Christine Enghaus

(Johanne Louise Christine Hebbel, geb. Engehausen (Pseudonym: Enghaus))

geboren am 9. Februar 1817 in Braunschweig
gestorben am 30. Juni 1910 in Wien

deutsch-österreichische Schauspielerin; verheiratet mit Friedrich Hebbel, Freundin von Elise Lensing
195. Geburtstag am 9. Februar 2012


BiografieZitateLiteratur & Quellen


Biografie

Bereits über zwölf Jahre Berufserfahrung hat die berühmte 28jährige Burgschauspielerin Christine Enghaus und einen unehelichen Sohn Carl, als sie sich mit dem vier Jahre älteren mittellosen Dichter Friedrich Hebbel verlobt. Hebbel ist, wieder einmal, auf Versorgung aus. Die Beziehung zur neun Jahre älteren Elisabeth Lensing in Hamburg, der Mutter seiner zwei Söhne Ernst (gest. 1843) und Max, war ihm lästig geworden. Elf Jahre lang hatte die arme Näherin Elise ihn vor dem absoluten Elend bewahrt, ohne Eheansprüche zu stellen. Die Wiener Hochzeit aber provoziert sie doch zu verzweifelter Wut; es kommt zum Bruch.

Unter Christines Einfluß beginnt Friedrich, sich menschlich etwas weiterzuentwickeln. Aber nur sie kann sich vorstellen, was es für die verlassene Elise bedeutet, als Max schwer erkrankt und stirbt. Auf ihre großherzige Einladung hin kommt Elise Ende Mai 1847 nach Wien. Hebbel ist abweisend - aussprechen kann sich Elise nur, ausgerechnet, bei Christine. Die komplizierte Dreierkonstellation erweist sich als lebbar: dank der Hochherzigkeit Christines und der Bereitschaft Elises, in der fast vierzehn Jahre Jüngeren statt der Rivalin eine Freundin zu sehen. Bei der Trennung am 27.8.1848 übergibt Christine vertrauensvoll ihren Sohn Carl Elise zur Erziehung in Hamburg. Elise wiederum schreibt an Hebbel zukünftig nur noch das Nötigste; ihre vielen, auch immer einfühlsam von Carl berichtenden Briefe sind bis zu ihrem elenden Tod 1854 fast ausschließlich an die schwesterlich anteilnehmende “beste Seele”  gerichtet. 1899 wird Elise aus dem Armengrab umgebettet; die neue Grabstelle kauft - die “liebste Tine”.

1863 war Christine Witwe geworden. Noch 47 Jahre lang wird sie sich erfolgreich für das Andenken ihres Mannes und die Verbreitung seiner Werke einsetzen.

(Text von 1992)

 

Swantje Koch-Kanz

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Zitate

“...Ohren schmerzen…, die wie Blitze durch meinen Kopf fahren ... Zu der Judith Vorstellung war ich eingeladen der Präsident wolte mich persönlich dazu abholen. Ach Gott! Ich bin zufrieden daß ich in meiner Klause sitze und Hebbel bei mir habe….” (Christine Enghaus)

... etwa 28 %  aller bekannten Briefe von und an Christine Hebbel [sind] publiziert. Das bedeutet, daß der überwiegende Teil der Korrespondenz ... noch nicht greifbar ist.” (Langner)

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Literatur & Quellen

Fricke, Gerhard, Werner Keller & Karl Pörnbacher. Hg. 1963-67. Friedrich Hebbel; Werke.  5 Bände. München. Hanser.

Knauss, Sibylle. 1981. Ach Elise, oder Lieben ist ein einsames Geschäft. Hamburg. Hoffmann und Campe.

Langner, Martin-M. 1988. Der Brief als Problem der Edition, dargestellt an der Korrespondenz von Christine Hebbel, und: Briefe von Christine Hebbel (Ergänzungsband zu “Der Brief als Problem der Edition”). Wissenschaft und Forschung 3.  Berlin. Weidler.

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Hedwig Dohm