Jürgen Flimm über erwachsene Knaben, die Leute und ihre Mädels

Gestern wurde der Regisseur Jürgen Flimm im Deutschland-Radio zur Fußball-WM und zu seiner neuen Lucio-Silla-Inszenierung für Venedig und Salzburg befragt. Mozart komponierte die Oper mit 16 Jahren. Ob das dann ein Kinder- oder Jugendwerk sei, wollte der Interviewer wissen und bekam zur Antwort, nein nein, das sei schon sehr erwachsene Musik. Wer wird auch eine Oper, die er grade inszeniert, als kindisch abtun!

Zum Fußball meinte Flimm, Argentinien käme ins Finale, Deutschland wohl eher nicht. Und was er denn von diesem allgemeinen Fahnengeschwinge halte, diesem heiteren neuen deutschen Nationalstolz? Der sei doch gar nicht neu, meinte er, und außerdem auch nichts besonderes, schon gar nicht etwa besorgniserregend. Das sei einfach eine riesige Party, ganz wunderbar. Die Menschen hätten eben so ihre Grundbedürfnisse, dazu gehöre neben dem Essen auch das Feiern.

Die Leute hätten schon immer für ihre Helden lautstark geschwärmt. Damals hießen sie Fritz Walter, Uwe Seeler und Franz Beckenbauer, heute eben Michael Ballack und Miroslav Klose. Alles gar nicht neu. Die Leute wären schon immer laut hupend und fahnenschwingend durch ihre Städte gefahren und hätten auf den Dächern gefeiert, mit ihren Mädels.

Anscheinend zählt Jürgen Flimm “Mädels” (gemeint sind hoffentlich junge Frauen) nicht zu den Leuten. Sie sind für ihn mehr so eine Art Zubehör, das zum Feiern einfach dazugehört. Mann hat da eben so seine Grundbedürfnisse. Außer Bier braucht es auch noch Mädels.

Luise F. Pusch am 06/24 um 05:33 PM | Druckversion

Wow, ein toller Blog. Ich bin so glücklich und erleichtert dass ich einen feministischen Blog gefunden hab.
Wieso ist so etwas so selten?

liebe grüße lukrezia

Lukrezia  on  01/28  at  04:30 AM

Seite 1 von 1

Name:

Email:

Location:

URL:

Angaben speichern / Remember my personal information

E-Mail-Benachrichtigung / Notify me of follow-up comments?

»»» Der Kaiser sagt Ja

««« Landsfrau Maxima

Seitenanfang

Hedwig Dohm