Frau(en) der Woche:

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Lou Andreas-Salomé

Lou Andreas-Salomé

geboren am 12. Februar 1861 in St. Petersburg
gestorben am 5. Februar 1937 in Göttingen

deutsche Schriftstellerin und Psychoanalytikerin
155. Geburtstag am 12. Februar 2016


Als Siebzehnjährige erbat sich die Generalstochter Privatunterricht von Hendrik Gillot, dem protestantischen Prediger der holländischen Gemeinde in St. Petersburg. Sie diskutierten theologische, religionsgeschichtliche und philosophische Probleme, lasen gemeinsam Kant, Leibniz, Fichte, Schopenhauer und Spinoza. Gillot wusste Lous intellektuelle Kräfte zu fördern und sie liebte ihn deswegen. Auch Gillot war von der hochbegabten jungen Frau fasziniert, und obgleich er verheiratet und Vater von zwei Kindern war, wollte er sich scheiden lassen, um Lou zu heiraten. Lou war über den Heiratsantrag entsetzt und brach den Unterricht bei Gillot ab. Sie hatte ihn idealisiert, sie sah ihn nicht als Mann, sondern als »Gottmensch«. …

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Joan Mitchell

Joan Mitchell

geboren am 12. Februar 1926 in Chicago
gestorben am 30. Oktober 1992 in Paris

US-amerikanische Malerin
90. Geburtstag am 12. Februar 2016


Wer die Bilder von Joan Mitchell betrachtet, mag angesichts von Titeln wie »Schmutziger Schnee«, »Marienkäfer« oder »Mont St Hilaire« zunächst ratlos sein: Was sollen das bunte Liniengewirr, die dicken Kleckse von Ölfarbe auf dem Weiß der großen Leinwände mit Natur und Landschaft zu tun haben? Tatsächlich hatte die Malerin gar nicht die Absicht, naturgetreue oder impressionistisch gefärbte Landschaftsmalerei zu schaffen – sie wollte nur ihre eigenen Empfindungen beim Anblick von Wasser, Himmel und Licht wiedergeben. »Meine Bilder«, so erklärte sie in einem Interview, »handeln von einem Gefühl, das mich von außen, aus der Landschaft heraus, überkommt. … Die Natur möchte …

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Anna Pavlova

Frauenbild

geboren am 12. Februar 1881 in St. Petersburg
gestorben am 23. Januar 1931 in Den Haag

russische Tänzerin und Choreographin
135. Geburtstag am 12. Februar 2016


Menschen aus aller Welt ließen sich von Anna Pavlovas Tanzkunst verzaubern. Mit einer ungeheuren Intensität und Ausstrahlung tanzte die kleine, zierliche Pavlova ihre Rollen und schien dabei die Schwerkraft zu überwinden; unsterblich macht sie der sterbende Schwan aus dem gleichnamigen Ballett, das Michel Fokine für sie nach der Musik von Saints-Saëns kreierte. Pavlova verbringt die ersten Lebensjahre bei ihrer Großmutter auf dem Land, wohin die Eltern das schwächliche Kind zur Kräftigung geschickt hatten. Dort entwickelt sie ihre Naturverbundenheit und die Liebe zu Tieren; später wird sie einen ganzen Zoo (inklusive einer Gazelle und ihrer Lieblingsschwäne) in ihrem Anwesen Ivy House …

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Sophie Tucker

English

Frauenbild

geboren am 13. Januar 1884 in Russland während der Ausreise von Tultschyn, Ukraine, in die USA
gestorben am 9. Februar 1966 in New York, NY

US-amerikanische Entertainerin und Jazzsängerin
50. Todestag am 9. Februar 2016


Sophie Tucker, berühmt für ihre kräftige Stimme und suggestive Bühnenpräsenz, war seit ihrem New Yorker Debüt 1906 eine der beliebtesten Unterhaltungskünstlerinnen des Varietés. Sie entwickelte ihren ganz persönlichen Stil, ein Programm aus anspielungsreichen Songs, Ragtime, Jazz und gefühlvollen Balladen. Tuckers Karriere ist der beste Beweis für ihre Überzeugung, dass harte Arbeit und Beziehungen zum Erfolg führen. Die Tochter jüdischer ImmigrantInnen wurde in Russland geboren, als ihre Mutter ihrem Mann nach Amerika nachreiste. Sophie wuchs in Hartford, Connecticut, auf und musste im Restaurant ihrer Eltern aushelfen. So träumte sie schon als Kind von einem anderen, schöneren Leben - als Star. 1903 …

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Paula Modersohn-Becker

English

Frauenbild

geboren am 8. Februar 1876 in Dresden
gestorben am 21. November 1907 in Worpswede

deutsche Malerin
140. Geburtstag am 8. Februar 2016


Paula Modersohn Becker, deren Tod mit 31 Jahren ihrer künstlerischen Laufbahn ein tragisch frühes Ende setzte, war eine der kühnsten deutschen KünstlerInnen ihrer Epoche. Sie ging weit über die regionale Naturlyrik ihrer Worpsweder Künstlerkollegen hinaus und nahm die Entwicklungen der internationalen Kunst des 20. Jahrhunderts vorweg. Ihre unbedingte Hingabe an ihre Kunst widersprach völlig den weiblichen Verhaltensnormen ihrer Zeit; aber dieser »egoistische« Selbstbehauptungswille war der Schlüssel zu ihrem Charakter und zu ihrer schier unfassbaren künstlerischen Leistung. Sie erkannte schon früh: »Falsche Nächstenliebe lenkt ab vom großen Ziel.« Für sie war ihre schöpferische Arbeit das Ziel: »... ich werde noch etwas. …

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Kate Chopin

Frauenbild

geboren am 8. Februar 1851 in St. Louis, Missouri
gestorben am 22. August 1904 in St. Louis, Missouri

US-amerikanische Schriftstellerin
165. Geburtstag am 8. Februar 2016


Kate Chopin (1851-1904) und Oscar Wilde (1856-1900) waren fast exakte ZeitgenossInnen, und ihre Karrieren weisen erstaunliche Parallelen auf. Beide wurden zunächst gefeiert und dann Opfer eines Skandals. Der Skandal brach in England und den Vereinigten Staaten fast gleichzeitig los: Ende des 19. Jahrhunderts – ein bigotteres Jahrhundert hat es wohl nicht gegeben; die Zeit war reif für einen Skandal. In beiden Fällen ging es um – angeblich morbide, vulgäre - Sexualität. Wilde hatte eine Sexualität gelebt, die verpönt und verboten war, Chopin hatte erstmals weibliche Sexualität literarisch ausgelotet, was für Frauen tabu war. Beide bezahlten ihren Wagemut mit gesellschaftlicher Ächtung, …

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Lydia Tschukowskaja

Frauenbild

geboren am 24. März 1907 in St. Petersburg
gestorben am 7. Februar 1996 in Peredelkino  

russische Schriftstellerin, Kinderbuchautorin, Dichterin und Dissidentin
20. Todestag am 7. Februar 2016


Sechs Jahrzehnte mutiges Engagement der Dissidentin spiegeln sich in der Entstehungs- und Publikationsgeschichte von Lydia Tschukowskajas erster Erzählung Sofia Petrowna, verfasst unter Lebensgefahr in drei Monaten 1939-40 während des allgegenwärtigen stalinistischen Terrors von Lügen, Verfolgung, Deportation, Vernichtung. 1937 waren viele ihrer KollegInnen im Kinderbuchverlag verhaftet und/oder umgebracht worden; auch ihr Mann wurde ermordet. Verbunden war sie Anna Achmatowa, die nie ihre Gedichte notierte und sie nur dem Gedächtnis von FreundInnen übergab: Lydia bewahrte ihr berühmtes “Requiem”. Anna bewunderte die Freundin wegen ihres Mutes: “unter dem Fallbeil” dieses Zeugnis niederzuschreiben und fast wider besseres Wissen nicht zu vernichten. Es ist fast …

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Hedwig Dohm