Judy Garland
(Frances Ethel Gumm [Geburtsname]; Baby Gumm [Spitzname]; Miss Show Business [Spitzname]; Joots [Spitzname])
geboren am 10. Juni 1922 in Grand Rapids, USA
gestorben am 22. Juni 1969 in London
amerikanische Sängerin, Schauspielerin und Tänzerin
90. Geburtstag am 10. Juni 2012
Biografie • Zitate • Weblinks • Literatur & Quellen • DVDs und CDs • Bildquellen
Biografie
Das Leben Judy Garlands ist eine einzige Abfolge von Aufputsch- und Beruhigungsmitteln, Alkohol, finanziellen Krisen und missglückten Beziehungen. Die Mutter ließ sie schon als Kleinkind mit ihren beiden älteren Schwestern in der Gesangs- und Tanzgruppe »The Gumm Sisters« auftreten.
Bald wurden die Filmstudios auf sie aufmerksam. Als sie bei MGM unterschrieb, wurde ihr mitgeteilt, sie sei dick und häßlich. Man riet der 13jährigen, Schlankheitspillen zu nehmen.
1938 drehte sie erstmals mit dem Kinderstar Mickey Rooney, und bald war das Paar berühmt, stellten sie doch mit ihrer braven, unschuldigen Fröhlichkeit eine heile Welt dar, an der die weiße Mittelschicht sich damals orientieren wollte. Während Mickey sich in der Pubertät Abenteuer und Flirts leisten durfte, wurde Judy am Gängelband gehalten, um ihr Kleinmädchenimage nicht zu beschädigen.
Für den Welterfolg »The Wizard of Oz« (1939) wurden der 17jährigen bei den Aufnahmen die Brüste flach gebunden, um sie kindlich erscheinen zu lassen. In den Studios gab es Aufputschtabletten, wenn man lange drehte, und Schlaftabletten für die Ruhepausen. So gewöhnte sich Judy daran.

Ihre erste Ehe dauerte 18 Monate; mit dem nächsten Mann Vincente Minnelli hatte sie 1946 das Kind Liza. Sie wollte einen neuen Anfang machen, aber die Last der Mutterschaft, neue Filmverpflichtungen und die Berufstätigkeit des Mannes überforderten sie, und bald schluckte sie wieder Tabletten. Auf Vincentes Bitten hin unternahm sie eine Entziehungskur.
Als die Filmstudios sie riefen, nahm sie jedoch wieder Amphetamine, um abzunehmen. In 15 Jahren hatte sie 28 Filme für MGM abgedreht, man hatte viel an ihr verdient, aber 1950 ließ man sie fallen. Um ihre Schulden abzuzahlen, begann Garland eine Karriere auf den Bühnen der Welt mit eigenen Shows. Publikumserfolge und Akklamationen auf der einen Seite, gescheiterte Ehen, finanzielle und körperliche Zusammenbrüche, Tabletten- und Alkoholsucht auf der anderen. Zwei weitere Kinder gebar sie in ihrer dritten Ehe mit dem Produzenten Sidney Luft: Tochter Lorna Luft (geb. 1952) und Sohn Joey Luft (geb. 1955).
1959 wurde eine Leberzirrhose diagnostiziert. Ihr letzter Film »Bretter, die die Welt bedeuten« (»I could go on singing«), in dem sie mutig Teile ihres eigenen Versagens spielt, wurde 1963 gedreht.
Was bleibt? Eine perfekte Show-Tänzerin in der Jugend, eine wunderbare Stimme, die die Sehnsucht nach einer heilen Welt unnachahmlich beschwört (»Over the Rainbow«, »The Man that got away«), eine schauspielerische Leistung vom Kinderstar zur Tragödin. Und eine Frau, die ihre vielen Rollen niemals koordinieren konnte und gnadenlos dafür bestraft wurde.

Eva Rieger
Zitate
Sie hat ihr Publikum niemals auf Distanz gehalten, statt dessen hat man bei ihren Auftritten immer den Eindruck, in ihr Innerstes blicken zu können.
(James Juneau)
Judy Garlands Tablettensucht kann man nicht einfach als persönliches Versagen abtun. Man muß dabei auch die Folgen der öffentlichen Gleichgültigkeit und des unersättlichen Publikums berücksichtigen.
(Robyn Archer/Diana Simmonds)

Wenn wir an einer Produktion arbeiteten, ließ man uns Tag und Nacht ohne Pause schuften. Man gab uns Aufputschtabletten, damit wir uns, obwohl wir völlig ausgelaugt waren, noch länger auf den Beinen halten konnten. Dann brachte man uns in die Krankenstation auf dem Studiogelände und stopfte uns mit Schlaftabletten voll. Mickey (Rooney) streckte sich auf dem einen Bett aus, ich auf dem anderen, und dann lagen wir da wie tot. Nach vier Stunden wurden wir wieder geweckt, und man gab uns erneut die Aufputschpillen, damit wir weitere zweiundsiebzig Stunden ohne Unterbrechung vor der Kamera stehen konnten. Die meiste Zeit erlebten wir unsere Umgebung wie in Trance, doch ich muss sagen, dass wir uns sehr schnell an diesen Zustand gewöhnten.
(Judy Garland, gefunden hier)

Links
Biografien
D’heil, Stephanie: Judy Garland.
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prisma.de: Judy Garland
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Wikipedia: Judy Garland
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Bücher und Medien
Google Buchsuche: Judy Garland
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Google Video: Judy Garland
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Internet Movie Database: Judy Garland (I). Filmografie, viele Fotos.
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Fanseiten
Brogan, Scott: The Judy Room – Celebrating the life and career of Judy Garland
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Fisher, Scott: The Judy Garland Page
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Johnson, Jim: Judy Garland Database
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Sonstige Links
Jung, Dirk (2006): Judy Garland auf Briefmarke
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Lorna Luft Online: Official Site. Webseite der jüngeren Tochter Judy Garlands.
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Literatur & Quellen
Quellen
Archer, Robyn; Simmonds, Diana (1986): A star is torn. London. Virago. ISBN 0-86068-514-4.
(Amazon-Suche | Eurobuch-Suche | WorldCat-Suche)
Frank, Gerold (1975): Judy. London. Allen.
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Harmetz, Aljean (1981): The making of The wizard of Oz. New York. Knopf. ISBN 0-394-40935-8.
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Juneau, James (1974): Judy Garland. Ihre Filme, ihr Leben. (=Judy Garland)
Ins Deutsche übersetzt von Michael KubiakHerausgegeben von Thomas Jeier. München. Heyne. 1980. (Heyne-Bücher : 32, Heyne-Filmbibliothek, 14) ISBN 3-453-86014-4.
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Schmidt-Joos, Siegfried (Hg.) (1985): Songs und Chansons. Am Ende des Regenbogens. Judy Garland, Billie Holiday, Edith Piaf, Janis Joplin. Frankfurt am Main. Ullstein. (Idole, 6 ; Ullstein, 36516) ISBN 3-548-36516-7.
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Smith, Lorna (1975): Judy, with love. The story of Miss Show Business. London. R. Hale. ISBN 0709152574.
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Spada, James; Swenson, Karen (1983): Judy and Liza. Garden City. Doubleday. ISBN 0385182023.
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Weiterführende Literatur
Hinweis: Dies sind keine Literaturempfehlungen, sondern die zum Thema erschienenen Titel – ohne Wertung unsererseits.
Carlyle, John; Freeman, Chris (2006): Under the rainbow. An intimate memoir of Judy Garland, Rock Hudson and my life in old Hollywood. New York. Carroll & Graf Publishers. ISBN 978-0-7867-1853-5.
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Clarke, Gerald (2001): Get happy. The life of Judy Garland. New York. Dell Publishing. ISBN 0-385-33515-6.
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Donnelley, Paul (2007): Judy Garland. London. Haus. ISBN 1-904950-81-7.
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Edwards, Anne (1996): Judy Garland. London. Orion. ISBN 0-75280-404-9.
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Frank, Gerold (1999): Judy. New York. Da Capo Press. ISBN 0-306-80894-3.
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Fricke, John (1997): Judy Garland. World’s greatest entertainer. New York. MJF Books. ISBN 9781567312041.
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Luft, Lorna (1999): Me and my shadows. A family story. Living with the legacy of Judy Garland. London. Pan. ISBN 0-330-36713-7.
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Meyer, John (1983): Heartbreaker. A memoir of Judy Garland. London. Citadel. 2006. ISBN 0-8065-2754-4.
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Morley, Sheridan; Leon, Ruth (1999): Judy Garland. Beyond the rainbow. London. Pavilion. ISBN 1-86205-291-3.
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Sanders, Coyne Steven (1990): Rainbow’s end. The Judy Garland show. New York. Morrow. ISBN 0-688-09088-5.
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Schechter, Scott (2002): Judy Garland. The day-by-day chronicle of a legend. New York. Cooper Square Press. ISBN 0-8154-1205-3.
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Tormé, Mel (1991): The other side of the rainbow. Behind the scenes on the Judy Garland television series. New York. Oxford Univ. Press. ISBN 0-19-507295-2.
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Wayne, Jane Ellen (2004): The golden girls of MGM. Greta Garbo, Joan Crawford, Lana Turner, Judy Garland, Ava Gardner, Grace Kelly, and others. New York. Carroll & Graf. ISBN 0786713038.
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DVDs und CDs
DVDs
CDs
Bildquellen
Judy Garland Database by Jim Johnson
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