Elizabeth Fry

geboren am 21. Mai 1780 in Earlham Hall/Norwich, England
gestorben am 12. Oktober 1845 in Lepton Lane

englische Gefängnisreformerin
165. Todestag am 12. Oktober 2010


BiografieZitateLiteratur & Quellen


Biografie

Nach einer sorglosen Jugend auf dem Landgut ihrer Eltern fühlte sich Elizabeth Fry innerlich zerrissen und unbefriedigt.

Durch die Predigten eines Quäkers zum Glauben erweckt, wandte sie sich von allen weltlichen Vergnügungen ab und trug fortan die graue Keidung der QuäkerInnen.

Ihre erste Tat der Nächstenliebe war die Gründung einer Schule für die verwahrlosten Kinder der Umgebung. Mit zwanzig Jahren heiratete sie den Bankier Josef Fry und zog mit ihm nach London, wo sie in glücklicher Ehe 16 Kinder gebar.

1813 fand sie beim Besuch des Frauengefängnisses Newgate die große Aufgabe ihres Lebens. Die unvorstellbaren Verhältnisse dort veranlaßten sie zur Gründung des “Frauenvereins zur Förderung weiblicher Gefangener” (1817). Ihre Leitgedanken waren: Strafe als Erziehung - Erziehung durch Arbeit - Selbstverwaltung der Strafgefangenen - Hilfe für die Entlassenen.

Mit ihrer bezwingenden Ausstrahlung gewann sie das Vertrauen der Gefangenen, aber auch das der WärterInnen, Direktoren, Minister, FürstInnen und KönigInnen, bei denen sie viel für das Wohl der Unterdrückten erreichte.
Sie trug ihre Ideen auch in andere Länder und leitete so die Umgestaltung des Gefängniswesens unseres ganzen Kulturkreises ein.

Im Königreich Hannover erreichte sie, daß mehr als 1000 Gefangenen die Ketten abgenommen wurden. König Friedrich Wilhelm IV. wurde ihr Freund, besuchte sie in London und betraute in Preußen Johann Hinrich Wichern mit der Gefängnisreform. Ihr Einfluß reichte bis Italien, Rußland und Nordamerika.

Fry führte die Fürsorge für die Deportierten auf den Schiffen nach Australien ein, sorgte für Irrsinnige und EpileptikerInnen, Prostituierte und trunksüchtige Frauen, trat gegen den SklavInnenhandel ein und förderte die Ausbildung von Gefängniswärterinnen.

Die Überfülle der Arbeit forderte schließlich ihren Tribut. Nach mehreren Schlaganfällen starb Elizabeth Fry am 12. Oktober 1845.
(Text von 1995)

Adelheid Steinfeldt

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Zitate

Es ist eine Ehre, auf der Seite der Unterdrückten zu stehen. (Elizabeth Fry)

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Literatur & Quellen

Drenth, Annemieke van & Francisca de Haan. 1999. The Rise of Caring Power: Elizabeth Fry and Josephine Butler in Britain and the Netherlands. Amsterdam. Amsterdam UP.

Erb, Jörg. 1951. Die Wolke der Zeugen: Lesebuch zu einem evangelischen Namenskalender; zugleich eine Kirchengeschichte in Lebensbildern. 4 Bde. Kassel. Johannes Stauda.

Fiedler-Winter, Rosemarie. 1967. Engel brauchen harte Hände: Vom Wirken bedeutender Frauen. Düsseldorf; Wien. Econ.

Fry, Elizabeth. 1972 [1848]. Memoir of the Life of Elizabeth Fry, with Extracts from her Journal and Letters. Hg. von ihren Töchtern, Katharine Fry & Rachel Elizabeth Cresswell.Montclair, NJ. Patterson Smith.

Hasselblatt, Dora. 1933. Elisabeth Fry: Ein Leben im Dienst an Menschen in Not. Berlin. Acker.

Kent, John. 1962. Elizabeth Fry. London. Batsford.

Morgenstern, Lina. Hg. 1888-91. Die Frauen des 19. Jahrhunderts: Biographische und culturhistorische Zeit- und Charactergemälde. Mit Illustrationen. Berlin. Verlag der deutschen Hausfrauenzeitung.

Rose, June. 1980. Elizabeth Fry. New York. St. Martin’s Press.

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Hedwig Dohm