Dorothy Parker

(Dorothy Parker, geb. Rothschild)

geboren am 22. August 1893 in New York City
gestorben am 7. Juni 1967 in New York City

US-amerikanische Schriftstellerin
120. Geburtstag am 22. August 2013


BiografieLiteratur & Quellen


Biografie

”... ihr Witz war wunderbar; weder Alter noch Krankheit konnten jemals die Quelle verschütten, aus der er sich täglich frisch speiste. Man kann nicht an sie denken, ohne an ihren Witz zu denken” - sagt die Dramatikerin Lillian Hellman über ihre langjährige, beste Freundin Dorothy Parker.
Hier ein paar Kostproben des Parkerschen Witzes: “Sie zog wieder alle Register ihrer Darstellungskunst, von A bis B” (über Katharine Hepburn). “Er und ich hatten zusammen ein winziges Büro. Wäre es auch nur einen Zentimeter kleiner gewesen, wäre es kein Büro mehr gewesen, sondern ein Ehebruch.”

Dorothy Rothschild wuchs als Tochter einer schottischen Katholikin, die bald nach der Geburt starb, und eines wohlhabenden jüdischen Kaufmanns in New York City auf. Kurz nach ihrem Schulabschluß 1911 starb auch der Vater; Dorothy bezog ein Zimmer in einer Pension am Broadway und schlug sich zunächst als Klavierspielerin in einer Tanzschule durch. 1917 heiratete sie den Geschäftsmann Edwin Parker und wurde Theaterkritikerin bei der mondänen Zeitschrift Vanity Fair, die zuvor schon Texte von ihr gedruckt hatte. Sie freundete sich mit dem Humoristen Robert Benchley (mit dem sie das oben beschriebene Büro teilte) und dem Dramatiker Robert Sherwood an - diese und drei weitere Intellektuelle aus der Zeitungsbranche trafen sich zum Lunch am Runden Tisch des Algonquin Hotels - eine geistreiche, machtvolle KritikerInnen-Clique, die zur Legende wurde. In den dunkelsten Momenten ihrer späteren Jahre pflegte Parker über diese Zeit zu sagen: “Damals war es lustiger”.

1926 erschien der erste ihrer Gedichtbände, Enough Rope, 1928 Sunset Gun, Death and Taxes 1931 und Not So Deep as a Well 1936. Die Kritik war begeistert von ihrer eleganten Unverfrorenheit, und das Publikum schätzte ihren dekadenten gelangweilten Ton.

1933 heiratete Parker den elf Jahre jüngeren bisexuellen Schriftsteller Campbell, von dem sie sich 1947 scheiden ließ, um ihn 1950 wieder zu heiraten. 1953 trennten sie sich, 1956 kamen sie wieder zusammen und blieben es bis zu seinem Tod 1963. Die beiden schrieben zusammen an die 20 Drehbücher für Hollywood.

“Sie war ein ... verschlungenes Netz, in dem sich Widersprüche fingen: sie mochte reiche Leute, weil ihr Aussehen ... und die Gegenstände in ihren Häusern ihr gefielen; und sie verachtete sie ...: sie glaubte an den Sozialismus, aber sie konnte nur selten ... den Anblick eines aktiven Radikalen ertragen. Sie trank viel zu viel und verbrachte viel zu viel Zeit mit Frauen, die das gleiche taten, und sie verspottete sie, wo sie ging und stand ...” (Lillian Hellman)

(Text von 1992)

Luise F. Pusch

Seitenanfang



Literatur & Quellen

Beumer, Erika. Hg. 1983. Wie sie schreiben: Gespräche [mit Schriftstellerinnen]. Münster.tende.

Hellman, Lillian. 1980 (1969). Eine unfertige Frau: Ein Leben zwischen Dramen. (= An unfinished woman: A memoir). Übs. Kyra Stromberg. Frankfurt/M.Suhrkamp TB 292.

Keats, John. 1988 (1970). You might as well live: The Life and Times of Dorothy Parker. New York. Paragon.

Meade, Marion. 1988. Dorothy Parker: What Fresh Hell is This? New York. Penguin USA.

Modern American Women Writers. Hg. Elaine Showalter, Lea Baechler & A. Walton Litz. New York 1991. Charles Scribner’s Sons.

Parker, Dorothy. 1988. Die Geschlechter: New Yorker Geschichten. Übs. aus d. Engl. Ursula M. Mössner. Zürich. Haffmanns TB 22.

Parker, Dorothy. 1988. Eine starke Blondine: New Yorker Geschichten. Übs. aus d. Engl. Pieke Biermann. Zürich. Haffmanns TB 18.

Parker, Dorothy. 1989. Close Harmony oder Die liebe Familie. Übs. aus d. Engl. Friederike Roth. Zürich. Haffmanns TB 47.

Parker, Dorothy. 1989. Ladies im Hotel: Ein Schauspiel. Übs. aus d. Engl. Friederike Roth. Zürich. Haffmanns TB 71.

Seitenanfang

Sollten Sie RechteinhaberIn eines Bildes und mit der Verwendung auf dieser Seite nicht einverstanden sein, setzen Sie sich bitte mit Fembio in Verbindung.

Share Tweet Mail Druck

Seitenanfang

Hedwig Dohm