Anne Frank

Niederländische Schriftstellerin; Nazi-Opfer
geboren am Juni 1929 in Frankfurt/M.
gestorben im März 1945 in Bergen-Belsen
75. Geburtstag am 12. Juni 2004


anne frank tagebuch

Anne Frank wurde als Tochter wohlhabender jüdische Eltern in Frankfurt geboren. 1933 eröffnete ihr Vater in Amsterdam ein Geschäft. Von 1934 bis 1942 verlebt Anne eine sorgenfreie Schulzeit. An ihrem dreizehnten Geburtsta bekommt sie ein Tagebuch, das ihre wichtigste Vertraute wird “Ich hoffe, daß ich Dir alles anvertrauen kann, wie ich es bisher noch niemals konnte, und ich hoffe, daß Du mir eine große Stütze sein wirst.

anne frank

Am 10. Mai 1940 überfallen deutsche Truppen die Niederlande; am 9. Juli 1942 taucht die Familie Frank unter. Anne ist ausgeglichener als alle anderen; nur selten beklagt sie sich: “Heraus, heraus”; “Ich habe Sehnsucht nach Luft und Lachen”; “Ich fühle mich wie ein Singvogel, dem man die Flügel beschnitten hat, der im Dunkel gegen die Stangen eines engen Käfigs anfliegt.”

anne frank Am 4. August 1944 wird das Versteck entdeckt; alle Untergetauchten werden nach Auschwitz verschleppt. Die Familie wird auseinandergerissen, die Frauen von den Männern getrennt. Frau de Wiek, die bis zum Schluß mit Anne zusammen war, berichtet: “Ihre Lustigkeit war verschwunden, aber sie war noch immer lebhaft und lieb, und mit ihrer reizenden Art erreichte sie manchmal etwas, worauf wir anderen schon längst nicht mehr hofften.” Es gelingt Anne, Kaffee zu organisieren und Männerunterhosen gegen die Kälte. Am 30. Oktober wird wieder sortiert: Nackt stehen die Frauen vor dem Arzt; die noch Kräftigen kommen nach Bergen-Belsen, die andern in die Gaskammern. Nach der mörderischen Brutalität in Auschwitz erleben die Frauen in Bergen-Belsen das nackte Entsetzen: Unzählige Leichen liegen herum. Durst, Hunger, Kälte und die Krätze bestimmen den Tag und die Nacht. Zuerst stirbt die Mutter, nach ihr die Schwester, und im März 1945 stirbt, mit fünfzehn Jahren, auch Anne Frank.

Carlotta Althaus

Barnouw, David & Gerrold van der Stroom. Hg. 1993. Die Tagebücher der Anne Frank (Kritische Ausgabe). Niederländisches Staatliches Institut für Kriegsdokumentation. Einführung von Harry Paape ... Mit einer Zusammenfassung des Berichts des Gerechtelijk Laboratorium "Gerichtslaboratorium des Justizministeriums", verfaßt von H. J. J. Hardy. Aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler. Frankfurt/M. Fischer.

Frank, Anne. 1982. Geschichten und Ereignisse aus dem Hinterhaus. Frankfurt/M. Fischer TB 7533.

Gies, Miep. 1987. Meine Zeit mit Anne Frank. München. Scherz.

Heyl, Matthias. 2003. Anne Frank in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek bei Hamburg. rororo Monographie.

Lee, Carol A. 2000. Anne Frank: Die Biographie. Aus dem Englischen von Bernd Rullkötter & Bärbel Schäfer. München. Piper.

Maarsen, Jacqueline van. 2004. Ich heiße Anne, sagte sie, Anne Frank: Erinnerungen. Aus dem Niederländischen von Stefanie Schäfer.  Frankfurt/M. Fischer.

Müller, Melissa. 2000. Das Mädchen Anne Frank. Düsseldorf. Econ.

Pressler, Mirjam. 1999. Ich sehne mich so! Die Lebensgeschichte der Anne Frank. Stuttgart; Weinheim. Beltz

Schloss, Eva mit Evelyn Julia Kent. 1989. Eva’s Story: A Survivor’s Tale by the Step-Sister of Anne Frank. New York. St. Martin’s Press.

Schnabel, Ernst. 1958. Anne Frank - Spur eines Kindes. Frankfurt/M. Fischer TB 589.

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Hedwig Dohm