Mac-TV für Macker

Mac-TV ist eine nützliche Einrichtung für alle, die ihren Mac besser verstehen und effektiver nutzen wollen. Ich habe immer nach so einer Möglichkeit gesucht, aber Video-Kurse waren mir zu teuer und Seminare obendrein zu aufwändig. So wurstelte ich jahrzehntelang mehr schlecht als recht vor mich hin.

Nun gibt Mac-TV allen Wissensdurstigen die Möglichkeit, sich kostenlos oder für wenige Cents jede Menge informative Sendungen über Hard- und Software für den Mac herunterzuladen und in Ruhe zu studieren.

Für einen langen Transatlantikflug lud ich einige dieser Filme auf meinen iPod und verbrachte damit eine vergnügliche Zeit. Die sonst endlosen Stunden vergingen diesmal wie im Fluge ….

… nicht zuletzt auch, weil Mac-TV speziell die UserIN (so heißt das ja heute) in ein Wechselbad von Zustimmung und Empörung schickt. Neben reichlicher und guter Belehrung verströmen die Mac-ker auch ein gehöriges Maß an Sexismus. Weshalb ich die Crew hier meinerseits mal etwas darüber informieren möchte, wie sie bei einem Teil ihres weiblichen Publikums rüberkommen. Vielleicht hilft es ja.

Es fängt damit an, daß sämtliche Moderatoren, die ich da bisher gesehen habe, männlich sind. Nichtmal eine einzige Alibifrau zum Zweck der Imagepflege leisten sie sich, dabei legt doch die Mac community so großen Wert auf ihr moderneres, smarteres, kurz: alternatives Image.

Ein netter Herr namens Dirk Speder erläutert in 6 instruktiven Folgen Tipps und Tricks für den Umgang mit Word. Die Funktion “Serienbrief” erklärt er anhand eines sinnigen Beispiels: “Nehmen wir an, Sie machen einen Ausflug. Jeder hat 35 EUR eingezahlt, manche aber haben mehr ausgegeben, andere wiederum weniger. Sie schicken ihnen einen Serienbrief zum Kontostand. Erstmal richten wir die Felder für die Vornamen ein, da haben wir Peter, Heinz und Josef.” Usw.

Als ich Joey später von meinen Erlebnissen mit Mac-TV erzählte, meinte sie spontan zu dieser Herrenpartie: “Die sind wahrscheinlich ins Bordell gegangen.” Allerdings waren dafür die Ausgaben etwas gering, fanden wir. Vielleicht war es ein Trip in ein Bordell mit besonders “billigen” Sexsklavinnen aus dem Osten.

Ja diese Beispiele – sie verraten viel über die geistige Möblierung ihrer Produzenten. Ich habe das schon 1983 in einem Aufsatz vorgeführt: “Sie sah zu ihm auf wie zu einem Gott: Das Duden-Bedeutungswörterbuch als Trivialroman”.* - Die Duden-Redaktion hatte nach Jahren ein Einsehen und wandelte u.a. den Satz “Ich bin von der dicken schwitzenden Frau abgerückt” ab in “Ich bin von dem dicken schwitzenden Mann abgerückt.” Originalität ist halt nicht jedermanns Sache.

Besonders ergiebig für eine Analyse aus feministischem Blickwinkel ist der Mac-TV-Chefmoderator Jörn Dyck. Bei der Erläuterung der automatischen Korrekturfunktion steuerte er folgende Idee bei: “Also das ist wahnsinnig praktisch, wenn man grad ne neue Freundin hat und schreibt ‘Liebste Sabine’, dabei heißt die jetzt Christine - zack, sofort global geändert. Müßte man eigentlich betriebssystemweit organisieren, daß auch die Emailadresse sofort geändert wird, ja, echt praktisch, ja.”

Was die lerneifrige Userin hier lernt: Wie im vorigen Beispiel rechnen die Herren nur mit männlichen Benutzern. Daß sie sich außer Männern vielleicht noch Lesben vorstellen, die ihrer “liebsten Christine” schreiben wollen, ist eher unwahrscheinlich. Nein, sie haben die Frau als Userin einfach nicht im Blick; sie kommt ihnen nur als auswechselbare Gespielin in den Sinn. Die Rotation ist dabei anscheinend so hektisch, daß der Herr leicht mal den Überblick verliert, aber die Word-Korrekturfunktion hilft ihm durchgreifend und zuverlässig. Oder, falls mann die Damen nicht gleich löschen, sondern lieber sammeln will, empfiehlt sich vielleicht ökonomische Beschickung mit Liebesworten per Serienbrief? Und effektive Verwaltung per Datenbank? Nur so als Anregung.

Zum Schluß sah ich mir noch den Lehrfilm über den “Automator” an, ebenfalls ein Mac-Programm. Die Herren hatten sich wieder ein schönes Beispiel ausgedacht. Sie hätten da eine tolle Webseite mit Bildern schöner Damen entdeckt. Die wollten sie sich jetzt mal alle automatisch runterholen, schön genießen und danach alle automatisch wieder löschen. Und sie schritten stolz ans Werk, um den anderen Mac-kern zu zeigen, wie mann’s macht.

Ich hatte nun genug von der Männerkumpanei und wandte mich wieder meiner Lektüre zu: Salka Viertels Memoiren mit dem schönen Titel “Das unbelehrbare Herz”. Das ist doch schon eher was nach dem Herzen einer Frau.

Gänzlich unbelehrbar ist mein Herz ja nicht – aber die Jungs mit ihrer schlichtsinnigen Mackerei erzeugen doch viel Widerwillen, so daß es oft Überwindung kostet, auch ihren brauchbaren Mitteilungen noch Aufmerksamkeit zu schenken.

Nachtrag: Diese Glosse löste eine lebhafte Diskussion über den Beitrag von Frauen und Männern zur Informatik aus, s.u.. Viel wichtige Informationen dazu bringt die Frauen-Informatik-Geschichte der Uni Bremen. (Dank an Anne Beck für den Hinweis).

* Zuerst erschienen in Das Deutsche als Männersprache, 1984.

Luise F. Pusch am 07/08 um 07:38 PM | Druckversion

Liebe Luise,
dieser Beitrag spricht mir aus dem Herzen. Für alle, die noch verzweifelt fragen, warum Frauen nicht die IT-Branche stürmen: dieser an allen Ecken wartende Sexismus ist einer der Gründe. Da tummeln sich sehr viele Buben und Bübchen, die wahrscheinlich nur deshalb in der IT-Branche tätig sind, weil sie dachten, da müssen sie garantiert nicht mit Frauen gleichberechtigt zusammenarbeiten. Denn an eine solche Zusammenarbeit auch nur zu denken, das sprengt oftmals ihr Weltbild vom großen Ernährer und der kleinen Küchenfee die “zu ihm aufsieht wie zu einem Gott”. Gott sei Dank gibt es auch andere Kollegen, aber wie immer fallen die Negativ-Beispiele sehr viel mehr auf als die Positiv-Beispiele.

Besonders der letzte Absatz hat es mir angetan, so schön habe ich es noch nie formulieren können: trotz allem, ab und an ist IT ja tatsächlich brauchbar.

Undine  on  07/09  at  01:03 PM

Eine fabelhafte glosse!
Ja, wir frauen haben die macho-macker auch in `nadelstreifen` und die männerkumpanei im allg. leid.
Vielleicht hat herr dirk speder mit seinem beispiel an einen ausflug in die nächste peep-show erinnern wollen; dort gaben sich früher die herren/manager nicht nur in der mittagspause die klinke in die hand, weil`s billig war. Heute können sie per `klick` ihre bedürfnisse jeglicher art am computer aussitzen. 
Übler sexismus, frauenfeindliche bzw. frauenerniedrigende äußerungen und darstellungen werden auch besonders gerne von den `kopulations-komikern`aus der musik-medien-branche (rapper usw.) zelebriert. Ja, leider gibt es so viele negativ-beispiele, was mann betrifft, denen wir frauen mit widerwillen begegnen.

Fannin  on  07/09  at  06:23 PM

...jaja, Luise, so sieht’s wohl aus.
ich frage mich allerdings so ganz nebenbei immer wieder, wie eigentlich Umfelder dieser Art entstehen und nicht zuletzt, warum sie sich ganz offensichtlich so zäh halten. Ist das lediglich auf protektionistische Rittergilden zurück zu führen, oder ist vielleicht doch die innere binäre Logik von Computern einfach maskulin und daher vielen Frauen ein klein wenig zu dümmlich oder doch zumindest suspekt?
Als “IT-Mann” sehe ich nach wie vor sehr wenige Frauen, die sich zu Drachenkämpfen in die Höhlen der Betriebssysteme wagen, da schickt frau dann doch gerne einen selbsternannten Ritter ins Blutbad ...
Beim marketing sollte man dies aber tunlichst verschweigen, das sehe ich auch so.

Frank Perrey  on  07/11  at  12:51 PM

hallo Frank,
einen wesentlichen Grund für die Entstehung solcher Umfelder haben wir drei Vorrednerinnen ja schon genannt: Frauenfeindliche Allüren der Männer in der IT-Branche. Ähnlich organisierte Bereiche sind: Die katholische Kirche, das Militär, die Chefetagen und Aufsichtsräte der Wirtschaft. Kurz:Die Machtzentren dieser Welt.
Vor 100 Jahren fand mann ja auch noch, daß frau an der Uni nichts zu suchen hätte. Wählen durften wir damals auch noch nicht.
Mit dem binären Code hat es also sicher weniger zu tun.
Mit der Zeit wird sich das alles ändern, aber es ist zäh, da hast du recht.

lfp  on  07/11  at  04:36 PM

Männer verlassen sich gerne auf ihr statisches denken und ihre rituale , wenn es um ihre eigene herrlichkeit geht.Bei den vielen negativen männl. vorbildern `, z.b. `Nieten in Nadelstreifen`(von G. Ogger), mit ihrer bedien(ungs)mentalität in vielen gesellschaftlichen bereichen (sport,politik, filmbranche etc.) ist es nicht verwunderlich, daß das so angepriesene sozialisationspaket rund um den mann nicht den gewünschten effekt erzielen wird und kann.
Wenn es sie nicht überfordert, sollten männer sich in ihrer freizeit zur aufklärung mit der geschichte der frauenbewegung/feminismus und frauenbiographien beschäftigen. Eine menge wissen befindet sich ja hier auf der Fembio-homepage. Aber wahrscheinlich beschäftigen sie sich lieber mit lächerlichen drachenkämpfen und gewaltverherrlichenden und sexistischen PC-spielen, die eben auch von männern so gerne entwickelt und auf die menschheit losgelassen werden.

Fannin  on  07/11  at  06:06 PM

..ach, Fannin, ich glaube ja “Männer sollten” funktioniert genauso wenig wie “Frauen sollten”. Manchmal hilft es sogar bei Männern, etwas über Menschen zu wissen ;-)

Es gibt auch nichts Lächerliches, außer, jemand amüsiert sich drüber, das liest sich dann aber weniger verbissen....

Drachenkämpfe sind wichtig. Vielleicht manchmal wichtelig. Aber auf jeden Fall notwendig. Denn wenn nicht Frauen in absehbarer Zeit Drachen vollkommen zu ersetzen bereit sein sollten, müssen sich Männer Aufgaben suchen, denen sie nur gerade so oder vielleicht fast überhaupt nicht gewachsen sind, um zu wachsen, und vielleicht sogar erwachsen zu werden.
Und ich vermute mal, auch Du wirst nicht behaupten wollen, sie seien es in der Regel eh schon, oder?

Frank Perrey  on  07/11  at  10:46 PM

Nun gründe, warum männer sich in der IT-branche und in den machtzentren dieser welt ungern von frauen ersetzen lassen, ist ja hier öfter genannt worden, aber, da ja eben dieses begreifen bzw.  erwachsensein wohl nur in eingeschränkter form bei ihnen vorhanden ist, gibt es wohl schwierigkeiten bei der übersetzung.
Wie schon gesagt, bei etwas mehr `manntasie`müsste es doch ein leichtes sein, aus dem einseitigen blickwinkel herauszukommen und neben drachenkämpfen auch mal den blick in eine andere richtung zu lenken: wie wär`s mal mit dem interesse an der geschichte der frauenbewegung, dem feminismus, der inspektion der herrenkultur etc. - und das gewaltlos. Da können männer eine menge lernen, wieviel kämpfe frauen unter miesen voraussetzungen leisten mussten.
Wenn mann damit natürlich überfordert ist, hat er wirklich ein problem!  Ich mag auch IT-männer, die gerne küchenschürze tragen, kochen und putzen können, bierkästen schleppen, sogenannte hausfrauenarbeiten leisten. Auch daran kann so mancher mann mit mehr oder weniger muskelkraft wachsen. Schaffen sie als mann etwas, um männern das erwachsensein zu erleichtern.

Fannin  on  07/11  at  11:57 PM

... ich dachte eigentlich nicht, dass das hier als eine Plattform für Unterstellungen gedacht ist. Schade.
Gesprächskultur wird sicher nicht erreicht durch Wiederholungen oder wilde Mutmaßungen.

Am leichtesten lässt sich miteinander auskommen, wenn niemand über Dinge schreibt, zu denen keine Erkenntnisse vorliegen oder die dann anderenfalls wenigstens als Mutmaßungen kennzeichnet. Das müssen offenbar auch manche Frauen noch lernen. Der Versuch, Aussagen als wahr und unumstößlich zu verkaufen und herablassend zu werden, wenn das Gegenüber diese nicht teilt, hat patriarchale Geschichte. Wozu haben Männer Jahrtausende lang Fehler vorgemacht, wenn manchen Frauen nun nichts besseres einfällt, als ihnen nach zu eifern?

Bei mir in eingeschränkter Form vorhanden ist sicher Verständnis für eingleisiges Denken. Und für Versuche, die Welt monokausal auf Basis des Geschlechterkampfes zu erklären. Wie alle Dogmen bringt das vielleicht eine Motivation, aber nur wenig haltbare Erkenntnisse.
Übrigens: alle Blickwinkel sind per definitionem einseitg, wenn es einen Standpunkt gibt, von dem aus betrachtet wird :-)
Die eigene Nase zu sehen und sie zu ergreifen wird dadurch trotz der evidenten Nähe diese Körperteils offensichtlich keineswegs einfacher.

Frank Perrey  on  07/12  at  01:09 AM

Das Kommentarfeld ist keine “Plattform” für irgendwas, sondern gibt allen Gelegenheit zur Meinungsäußerung.
Manche Meinungen mögen der einen oder dem anderen nicht passen, das kann sie/er dann ja hier freimütig äußern.
Trotzdem würde ich Euch beiden zurufen wollen: Nun vertragt Euch mal, das bringt doch nix hier.
Aber wenn es Euch Spaß macht ...

lfp  on  07/12  at  01:35 AM

.. na, so lange Du hier als ruhende Polin ab und zu auftauchst, wird’s wohl irgendwie gehen :-)

Immer wieder lesenswert zu Thema “freie Meinungeäußerung im Netz”:
http://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette

Frank Perrey  on  07/12  at  10:10 AM

Meine ganz persönliche Verschwörungstheorie lautet ja: es ist Absicht.

Es ist Absicht, das Kurvendiskussion ausgerechnet an ‘weiblichen’ Kurven erläutert werden muss, es ist Absicht, das gerade ITler gerne sexistische Gesprächskulturen pflegen, es ist Absicht dass Lehrbücher so oft das aktive männliche und das passive weibliche Prinzip in unseren Köpfen zementieren, es ist volle Absicht der Herrschaften, um damit ihre Herrschaftskultur zu erhalten.

Es ist eben ein unschlagbarer Vorteil der Herrschenden, ihre Herrschaft als gottgebenen zu nehmen und die vielen vielen oft so verdammt subtilen Methoden die zur Erhaltung dieser Herrschaft notwendig sind gar nicht wahrhaben zu müssen. Und es ist der Fehler der Beherrschten, diese Methoden ebenfalls zu leugnen.

Diese leidvolle Gejammere, MANN wisse auch nicht, warum Frauen sich nicht darum reissen in die IT einzusteigen, das klingt jeder Frau die in die IT eingestiegen ist wie Hohn im Ohr, diese Heuchelei. In Wirklichkeit sind die meisten Kerls wirklich wirklich froh, dass sie wenigstens noch diese Enklave haben wo die Weiber noch nicht mal die Chance haben, ihre Gleichwertigkeit zu beweisen. Eigentlich, ist doch ok, wenn die Männer mal unter sich bleiben wollen. Nur sollten sie dann ehrlich genug sein, dazu zu stehen, und nicht den Frauen Unfähigkeit vorwerfen.

Obwohl, manchmal kommt es ja durch, wenn so leise angedeutet wird, Frauen die in die IT einsteigen begeben sich in die Höhle des Löwen, ach ja. Die Herren Löwen und die Damen Hasen, oder was. Deutlicher kann MANN wirklich nicht sagen, dass für MANN eine Frau irgendwas ist, auf keinen Fall aber ein Mitmensch der respektvolle Umgangsformen verdient.

Mehr Mut, ihr Frauen! Welche passende Kleider haben möchte, muss schon selbst schneidern lernen, so ist das heutzutage. Welche also eine IT möchte, die ihren Bedürfnissen entspricht, die muss selbst aktiv werden. Da gerade die Männer die in der IT tätig sind Frauen in der Regel nicht als Mitmenschen wahrnehmen und, was noch schlimmer ist, manchmal recht seltsame Ansichten vom Menschenleben haben, ist es notwendig selbst aktiv zu werden. Jede bekommt die Regierung die sie verdient, den Partner, und auch die IT ... Wenn das kein Ansporn ist, völlig losgelöst von allen blöden Sprüchen einfach durchzustarten. Mehr Mut, ihr Frauen!

Undine  on  07/12  at  02:26 PM

... zwei kleine Anmerkungen noch:
Männer, die frauenfeindlich agieren, haben vor allem (und anders als hier gerne statuiert wird) ein Problem mit ihrem Selbstbild und Selbstwert. Wie in allen mir bekannten Fällen von Machtmissbrauch, auch wenn die Macht in Wahrheit noch so dürftig sei, liegt da eine wichtige Ursache. Das hilft dem jeweiligen Gegenüber nur sehr bedingt und ist keine Rechtfertigung, aber immerhin ein Erklärungsmuster, dass vor schlichten polarisierenden Effekten bewahren kann.

Wer sich nicht als Mensch begreifen kann, muss sich offenbar als Geschlecht auffassen (alternativ oder ergänzend etwa als Weißer oder als angehöriger einer überlegenen Rasse allgemein, oder als Inhaber irgendeiner Position), und das fast schon zwangsläufig mit den dazugehörigen Fehlbewertungen, die uns eine in den Grundzügen nach wie vor patriarchale Gesellschaft zur Verfügung stellt, denn sonst wäre der Effekt dahin.

Was die Wahrnehmung solcher Phänomene angeht und das Leiden unter ihnen:
die Energie folgt der Aufmerksamkeit.
So treffen denn gestörte männliche Individuen gehäuft auf weibliche Individuen mit ähnlichen Störungen, die gesellschaftlich bedingt aber ohne das künstliche Überlegenheitskonstrukt auskommen müssen.
An diesem Punkt hat aggressiver Feminismus sicher eine sinnvolle Aufgabe, führt er Frauen doch aus dem Unterlegenheitskonstrukt heraus, was schon mal ein tendenzielles Gleichgewicht produziert.

Ein Lösung sieht aber letztlich anders aus.

Frank Perrey  on  07/13  at  11:13 AM

...ah, möcht eich doch noch mal hinzufügen: das von undine beschriebene Bild teile ich weitestgehend, und vor allen finde ich ihren Appell sehr wichtig und geradezu zentral:
Frauen brauchen Mut
(und wären Männer wirklich mutig, sie müssten nicht so krank agieren....)

Frank Perrey  on  07/13  at  11:18 AM

Also, ich bin ja eigentlich eine IT Frau, ich habe in dem Bereich meine Ausbildung gemacht und musste nebenbei ein Praktikum machen. Ich habe mich für den Servicebereich eines Elektrounternehmens entschieden. Und desöfteren sollte ich meine männlichen Kollegen holen, weil die eben Männer waren und ich ja angeblich keine Ahnung von der Technik hätte.
Warum? Der Typ war so freundlich und hat es indirekt gesagt. Als Frau kann man ja keine Ahnung haben.
Da frage ich mich eigentlich warum. Denn letztendlich hat ja eine Frau den Computer und das erste Programm erfunden. Daher wundert es eigentlich dann doch, dass der IT Bereich am Ende eine Männerdomäne geworden ist. Oder ist sie es geworden, weil es Prestigeträchtig geworden ist?

Fragen über Fragen ... ^^

Carola  on  07/13  at  07:22 PM

Für Frauen, die in Ruhe mehr über den Umgang mit ihrer Compute lernen wollen, gibt es hier eine Liste mackerfreier Zonen in Deutschland:
http://www.frauen-computer-schulen.de/

lfp  on  07/22  at  11:21 PM

Hallo allerseits,

ich bin der in der Glosse angesprochene Moderator und möchte die Gelegenheit nicht verpassen, etwas dazu zum Besten zu geben. Vorab muss ich sagen, dass ich zu diesem Thema kaum fundiert bin. Es wäre also besser, ich enthielte mich einer Stellungnahme. Aber das fände ich unhöflich.

Wo fange ich an?—Als ich vor vielen Jahren entdeckte, dass es mehrere Geschlechter gibt, war gerade die sog. “Frauenbewegung” rund um Alice Schwarzer aktuell. Es wurde allgemein in der Gesellschaft darüber diskutiert.

Einige Jahre später habe ich die Sache aus den Augen verloren und dachte eigentlich, die Bewegung sei von den jungen Frauen selbst wieder abgeschafft worden. Meine Beobachtung ist, dass die jungen Mädels heute eher verächtlich über Alice Schwarzer reden (falls sie überhaupt wissen, wer das ist) und sich mehr dafür interessieren, möglichst genau dem Vorbild jener Flittchen zu entsprechen, die einem auf MTV und VIVA den ganzen Tag ihre Hintern entgegenstrecken.

Von Dingen wie “Gleichberechtigung” oder der “Stellung der Frau in der Gesellschaft” habe ich lange nichts mehr gehört, ganz ehrlich. Benutzt man diese Redewendungen überhaupt noch? Die jungen Mädels reden heute eher über Dinge wie z.B.  “Ist eine Brustvergrößerung in Polen schon ab 14 legal?” oder “Lippen aufspritzen selbstgemacht”. Das ist ganz ernsthaft das, was ich in den letzten Jahren aus der Frauenwelt mitbekommen habe. Deswegen bin ich echt erstaunt, dass ich über diese Glosse wieder mit “feministischen” Gedanken in Kontakt komme.

Und weil das Ganze also aus meinem Blickfeld verschwunden ist, spiegelt sich das sicherlich auch in dem wieder, was ich vor der Kamera von mir gebe. Insofern ist die geäußerte Kritik sicher zutreffend. Ich bin offensichtlich nicht auf dem Laufenden, und sollte mich mehr damit befassen und mir mehr Mühe geben.

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An manchen Dingen bin ich aber auch unschuldig. Beispielsweise an der Tatsache, dass wir keine Moderatorinnen haben, sondern nur männliche Protagonisten. Es hat sich noch nie eine Dame bei uns beworben, obwohl wir ständig Nachwuchs suchen.

Selbst wenn ich mir eisern vornehmen würde, eine Dame zu finden, würde mir das nicht gelingen. Es bietet sich niemand an. Das Publikum würde gerne eine Dame sehen. Das Publikum ist praktisch ausschließlich männlich und zu 85% heterosexuell. (Wir hatten neulich mal eine Umfrage, daher weiß ich es.)

Wir sind kein geschlossener Verein, der Frauen nicht mitmachen lässt. Wir sind offen dafür.

Ehrlicherweise finde ich es aber auch nicht schlimm, wenn keine Frauen mitmachen. Ich find’s ganz entspannt, wenn die Männer mal unter sich sind (damit meine ich die Redaktions-Sitzungen). Frauen finden es sicher auch mal nett, wenn keine Männer dabei sind. Ich kann mich mit beidem arrangieren.

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Ein wichtiges Merkmal von Mac-TV sind zwei Dinge, die für eine Computersendung neu sind: Erstens der Versuch, einen gewissen Unterhaltungswert zu erzeugen. Zweitens die Tatsache, dass es live ist. Beides hängt miteinander zusammen. Weil es live ist, plappert man oft irgendwas daher, was man wohl nicht sagen würde, wenn man es vorher aufgeschrieben und anschließend vom Teleprompter abgelesen hätte. Erschwerend kommt noch hinzu, dass unser Thema generell nicht lustig ist.

Man muss sich das vorstellen: Da macht man rum mit “Absatzformaten bei Word 4.1”, was im Prinzip sterbenslangweilig ist, aber die Kamera läuft und man muss etwas Lustiges sagen. Da ist man echt dankbar für jeden Kalauer—sogar für die schlechten! Oft bedient man einfach irgendwelche Klischees (an die man selbst nicht glaubt oder die man selbst verachtet), weil Klischees humoristisch immer gut funktionieren.

Das ist schändlich, ja! Und verachtenswert! Mir fällt halt manchmal nichts Besseres ein. Privat würde ich niemals einen Kalauer über Frauen machen—ist mir viel zu sehr “Stammtisch” (was ich verachte).

Übrigens, falls ich je gesagt haben sollte, dass Männer in den Puff gehen, dann ich das eher ein Seitenhieb auf die Männer. Habe ich das wirklich gesagt?

Manchmal ergibt sich eine sexistische Bemerkung aus einem gewissen “kausalen Zwang”. Um etwa ein Grafikprogramm zu zeigen, brauche ich Grafiken. Weil ich weiß, dass 85% des Publikums aus heterosexuellen Männern besteht, die sich mehr oder weniger langweilen, nehme ich halt Fotos von schönen Frauen. Das ist weder schlecht noch verwerflich, zumal es seriöse Fotos eines befreundeten Künstlers sind, also kein peinlicher Schmuddelkram. Wenn ich Fotos von männlichen Models nehmen würde, und wenn noch dazu alle Moderatoren männlich sind, dann wirkt das schnell etwas seltsam. Also nehme ich Frauen und alle sind zufrieden. Falls das Foto eine gewisse Erotik hat, dann ist es zwingend erforderlich, dass der Moderator es nicht peinlich übersieht, sondern es offensiv aufgreift. Das gehört zum Einmaleins der Moderation. So entstehen ganz harmlose Scherze. Ich würde das nicht gleich “sexistisch” nennen.

Ich finde eigentlich nicht, dass bei uns ständig einseitig blöd über Frauen geredet würde, sondern wir reden blöd über alle und jeden. Und dadurch ist es gerecht. Die meisten echten Gemeinheiten tauschen wir Moderatoren übrigens untereinander aus. Was wir uns schon an den Kopf geworfen haben—meine Güte! Aber alle wissen: Es ist nicht böse oder ernst gemeint. Und wer genau nachzählt, findet sicher mehr Witze über Männer als über Frauen.

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Wenn wir ein Verhalten an den Tag legen, welches Frauen daran hindert, sich bei uns wohl zu fühlen, dann müssen wir das ändern. Denn wir sind eine Sendung für alle.

Live zu improvisieren ist aber nicht einfach, wenn man sich gleichzeitig noch auf komplexe technische Themen konzentrieren muss. Insofern nehme ich für mich eine etwas weniger strenge Beurteilung in Anspruch, denn ich bin nur ein Mensch.

Und zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass ein Moderator einer enormen Anzahl von Ansprüchen ausgesetzt ist. Wenn ich in einer Sendung sage “Jesus, hilf!”, bekomme ich Post von Menschen, die mir etwas über Religion ins Pflichtenheft schreiben. Wenn ich eine spitze Bemerkung über Bill Gates mache, laufen die PC-Zuschauer Sturm. Wenn ich was über X erzähle, regt sich Y auf. Wenn man das alles perfekt berücksichtigen wollte, müsste man sich jeden Satz vorher aufschreiben. Das ist natürlich Quatsch.

Insofern bitte ich darum, die Messlatte nur so hoch zu hängen, dass man sie tatsächlich auch bewältigen kann.

Die Botschaft an mich ist jedenfalls angekommen.

Jörn Dyck (Mac-TV.de)  on  07/23  at  12:25 PM

prima, Jörn Dyck!
Ich werde weiter Ihre lehrreichen Sendungen studieren, jetzt mit dem zusätzlichen Interesse, wie weit die Botschaft schon gewirkt hat. Wie Sie hier an vielen Kommentaren von Frauen und einem Mann sehen können, sollte die IT-Branche wirklich frauenfreundlicher werden. Dann finden sich wahrscheinlich auch leichter die so dringlich gesuchten ModeratorINNEN für Mac-TV.

lfp  on  07/23  at  07:54 PM

Hallo,

ich bin auch ein Abonnent von Mac-TV und vermisse keine Frauen! Ganz im Gegenteil ich finde es prima so! Zu Mac-TV passen einfach keine Frauen. Die kämen für mich nicht ernst rüber. Weil die sich nicht so in die IT-Logik reinversetzen können. Ist einfach so! Ich spreche da aus Erfahrung. Ich habe ehrlich gesagt die schnauze voll von Frauen! Ganz ehrlich! Ich bin auch nicht schwul, bin aber auch nicht scharf auf eine Freundin. Ich vermisse sowas einfach nicht.

Ich persönlich kenne nur eine die mich aber nicht so respektiert und sowieo einen Freund hat (vielleicht auch besser so). Sie hat mich bis jetzt nur ausgenutzt, belügt mich oder macht leere Versprechungen. Sie hat mir noch nie was richtiges zurückgegeben (ich hingegen sehr oft) wie man es bei einer “Freundschaft” erwarten würde. Ich bin ehr der nette Nachbar von nebenan (wörtlich genommen). Ich habe kein Vertrauen mehr was dieser Person angeht. Und das ist bestimmt kein Einzelfall! Ich wurde oft enttäuscht und sowas vergisst man einfach nicht! Sowas begleitet einem sein ganzes Leben.

Klar gibt es vielleicht auch besserer, ich bin aber gewarnt, was Frauen angeht.

Das ist meine persönliche Meinung zu Frauen. Ich brauche keine Freundin die ständig auf mich aufpasst! Ich will ein freier Mensch sein und kein Sklave von irgendwelchen Weibern die meinen immer alles besser zu wissen. Wenn man dann mal was sagt gibts dann krieg. Ne! Nicht mit mir!

Deshalb teile ich Jörn’s Meinung! Man verpasst nicht wirklich was.

Schönen Abend noch.

AuchBeiMac-TV  on  08/21  at  11:56 PM

Jörn du Görn!

Görn  on  03/08  at  02:03 AM

Hallo allerseits,
ich sehe auch Mac-TV und ich bin ein 14-jähriger Jugendlicher.
Ich finde Mac-TV etwas sehr interessantes weil sowol 50-jährige, 14-jährige und alle dazwischen, drüber und drunter sind eine Comunitiy. Jetzt wäre es erstrebenswert wenn auch noch die Frauen gut integriert werden würden.
Ich und ich glaube auch die meisten der Zuschauen würden gerne eine Moderatorin sehen. Also wenn jemand hier von den Frauen Lust haben sollte bei Mac-TV mitzumachen würde ich das sehr toll finden. Jörn und sein Team müssten das schon auch genehmigen. Wie Jörn schon gesagt hat, 85% heterosexuelle Männer. Vielleicht ist es ein bisschen wie Politik, man folgt der Menge. Daher die Frauen auf den Bildern und nicht Männer.
Also liebe Frauen die zuschauen, wir wissen dass ihr da seid und wir respektieren euch (oder zumindest die meisten).
Lasst euch von den Kalauern und den Bildern auf denen Frauen zu sehen sind nicht die Laune verderben.
Mit freundlichen Grüßen
Cédric

Mac-TV-Zuschauer Cédric  on  05/17  at  10:38 PM

netter Kommentar, Cédric, danke!

lfp  on  05/17  at  11:31 PM

ich bin auch ein mac-tv zuschauer (12 jahre) und vermisse auch keine frauen, ausserdem koennen sich sohwohl frauen als auch maenner sich bewegen…

ich wuerde eher sagen das mac-tv was fuer geeks oder etwas vor geeks ist (und NICHT etwas fuer leute die immer etwas schlechtes schreiben moechten)

...Andre

Andre  on  08/07  at  12:37 PM

@ AuchBeiMcTv

“...Weil die sich nicht so in die IT-Logic reinversetzen ....”

Das lassen Sie mal nicht die Frauen aus der IT-Branche hören. Einige kenne ich und insb. eine gute Bekannte, die sehr erfolgreich als Informatikerin tätig ist und eine Compute-Schule für Frauen gegründet hat. Eine patente Frau mit einer Menge unangenehmer persönlicher Erfahrungen bis hin zu Sexismus - gerade mit den Herren Computer-Freaks.
So mancher versuchte ihr als FRAU (voreingenommen - hat sowieso keine Ahnung) ein fieses `Männerbeinchen` zu stellen - kein Problem für eine Frau mit Durchblick, sind Männer doch schnell zu durchschauen.
Häufig wurde sie als IT-Expertin zu Großfirmen herangezogen und bei ihren erfolgreichen Reparatur-Arbeiten sichtbar, mit wie vielen Klicks auf Porno-Sex- u. ähnl. faulen Seiten die Freaks während der Arbeitszeit nach Entspannung suchten.
Aber, mann war sich ja sooo sicher, keine Spuren zu hinterlassen ....!

Auch passend zu der obigen Fehl-Deutung ist das Zitat der Informatikerin Claudia Gembe v. 1997:
“Daß die Waschmaschine zur Frau und der Computer zum Mann gehört, sind gesellschaftliche Zuschreibungen, die die Wahrnehmung und das Umgehen damit prägen. Deshalb ist die Waschmaschine für die Frau Werkzeug und der Computer Mysterium.
Klar, dadurch, daß die Waschmaschine der Frau zugeschrieben wird und der Computer dem männlichen Bereich, ist die Wertigkeit gegeben, denn das, was Männer machen, gilt immer als ein bisschen besser als das, was Frauen machen.”

Nun haben wir 2oo8, und es gibt immer noch so kluge Männer, die meinen, Frauen könnten sich nicht in die IT-Logic hineinversetzen - sie selbst aber verdrängen, wie viele UNTALENTIERTE es in ihren EIGENEN Reihen gibt.

Außerdem heisst es “Frauenfrage bestimmt den IT-Fachkräftemangel”, lt. IT-Jobmarkt v. 7.12.2006.
“Wenn die IT-Leiter und Technikfirmen nicht bald anfangen, mehr Frauen in Technikberufen einzustellen, wird sich an dem Fachkräftemangel in der IT schnell etwas ändern - zum Negativen hin…
..Es gebe keinen Zweifel daran, dass mehr Männer als Frauen die hochrangigen und technischen Berufe bekleiden. Da mehr Männer sich in den Chefetagen bewegen, da sie sich unter ihresgleichen besser fühlen und schließlich sie es sind, die über Beförderungen entscheiden, werde sich an der Situation nicht so schnell etwas ändern. Wenn einmal mehr Frauen Entscheider sind, würden schnell mehr Frauen befördert - so Ilene Gossmann, Vice President of Systems and Technology der Bank of New York.”
Aber auch hier gilt, daß Frauen in der IT-Branche schlechter bezahlt werden - außerdem werden durch den dort vorherrschenden `Jugendkult` inzwischen viele Fachkräfte mit einem frühen Abschied rechnen müssen.

Was ich will, das kann ich - Mentorinnen-Netzwerk für Frauen in Technik und Naturwissenschaft -
Es gibt für Frauen immer viel zu tun ...!
http://www.ada-lovelace.com/

Amy  on  08/07  at  10:53 PM

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Hedwig Dohm