Corazón Aquino

(Maria Corazon Sumulong Cojuangco [Geburtsname]; Corazon Cojuangco Aquino; María Corazón Sumulong Cojuangco-Aquino; Cory Aquino)

geboren am 25. Januar 1933 in Tarlac (Philippinen)

philippinische Präsidentin (1986 bis 1992)

75. Geburtstag am 25. Januar 2008


BiografieZitateLinksLiteratur


Biografie

Am 21. August 1983 kehrt der beliebte Oppositionspolitiker Benigno Aquino aus dem Exil in die Heimat zurück. Er hofft, endlich Ferdinand Marcos ablösen zu können, der die Philippinen mit unglaublicher Raffgier während einer bald 20-jährigen Diktatur ausgepowert hat. 12 Minuten nach der Landung wird »Ninoy« noch auf dem Flugfeld durch einen gezielten Schuss in den Hinterkopf getötet. Corazón Aquino, Mutter von fünf Kindern, ist Witwe.

Corazón Aquino auf Time-Covern

Nach anfänglichem Zögern und Rückzug in ein Kloster erklärt sie sich bereit, die Führung der zerstrittenen Opposition zu übernehmen. »Cory« wird zur Hoffnungsträgerin einer gewaltigen Volksbewegung, der »people’s power«, als »Gelbe Madonna« (Gelb ist ihre Lieblingsfarbe) von den Menschen geradezu angebetet. Auf zahlreichen Versammlungen beschwört sie die Erinnerung an ihren ermordeten Mann; Gerechtigkeit und die Erfüllung seines Vermächtnisses sind ihr Wahlprogramm.
Im Februar 1986 finden die Wahlen statt, Marcos und Aquino reklamieren beide den Sieg für sich. Schließlich kann Aquino sich durchsetzen: die katholische Kirche unterstützt sie; Verteidigungsminister Enrile und Teile des Militärs wechseln über in ihr Lager; die USA signalisieren, dass sie den greisen Diktator fallen lassen wollen. Ferdinand und Imelda Marcos, schwer beladen mit ihren Reichtümern, verlassen das Land in Richtung Hawaii.

Aquinos Augenmerk gilt der Wiederherstellung demokratischer Strukturen – die Pressezensur wird aufgehoben, eine neue Verfassung verabschiedet, politische Gefangene werden amnestiert. Die großen Probleme des Inselstaates kann sie aber nicht lösen: Die Wirtschaft erholt sich nur zögernd; eine dringend nötige Bodenreform scheitert am Widerstand der Großgrundbesitzer (zu denen ihre eigene Familie gehört); Geburtenkontrolle steht in dem tiefkatholischen Land, trotz der sagenhaften Bevölkerungsexplosion, außer Diskussion; bewaffnete Konflikte mit maoistischen Rebellen und einer Guerilla, die für die Abspaltung des muslimisch dominierten Südens kämpft, destabilisieren die politische Lage.

Nach sechs Jahren, in denen sie mehrere Putschversuche des Militärs übersteht, scheint Corazón Aquino fast erleichtert, das Amt an ihren Nachfolger Fidel Ramos abtreten zu können. Seitdem engagiert sie sich länderübergreifend für den Demokratisierungsprozess in Asien – z.B. durch Unterstützung der burmesischen Menschenrechtlerin Aung San Suu Kyi.

Dass eine Frau das Land regieren kann, hat sie dauerhaft unter Beweis gestellt: Gloria Arroyo, von Cory Aquino 1987 zur Unterstaatssekretärin für Handel und Industrie berufen, ist seit 2001 Präsidentin der Philippinen.

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Zitate

It was truly a pleasure to welcome and meet today with Philippine President Corazon Aquino. Her courage and her commitment to democracy, mirroring those same qualities in the Filipino people, have inspired the world, and it’s been an honor to have her as our guest.
(Ronald Reagan, 1986, gefunden hier)

I don’t have any formula for ousting a dictator or building democracy. All I can suggest is to forget about yourself and just think of your people. It’s always the people who make things happen.
(Corazón Aquino, gefunden hier)

I’ve reached a point in life where it’s no longer necessary to try to impress. If they like me the way I am, that’s good. If they don’t, that’s too bad.
(Corazón Aquino, gefunden hier)

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Links

Burton – Corazon Aquino


Burton, Sandra: Corazon Aquino. In: TIME 100, 23.-30. August 1999, VOL. 154 NO. 7/8. TIMEasia.com. Zuletzt geprüft am 17.01.2008.

Encyclopedia of World Biography – Corazon Cojoangco Aquino Biography


Encyclopedia of World Biography: Corazon Cojoangco Aquino Biography. Zuletzt geprüft am 17.01.2008.

HighBeam Research – Corazon Aquino


HighBeam Research: Corazon Aquino. Artikelsuche in Zeitungen, Zeitschriften usw. (Achtung: Lesen der Artikel ist nach Ablauf einer freien Testmitgliedschaft kostenpflichtig!). Zuletzt geprüft am 17.01.2008.

University of Oregon Scholars' Bank – Item 1794/167


University of Oregon Scholars’ Bank: Item 1794/167. This set of records includes the correspondence, memoranda, planning, and reports to arrange the granting of an honorary degree to Corazon Acquino, former President of the Philippines, by the university in 1995 (84 Microsoft word files, MAC format, converted to PDF). Zuletzt geprüft am 17.01.2008.

Wikipedia (engl.) – Corazon Aquino


Wikipedia (engl.): Corazon Aquino. Zuletzt geprüft am 17.01.2008.

ZEIT Archiv – Artikel über Corazón Aquino


ZEIT Archiv: Artikel über Corazón Aquino. Die Zeit. Zuletzt geprüft am 17.01.2008.

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Literatur


Quellen


Komisar, Lucy (1988): Corazon Aquino. Eine Frau kämpft für ihr Volk. (=Corazon Aquino). Aus dem Amerikanischen von Christa Broermann. Zürich. Benziger. ISBN 3545340732.


Laue-Bothen, Christine; Issel, Ulrike (2004): Harenberg – Das Buch der 1000 Frauen. Ideen, Ideale und Errungenschaften in Biografien, Bildern und Dokumenten. Mannheim. Meyers Lexikonverlag. ISBN 3411760990.

Komisar 1988 – Corazon Aquino

Laue-Bothen, Issel 2004 – Harenberg

Liswood 1996 – Women world leaders

Wandel (Hg.) 1991 – Witwen und Töchter


Liswood, Laura A. (1996): Women world leaders. Fifteen great politicians tell their stories. London. Pandora. ISBN 0044409052.


Wandel, Elke (Hg.) (1991): Witwen und Töchter … an der Macht. Politikerinnen der Dritten Welt. Reinbek bei Hamburg. Rowohlt (rororo-Sachbuch; rororo, 8874).


Weiterführende Literatur

Hinweis: Diese Bücher sind antiquarisch kaum noch erhältlich. Bitte nutzen Sie Bibliotheken – bei der Deutschen Nationalbibliothek können die Titel im Lesesaal eingesehen werden!


Dahm, Bernhard (1991): Economy and politics in the Philippines under Corazon Aquino. Hamburg, (Mitteilungen des Instituts für Asienkunde, 197). ISBN 3889100910.

Foth, Hans-Peter (1996): Landreformpolitik auf den Philippinen. Die Ära Aquino. Hamburg. Inst. für Asienkunde (Mitteilungen des Instituts für Asienkunde Hamburg, 260). ISBN 3889101623.

Kunz, Hildegard Maria (1995): Von Marcos zu Aquino. Der Machtwechsel auf den Philippinen und die katholische Kirche. Hamburg. Institut für Asienkunde (Mitteilungen des Instituts für Asienkunde Hamburg, 254). ISBN 3889101569.

Möllers, Wolfgang (1992): People power macht nicht satt. Die Philippinen unter Corazon Aquino. Saarbrücken. Breitenbach (Sozialwissenschaftliche Studien zu internationalen Problemen, 181). ISBN 3881565744.

Reid, Robert H.; Guerrero, Eileen (1995): Corazon Aquino and the brushfire revolution. Baton Rouge. Louisiana State Univ. Press. ISBN 0807119806.

Siemers, Günter (1988): Von Marcos zu Aquino. Der Machtwechsel in den Philippinen und seine Folgen. Berlin. VISTAS Verl. (China / Südostasien aktuell, 8). ISBN 3891580320.

Steinberg, David Joel (1982): The Philippines. A singular and a plural place. Boulder CO. Westview Press, 2000. ISBN 0813337550.

Bildquellen

http://www.time.com

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Hedwig Dohm