Weibliche Formen schmerzlich vermisst

Während eines Umzugs fällt einer allerlei wieder in die Hände. Ich fand vorgestern eine Audio-Cassette wieder, einen Mitschnitt der schönen Sendereihe “Zwischentöne” vom September 2004, Sabine Küchler im Gespräch mit Maria Frisé, früher Feuilleton-Redakteurin bei der FAZ. Sie hatte gerade ihre Erinnerungen unter dem Titel “Meine schlesische Familie und ich” herausgebracht, und Küchler fragte sie:

Sie haben den Weg zurück in die eigene Kindheit schon einmal eingeschlagen,  in einem andern Buch. Vor 14 Jahren, glaube ich, erschien ein schmaler Band mit dem Titel “Eine schlesische Kindheit”, ein Buch, das damals in einer sehr deutlich literarischen Perspektive erzählt wurde, in der dritten Person, aus der Sicht eines kleinen, dann heranwachsenden Mädchens. Und hätte es in diesem Buch nicht Familienfotos gegeben und ein knappes Nachwort von Ihnen, so wäre man vielleicht gar nicht so sicher gewesen, dass diese schlesische Kindheit, von der dort erzählt wird, IHRE Kindheit ist. Wie war das jetzt, was hat Sie heute in die Lage versetzt, von diesem “er”, dem kleinen Mädchen damals, ja, so ungeschminkt heute “ich” sagen zu können? Was ist da passiert?

Maria Frisé:

Also das war ein Kunstgriff, dass ich in die Person meiner zehnjährigen oder zwölfjährigen Kindheit zurückschlüpfte. […] Aber dieses Kind war für mich schon ‘n bißchen fremd, und nur die Form, aus der kindlichen Perspektive etwas zu schreiben - in der Literatur gibt’s das ja sehr häufig - hat mich sehr gereizt, und ich hab ja auch für dieses Buch zwei Literaturpreise gekriegt.

Literaturpreise hin oder her - da reden zwei gestandene Literatur-Fachfrauen miteinander über Erzählformen und -perspektiven, und es fällt weder der einen noch der anderen etwas auf. “… von diesem er, dem kleinen Mädchen damals…”, da hätte doch der einen die Zunge verdorren müssen und der anderen das Gehör.

Aber sie benutzen lediglich brav - und anscheinend bewusstlos - die alten Fachbegriffe einer patriarchalen Literaturwissenschaft, die nur den Ich-Erzähler kennt und die Er-Form im Gegensatz zur Ich-Form. Ein Literatur-Kurs der Fern-Uni Hagen von heute belehrt uns:

Der Erzähler spricht entweder von sich oder von anderen. Dementsprechend wird das erste Verhältnis als Ich-Form, das zweite als Er-Form bezeichnet.

(Komplett nachzulesen (wenn Sie sich das antun wollen) in aller Mannhaftigkeit hier.)

Und wenn “der Erzähler” mal ausnahmsweise was über Frauen erzählen möchte? Ist ja sogar den Allergrößten durchaus schon mal unterlaufen, denken wir nur an Fontanes Effi Briest, Flauberts Madame Bovary oder Tolstojs Anna Karenina. Benutzen die vielleicht die Er-Form für ihre Heldinnen? Das wäre ja schon recht putzig, und sie ließen es denn auch.

Na und erst die Erzählerinnen, die in der Sie-Form über andere Frauen schreiben. Und die Erzählerinnen, die von sich in der dritten Person sprechen, z.B. Maria Frisé in “Eine schlesische Kindheit” oder Christa Wolf in “Kindheitsmuster”. Sie alle benutzen nicht “die Er-Form”, sondern sinnigerweise die Sie-Form.

Wir sehen hier Schillers alten Spruch von der “bösen Tat, die fortzeugend Böses muss gebären” wieder einmal bestätigt:
Hätte mann neben dem Erzähler, dem Ich-Erzähler etc. auch schon mal eine Erzählerin ins Auge gefasst, so wäre wohl der Klops mit der Er-Form nicht passiert. “Der Erzähler” - das kann mann einigen von uns noch immer als geschlechtsneutral verkaufen - aber nicht die Er-Form.

Denn einen solchen Romananfang werden Sie nicht finden: “Die Marquise ging um fünf Uhr aus; er war mit seiner Freundin zum Tee verabredet.”

Luise F. Pusch am 01/24 um 03:17 PM | Druckversion

Ich sag es - nicht nur mit Blick auf alle, die auch Literaturwissenschaften studiert haben - wie es ist: Hier hat wieder einmal das Brett patriarchaler Denkvorschriften vor Kopf und Bewusstsein zugeschlagen. Ich nehme an, die beiden sprechenden Frauen kommen nicht mal auf die Idee, dass diese sklavische Haltung und Spracherfüllung nur peinlich ist!

Evelyn  on  01/24  at  07:55 PM

Unser Gemeinderat lässt sich jährlich vom Leiter der Bücherei einen Jahresbericht vorlegen. Da gab es anfangs auch nur Leser. “Der Leser” .... Daraufhin bat ich erstmals um Differenzierung: Gibt es mehr Frauen oder mehr Männer, die Bücher ausleihen. Natürlich gibt es mehr Frauen! Und da ja allgemein bekannt ist, dass Mädchen und Frauen mehr lesen, sollte doch - nicht nur in der Literatur(Branche) immer von Leserinnen und Lesern gesprochen werden.
Mit großem Vergnügen lese ich immer die Glossen von Luise Pusch.

Karin Becker  on  01/25  at  10:34 AM

Frau darf sich als ‘er’ bezeichnen, ja, es schmückt sie sogar besonders. Das Männer ihrerseits sich niemals, niemals, niemals als ‘sie’, als ‘weiblich’ bezeichnen lassen (können, sollen, dürfen), das wissen schon die Knirpse im Kindergarten.

Nur ganz wenige dieser Knirpse erkennen das als Einschränkung ihrer Möglichkeiten. Nur ganz wenige trauen sich diese Erkenntnis zu: Frauen steht die Welt offen, als sie, als er - nur Männer sind (immer noch) auf den einen Bereich festgelegt. Vielleicht sind sie deswegen so sauer? Aber das ist ein anderes Feld ...

Ich finde, wenn Frauen sich als Männer bezeichnen dürfen, und sich damit aufwerten, sollten Männer sich als Frauen bezeichnen dürfen, und sich damit ebenfalls aufwerten. Denn warum sollten wir Frauen dieses Privileg, beides sein zu können, freiwillig wieder aufgeben? Nein, ich persönlich würde es gerne teilen. Wenn ich ‘meinen Mann’ stehen kann und darf, dann habe ich keine Bedenken wenn ein Mann ‘seine Frau’ steht.

Was folgt daraus? Wahlfreiheit für alle: die Er-Form für Erzählerinnen, wenn diese es wünschen - und die Sie-Form für Erzähler, wenn diese es wünschen. Also so: Der Marquis ging um fünf Uhr aus; sie war mit ihrer Freundin zum Tee verabredet.

PS: Liebe Frau Pusch, ich habe Ihre Glossen aufmerksam gelesen. Daher weiss ich, was ‘Weiblichkeit’ für einen herkömmlichen Mann bedeutet. Es ist eben so wie beim herkömmlichen Waschmittel - die anderen waschen immer besser.

Es grüßt
eine Undine

Undine  on  01/25  at  01:40 PM

“Weibliche formen schmerzlich vermisst”  - eine prima zutreffende überschrift.

Wenn ich dazu etwas abschweifen darf: in österreich wird momentan heftig darüber gestritten, ob die bundeshymne im text geändert werden sollte “heimat bist du grosser söhne” - töchter schien es nie gegeben zu haben, sie wurden erst gar nicht aufgeführt und fallen auch nicht in die übliche männerschublade.  Das soll sich ändern. Die vorstellung, die bundeshymne sprachlich mit `töchter` zu bereichern, scheint für männer und leider auch für manche frauen recht schmerzhaft zu sein.
Auch hier liefert mann (überwiegend) hässliche, sexistische kommentare ab, wenn es darum geht frauen (sprachlich) sichtbar zu machen - gegen die patriarchose scheint kein kraut gewachsen zu sein ? die unterdrückungsmechanismen bis hin zu “verschleierung und unsichtbarmachung” weiblicher menschen/töchter funktionieren bestens und bleiben wohl auch zukünftigen generationen erhalten?

Um noch ein wenig abzuschweifen - einsatzfreudigkeit für weibliche `formen`  zeigt mann dagegen, wenn es darum geht, seine hässlichen heRRenrechte in der domäne pornografie, prostitution,  sexindustrie zu verteidigen. Hier heRRscht grosse solidarität unter den frauenbenutzern mit ihren weiblichen opfern.

Ach, als frau möchte ich mich aber lieber als frau bezeichnet wissen und nicht mit `er` angesprochen werden -  wo bleibt unser frauenBewusstsein? bei all den uns beHerrschenden unterdrückungsritualen, die in vielen maskulinen köpfen fest verankert sind und von ihnen heftigst verteidigt werden.

Anne  on  01/25  at  03:28 PM

Nachtrag - habe ich ganz vergessen - danke, liebe Luise,  für dein stetes bemühen zwecks aufklärung und für all die prima hinweise ...

Anne  on  01/25  at  03:32 PM

Der Erzähler hat kein Geschlecht, ausser er ist zugleich eine Figur. Es spricht nichts dagegen, von einer “Ich-Erzählerin” zu sprechen; und man kann den Begriff der “Er-Form” vermeiden, indem man von der “dritten Person” spricht.

Oliver  on  01/25  at  03:48 PM

@Anne: Danke für den Hinweis auf die Debatte zur östr. Männer-Nationalhymne. Die deutsche ist auch eine Hymne für einen Männergesangverein: “Danach lasst uns alle streben, BRÜDERlich mit Herz und Hand”. Und in der zweiten Strophe besingen die Männer “deutsche Frauen, deutsche Treue, deutschen Wein und deutschen Sang”. Schönes Sammelsurium, in dem wir Frauen uns da finden.
Und die norweg. Hymne singt m.W. von den “Sønner af Norge” (Söhne Norwegens), weshalb denn die große norweg. Feministin Brantenberg ihr Protestwerk auch mit “Töchter Egalias” betitelte.

lfp  on  01/25  at  03:51 PM

Die zweite Strophe gehört zum Glück nicht zur Nationalhymne. Wobei, was heisst zum Glück: Wozu brauchen wir eine solche Hymne überhaupt? Das Wort “brüderlich” ist tatsächlich fehl am Platze. Aber 1841 war “Das Deutsche als Männersprache” leider noch nicht erschienen. Und Blogs gab es auch noch nicht.

Oliver  on  01/25  at  04:05 PM

@ Oliver
Wozu die bundeshymne abschaffen, das beste beispiel patriarchaler gesinnung und geistesblitze - wenn es darum geht, die patriarchale falle und ihre -fallensteller zu entlarven, hat frau einen gesicherten 24-stündigen full-time-job.
Ausserdem befinden wir uns im jahre 2010 - keine updates zu tätigen,  würde stillstand bedeuten, weiterhin die leistungen der mütter, töchter zu `verschleiern` und somit zu negieren . Aber bestimmt gibt es sehr viele männer, die sich die `alten` zeiten brüderlich wieder herbeisehnen.
Der versuch , z.b. der männerbroschüre “das buch der bücher”  frischen wind einzuhauchen, wird schmerzhaft abgewiesen. Dabei bestände hier sogar für konservative kirchenidealisten die möglichkeit , die hässlichen brüderlichen lasten auf weitere schultern zu verlagern. Frau ist es doch gewohnt, für die vätersünden zu bezahlen.  Geburten waren/sind wohl nicht ohne schmerzen auszutragen?
   

@ lfp
Direkt rührig, mit welchen argumenten die reformgegner argumentieren “momentan haben wir andere probleme zu bewältigen, mann befindet sich im jahr der wirtschaftskrise..”
Keine zeit für eine text-änderung - mann macht auch daraus wieder ein problem.  Und auf die idee, dass ach so kluge männer für diese wirtschaftskrise verantwortlich sind, kommt sowieso kein mann.

Anne  on  01/25  at  05:05 PM

Ich hoffe für die Österreicherinnen, dass sie ihre veränderte und bereicherte Hymne bekommen. Die Chancen stehen um ein Vielfaches besser als bei uns in Deutschland, gibt es doch dort prominente Verfechterinnen der Änderung - ganz im Gegensatz zu Deutschland. Oder kann sich hier jemand vorstellen, dass Frau Schavan oder die neue Frauenministerin Köhler sich für einen Textabschnitt “brüderlich und schwesterlich” einsetzen würden? Genau, da lachen ja die Hühner.Bei uns in Deutschland würde es einen Kulturaufstand ohne Ende geben!

Evelyn  on  01/26  at  11:03 AM

… aus dem Schulranzen unserer Kleinen fischte ich ein buntes Heft* und da ich mich für Kinderinformation aller Art interessiere, blätterte ich es durch. Auf der letzten Seite wurde ich zum Thema Artikel fündig. Da stand: Mit der Muttersprache “Einfach klasse in” spielen!
der - die - das
und als Beispiel in einem Extrakästchen:

die Drachen
der Hund
das Schaf

… also das ist auch für eine atemberaubende Entwicklung – die - nur noch als Plural-Artikel?

(* abc Kinderforum – mit freundlicher Unterstützung von RTL II;
weitere Infos zu “Einfach klasse in” unter http://www.duden.de)

Stephanie  on  01/26  at  12:23 PM

Als Wahlschweizer muss ich jetzt doch noch aus der Schweizer Nationalhymne zitieren, bei der einem das Blut in den Adern gefriert: “Wenn der Alpenfirn sich rötet, / Betet, freie Schweizer, betet!” Also, genau das werde ich nicht tun, und zwar WEIL ich frei bin (nun ja, wenn auch kein richtiger Schweizer). “Eure fromme Seele ahnt / Gott im hehren Vaterland, / Gott, den Herrn, im hehren Vaterland….” Meine Seele, wie gesagt, tut das nicht, weder im Vater- noch im Mutterland. Und den Herrn kenne ich auch nicht, ebensowenig sein weibliches Pendant. Ach, lasst uns doch all die Nationalhymnen vergessen und erfreulicheren Dingen zuwenden. Andererseits, wenn eine Petition entsteht, etwa gegen das Brüderliche in der deutschen Hymne, bin ich sofort mit dabei.

Oliver  on  01/27  at  10:36 AM

@ Oliver
es geht doch um die tatsache, warum wehren sich viele menschen generell gegen das sichtbarmachen des ´weiblichen`, hier die österr. bundeshymne.  die argumentationen vieler user z.b. im blog dieStandard.at sind hanebüchen. Welch negative resonanz schon die einbeziehung der `töchter`in die bundeshymne bewirken kann - nur ein kleines wörtchen verursacht einen kulturaufstand. die reaktionen im umgekehrten fall würden mich mal interessieren. Es ist einfach ärgerlich und macht wütend,  immer wieder von diskriminierenden abwertungen gegenüber dem “weiblichen” zu erfahren, die viele männer und leider auch frauen auf diesem weg zum ausdruck bringen.
Schlimm genug, dass viele noch nicht einmal die namen bedeutender frauen aus dem eigenen land :-(  kennen und die meinung vertreten, es gibt sie gar nicht. Nachdem ich dort ca. 4o frauennamen als kommentar gepostet habe, scheint die debatte abgeschlossen zu sein :-)  vielleicht hat das einigen schmerzen bereitet?   
was die textfassungen von nationalhymnen betrifft, da läuft mir ein schauer über den rücken - denn diese sind häufig gespickt mit übertriebenen pathos, märtyrertum,  blut und kriegsgeschrei.   
da stellt sich die frage, ob derartiges überhaupt noch zeitgemäss ist, wo alle welt nach frieden dürstet?
Abschliessend: was die online-repräsentanz der `maskulisten` betrifft - diese vermehren sich vehement und mischen sich mit ihren hässlichen bemerkungen überall ein, wenn es rund um das thema frauenrechte geht.
Wenn sich hier mal mehr frauen einmischen und wehren würden, wäre das ein gutes signal.

“Wie es möglich ist, andere menschen zu beHERRschen und eine hierarchie zu festigen, das lernten die männer durch die bereits praktizierte dominanz über die frauen in ihrer eigenen gesellschaft” Gerda Lerner, amerk. historikerin und feministin

Anne  on  01/27  at  01:17 PM

@ Anne - Einverstanden. Für mich bedeutet das: Nationalhymnen abschaffen oder umschreiben.

Oliver  on  01/27  at  02:35 PM

@ Anne und @ Oliver:
Anne, ich habe mich eben auf dieStandard.at umgesehen, aber deinen Kommentar da auf die Schnelle nicht gefunden. Wohl aber las ich, dass viele PosterInnen sich beklagen, dass nach Veränderung zu “Heimat bist du großer Söhne und Töchter” Rhythmus und Reim nicht mehr stimmen.
Da fiel mir ein Seminar zur fem. Sprachkritik wieder ein, das ich vor Jahren in Wien durchgeführt habe. Da ging es u.a. auch um die Macho-Nationalhymne. Und wir fanden folgende elegante Lösung: “Heimat bist du großer Töne” - schließlich ist die Musik, die in Wien produziert wurde, weltweit an Beliebtheit kaum zu überbieten.
Und wenn manche bei “Töne” eher an duftende Töne denken, na sollen sie. Macht die Hymne auch noch deftig à la Mozart.

lfp  on  01/27  at  02:52 PM

Ein vorzüglicher Vorschlag! In der Schweiz könnten wir “Heimat bist du grosser Löhne” (bzw. “Heimat bist du hoher Löhne”) schreiben, aber hier gibt es diese Zeile nicht (die die Hymne vollends ungeniessbar machen würde).

Oliver  on  01/27  at  03:12 PM

Also, ich habe mal auf der Grundlage des Vorschlags von lfp die erste Strophe neu gedichtet. Ich wollte es allen recht machen (Liebhabern von Gebirge und Ebene, Gross- und Kleinwüchsigen) und zugleich den Einfluss der Kirche (Dome) und der Werkzeugindustrie (Hämmer) abschwächen. Ausserdem wollte ich an die grossen österreichischen DichterInnen und MusikerInnen erinnern und ein bisschen mit der Selbstreferenz von Hymnen spielen.

Land der Täler, Land der Berge,
Land der Riesen, Land der Zwerge,
Land vom Öster bis zum Reich!
Heimat bist du, wunderschöne,
Voll der Wörter und der Töne,
Vielbesungnes Österreich,
Vielbesungnes Österreich.

Wo kann man das jetzt einreichen?

Oliver  on  01/27  at  03:52 PM

“Heimat bist du grosser töne”  - das ist ja gelungen ;-)passend zu all den Herren/Düften , die im schatten der mozartKugeln unter lautem getöse brüderlich ihre duftmarke weltweit hinterlassen haben.

@ Oliver
Es sieht so aus, dass in österreich die söhne unter sich bleiben wollen - im augenblick scheinen sie unter rhythmusstörungen zu leiden,  gegenüber neuen denkanstössen überfordert zu sein - grusel, ich würd`s hier stehen/lassen ...:-(

Anne  on  01/27  at  06:22 PM

Ein hinweis, falls interesse besteht?

Weibliche formen (töchter) werden im österr. bundesheer vermisst. Mit einem werbespot “lust auf spritztour - die nackte kanone” wollte mann junge frauen für den militärdienst ködern. “Breitbeinig sitzt er da, der kahlköpfige macho, doch der panzer stiehlt ihm die show”/süddeutsche zeitung.
Eine sexistische aktion, die inzwischen gestoppt wurde.
“In einer zeit, in der das bundesheer um soldatinnen wirbt, ist es untragbar, frauen als sexualisierte objekte darzustellen, die auf panzer abfahren. Das wirft uns mind. 6o jahre zurück” (Judith Götz, referat für feministische politik…)Von der ukrainischen armee liessen sich die macher inspirieren - dort wurden im werbespot f.d. armee die lippen der frauen nur noch greller geschminkt. Für die österr. fassung wurde ein türsteher e. diskothek aus Krems gebucht (nachzulesen im internet). 

Warum sollten sich die töchter f.d. wehrpflicht entscheiden, für einen ort, an dem sog. männlichkeit konstruiert, sozialisiert und reproduziert wird? In kriegseinsätzen sind frauen, mädchen die ersten opfer von (sexualisierter) gewalt - so mancher sohn ein vergewaltiger.
Obiger werbespot scheint wieder ein indiz f.d.  männlichkeitswahn zu sein - das militär mit all seinen panzern und dem allgegenwärtigen heldentum bleibt uns leider erhalten.
Ein neues werbe-video scheint auf heeresseite vorzuliegen mit einem konditionsstarken soldaten, der in rekordzeit zu einem rendezvous startet - mit einer langbeinigen brünetten im kurzen schwarzen und extrem hohen, sehr sexy pumps ..

Mann bleibt im klischee hängen und begreift scheinbar nie…

Anne  on  01/31  at  08:13 PM

zur info ein artikel v.4.3.2o1o “töchter-text in hymne `gesetzeskonform`- ur-fassung beinhaltete söhne und väter.   
http://diestandard.at/1267132314181/Halleluja-Toechter-Textzeile-in-Hymne-gesetzeskonform

Anne  on  03/04  at  07:48 PM

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