Diana Frances Spencer (Prinzessin Diana, Princess Diana, Diana Princess of Wales, Lady Di)

geboren am 1. Juli 1961 auf Schloß Althorp in Northamptonshire
gestorben am 31. August 1997 in Paris

englische Prinzessin; Kindergärtnerin; Philanthropin (Einsatz u.a. für Aidskranke und gegen Landminen)

10. Todestag am 31. August 2007


“Don’t do it, Di” stand auf den Buttons, die englische Feministinnen am 29. Juli 1981 in London verteilten. Ein ahnungsvoller, wiewohl vergeblicher Ruf. Die zwanzigjährige schüchterne Kindergärtnerin aus gehobenen Adelskreisen ließ sich nicht mehr umstimmen, auch nicht als ihr, noch vor der Traumhochzeit mit dem Thronfolger, Gerüchte über Camilla Parker-Bowles und Prinz Charles zu Ohren kamen. Daß ihre Ehe bald “rather crowded” werden würde, konnte sich “Shy Di” nicht vorstellen.

Sie hatte sich in ihr Brautkleid hineingehungert ("Als man zum ersten Mal die Maße für mein Hochzeitskleid nahm, hatte ich eine Taillenweite von 73,5 Zentimetern. Am Hochzeitstag waren es knapp 60 Zentimeter. Ich war von Februar bis Juli auf ein Nichts zusammengeschrumpft") und war als Scheidungskind voller Sehnsucht nach einer intakten, glücklichen Familie. 1982 kam Prinz William zur Welt, 1984 dessen Bruder Harry – da hatte sich das Paar bereits auseinandergelebt.

Draußen, vor den Kameras, mußte die inzwischen meistfotografierte Frau der Welt die glückliche Prinzessin spielen und standesgemäß repräsentieren – hinter den Palastmauern reagierte sie mit Eßstörungen ("Ich habe unmäßig gegessen, bis ich ganz voll war. Dann fühlte mein Körper sich an wie bei einer Umarmung. Dann habe ich alles erbrochen"), Depressionen und Selbstmordversuchen auf eine lieblose Ehe. “Ich war immer die Achtzehnjährige, mit der er sich verlobt hatte. Wachsen wurde mir nicht erlaubt. Aber ich mußte wachsen, und ich wuchs auch.”

1992 – für die Queen das ‘annus horribilis’ – machte Lady Di ihr Leiden in einem Buch von Andrew Morton öffentlich, und in dem berühmten BBC-Interview von 1995 klagte ein Häufchen Elend der Nation das Leid der Ehe, die 1996 geschieden wurde. Es schien wie ein gewaltsamer Befreiungsschlag. Aus der scheuen Prinzessin war eine selbstbewußte frau geworden, die den traditionellen Erwartungen der königlichen Familie – und der Öffentlichkeit – trotzte. Und von letzterer dennoch geliebt wurde. Ob sie in Angola und Bosnien gegen den Einsatz von Landminen demonstrierte, in Indien Leprakranke umarmte, mit Mutter Teresa in New York die Slums besuchte – und zwischendurch zu Gianni Versaces Modenschau nach Mailand jettete -, die “moderne katholische Maria mit Lust auf Rock’n’Roll” (Camille Paglia) kam an. Ihren Hoheitstitel hatte sie nach der Scheidung verloren, aber als Mutter des zukünftigen Königs übte sie immer noch Macht aus. Für die Öffentlichkeit blieb sie die strahlende “Königin der Herzen”, für die Medien das ewig strahlende, glamouröse Objekt der Begierde. “Dianas Dilemma war”, schrieb Alice Schwarzer, “daß sie sich nicht entscheiden konnte … Sie wollte Objekt und Subjekt zugleich sein.”

Die letzte Jagd der Reporter auf das “Objekt” Diana und ihren Liebhaber Dodi Al-Fayed in der Nacht vom 30. auf den 31. August 1997 in Paris überlebte sie nicht. 750 Millionen Menschen in aller Welt hatten am Bildschirm ihre Traumhochzeit im Juli 1981 verfolgt. 2,5 Milliarden waren es bei ihrer Trauerfeier: “Goodbye, England’s Rose!”
princess diana spencer

Susanne Gretter

Bradford, Sarah. 2006. Diana. London. Viking.

Daimler, Renate. 1998. Diana & Sisi: Zwei Frauen - ein Schicksal. Wien; München. Deuticke.

Davies, Nicholas. 2006. Diana: The Killing of a Princess. London. Pen Press.

Kelley, Kitty. 1997. Die Royals: Glanz und Elend einer englischen Familie. Bergisch-Gladbach. Lübbe.

Morton, Andrew. 1994. Diana: Ihr neues Leben. Rastatt. Hestia.

Wilson, A.N. 1993. Aufstieg und Fall des Hauses Windsor. Reinbek bei Hamburg. Rowohlt.

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Hedwig Dohm