Marie Curie

(Marya Salomea Skłodowska [Geburtsname]; Marya Curie; Madame Pierre Curie; Marie Sklodowska; Marie Skłodowska-Curie; Marja Skłodowska-Curie; Maria Skłodowska-Curie; Marie Curie-Skłodowska)

geboren am 7. November 1867 in Warschau
gestorben am 4. Juli 1934 in Sancellemoz, Schweiz

polnisch-französische Physikerin und Chemikerin; zweifache Nobelpreisträgerin

140. Geburtstag am 7. November 2007


Briefmarken: Marie Curie
BiografieZitateLinksLiteratur

Biografie

Marie Skłodowska wuchs als fünftes und letztes Kind unter bedrückenden familiären, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen heran. Polen wurde rücksichtslos russifiziert, der Vater verlor seine Stellung, die Mutter litt an Tuberkulose und fürchtete, ihre Kinder anzustecken und mied daher jeden körperlichen Kontakt zu der Sechsjährigen. Zeitlebens blieb Marie scheu und zurückhaltend. Die mütterliche Distanziertheit kompensierte sie mit großem Fleiß beim Lernen. Als beste Schülerin verlässt sie die Schule und erlebt nur einmal eine kurze unbeschwerte Zeit bei Verwandten auf dem Land.

1885 wird sie Gouvernante in einer Gutsbesitzerfamilie. Mit dem Lohn finanziert sie das Medizinstudium ihrer älteren Schwester Bronia und folgt ihr 1891 nach Paris, um - unterstützt nunmehr von Bronia - ihr Studium zu beginnen. Sie führt ein isoliertes, karges und äußerst diszipliniertes Leben, das sich kaum ändert, als sie 1895 den Naturwissenschaftler Pierre Curie heiratet.

Obgleich sie zwei Töchter haben, spielt sich das eigentliche Leben des Ehepaars im Labor ab. Sie entdecken unter mühevollen Bedingungen die Radioaktivität von Uran und geben den Strahlenelementen die Namen „Radium” und - in Erinnerung an Maries polnische Heimat – „Polonium”.

Marie Curie ist die erste und jüngste Frau, die einen Nobelpreis bekam und das gleich zweimal. 1903 erhielt sie ihn gemeinsam mit Henri Bequerel und ihrem Mann Pierre für Physik und 1911 allein für Chemie. Ihre Tochter Irène und ihr Schwiegersohn Frédéric Joliot wurden 1935 gleichfalls mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Nach nur elfjähriger Ehe verunglückt Pierre Curie tödlich. Marie konnte lange Zeit über den Verlust nicht sprechen. Sie tritt die Nachfolge ihres Mannes an der Sorbonne an und forscht weiter im Labor. Während des ersten Weltkrieges organisiert sie einen fahrbaren Röntgendienst. Nach dem Kriege stellt sie ihr hohes Ansehen in den Dienst friedens- und wissenschaftspolitischer Aktivitäten.

Marie Curie nahm auf ihre Gesundheit keine Rücksicht und schützte sich nicht genügend vor den radioaktiven Strahlen. Sie starb in einem Schweizer Sanatorium am 4. Juli 1934 an perniziöser Anämie, der Zerstörung des Knochenmarks.

Hiltrud Schroeder

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Zitate

Madame Curie ist unter allen berühmten Menschen der einzige, den der Ruhm nicht verdorben hat.
(Albert Einstein)


Ich beschäftige mich nicht mit dem, was getan worden ist. Mich interessiert, was getan werden muss.
(Marie Curie zugeschrieben, Quelle: Wikiquote)


Curie, Marie (Marya), geborene Sklodowska, französische Chemikerin und Physikerin polnischer Herkunft, Mutter von I. Joliot-Curie, Ehefrau (seit 1895) und Mitarbeiterin von P. Curie, *7.11.1867 Warschau, †4.7.1934 Sancellemoz (Schweiz); ab 1902 Lehrerin für Chemie und Physik an der École Normale et Supérieure des jeunes filles in Sèvres bei Paris, ab 1906 Nachfolgerin ihres Mannes und (als erste Frau überhaupt) Professorin für Physik an der Sorbonne, seit 1914 Leiterin des dortigen Institut du radium; 1922 als erste Frau in die Pariser Académie de Médecine aufgenommen; untersuchte während ihrer Doktorarbeit bei A.H. Becquerel die von ihm entdeckte (und von ihr so genannte) Radioaktivität und erkannte 1898 die Radioaktivität des Thoriums sowie in Zusammenarbeit mit ihrem Mann die radioaktiven Eigenschaften der von ihnen entdeckten Elemente Polonium und Radium (1898), die sie später (1902, mit A.L. Debierne) aus vielen Tonnen Pechblende in reinem Zustand isolierte; erhielt dafür 1903 zusammen mit P. Curie und Becquerel den Nobelpreis für Physik; anschließend erforschte sie die chemischen, physikalischen und biologischen Wirkungen der von den radioaktiven Elementen ausgehenden Strahlen und begründete damit die Radiochemie; leistete ferner Beiträge zur medizinischen Röntgenologie; für ihre radiochemischen Arbeiten, die Reindarstellung des Radiums und die Bestimmung seiner Eigenschaften erhielt sie 1911 zum zweiten Mal den Nobelpreis, dieses Mal für Chemie. Damit wurden ihr bis heute als einziger Forscherin zwei Nobelpreise zuerkannt. Der Sarg mit den sterblichen Überresten von M. Curie wurde 1995 in das Pariser Pantheon überführt. Nach ihr sind auch das Magnesium-Uran-Mineral Sklodowskit, nach ihr und ihrem Mann das Transuran Curium (Ordnungszahl 96) und die gesetzlich nicht mehr zulässige Einheit der Aktivität eines radioaktiven Strahlers (Curie) benannt.

[Personenlexikon: Curie, Marie. Lexikon der Naturwissenschaftler, S. 837 • ]http://www.digitale-bibliothek.de/band85.htm]

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Links

American Institute of Physics – Marie Curie and The Science


American Institute of Physics: Marie Curie and The Science of Radioactivity. Sehr umfangreiche Seite mit Bildern und Hintergrundinformationen (engl.). Zuletzt geprüft am 02.11.2007.

Deutsches Museum – Apparatur zur Messung von Radioaktivität


Deutsches Museum: Apparatur zur Messung von Radioaktivität von Marie und Pierre Curie. Zuletzt geprüft am 02.11.2007.

Internet Movie Database – Marie Curie


Internet Movie Database: Marie Curie. Zuletzt geprüft am 02.11.2007.

Katalog der Deutschen Nationalbibliothek – Curie, Marie


Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: Curie, Marie, 1867-1934. Zuletzt geprüft am 01.11.2007.

Labbé – Marie Curie


Labbé, Micha: Marie Curie. Zzzebra, das Web Magazin für Kinder. Zuletzt geprüft am 02.11.2007.

LeMO – Biographie Marie Curie


LeMO: Biographie Marie Curie, 1867-1934. Tabellarischer Lebenslauf. Zuletzt geprüft am 02.11.2007.

Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) – Physik ist..


Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB): Physik ist… Antworten zum Fragebogen von Marie Curie (1867 – 1934) (Quelle: Eve Curie, “Madame Curie"). Zuletzt geprüft am 02.11.2007.

Wikimedia Commons – Marie Curie


Wikimedia Commons: Marie Curie. Zuletzt geprüft am 02.11.2007.

Wikipedia – Marie Curie


Wikipedia: Marie Curie. Zuletzt geprüft am 01.11.2007.

Wikiquote – Marie Curie


Wikiquote: Marie Curie. Zuletzt geprüft am 02.11.2007.

Wunderlich – Marie Curie Biografie


Wunderlich, Dieter: Marie Curie (Biografie). Zuletzt geprüft am 02.11.2007.

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Literatur


Quellen

Curie 1952 – Madame Curie

Enquist 2005 – Das Buch von Blanche


Curie, Eve (1937): Madame Curie. Frankfurt am Main. Fischer, 1952 (Fischer-Bücherei, 7).


Enquist, Per Olov (2005): Das Buch von Blanche und Marie. Roman. (=Boken om Blanche och Marie). Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt. München. Hanser.

Flanner, Blanc 1993 – Legendäre Frauen und ein Mann


Flanner, Janet; Blanc, Klaus (1993): Legendäre Frauen und ein Mann. Transatlantische Portraits. München. Kunstmann.


Fölsing, Ulla (1990): Marie Curie. Wegbereiterin einer neuen Naturwissenschaft. München, Zürich. Piper (Serie Piper, 724).

Fölsing 1991 – Nobel-Frauen

Goldsmith 2005 – Obsessive genius


Fölsing, Ulla (1991): Nobel-Frauen. Naturwissenschaftlerinnen im Porträt. München. Beck (Beck’sche Reihe, 426).


Goldsmith, Barbara (2005): Obsessive genius. The inner world of Marie Curie. London. Weidenfeld & Nicolson.

Kerner (Hg.) 1999 – Nicht nur Madame Curie ..

Ksoll, Vögtle 1988 – Marie Curie


Kerner, Charlotte (Hg.) (1999): Nicht nur Madame Curie … Weinheim. Beltz & Gelberg (Frauen, die den Nobelpreis bekamen, 1).


Ksoll, Peter; Vögtle, Fritz (1988): Marie Curie. Reinbek bei Hamburg. Rowohlt-Taschenbuch-Verlag (Rororo Bildmonographien, 417).

Ogilvie, Meek 1996 – Women and science

Pflaum 1989 – Grand Obsession


Ogilvie, Marilyn Bailey; Meek, Kerry Lynne (1996): Women and science. An annotated bibliography. New York. Garland.


Pflaum, Rosalynd (1989): Grand Obsession. Madame Curie and her world. New York. Doubleday.

Pflaum 1992 – Marie Curie et sa fille

Quinn 1999 – Marie Curie


Pflaum, Rosalynd (1992): Marie Curie et sa fille Irène. Deux femmes, trois Nobel. Biographie. Aus dem am. Englisch von Francine de Martinoir. Paris. Pierre Belfond.


Quinn, Susan (1999): Marie Curie. Eine Biographie. Aus dem am. Engl. von Isabella König. Frankfurt am Main. Insel-Verlag.

Radvanyi 2003 – Die Curies

Reid 1983 – Marie Curie


Radvanyi, Pierre (2003): Die Curies. Eine Dynastie von Nobelpreisträgern. Heidelberg, Neckar. Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft (Spektrum Biografie, 2/2003).


Reid, Robert (1983): Marie Curie. Erfolg und Tragik. München. Heyne (Heyne-Bücher, 12. Heyne-Biographien, 106).


Weiterführende Literatur

Birch 1989 – Madame Curie

Dangers 1949 – Strahlen auf Leben und Tod


Birch, Beverley (1989): Madame Curie. Die polnische Wissenschaftlerin, die das Radium und seine lebensrettenden Eigenschaften entdeckte. Würzburg. Arena (Vorbilder).


Dangers, Robert (1949): Strahlen auf Leben und Tod. Die Entdeckung des Radiums durch Marie und Pierre Curie. Heidelberg/Waibstadt. Kemper (Junge Welt, 10).

Fussenegger 1960 – Zeit des Raben

Giroud 1999 – Marie Curie


Fussenegger, Gertrud (1960): Zeit des Raben, Zeit der Taube. Roman. Stuttgart. DVA.


Giroud, Françoise (1999): Marie Curie. „Die Menschheit braucht auch Träumer”. München. Econ-und-List-Taschenbuch-Verl. (Econ & List Rebellische Frauen, 26602).

Jaffe 2006 – Geniale Frauen

Lück, Brass 1949 – Frauen


Jaffe, Deborah (2006): Geniale Frauen. Berühmte Erfinderinnen von Melitta Benz bis Marie Curie. Düsseldorf. Artemis & Winkler.


Lück, Conradine; Brass, Monika (1949): Frauen. 8 Lebensschicksale. Reutlingen. Ensslin & Laiblin.

Naumann (Hg.) 1999 – Frauen des Jahrhunderts

Schmied 1955 – Die magischen Strahlen


Naumann, Christiane (Hg.) (1999): Frauen des Jahrhunderts. Vierzehn unvergessene Lebensbilder ; Indira Gandhi, Marie Curie, Amelia Earhart, Marlene Dietrich, Coco Chanel u.a. München. Goldmann.


Schmied, Luise Maria (1955): Die magischen Strahlen. Lebensweg einer Forscherin. Berlin. Neues Leben.


Seufert, Karl Rolf (1989): Magie des blauen Lichts. Marie Curie entdeckt das Radium. Jugendbuch. Bindlach. Loewe.

Strathern 1999 – Curie & die Radioaktivität

Strube 1971 – Pierre und Marie


Strathern, Paul (1999): Curie & die Radioaktivität. (=Curie & radioactivity). Aus dem Engl. von Xenia Osthelder. Frankfurt am Main. Fischer-Taschenbuch-Verlag (Fischer Taschenbuch Köpfe & Ideen, 14121).


Strube, Wilhelm (1971): Pierre und Marie. Die Entdecker des Radiums. Leipzig. List.

Strube 1973 – Das strahlende Metall

Tauschinski 1955 – Wer ist diese Frau


Strube, Wilhelm (1973): Das strahlende Metall. Leben und Werk von Pierre Curie und Marie Curie-Sklodowska. Kinderbuch. Berlin. Kinderbuchverlag.


Tauschinski, Oskar Jan (1955): Wer ist diese Frau? Marie Curie. Recklinghausen. Paulus-Verl.


Ullrich, Paul (1948): Marie Curie. Die Begründerin eines neuen Zeitalters. Stuttgart. Bolten.

Wołczek 1977 – Maria Skłodowska-Curie und ihre Familie


Wołczek, Olgierd (1977): Maria Skłodowska-Curie und ihre Familie. Leipzig. Teubner (Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner, 29).


Wos, Benno (1976): Marie Curie, die Entdeckerin des Radiums. Berlin. Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der Deutschen Demokratischen Republik.

Wunderlich 1999 – EigenSinnige Frauen


Wunderlich, Dieter (1999): EigenSinnige Frauen. Zehn Porträts. Regensburg. Pustet.


Bildquellen

http://www.geocities.com/fcueto/Ciencia/Curie.htm
http://th.physik.uni-frankfurt.de/~jr/physstamps.html
http://www.wnsstamps.ch/stamps/SH002.04/fr.html
http://webs.hogent.be/~fjac284/en/fysica_op_postzegels.htm

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Hedwig Dohm