Anne Sexton

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geboren am 9. November 1928 in Newton, Massachusetts
gestorben am 4. Oktober 1974 in Weston, Massachusetts

US-amerikanische Lyrikerin
85. Geburtstag am 9. November 2013


BiografieLiteratur & Quellen


Biografie

Anne Sexton gehört zur selben Generation wie Sylvia Plath, Ingeborg Bachmann, Hertha Kräftner, Marlen Haushofer und Caroline Muhr. Sie schrieb Lyrik von unerhörter Offenheit, Kühnheit und Präzision über “intime, private” Themen und verstand ihre Gedichte, in Anlehnung an Kafka, als “eine Axt für das gefrorene Meer in uns”.

Sexton besuchte für kurze Zeit das College, brannte aber bald mit einem Sohn aus reichem Hause durch. Sie gebar zwei Töchter und sah sich als “Opfer des amerikanischen Traums”, mit “dem alles beherrschenden Wunsch nach Ehe, Kindern, einem normalen Familienleben, um jeden Preis”. Aber es quälten sie “Albträume, Dämonen, Visionen; seit 1954 war Sexton ständig in psychiatrischer Behandlung und kam mehrmals in die Anstalt. Nach einem Selbstmordversuch begann sie, Gedichte zu schreiben. In ihrem ersten Buch To Bedlam and Part Way Back (1960) verarbeitet sie ihre Erfahrungen in der Anstalt.

Sexton wurde sofort als bedeutende Lyrikerin anerkannt und überallhin zu Lesungen und Poetikvorlesungen (u.a. Harvard) eingeladen. Ihr zweiter Gedichtband All My Pretty Ones (1962) wurde für den National Book Award nominiert. Live or Die (1966), für das sie den Pulitzerpreis bekam, kreist um das Thema der Todessehnsucht. 1969 folgten die Love Poems und 1971 Transformations, brillante satirische Re-Visionen Grimmscher Märchen.

Sexton war eng befreundet mit der Lyrikeri Maxine Kumin; als beider Kinder noch klein waren, pflegten sie ihre Gedichtproduktion per Telefon durchzusprechen.

Sextons späte Gedichte, geschrieben in wachsender Verzweiflung, ohne die Sorgfalt und Disziplin ihrer ersten Arbeiten (ein frühes Gedicht schrieb sie 300mal um), handeln überwiegend von Tod und Sehnsucht nach Glauben. 1973 ließ Sexton sich scheiden. Im Jahr darauf beging sie Selbstmord.
(Text von 1989)

Joey Horsley

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Literatur & Quellen

Zur Feier meiner Gebärmutter
Alles in mir ist ein Vogel.
Ich schlage mit all meinen Flügeln.
Sie wollten dich rausschneiden,
aber das werden sie nicht tun.
Sie haben gesagt, du wärst unermesslich leer,
aber das bist du nicht.
Sie haben gesagt, du wärst todkrank,
aber sie haben sich geirrt.
Du singst wie ein Schulmädchen.
Du bist heil.
[...]
Anne Sexton, 1969.
Aus dem Engl. von Luise F. Pusch

Literatur:

Barnard Hall, Carolyn King. 1989. Anne Sexton. Boston. Twayne.

Cowart, David. 1980. "Anne Sexton", in: Dictionary of Literary Biography, Vol 5, American Poets Since World War II, Part 2, Ed. Donald Griener, S. 225-32. Detroit, Mich. Gale Research Company.

Furst, Arthur. 2000. Anne Sexton: The Last Summer. Introduction by Linda Gray Sexton. New York. St. Martin’s Press.

George, Diana Hume. 1987. Oedipus Anne: The Poetry of Anne Sexton. Chicago. Univ. of Illinois Press.

George, Diana Hume. Ed. 1988. Sexton: Selected Criticism. Urbana, IL. Univ. of Illinois Press.

McClatchy, J.D. Ed. 1978. Anne Sexton: The Poet and Her Critics. Bloomington, IN. Indiana University Press.

Middlebrook, Diane Wood. 1991. Anne Sexton: A Biography. London. Virago.

Sexton, Anne. 1977. Anne Sexton: A Self-Portrait in Letters. Ed. Linda Gray & and Lois Ames. Boston. Houghton Mifflin.

Sexton, Anne. 1985. No Evil Star: Selected Essays, Interviews, and Prose. Ed. Steven E. Colburn. Ann Arbor. Univ. of Michigan Press.

Sexton, Anne. 1988. Telling the Tale. Ed. Steven E. Colburn. Ann Arbor, MI. Univ. of Michigan Press.

Sexton, Linda Gray. 1994. Searching for Mercy Street: My Journey Back to My Mother, Anne Sexton. Boston. Little, Brown.

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