9/11: Überlegungen zum „sexuellen Missbrauch“ und zum „Krieg gegen den Terror“

Gestern geriet ich in die zweite Hälfte der Sendung über „sexuellen Missbrauch“ von Gert Scobel, Titel: “System Missbrauch
Wie Verschweigen und Verharmlosen funktioniert”. Wiederholt wird sie leider nicht, so dass ich hier nur aus dem Gedächtnis schildern kann, was mir dabei auffiel.

An der Gesprächsrunde nahmen zwei Frauen und zwei Männer teil: Christine Bergmann, unabhängige Beauftragte zur Aufklärung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kathrin Radke, Sprecherin der “Bundesinitiative der Betroffenen von sexualisierter Gewalt und Missbrauch im Kindesalter”, Michael Osterheider, Experte auf dem Gebiet der Pädokriminalität und Mitglied beim “Runden Tisch sexueller Kindesmissbrauch” der Bundesregierung. Und Gert Scobel als Moderator der Sendung. Mehr über die Beteiligten der Gesprächsrunde hier.

Was mir auffiel, war, dass Scobel, Osterheider und Radke das Thema „TäterINNEN“ über Gebühr betonten und Christine Bergmann immer wieder dazu zwangen, die Proportionen zurechtzurücken. Tatsache ist, dass 90 Prozent der sexuellen Missbrauchstaten von Männern begangen werden. Das betonte Bergmann tapfer wieder und wieder, bei jedem erneuten Infragestellen. Besonders Scobel wollte wissen, ob nicht die Vorstellung des sexuellen Missbrauchs durch die Mutter so unfassbar und daher tabuisiert sei, dass die Untaten der Mütter eben im Dunkeln blieben, die Dunkelziffer mithin gewaltig sein müsse. Nein, konterte Bergmann, da sei, nach dem gesamten Aufbrechen der Thematik vor zwei Jahren, inzwischen eigentlich nichts mehr tabu, alles käme auf den Tisch. Und da sei es nun einmal so, dass Frauen an dem Delikt nur verschwindend wenig beteiligt seien. Ihr Anteil fiele eigentlich kaum ins Gewicht. Die drei anderen machten immer wieder Anläufe, diese Aussage zu relativieren - Bergmann blieb jedoch standhaft.

Warum diese heftigen Bemühungen, die Frauen als Schuldige mit ins Boot zu holen? Der Grund liegt auf der Hand: Wenn beide Geschlechter sich an diesen Verbrechen beteiligen, dann haben wir es nicht mit einem Massenverbrechen von Männern gegen Schwächere zu tun, sondern mit einer gesellschaftlichen Pathologie. Die Männer wären, um es platt zu sagen, aus dem Schneider. Und alles Augenmerk könnte sich wieder beruhigt den Opfern zuwenden, so wie es immer war, bevor die Schandtaten der katholischen Priester an die Öffentlichkeit kamen. Diesen saftigen Skandal und Quotenbringer konnten sich die Medien natürlich nicht entgehen lassen, und plötzlich waren die Täter das Thema, eben weil es prominente und unwahrscheinliche Täter waren. Bis dahin, solange es „nur“ Väter, Brüder, Großväter und Onkel waren, blieben die Täter öffentlich-medial weitgehend unbehelligt, wurden kaum mal zum Thema. Denn schließlich sind Medienmänner ebenfalls Väter, Brüder, Großväter und Onkel, gehören also zur Gruppe der prinzipiell Tatverdächtigen. Da empfahl sich also eher Stillschweigen. Das geht nun nicht mehr, und so wird die zweite Strategie der Ent-Schuldigung herangezogen: Nicht das übliche „Die anderen waren es“ - das wäre denn doch zu abenteuerlich, die Taten den Frauen zur Last zu legen. Wohl aber kann mann die Strategie „Wir alle waren es“ zwecks Nivellierung einsetzen, und das taten die Beteiligten gestern Abend auch, mit Ausnahme von Bergmann. Warum Radke auch diese Strategie wählte, ist mir nicht ganz klar. Aber die Entlastung der Männer durch Frauen ist ja durchaus nichts Ungewöhnliches, sie wird ja auch oft belohnt.

Apropos Täter: Da kommen uns zum zehnten Jahrestag von 9/11 natürlich jene anderen Täter in den Sinn und Bushs Versuch, sie und ihr Netzwerk mit seinem „Krieg gegen den Terror“ auszumerzen. Zehn Jahre krankt die ganze Welt schon an diesem Wahnsinn. Hier wurde ganz auf die Strategie: „Die anderen waren es!“ gesetzt. Und so gab es denn auch keinerlei Hemmungen, die Gruppe der Täter auf „die Muslime“ auszuweiten und bewusstlos zu verfolgen. Verbrecherische Regimes, endlich hinweggefegt im „arabischen Frühling“, wurden viel zu lange hofiert, weil sie Verbündete im „Krieg gegen den Terror“ waren.

Auffällig für die feministische Beobachterin ist der so typisch unterschiedliche Umgang mit den Tätern. Samthandschuhe und, immer noch, Versuch der Abwälzung der Schuld auf „die Gesellschaft“ beim “Kampf gegen den sexuellen Kindesmißbrauch”. Folter und Auslöschung des „Gegners“ im „Krieg gegen den Terror“. Wobei Al Qaeda mit Sicherheit ungefährlicher ist und viel weniger Opfer zu verantworten hat als das globale männliche Terrornetzwerk der Kinderschänder, Vergewaltiger, Lustmörder, Triebtäter, Frauenhändler, Pornografiehersteller, etc. etc.

Was können wir also tun? Einfach die Täter unbeirrt benennen ist von zentraler Wichtigkeit gegen die Taktiken des “Verharmlosens und Verschleierns”, um die es in der Sendung angeblich ging. Dank an Christine Bergmann für ihr großartiges Beispiel.

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# | Luise F. Pusch am 09/09 um 03:56 PM

das hört sich wieder so an, als ob die männl. straftaten verharmlost werden sollen. wenn frauen da angeblich mitmachen , kann es ja nicht so schlimm sein.  ich könnte einfach nur k…. -  ein kollektives schamgefühl für das eigene geschlecht existiert bei männern nicht? sexualisierte gewalt hat ein geschlecht, und zwar ein männliches /
die interessenten an der herrkömmlichen pornografie, kinderpornografie, (zwangs-)prostitution gehen auf das konto männlicher frauen- und kinderbenutzer. und die zahl der verharmloser ist immens. brave biedermänner fahren nach asien, um sich kinder und frauen zu kaufen - sie sind die schuldigen, die nicht nur die körper ihrer opfer verletzen sondern auch ihre seelen.
sexualisierte gewalt durch (junge) männer beginnt im alltag mit der `alltäglichen` anmache, witzen, beschimpfungen (lesbe, hure, schlampe) , belästigungen am arbeitsplatz. frauen/kinder werden weltweit verschleppt, ermordet, vergewaltigt, zur prostitution gezwungen. auch die verheerende armut zwingt die meisten frauen/mädchen in das prostitutions- und drogenmilieu. dank der frauenbenutzer floriert auch das organisierte verbrechen. 
ohne männliche nachfrage gäbe es keine porNOgrafie und keine prostitution. aufgeilen tun sich zumeist männer an pornografie mit widerlichen gewaltinhalten, wie vergewaltigungen ect.
in der musikindustrie gibt/gab es porno-rapper, die in ihren texten sexuelle gewalt an frauen verherrlich(t)en. das publikum (auch weiblich) grölt/e zu den texten. wer dagegen kritik anbrachte, wurde beschimpft.
die verharmloser auch von gewalt-pornos, gewalt-computerspielen sind männer!
das medium fernsehen, filmindustrie bedient zwecks geiler unterhaltung die verkrüppelten gehirne mit virtueller gewalt an weibl. menschen. sexismus erleben wir in der werbung ..

sog. ehrenmorde (schwestermorde) gehen auf das konto - auch in der türkei ist es belegt, daß ca. 40 % der frauen unter häuslicher gewalt leiden.
frauen, mädchen sind in kriegsgebieten vor sex. gewalt nicht gefeit. korrigierende vergewaltigungen an frauen/mädchen werden von männern ausgeübt.  die frauenorganisation `femen` kämpft seit jahren gegen die ausbeutung von frauen, mädchen in der ukraine - die nachfrager nach frauenfleisch bzw. nach der `vagina` sorgen für hochkonjunktur.

die misogynie ist die älteste diskriminierung der welt. niemand behauptet, daß es nicht auch täterinnen gibt - aber nie in dem maße, in dem sich die verharmloser und benutzer der gewalt bedienen. die waffe, mit der sex. gewalt
zwecks befriedigung ausgeübt wird, ist der penis ....

die liste ist ellenlang an verbrechen - wir erleben sie nicht nur mio-fach in der realität sondern das perverse ist , wir erleben sie gleich doppelt und dreifach und zuhauf in der cyber-welt, auf den computern, auf den handys, im internet, im fernsehen usw. usw.

häufig höre ich den satz, männer brauchen pornografie und die prostitution, sonst würden ja noch mehr frauen/mädchen vergewaltigt - da kann ich nur fragen: ist der mann ein potentieller vergewaltiger?
das bild eines typischen sextouristen
http://www.bettinaflitner.de/essays_sextouristen.html

anne  on  09/09  at  05:55 PM

Danke, liebe Luise F. Pusch, für einen weiteren aufklärerischen Beitrag! Leider macht die Relativierung von Männergewalt auch vor Kreisen nicht halt, die sich als feministisch verstehen. So fand ich in dem ansonsten schönen und lobenswerten Kalender “Wir Frauen” 2012 einen Beitrag unter dem Titel “Das V- Wort”, in dem die Autorin mahnt, Vergewaltigung sei das “am meisten gegenderte Verbrechen schlechthin”, und auch wenn sie nicht sagen wolle, “daß die Männer die eigentlichen Opfer” seien, wären diese erst seit kurzem überhaupt als Opfer sicht- und denkbar-“wenn auch ziemlich schwer denkbar”.
Mit anderen Worten, die Wahrnehmung von Frauen als Opfern und Männern als Tätern sei eigentlich ein Vorurteil.
Außerdem führt die Autorin, die seit einiger Zeit auch regelmäßig in EMMA publiziert, aus: wir bzw. die Gesellschaft und die Medien erlaubten es den vergewaltigten Frauen nicht, nach der Tat wieder ein normales Leben zu führen und auch “Spaß zu haben”, sondern sie würden förmlich gezwungen, mit hängendem Kopf und Depressionen herumzulaufen, weil das von ihnen ja erwartet werde.-
Mein Resümee: wer solche Freundinnen hat, braucht keine Feindinnen. Verinnerlichtes Patriarchat?

Cristina  on  09/09  at  06:36 PM

Danke für diesen Beitrag. Ich war über das Verhalten von Scobel so verärgert, dass ich nur weggeschaltet habe, anstatt mich auf der Stelle beim Sender zu beschweren. Das hole ich nach, versprochen. “Gewalt, Ungleichheit, Normalisierung patriarchaler Gräuel zu erkennen und zu benennen hilft wirklich zu überleben” sagt Mary Daly in Gyn/Ökologie, “ist eine politische Bewussstseinserweiterung, die uns unsere Vergangenheit und gleichzeitig unsere Zukunft gibt”. Ich denke, dass die Fakten, wie sie Christine Bergmann unerschütterlich dargelegt hat, eine klare Sprache sprechen. In Fällen von sexualisierter Gewalt gegen Mädchen und Jungen sind die Täter zu 90% Männer, übrigens oft Männer, die als Kind selber Opfer von Männern waren. Eine Spirale der Gewalt, die es zu durchbrechen gilt. Mich interessiert in diesem Zusammenhang sehr, warum es allem Anschein nach in heutigen matriarchalen Gesellschaften keinerlei Missbrauch oder Gewalt an Kindern gibt. Wieso das möglich ist? Ich tippe auf eine gewaltfreien und respektvollen Umgang mit Kindern.

Gudrun Nositschka  on  09/09  at  08:08 PM

Danke, liebe Luise, für diesen Kommentar zur Sendung! Ich wurde ganz “stigelisinnig” (dt: ein Zustand, man ist ungeduldig, ärgerlich, nicht einverstanden ohne intervenieren zu können, zappelig, wartet auf Besserung, kann nicht mehr stillsitzen, fühlt sich hilflos, rebelliert usw.), denn dieses “.... ja auch” kennen wir doch bis zum Abwinken: Bei Morden, Gewalttaten, Verbrechen, immer heisst es: Ja, Frauen doch auch! Das würde den Herren so passen, wenn diese Schandtaten auch noch den Frauen - und vor allem den Müttern - angehängt werden könnten!

zu 9/11: der ORF2 hat am Mittwoch eine sehr lange und ausführliche Sendung zu all den vielen Ungereimtheiten des Attentats gesendet: Zu viele Fragen sind da offen, als dass ich noch an das glauben könnte, was die amerikanisch gesteuerten Medien uns erzählen. Bush war der Hampelmann von Cheney und anderen Interessierten. Das Gebäude warf unsägliche Defizite ab, ein Krieg sollte die marode Finanzlage verbessern und gleichzeitig sollte dem Irak das Oel gestohlen werden. Und so nebenbei konnten gleich auch noch unangenehme Dokumente des Pentagon vernichtet werden. Die Schuldigen sind zu schnell und zu klar ausgemacht worden, die Ausreden für den Irakkrieg zu praktisch…

Alles läuft auf eines hinaus: “: ‘Der Zustand unserer heutigen Welt ist krank und pervers; alles ist verkehrt und auf den Kopf gestellt: Mediziner und Ärzte zerstören Gesundheit und Leben; Lehrer und Professoren zerstören Bildung; Wissenschaftler zerstören Wissen; Richter zerstören Recht und Gesetz; Banker zerstören Währung und Geld; Politiker zerstören Freiheit und Staat; Journalisten zerstören Information. Die Welt ist so, weil die Mehrheit der Menschen es zulässt.’
(‘Die Diktatur des Kapitals’, Norbert Knobloch,
http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/8436-die-diktatur-des-kapitals?tmpl=component&print=1&layout=default&page;= )
Und hier ist das generische Maskulinum einmal wirklich angebracht!
Oder kurz gesagt: „Alles, was die Bösen brauchen, sind die Guten, die nichts tun.“ (unbekannt)
lg
Dürr

Dürr  on  09/09  at  08:22 PM

vielen dank für diese klaren und wahren worte. jedes einzelne hilft heilen.

die sendung von gestern gibt es zum nachhören als podcast:
http://podfiles.zdf.de/podcast/3sat_podcasts/110908_missbrauch_scobel_p.mp3

[für wie lange der download noch bereitsteht, weiß ich nicht. ‘neuerdings’ (rundfunkstaatsvertrag) werden die archive der öffentlich-rechtlichen sender immer sehr schnell wieder gelöscht - obwohl wir doch für die herstellung der sendungen bezahlt haben ....]

mo jour  on  09/09  at  08:28 PM

@Christina: Nicht zu fassen, dass Männer als “Opfer” der Vergewaltigungen dargestellt werden sollen. Dann sind alle Verbrecher “Opfer” und das Strafgesetzbuch kann abgeschafft werden! Nein also wirklich! Männer, die oft Pornofilme anschauen, werden impotent, weil sie bei einer normalen Frau aus Fleisch und Blut die Bilder in ihrem Kopf haben. Sie sind also “Opfer” ihrer eigenen unbeherrschten Geilheit. Ja, und es sind ja Frauen, die in diesen Filmen mitspielen. Logischer Schluss: Die Frauen sind schuld am Elend der Männer! Und wieder sind wir im klassisch christlichen Zirkelschluss: Die Frau als Ursprung allen Uebels/Sünde/Bösen - je nach Bibelübersetzung! Ich wiederhole mich: „Alles, was die Bösen brauchen, sind die Guten, die nichts tun.“ (unbekannt)... Es sei denn, Frauen weigern sich künftig, Knaben aufzuziehen, damit endlich Ruhe einkehrt.
Oder anders herum: Wann endlich wird die Kastration von Sexualstraftätern eingeführt, damit wir - eben auch wir Frauen - nicht derart horrende Kosten für den Justizapparat aufbringen müssen, um diese Kerle auch noch “menschenwürdig” (sie, die die Menschenwürde mit Füssen treten!) jahrzehntelang unterzubringen? Wann werden Männer endlich zu Tieren? (...denn die tun nichts dergleichen mit ihren Weibchen.)
Dürr

Dürr  on  09/09  at  11:31 PM

Männer tragen eine Mordwaffe in der Unterhose, dominieren ihre Triebe nicht, und haben nur eines im Sinn, ihr abscheuliches Überbein in eine Körperöffnung zu bohren, egal welche und von wem. Zusätzlich quälen sie Tiere. Dass Frauen ebenfalls der Kinderschändung verdächtigt werden können, ist ein Skandal. Lesben gelten bei einfachen Leuten gerne als pädophil, und Mädchen werden von ihnen ferngehalten. Trotz groBer Bekanntheit in unserem Lande und gebührender Achtung haben wir nicht EIN MAL Kindergruppen, Schulklassen und Mädchenvereine in unserem Museum gesehen. Der Bürgerkrieg unterbindet das, wir könnten ja als künftiges role-modell gelten, und somit würde den Kriegern wertvolles Frauenfleisch entgehen, oder wir würden es selbst missbrauchen. Es heiBt, dass es gute Männer gibt, die sich mit ihren Frauen bestens verstehen und ihre Triebe überwunden haben: WO sind sie? WO ist ihr Zorn und ihr Ekel, WO ihre Scham? WO ihre Ideen zur Bekämpfung eines Genozids an der Hälfte der Welt? WO ihr kritischer Beitrag, WO ihre Schelte an ihren Geschlechts-Verwandten? WARUM wappnen sie ihre Töchter nicht?
“Die Guten, die nichts tun”... das ist richtig gesagt, und dass die Juden Gott danken, nicht als Frau geboren zu sein, ist wohl auch richtig gedacht, oder?

Lena Vandrey  on  09/10  at  10:42 AM

Ja, es ist unfassbar grauenhaft! Wahrscheinlich wollen die Macher solcher Sendungen, bestimmten Sponsoren nicht auf die Füsse oder sonst wohin treten. Der “die Frauen sind doch eigentlich schlimmer” - Trend ist doch schon seit Jahren direkt und auch verdeckt zu beobachten…

Von einer, die auszog, das Fürchten zu lernen:

...es ist jetzt schon sechs Jahre her, da habe ich mir drei Tage lang deutsche Krimiserien oder -filme angesehen (ich glaube es waren etwa 10 verschiedene Formate um ein Osterwochenende herum, bei manchen sah ich mir nur das Ende an)  und alle hatten als „Täter“ eine Frau! Seitdem ist es nicht besser geworden, es ist nach wie vor schick die mörderische Frau am Ende eines Krimis zu präsentieren. Würde wir das aufs reale Leben übertragen, müssten massenhaft Gefängnisse für Frauen gebaut werden, um all die verbrecherischen Weiber wegzusperren. Nicht nur, dass Frauen totschlagen, morden, hinterhältig planen, es auch jahrelang aushalten, so zu tun, als wäre nichts gewesen, sie bringen auch scheinbar bevorzugt andere Frauen um.

Wohlgemerkt in der Fiktion. Und da handeln sie fast nie in Notwehr, aber dafür erstaunlich gewalttätig. Affekt und überlegte Tat halten sich in den Darstellungen fast die Waage und die Täterinnen setzen gern noch einen Mord oben drauf, um die vorangegangene Untat zu vertuschen. Wahrscheinlich denkt jeder Drehbuchautor immer noch, es ist ein toller Einfall, wenn der Täter „mal“ eine Frau ist.

Wie sich die Kriminalstatistik wirklich liest, wie viele Frauen zum Beispiel in Deutschland tatsächlich wegen Mord einsitzen und wer die Opfer sind, hat nichts mit unserer beliebten Krimilandschaft zu tun. Dabei wird allerdings auch Meinungsbildung betrieben. Ich denke nicht, dass sich beim Abschalten der unreflektierte Durchschnittskrimigucker sagt: das war nur eine erfundene Geschichte, die Wirklichkeit ist ganz anders!
Ich habe neulich in einem Kommentar gelesen: Frauen können doch viel schlimmer als Männer sein…
Jedenfalls ist das Verhältnis von verurteilten Frauen und Männern etwa fünf zu 95 Prozent. Die Gefängnisse sind voll von Männern. Beim häufigen Konsumieren des deutschen (und ausländischen) Kriminalfilm könnte man jedoch meinen, es ist genau anders herum.

Stephanie  on  09/10  at  11:45 AM

@ Dürr: Das ist ganz richtig!
In der Natur bestimmt das Weibchen und deshalb können wir auch mit männlichen Tieren leben: sie haben mit den Männer-Mördern nichts gemeinsam. Der Hass auf Frauen ist unverständlich, einen Menschen auf eine Ware herunter zu reduzieren, ist unbegreiflich.
Mit dem Hass auf Lesben steht es noch etwas anders: eines Tages las ein Bekannter einen Text von mir einem berühmten Journalisten vor. Der sagte und lachte: Ja, das ist gut, aber SIE NIMMT UNS DIE WEIBER WEG!
Das ist zu überdenken!

Lena Vandrey  on  09/10  at  12:56 PM

@Stephanie: Die Statistik in der Schweiz ist wie folgt: 36 Justivollzugsanstalten (auch Zuchthäuser genannt) für Männer und 1 (das Kleinste) für Frauen, bzw. 98,7 % der für Gewaltverbrechen einsitzenden Sträflingen sind Männer!!! (Diese Zahl erhielt ich 2005 direkt vom Justizdepartement in Bern - auf Anfrage, denn diese Zahlen werden so nie veröffentlicht.) Man sagte mir, dass in Deutschland und in Westeuropa die Verhältnisse vergleichbar seien! Also: Auf 100 Gewaltverbrechen kommen 2 Täterinnen! Im Kanton Zürich sieht die Statistik für häusliche Gewalt so aus: Von den aus der Wohnung weggewiesenen Personen sind 87 % Männer. Unter der Hand erklärte mir der Staatsanwalt, den ich angefragt hatte, dass bei den Frauen jährlich bloss etwa 5 bis 6 Frauen wirklich gewalttätig gewesen seien. Die anderen weggewiesenen Frauen hätten meist einen Nervenzusammenbruch erlitten und Schreikrämpfe gehabt. NOch etwas (, das ich hier schon einmal gebracht habe…): Männergewalt kostet in der Schweiz die Krankenkassen 127 Millionen Franken (ca. 85 Mio Euro auf 7 Mio Einwohner - wäre für Deutschland ca. 1 Milliarde Euro) jährlich - und das sind nur jene Frauen, die beim Arzt oder im Spital landen… Meine Frage nach den Kosten der Gewalt von Männern an Männern konnte nicht beantwortet werden, weil diese Zahlen gar nicht gesammelt werden. (!!)Monika Gerstendörfer (Lobby für Menschenrechte) hat eine Zahlensammlung über die Kosten der Gewalt an Frauen zusammengestellt.
(Wer sie will, kann sie bei mir beziehen.)

Das mit den Krimis im TV ist mir schon lange auch aufgefallen. Hier spielt das Wunschdenken der männlichen Drehbuchautoren und Regisseure: Die Frauen auch! (Das Gleiche passiert mit lesbischen Frauen, die ein Kind adoptieren wollen: Männer schliessen von sich auf die Frauen und gehen davon aus, dass Frauen sich gleich unbeherrscht, schändlich und brutal verhalten, wie sie selber es tun würden bezüglich sexuellen Missbrauchs.) NOch etwas kommt dazu: Wer randaliert den bei den Sportanlässen? Frauen oder Männer? Welche Sorte Mensch verursacht soviele Verkehrsunfälle, dass wir hier in der Schweiz einen Frauenbonus von 10% bei den Haftpflichtprämien für die Autoversicherung verlangen können - und ihn auch anstandslos bekommen? Wer hat die Definitionsmacht in unseren Gesellschaften und macht Begriffe wie “Gutmensch”, “Softy” usw. zu Schimpfwörtern, erfindet Wörter die Schmähungen sind wie “Kuschelpädagogik”, “Sozialromantiker” etc.? Wer verwechselt Härte mit Stärke, Liebe mit Sex und Geduld und Grosszügigkeit mit Dummheit?
Dürr

Dürr  on  09/10  at  02:32 PM

@Anne: Bettina Flitners Bilder von den Sextouristen sprechen Bände! Danke für den Link!
@Dürr: Danke für die Statistik. Männer verlangen ja immer Zahlen von uns zum Beleg unserer Klagen. Zahlen, die sie selbst nicht ermitteln, und wenn doch, nicht herausrücken oder gar hinausposaunen. Bitte schick mir den Bericht von Monika Gerstendörfer!

lfp  on  09/10  at  02:48 PM

nachtrag:
“unbeirrt die täter benennen” - heute berichtet DIE ZEIT zu “rettet die kindheit” z.b. über die konsumwelt, die ins kinderzimmer eingebrochen ist/höchste zeit für eine empörung und für eine inventur.
aber hier findet die empörung doch schon seit jahren, wenn nicht jahrzehnten statt von besorgten frauen-/verbänden-organisationen , feministinnen usw. -  nur die wenigsten hör(t)en auf die warnrufe .
so heisst es weiter:
schuldig sollten sich künftig diejenigen fühlen, die es den eltern schwer machen….VERMARKTER, die dafür sorgen, dass kein kind einer mangafigur entkommt. WERBER, die immer subtilere strategien für die beeinflussung minderjähriger ersinnen. HERSTELLER von dick machenden kinderlebensmitteln und von bildschirmspielzeugen für einjährige (das gibt es tatsächlich).  SOFTWAREHAEUSER, die in die letzten werbefreien räume drängen: in kindergärten und schulen. TV-MACHER, die behaupten, wer seine kinder nicht fernsehen lasse, der isoliere sie sozial. wer mit produkten für kinder geld verdienen will, steht moralisch in der pflicht, plausible elterliche bedenken gegen sie zu entkräften, besser noch, ihre nützlichkeit nachzuweisen. die frage lautet: ziehen wir gerade die unkreativste generation aller zeiten heran?

hoffentlich haben die politischen entscheidungsgremien auch den mut, all die hintermänner, erzeuger des globalen männlichen terrornetzwerkes der kinderschänder, vergewaltiger, lustmörder, frauenhändler, pornografiehändler, bordellbetreiber öffentlich zu benennen und zur rechenschaft zu ziehen. nur es gibt zu viele sympathisanten , die mit den terroristen in einem boot sitzen.

@ stephanie - richtig erkannt -  dieses phänomen i.d. medien habe ich auch schon beobachtet. im visier steht die zielgruppe weibl. menschen: das männl. monster all der verbrechen bekommt ein weibl. gesicht? obwohl die kriminalstatistiken eine ganz andere realität zeigen. 
vorsorglich werden zukünftig über die gewissenlose medienindustrie in der fiktiven welt täterinnen am laufenden band produziert, um den nervenkitzel der sympathisanten zu befriedigen?  das bedeutet, hier wird fehl/geleitete maskulinistische bewusst/seinsarbeit betrieben..
http://www.op-online.de/nachrichten/deutschland/verbrecher-deutschland-sind-maennlich-643938.html 

wenn der berechtigte aufruf erfolgt, die kindheit zu retten, so müsste es doch möglich sein, gleichzeitig unsere erwachsenenwelt, und zwar die der frauen, mädchen vor all den terroristen und helfershelfern zu retten?

@ lena vandrey - in der natur bestimmt das weibchen / auch bei den elefanten ist die leitfigur weiblich, die eine vorbildrolle innerhalb der gruppe (siehe matriarchat) einnimmt. fehlen vorbilder wie die leitkuh (etwa weil sie von männern = wilderern getötet wird), so werden die kälber von den verbliebenen müttern aufgezogen) eine wunderbare symbiose.
lesben sind i.d. augen der männer und des patriarchats eine gefahr, stehen sie diesen kritisch gegenüber und auch sexuell nicht zur verfügung. dagegen erleben sie als strafe häufig üble anmache, belästigungen, ausgrenzung, bedrohungen durch machos ...
lb. grüsse von OonA

anne  on  09/10  at  03:15 PM

zur information folgende webseite zu dimensionen der männergewalt gegen frauen und mädchen.  eine weitere wird nachgereicht.

http://www.autonome-frauenhaeuser-zif.de/pdf/gewalt/ge_01_heiliger.pdf

anne  on  09/10  at  07:01 PM

falls interesse besteht?
http://www.ikf.ac.at/pdf/kosten.pdf

anne  on  09/10  at  07:03 PM

Schnell eine Möglichkeit, Einblick in das WARUM die Sitzation in unseren Ländern nicht ändert: Die Studie von Prof. Stämpfli “Schweizer Frauen in der Politik” über das Wahlverhalten von Frauen in der Schweiz und die Stereotypen bei Wahlen. http://www.frauenbauenzukunft.ch/downloads/ekf-studie-staempfli_sept-2011.pdf
Erhellend ist, wie Antifeministen öffentlichen Raum erhalten für (un-)wissenschaftlliche Studien, Frauen, die dies korrigieren wollen, totgeschwiegen werden. (Wie eben auch Frau C. Bergmann) Erhellend ist zudem, dass Frauen weniger wählen gehen als Männer, bzw. die Mobilisierung nicht funktioniert. (In der Schweiz läuft für die Wahlen im Oktober eine Kampagne, Frauen aufzurufen, Frauen zu wählen.)
Wir lassen uns noch immer verhetzen, i.S. von “Zickenkrieg”, “mangelnde Teamfähigkeit”, “zu wenig Führungserfahrung, -fähigkeit” etc. Es ändert sich erst etwas, wenn Frauenverbände sich vor Wahlen zusammenschliessen, Kampagnen starten, den Parteien klar machen, dass sie nur mit Frauenstimmen rechnen können, wenn entsprechend viele Frauen portiert werden (z.B. 50 % Frauen auf den Listen…) usw.
lg
Dürr

Dürr  on  09/11  at  11:48 AM

@anne und @dürr: Danke für die wichtigen Links!
Eben habe ich gewählt (Kommunalwahlen in Niedersachsen). Ich konnte 3 mal 3 Stimmen abgeben und habe natürlich nur Frauen gewählt. Es war mir ein Vergnügen. Ich hoffe, die anderen Wählerinnen gönnen sich auch das Vergnügen,

lfp  on  09/11  at  01:12 PM

danke liebe @ luise und @ dürr ! die antifeministische bzw. maskulinistische bewegung breitet sich aus wie ein spinnennetz; wie ein trojanisches pferd ist sie unter uns, agiert , bläht sich auf und manipuliert - vor allem im internet - .
ich hoffe, dass frauen endlich zur besinnung kommen und sich mehr für frauen stark machen.
leider gibt es zu viele `schwestern` , die uns frauen lieber in die zweite riege verfrachten und zu allererst an (ihre) männer denken, wenn es um uns frauen und feministische themen geht. 
” erst muss ich an (die) männer denken, bevor ich als frau selbstbewusst und autonom denken und handeln darf?”  nein danke! dieses problem durchzieht die gesamte frauenbewegung…nichts gegen gemeinsamkeit, aber wenn frau für ihre belange etwas erreichen will, dann muss sie zuerst an sich und ihre schwestern denken .
die erfolge der maskulinistischen bewegung zeigen sich u.a. in den ergebnissen der obigen fernseh-sendung . frau bergmann auf fast verlorenem posten…?
ich hoffe auf weitaus mehr frauensolidarität / frauenpower - aber frau sieht ja , wie es um diese bestellt ist, wenn es z.b. um die `quoten-frage` geht - ein aufschrei erfolgt/e bei vielen:  nein, ich bin doch keine `quotenfrau`, pfui, weg mit der frauenquote - mann dankt es ihnen! 
dagegen haben männer sich die frage nach der bis zu 90 %ig existierenden männerquote in politik, gesellschaft, kirche, bildungsstätten etc. seit anbeginn noch nie gestellt - sie haben sich immer richtig eingeordnet und ganz oben positioniert..

“zickenkrieg” - frauen, die mit frauen auch kontrovers um problem-lösungen kämpfen ZICKEN, werden also wieder negativ stigmatisiert, bewusst durch sprache klein gehalten - männer dagegen diskutieren, streiten, verhandeln auf der suche nach lösungen - ein wahres heldentum. 

“wohin du auch gehst, nimm eine frau mit.” (gloria steinem, feministin)
http://www.graphitti-blog.de/2011/06/21/wie-deutsche-medien-konflikte-klassifizieren/

anne  on  09/11  at  03:10 PM

http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article11217166/Lachende-Frau-toetet-Kaninchen-mit-ihren-Pumps.html

Mal bitte anschauen…@ lena von wegen nur Männer quälen Tiere.

Selten sowas perverses gesehen.

Wie rechtfertigs du das? Oder stellst du dich auch hier blind wie bei den Opfern sexueller Gewalt durch Frauen=

Anna  on  09/12  at  12:46 PM

@Anna: Die Frauen tun das, so steht es in dem Artikel, nicht aus freien Stücken, sondern im Auftrag, für eine kleine Summe. Es sollten also die Auftraggeber bestraft werden. Ich vermute mal, es sind Männer. Auch die Kunden, die für solche Filme zahlen, sind vermutlich Männer. Auch sie sollten bestraft werden.
Zum Vergleich: In Schweden werden die Freier und die Bordellbesitzer bestraft; den Prostituierten wird beim Ausstieg aus dem elenden Gewerbe geholfen. So sollte auch den jungen chines. “Tierquälerinnen” beim Ausstieg geholfen werden.

lfp  on  09/12  at  01:29 PM

ja, es sollten endlich die auftraggeber und ihre kunden bestraftt werden:
für das potenzmittel viagra, das den schwanz zur erektion verhelfen soll,  mussten hunde grausames über sich ergehen lassen. affenweibchen werden in frauenkleider gesteckt, zur prostitution an äusserst perverse männer vermittelt. auch tiere werden/wurden vergewaltigt (ob hühner oder schafe, ziegen) aber nicht von frauen.
wo ist der aufschrei, dass tiere durch männerhände aus profitgier in ihrem natürlichen umfeld ermordet, von wilderern abgeschlachtet,  den männlichen jagdtouristen z.b. in afrika häppchenweise vor die flinte serviert werden - der jagdsport, ein macho-freizeit-sport aus lust am töten, geeignet für die trophäensammlER, die sich auch noch brüsten all ihrer männlichen untaten.
die chinesische regierung - überwiegend aus männern konstruiert - was unternimmt sie gegen die tierquälereien an bären und hunde?

aber sobald eine frau ins öffentliche rampenlicht kommt und der tierquälerei beschuldigt wird, ist der aufschrei gross - genau wie im fall der sexualisierten straftaten , die überwiegend durch männer geschehen (siehe christine bergmann)

anne  on  09/12  at  02:19 PM

@ Lena: Du schreibst: “Der Hass auf Frauen ist unverständlich, einen Menschen auf eine Ware herunter zu reduzieren, ist unbegreiflich.” Es ist eben nicht unverständlich und auch nicht unbegreiflich! Jeder Mensch, Frau oder Mann, hat ein ganz feines “Messinstrument” in sich, nämlich das sichere Gefühl für Recht und Unrecht. Und dieses Recht oder Unrecht steht ausserhalb jeder Religion/Ideologie. Dieses Gefühl ist universell, funktioniert im Amazonas genauso wie in China, New York, Sibirien, Hintertupfingen oder Zentralafrika! Und es wirkt! Und die Wirkung spüren ALLE, ausnahmslos alle Männer in sich. Sie werden von einer Frau geboren, mit Liebe und Zuwendung aufgezogen und wollen genau deshalb alle ihr Mammi heiraten. Die Ablösung ist in patriarchalen Gesellschaften sehr schmerzhaft für den Jungen, sobald ein rigoroser/dominanter Vater da ist, der mit dem Jungen konkurriert. (Wo Freud recht hat, hat er recht - jedenfalls in grundsätzlicher Hinsicht. Die Details sind patriarchal-kulturgefärbt.) Und da dies bei allen “normal” schwachen Männern der Fall ist, muss sich der Junge von der Mutter/Frauen distanzieren. Durch seine Identifikation mit dem Vater oder anderen männlichen Identifikationsfiguren wird diese Ablösungs/Distanzierung zu Feindschaft. Und damit beginnt der Teufelskreis von schlechtem Gewissen, Frauenhass, entsprechendem Verhalten, noch schlechterem Gewissen usw. Die umgebende Welt tut nun alles, um dieses schlechte Gewissen zu unterdrücken, zu rationalisieren, als “Gott-gegeben” zu rechtfertigen, “verschwinden” zu lassen und/oder der Frau anzulasten. Das ist eine 5’000-jährige Geschichte, die inzwischen als kollektives “Bewusstsein” unser ganzes Leben bestimmt. Und solch tiefverwurzelte, alte, zudem noch religiös verankerte psychologische Gegebenheiten sind nur durch tiefste Einschnitte ins kollektive Bewusstsein zu revidieren.

Frauen müssen nun in dieser Situation überleben, und zwar mit ihren Kindern! Das fast Einzige, das sie tun können ist: Anpassen, mitmachen, tun als ob. Und auch das ist eine 5’000-jährige Geschichte mit all ihren Folgen. Folgen, die die Frau - welche einst das Zentrum der Gesellschaft, die Starke, Ernährende, Weise, Gescheite, Kraftvolle, ja die alles Entscheidende war - immer weiter geschwächt haben. (Frau beachte, wie jedes negatives Vorurteil gegen Frauen exakt auf Männer und jedes positive Vorurteil gegen Männer, auf Frauen zutrifft!) Es ist sehr einfach, ehrlich zu sein, nicht zu stehlen, wenn man alles hat! Und drum werde ich radikal: Solange es mir verboten ist, in der Oeffentlichkeit wie im privaten Kreis, Männer für ihr unsäglichges Verhalten zu kritisieren, solange verbiete ich es mir, Frauen zu beschuldigen - egal für was. Ursache von fraulichem Fehlverhalten sind IMMER Männer - wenn nicht direkt, so indirekt!

Studien belegen - hier sind schon diverse genannt worden - dass Gesellschaften, je dominanter das männliche Geschlecht auftritt, desto brutaler, mörderischer und kriegslüsterner sie sind. Kleines, aber beängstigendes Beispiel: Die USA! Auch wenn Frauen dort anscheinend “emanzipiert” sind, sind sie noch weit weg von den uns selbstverständlichen europäischen “Normalitäten”  wie: Lesbisch-sein, Ledig-sein, Unverheiratet-sein oder Allein-erziehend-sein, “dick”-sein dürfen. (Die Bilder, die “Sex and the City” oder “Desperate House wifes” in unseren Köpfen erzeugen, sind reinste Männerphantasien.)

Und so bleibt Anne’s Wunsch, Hersteller/Vertreiber/Konsumenten von Pornographie oder die Freier zu bestrafen, leider noch lange ein Wunschtraum, weil in Schweden die Frauen in Regierung, Gesetzgebung und Justiz jene kritische Masse erreicht haben, die für solche Aenderungen nötig sind. D, F, I, NL, E, P, CH etc. sind noch Lichtjahre davon entfernt!
lg
Dürr

Dürr  on  09/13  at  09:36 AM

@ dürr - so wie an schulen gewaltprävention , persönlichkeitsbildung, soziales verhalten auf dem programm steht, so muss auch über das verbrechen des `frauenkaufs/die ware frau, kinder` in den schulen diskutiert werden -  der vertrieb von frauen/körper zur sexuellen befriedigung der männer eine menschenrechtsverletzung , kinderpornografie folter ist. hat der kauf von frauen, mädchen, jungen nicht ihren ursprung i.d. sklaverei? und sklaverei, der missbrauch und gebrauch von menschen wird heute sogar als dienstleistung anerkannt und verharmlost.
ich glaube in schweden findet diesbezüglich   i.d. schulen aufklärung und bewusstseinsarbeit statt?

bewusstseinsarbeit geschieht auch zum umgang mit der tierwelt. inzwischen so weit, daß endlich der grausame macho-kult um den stierkampf/die stierhatz bei vielen menschen auf ablehnung stösst. auch hahnen- und hundekämpfe stehen noch heute in vielen asiat. ländern zur volksbelustigung auf dem programm der macho-schlächter ...der peruanische autor vargas llosa meint sogar, der blutige stierkampf sei eine emotionale und spirituelle bereicherung, so intensiv wie ein konzert von beethoven oder eine komödie von shakespeare. und der span. könig juan carlos verteidigt diese verbrechen und wollte sie sogar zum kulturerbe erheben. besonders intellektuelle männer (hemingway) preisen das verbrechen stierkampf als ästhetisch - das ist kein sport, sondern ein drama: freude, schönheit, trauer, tod in 20 minuten… wie kaltblütig!

und diese macho-männer nennen sich katholiken, christen - wie ist/war dann bloss ihr umgang mit menschen?
ebenfalls das schächten von schafen ist ein grausames, entwürdigendes ritual - auch diese tierquäler sind männer - und ihr väterlicher handlungsbevollmächtigter thront ganz oben , im himmel wie auf erden… 

lg anne

anne  on  09/13  at  05:16 PM

@ Dürr : Liebe, geehrte Dürr.
Dein erklärender, aufklärender Text hat mir die Tränen in die Augen getrieben ... Wie lange soll DAS noch weitergehen? Was können wir TUN? nach dem Motto: “Untersuche deine Situation und handle dementsprechend”? Wo, wie handeln, abgesehen von dem, was wir ja ohnehin tun?
Herzlichst,
Lena Vandrey.

Lena Vandrey  on  09/15  at  12:22 PM

@Lena: Sind das Tränen der Verzweiflung oder Sarkasmus bezüglich meiner friedfertigen Anwandlung? Was Frauen tun können? Männer solange tyrannisieren mit “männerfeindlichen” Zahlen, Fakten, Beweisen, (auch)Vorwürfen bezüglich Männersolidarität, bis sie Schreikrämpfe bekommen. Sie meiden, leer laufen lassen, sie gezielt nicht brauchen, keine Kinder bekommen usw. FRAUENSTREIK! Und: Frauen wählen, Frauenparteien gründen, Frauen bevorzugen bei sämtlichen Geschäften (auch die, die frau nicht mag!), Frauenorganisationen unterstützen (auch und gerade finanziell. Jede 10.—Euro hilft!), Frauen ökonomisch, psychologisch, politisch unterstützen - einfach prinzipiell - und dies möglichst vielen Frauen beibringen, vorleben, sagen, öffentlich tun. Ich sage z. B. einer AerztIN, dass ich bei ihr bin, WEIL sie eine Frau ist. Und das “Danke schön” weise ich zurück mit der Aufforderung, das auf allen Ebenen weiterzugeben. Männerorganisationen kriegen von mir keinen Cent mehr. Männerfirmen auch nicht, wenn ich auf eine Frauenfirma zurückgreifen kann. Und ich sage das immer. Das nenne ich konstruktive Subversion.
NOch etwas habe ich angefangen: All denen, die mir Männerfeindlichkeit vorwerfen stelle ich die Frage: Sag mir einen Grund, weshalb Frauen Männer lieben sollten! Und immer herr-scht betretenes Schweigen. Noch nach Monaten sitzt der Stachel mitten im Hirn - wo immer es auch angelegt sei!
lg
Dürr

Dürr  on  09/15  at  03:59 PM

@TV-Kritik:
Der Ermittler – „Tödliches Wiedersehen“ – ZDF – 6.8.2011; Mord mit Aussicht – „Waldeslust“ – ARD – 24.8.2011; Mord mit Aussicht – „Sonne, Mond und Sterne“ – ARD – 14.9.2011
Was haben die drei Unterhaltungskrimis gemeinsam?
In allen dreien benutzt eine Frau Vergewaltigungsvorwürfe gegen einen Mann um ihre Ziele durchzusetzen und seine Karriere zu beenden. In allen dreien ist die Anzeige der Frau erfunden, sie bekommt vor Gericht Recht und das Leben des Mannes ist zerstört. Der Mann rächt sich, wird verhaftet - verlässt jedoch als moralischer Sieger die Bühne.
Ist das die Antwort der Öffentlich Rechtlichen auf den derzeit aufkommenden Mut der Vergewaltigungsopfer, ihre Täter anzuzeigen?

Hera  on  09/15  at  05:31 PM

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Hedwig Dohm