Geburtstag am 15. Dezember 2014


„Wir leben trotzdem!“ ist ihr Lebensmotto, wie auch eins der Lieder heißt, das sie singt: „Mir leben ejbig“. Geboren wurde die Musikerin als Esther Loewy am 15. Dezember 1924 in Saarlouis als jüngstes von fünf Kindern. Ihr Vater war Oberkantor der Jü-dischen Gemeinde, die Mutter sorgte für die Familie. Wie damals in gut-bürgerlichen Familien üblich, erhielt sie bereits als Kind Klavierunterricht. Musik spielte eine große Rolle in ihrer weltoffenen Familie, und sie erlebte eine glückliche und unbeschwerte Kindheit, die jedoch mit der Macht-übernahme der Nazis abrupt endete. Erst einmal bedeutete es, dass sie nun in eine jüdische Schule gehen musste …

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Nelly Mann-Kröger

Nelly Mann-Kröger

geboren am 15. Februar 1898 in Ahrensbök bei Lübeck
gestorben am 17. Dezember 1944 in Los Angeles, Kalifornien

zweite Frau von Heinrich Mann
70. Todestag am 17. Dezember 2014


Fünf Jahre lang bis zu ihrem Selbstmord am 17. Dezember 1944 war sie Heinrich Manns Ehefrau, die blonde Nelly, 27 Jahre jünger als er. Kennengelernt hatte sie den fast 60jährigen 1929 im Berliner Nachtleben, wohin Heinrich aus seiner Ehe geflohen war. Sie arbeitete als Animierdame in einem Nachtlokal am Kurfürstendamm. Er hat sich wahrscheinlich in sie verliebt, weil sie aus seiner Heimat stammte. Sie scheint aber auch seine politischen Ansichten geteilt zu haben, denn einer ihrer Freunde, der ihr dann bei der Flucht vor den Nazis half, war Kommunist.   1933 folgte Nelly Heinrich in die Emigration, zunächst nach Frankreich, …

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Hedwig Dohm