Maya Angelou

(geb./née Marguerite Johnson)

also available in English

geboren am 4. April 1928 in St. Louis, Missouri

amerikanische Schriftstellerin, Sängerin, Schauspielerin und Bürgerrechtlerin
80. Geburtstag am 4. April 2008


Maya Angelou erzählt in den sechs Bänden ihrer Autobiographie fesselnd von ihrer Odyssee des Überlebens und der Suche nach Selbstbestimmung als afro-amerikanische Frau in einer rassistischen Gesellschaft. Die vielseitige Autorin – sie ist auch Lyrikerin, Dramatikerin, Sängerin, Tänzerin, Schauspielerin, Regisseurin und Aktivistin – hat zahlreiche Ehrungen bekommen, vom angesehenen Quill Award für Dichtung bis zur Mutter-Teresa-Auszeichnung (beide 2006). Als sie 1993 bei Clintons Amtseinführung ihr Gedicht “On the Pulse of Morning” vortrug, erlebte die ganze Nation ihre bewegende Botschaft von Einheit und Gerechtigkeit.

Im ersten, vielgerühmten Band ihrer Memoiren, I Know Why the Caged Bird Sings (1970), beschreibt Angelou ihre Kindheit im rassengetrennten Süden, wo sie bei ihrer starken Grossmutter “Momma” Henderson aufwächst. Mit sieben Jahren kommt sie zu ihrer schönen, leichtlebigen Mutter nach St. Louis, deren Liebhaber sie bald vergewaltigt. Darauf bleibt das Mädchen fünf Jahre stumm, bis sie, wieder bei “Momma” Henderson in Arkansas, durch eine gebildete schwarze Frau die Dichtkunst kennenlernt und geheilt wird.

Später geht sie nach San Francisco zu ihrer Mutter, macht ihren High School-Abschluß und nimmt Tanz- und Schauspielunterricht. Mit 16 gebiert sie einen Sohn und will den Unterhalt für sich und ihn unbedingt selbst verdienen. Sie wird die erste schwarze Straßenbahnschaffnerin San Franciscos, kellnert in Nachtclubs, arbeitet als Köchin und kurz als Zuhälterin und Prostituierte (Gather Together in my Name, 1974).

Die Ehe mit einem weissen Seemann namens Angelou hält sie nicht lange aus (Singin’ and Swingin’ and Gettin’ Merry Like Christmas, 1976). Als Sängerin und Tänzerin zunehmend erfolgreich, tourt sie 1954-55 mit Porgy and Bess durch Europa. Wieder in Amerika, beginnt Angelou ernsthaft mit dem Schreiben und engagiert sich außerdem in der Bürgerrechts- und der Frauenbewegung. (The Heart of a Woman,1981).

1961 zieht sie mit einem südafrikanischen Apartheitsgegner nach Kairo. Von ihm bald getrennt, geht sie nach Ghana, wo sie als Lektorin, freie Schriftstellerin und Lehrerin arbeitet (All God’s Children Need Travelling Shoes, 1986). Der bisher letzte Band der Memoiren, A Song Flung Up To Heaven (2002), handelt von der turbulenten zweiten Hälfte der 60er Jahre: von Angelous Rückkehr aus Afrika, um für Malcolm X zu arbeiten, von seiner und Martin Luther Kings Ermordung, den Rassenunruhen in Watts, Los Angeles. Hier wie in den anderen Bänden setzt Angelou ihre persönlichen Erlebnisse in den größeren Kontext ihrer Zeit.

Katherine E. Horsley

Lupton, Mary Jane. 1990. “Singing the Black Mother: Maya Angelou and Autobiographical Continuity”, Black American Literature Forum, Volume 24, Number 2 (Summer 1990).

“Maya Angelou.” American Writers Suppl IV Part I. New York: Charles Scribner’s Sons, 1996.

“Maya Angelou.” Contemporary Authors Online, Thomson Gale, 2006. Reproduced in Biography Resource Center.  Farmington Hills, Mich.: Thomson Gale, 2007. http://galenet.galegroup.com

“Maya Angelou.” Contemporary Black Biography, Volume 15. Gale Research 1997. Reproduced in Biography Resource Center.  Farmington Hills, Mich.: Thomson Gale, 2007. http://galenet.galegroup.com

“Maya Angelou.” Notable Black American Women, Book 1. Gale Research 1992. Reproduced in Biography Resource Center.  Farmington Hills, Mich.: Thomson Gale, 2007. http://galenet.galegroup.com

Pettis, Joyce. 2002. African American Poets: Lives, Works, and Sources. Westport, CT: Greenwood Press.

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Hedwig Dohm