Elizabeth Arden

geboren am 31. Dezember 1878 in Woodbridge, Ontario, Kanada
gestorben am 18. Oktober 1966 in New York

US-amerikanische Unternehmerin, Erfinderin, Kosmetikerin, Konzernchefin
135. Geburtstag am 31. Dezember 2013


BiografieLiteratur & Quellen


Biografie

Elizabeth Arden wurde (vermutlich) acht Jahre nach ihrer lebenslangen Erzrivalin Helena Rubinstein geboren, die schon mit 20 Jahren voll im Geschäft war, während Arden erst mit 30 ihren ersten Schönheitssalon in New York eröffnete. Dann aber legte sie ein solches Tempo vor, daß sie innerhalb von wenigen Jahren den Abstand aufgeholt hatte. Dabei half ihr ihr Ehemann Thomas Lewis Jenkins, der die Produktion und die Finanzen managte, während Arden sich um die Produktentwicklung und alle Designfragen kümmerte und erst in den USA und dann in der ganzen Welt einen Salon nach dem anderen eröffnete.

Rubinstein und Arden sind eng mit der Entstehung der Schönheitsindustrie verknüpft; das heutige Milliardengeschäft verdankt fast alles ihrem geschäftlichen Genie. Um die Wende zum 20. Jahrhundert trug eine ehrbare Frau weder Makeup noch Lippenstift, von Wimperntusche und Lidschatten zu schweigen. Höchstens benutzte sie ein wenig Reispuder für die “vornehme Blässe”. Alles andere war “Kriegsbemalung” für Frauen “fragwürdigen Rufs”, zu denen damals auch Schauspielerinnen zählten. Arden und Rubinstein machten daraus die Rundum-Schönheits- und Gesundheitspflege für die moderne, anspruchsvolle Frau.

Florence Nightingale Graham – so Ardens richtiger Name – wächst mit drei Schwestern und einem Bruder in einer armen Pächterfamilie in der Nähe von Toronto auf. Wegen einer Hüftverletzung, die nie richtig heilt, wird sie ihr Leben lang leicht zur Seite geneigt gehen. Ihre Mutter stirbt früh; das Geld reicht bei Florence nicht einmal für den Schulabschluß. Als sie mit 29 Jahren nach New York kommt, hat sie sich in vielen schlecht bezahlten Berufen versucht, aber nirgends Fuß gefaßt, nicht einmal als Krankenschwester, wofür ihr Name sie doch zu prädestinieren schien.

Ihr erster Job in New York war Gesichtsmassage in einem Schönheitssalon; die Kundinnen bewunderten ihre “heilenden Hände”, ihren schönen Teint und überhaupt ihr jugendliches Aussehen – Arden behielt immer etwas Kindlich-Jugendliches. Auch ihre Lieblingsfarbe Rosa, die sie bald überall einsetzte (“zu amerikanisch, zu viel Rosa”, sagte Helena Rubinstein dazu verächtlich) unterstrich ihr kindliches Image. In Wirklichkeit aber war Arden eine knallharte Geschäftsfrau.

FrauenbildArden formulierte ihr Ziel folgendermaßen: “Ich will erreichen, daß eine Frau ohne Make-up sich nackter fühlt als wenn sie ohne Kleider über den Broadway gehen müßte.” Fast hat sie ihr Ziel erreicht. Aber nicht alle wohnen am Broadway. Und nach ihrem Tod kam die Zweite Frauenbewegung und verkündete: “Wir sind keine Ware - wir brauchen keine Verpackung!”

Ardens zweite Leidenschaft neben ihrem Schönheitsimperium war der Pferderennsport. Auch auf diesem Gebiet ließ sie bald die Konkurrenz weit hinter sich. Ihr Rennstall gewann in den 40er Jahren gewaltige Summen, 1947 siegte eins ihrer Pferde, Jet Pilot, sogar beim Kentucky Derby. Sie kümmerte sich persönlich um ihre Pferde und ließ ihre Muskeln vor und nach den Rennen mit ihrer Eight-Hour-Cream massieren – damals belächelt, heute im Pferdesport selbstverständlich. Es wurde gelästert, sie behandle Pferde wie Frauen und Frauen wie Pferde. Allerdings arbeitete sie selbst “wie ein Pferd”.

Zu den vielen Spekulationen über Ardens Sexualität bzw. Bisexualität bemerkte ihre Freundin, die Vogue-Chefredaktuerin Carmel Snow: “Elizabeths Problem ist, daß sie eine lesbische Beziehung mit sich selbst hat.” Tatsächlich war die Beziehung zu ihrem Mann eher geschäftlich-kameradschaftlich, während sie innige Beziehungen zu Frauen hatte, z.B. mit der gut 20 Jahre älteren Literaturagentin Elisabeth Marbury. Deren Geliebte Elsie de Wolfe hatte 1926 geheiratet, und während der sieben Jahre, die Marbury noch verblieben, war sie mit Arden eng befreundet. Ab Mitte der 40er Jahre dann, nach einer kurzen Ehe mit einem russischen Prinzen, wich Pat Young, Elizabeth Ardens Nichte, nicht mehr von ihrer Seite.

1965 hatte die Firma Arden einen Umsatz von 65 Millionen Dollar. 1966 starb die Chefin im Alter von fast 88 (vielleicht auch über 90) Jahren und hinterließ 17 Firmen, 40 Salons weltweit und ein persönliches Vermögen von 11 Millionen Dollar.

 

Luise F. Pusch

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Literatur & Quellen

Quellen:

Frauenbild Burchard, Doris. 2002. Der Kampf um die Schönheit : Jahrhundertkarrieren ; Helena Rubinstein, Elizabeth Arden, Estée Lauder. Bergisch Gladbach. Bastei Lübbe.

Lewis, Alfred Allan & Constance Woodworth. 1972. Miss Elizabeth Arden. London. W.H. Allen.

Shuker, Nancy 2001. Elizabeth Arden. Giants of American Industry. Blackbirch Press.

Arden in der Ausstellung der Schlesinger Library zu US-amerikanischen Unternehmerinnen

Chronologie (Timeline, englisch)

Elizabeth Arden und der Pferdesport



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Hedwig Dohm