Weibliche und ältere Zielgruppen

(auch ein Beitrag zu Schillers 250. Geburtstag)

Am Donnerstag, mal wieder mit der DB unterwegs, blätterte ich im Novemberheft des mobil-Magazins der Deutschen Bahn. In einem Interview über Computerspiele äußerte Ralf Wirsing (40), Deutschland-Chef des Spieleherstellers Ubisoft, folgendes:

Mit dem Wii System von Nintendo … kann man das Geschehen auf dem Fernseher steuern, was zu einer Welle von neuen Sport- und Simulationsspielen geführt hat. Anders als der Computer, an dem man oft noch Einstellungen vornehmen muss, sind die Konsolen auch ohne Vorkenntnisse leicht zu bedienen. Damit erreicht man auch weibliche und ältere Zielgruppen.

Obwohl ich als ältere und weibliche Person beiden Zielgruppen angehöre, ist es mir bisher gelungen, für Ralf Wirsing und Ubisoft unerreichbar zu bleiben.

Sonst wurden und werden wir Frauen ja meist mit den Kindern in einen Topf geworfen. “Frauen und Kinder zuerst” heißt es bekanntlich oder “Frauen und Kinder die Hälfte”. Für Wirsing aber sind die körperlich, geistig und finanziell Schwachen, die zu uns passen, nicht mehr die Kinder, sondern ältere Männer. In Sachen Computer und vor allem Computerspiele sind männliche Kids nicht mehr die Schwachen, sondern die Experten.

Wirsing scheint davon auszugehen, dass Mädchen, Frauen und ältere Männer von den Computerspielen bisher nicht “erreicht” wurden, weil uns die Vorkenntnisse fehlen, um am Computer “Einstellungen vorzunehmen”.

Also bei mir trifft das nicht zu, auch in meinem weitläufigen Bekanntenkreis von weiblichen und älteren Personen kenne ich kein Mädchen, das nicht computerkundig ist und keine einzige Frau, die nicht seit Jahrzehnten “Einstellungen an ihrem Computer” vornimmt. Lediglich ein paar inzwischen ältere Männer tun und taten sich schwer mit dem Ding. Was uns Frauen von den Spielen vor allem abhält, ist die Tatsache, dass sie uns inhaltlich nicht ansprechen und wir unsere Zeit lieber mit etwas anderem verbringen, vor allem lieber mit anderen Frauen, mit einem Buch oder an der frischen Luft als vor einem Bildschirm, vor dem wir schon den ganzen Tag verbracht haben.

Ja der Homo ludens, der spielende Mensch, ist wohl doch eher ein spielender Mann. Für Schiller, der in seiner Abhandlung über die ästhetische Erziehung des Menschen zu dem Schluss kam, dass “der Mensch nur da ganz Mensch ist, wo er spielt”, ist der Mensch eindeutig ein Mann. Unser Jubilar, mit 250 Jahren auch nicht mehr der Jüngste, versteht unter dem Menschen z.B. den “Natursohn” oder den “Weltmann”, auch träumt er davon, wie “sich die Jugend der Phantasie mit der Männlichkeit der Vernunft in einer herrlichen Menschheit vereinigt.” Herrlich fürwahr.

Doch zurück in die raue Gegenwart. Frage des Interviewers an Ralf Wirsing: “Im Zusammenhang mit Amokläufen an Schulen geht es immer wieder um den Einfluss von Ego-Shooter-Spielen auf Jugendliche - sehen Sie sich als Spielehersteller hier in der Verantwortung?”

Darauf der smarte Deutschlandchef: “Die Frage stellt sich nicht. Shooter sind zumeist ab 18 Jahren freigegeben und somit reine Erwachsenenunterhaltung. Wir stellen aber leider immer wieder fehlerhaftes Wissen über Spiele und ihre Auswirkungen fest.”

“Fehlerhaftes Wissen” stelle ich vor allem bei Ralf Wirsing fest. Einmal über die “weiblichen und älteren Zielgruppen”, die er für zu doof hält, um mit einem Computer umzugehen. Zum anderen über die Ego-Shooter. Dass sie erst ab 18 freigegeben sind, hat doch jüngere Spieler noch nie vom Zugang dazu abgehalten, im Gegenteil.

***
Als ich noch klein war, bekam ich eine große Mamapuppe geschenkt. Sie hatte pechschwarze, etwas kratzige Locken, konnte “Mama” sagen, wenn ich auf ihren Bauch drückte, und mit den Augenlidern klappern. Ich gab die Puppe meiner kleinen Schwester, denn ich interessierte mich mehr für Lege- und Steckspiele. Später ließ mich mein älterer Bruder bei seinen Indianerspielen mitmachen, aber nur als namenlose “Squaw”, während er der große Held Chingachgook war. Diese Spiele fesselten mich auch nicht lange, und endlich entdeckte ich die Wunderwelt der Bücher.

Die Wunderwelt der Bücher ist bei den Knaben durch die Computerspiele völlig aus der Mode gekommen, während viele Mädchen diese Welt noch unbeschadet erreichen, bevor die Computerspiele - “Fesselnder als Kino” (Wirsing) -  sie erreichen. Wie die jüngste Pisastudie gezeigt hat, stärken die Mädchen dadurch ihre Vorstellungs- und Urteilskraft, erreichen dadurch mehr in der Schule und sind vor Spielsucht, Verdummung und Verrohung besser geschützt als die Jungs.

Was Ralf Wirsing uns gern als Vorsprung der computerkundigen Jungmännerwelt verkaufen möchte, ist in Wirklichkeit eine beängstigende Schwäche, die sie jetzt schon teuer bezahlen müssen - wie viel mehr, wenn sie älter sind.

Anders als das Buch, für das man außer der Lesefähigkeit Geduld, Konzentration, Vorstellungskraft, ein gutes Gedächtnis und vieles mehr mitbringen muss, sind Computer auch ohne diese Begabungen leicht zu bedienen. Damit erreicht man auch männliche Zielgruppen inklusive Analphabeten. (Ralf Wirsing, redigiert von Luise F. Pusch)

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# | Luise F. Pusch am 11/21 um 09:51 PM

Nicht nur das grosse Desinteresse der armen Buben an Literatur trifft zu, sie sind auch in größerem Masse von Leseschwäche betroffen. Lesen bedeutet für sie immer noch `Mädchenkram`- das passt so gar nicht zu ihrem Rollenbild. Es wird mit etwas Weiblichem konnotiert und Jungs scheuen diese wie der Teufel das Weihwasser.
Was ist eigentlich am `Weiblichen` so negativ?

Ego-Shooter und andere Baller-Computerspiele sowie Pornocomputerspiele scheinen der Versuch zu sein,  die sog. `beschädigte` Männlichkeit aufrechtzuerhalten bzw. wiederherzustellen.
Was diese negativen Anreize bewirken und wie aggressiv sie machen können, wurde schon in Studien bewiesen. Einfühlungsvermögen und Empathie werden gemindert.
Überhaupt werden beim Lesen und Sprechen bei Mädchen die linke UND rechte Gehirnhälfte genutzt - zudem sind beide Gehirnhälften auch besser vernetzt. 

Wenn Jungs das Bedürfnis haben, sich mit Helden/Heldentum zu identifizieren, braucht frau sich nur in der Geschichte und Gegenwart umzuschauen, wie wenig Heldenhaftes hier zusammenkommt.

Brauchen wir auch neben den hässlichen Gewalterfahrungen , verursacht durch das männl. Geschlecht , in der Realität auch diese Verbreitung zwecks `Lust` auf Unterhaltung in der virtuellen Welt?
Der amerik. Militärpsychologe Dave Grossman weist darauf hin, dass Computerspiele mit denselben Mechanismen arbeiten, wie die Simulation des amerik. Militärs. Er bezieht sich auf Brutalo-Spiele und bezeichnet diese als Tötungssimulation, die die natürliche Hemmschwelle des Menschen, einen Artgenossen zu töten, abbauen. In eindrucksvollen Beispielen beschreibt Grossman, wie Computerspiele Kinder zu Killer machen: “Sie geben ihnen den Willen und die Fähigkeit zu töten an die Hand. Das einzige, was ihnen dann noch fehlt, ist die Waffe.” (Auszug aus Nano-online)

Und die vielen Maskulisten , die sich inzwischen pandemisch ausbreiten, lassen nichts unversucht, wieder einmal dem weiblichen Geschlecht die Schuld in die Schuhe zu schieben, dass die Jungs i.d. Schule schlechter abschneiden als Mädchen!

Gestern nacht habe ich mal bewusst durch`s Fernsehprogramm gezappt - widerlich die Tatsache der extremen Gewaltschau an Frauen/Mädchen bzw. wenig Heldenhaftes, was die MACHER auf die Menschheit loslassen.


Lg Amy

Amy  on  11/22  at  11:59 AM

Hallo zusammen,

soweit ich weiß, geht es bei den Wii- “Extra”-Zielgruppen nicht um die Vorkenntnis einen Computer zu bedienen, sondern um die trainierte bzw. untrainierte “Hirn-Daumen-Koordination”, die schlicht schlechter ausfällt, wenn sie nicht von Kindes Beinen an trainiert wird.

Zwar sind Vorkenntnisse bei der Wii auch nicht schlecht, jedoch für “Spielvergnügen” nicht notwendig.

Viele Grüße
Steffi

Steffi  on  11/23  at  08:58 AM

Eine frühe musikalische stimulation (u.a. spielen eines musikinstruments) ist ein wichtiger faktor für die hirn- und damit lernentwicklung und von grosser bedeutung f.d. (lern-)biografie von menschen: bewegung/feinmotorik, sprachen, gestalterische tätigkeiten, wahrnehmung, emotionalität sowie aggressionsabbau.

Ein instrument zu spielen ist eine der komplexesten menschlichen tätigkeiten. Schon bei einfachen stücken, die vom blatt gespielt werden,  werden fähigkeiten wie motorik des intellekts und der sinne beansprucht: präzise koordination beider hände, ausgeprägte feinmotorik, räumliches vorstellungsvermögen, um sich auf dem instrument , einem räumlichen gebilde zurecht zu finden. Abstraktes und komplexes denken sind gefordert. Wer ein stück vom blatt spielt, betätigt sich vorausschauend und nachhörend unter den extremsten bedingungen der ungleichzeitigkeit.

Instrumentalspiel fördert aber nicht nur die vernetzungen im gehirn. Teile des gehirns vergrössern sich sogar, wenn der instrumentalunterricht früh genug einsetzt. Die stärksten phänomene treten auf wohl vor dem alter von 8-9 jahren. Wenn musikalisches training schon sehr früh beginnt, lässt sich zeigen, dass die hirnrinde selber sich verändert.
Schon das hören von klassischer musik für ca. 2o minuten verbessert das räumliche vorstellungsvermögen.

Später treten auch noch effekte auf, auch noch mit 80 Jahren.
Man kann mit 85 jahren anfangen ein musikinstrument zu lernen und dabei wird festgestellt , dass die gehirnzellen, die bisher schon reduziert waren, wieder völlig regeneriert werden.
Das heisst, das musik machen ist eine form von gehirnjogging. Es dient sogar der wiederherstellung der gedächtnisfähigkeit, kombinationsfähigkeit, wahrnehmungsfähigkeit.
(Auszüge aus wie musik auf das menschliche gehirn wirkt)

Neben bücher-lesen hat das erlernen eines musikinstruments einen äusserst positiven effekt ,  besser als sich stundenlang mit vorgegebenen computer-animationen, (brutalo-) ballerspielen zu beschäftigen. Könnten gerade die leseschwachen oder computersüchtigen jungens sich im realen leben beweisen und ihr eigener shooting-star sein. Dann fällt auch das lesen eines buches leichter. Nur, das bedeutet halt mehr anstrengung.  Gleiches gilt für den sport.

Fraulenzen  on  11/23  at  01:38 PM

Wir sollten uns nicht täuschen über die inzwischen auch computerspielenden Mädchen und Frauen, ich denke nur an Sims, das Heileweltbastelprogramm.
Beispiel aus der Umgebung: angehende Lehramtsstudentin für Grundschule nennt mit PC-Spielen eine ihrer häufigsten Freizeitaktivitäten. Bücher werden auch gelesen, aber auf einer engen Spur von Harry Potter über die Biss-Schwarten weiter in den Fantasy-Bereich. Und ein Instrument hat die junge Frau auch gelernt - aber nun erst mal zur Seite gelegt. Lesetipps in sonstige belletristische Richtungen werden freundlich abgelehnt. Tja.

Wildgans  on  11/23  at  04:50 PM

mich haben sie mit 8 klavier lernen lassen, aber ich hasste den drill, obwohl ich gern improvisierte. und vierhändig die klavierfassung einer haydnsinfonien zu spielen begeisterte mich: ich spielte die tiefen stimmen. - in den nachfolgenden turbulenten jahren wollte ich gern ein instrument “beherrschen” (ist ein blödes wort, viemehr wollte ich, dass etwas abgeht, wollte eine perfektion erreichen) und wäre sicher ein computer-freak geworden, hätte es damals schon PCs gegeben. mofas gab es auch keine, was blieb mir übrig? ich begann mich für die gewehre meines vaters zu interessieren, wurde eine scharfschützin auf die zielscheibe. es gab freundinnen, die mich um diese möglichkeit beneideten. Bis ich,in der duftenden frühe eines sommertags, angefeuert vom vater, meinen ersten rehbock schoss - aufs blatt. Er sprang noch hoch auf. mein vater war begeistert, sah mich als seine nachfolgerin: feierlich überreichte er mir den “bruch” (einen zweig, der den jagderfolg symbolisiert: er wird dem verendeten tier in den äser gegeben).- warum ich das erzähle? der wunsch in der erwachsenenwelt zu bestehen wird spielerisch geübt,dies ist zu jeder zeit verschieden. der umgang mit einem instrument/computer/vehikel/schusswaffe etc. gehört zu den adoleszenten erprobungen um zu erfahren, was vermag ich, wie weit kann ich/ will ich gehen um herauszufinden: was ist meins? wer bin ich?
NB: Trotz bestandener jagdprüfung bin ich keine sonntagsjägerin geworden, habe nie wieder auf jemand geschossen: der schmerz über meine bluttat hat mich mein leben lang begleitet. warum? ich konnte darüber sprechen und reflektieren. das schlimme an den computerspielen ist ja, dass eine scheinkommunikation mit der welt simuliert wird und die kids vor der glotze oft vereinsamen während die realen herausforderungen fadisieren.

brigitte  on  11/23  at  09:18 PM

puh… da wird aber wieder viel zusammengehauen… computerspiele auf ballerspiele reduziert, lesen als das einzigst wahre propagiert, mädchen als die “besseren” menschen “vorgestellt”, weil sie mehr lesen würden, ballerspiele = ausbildung zum töten, ... das wirkt mir zu einfach.

zu wenig werden mir die positiven elemente “vorgelegt”. schonmal in der reha jmd. mit ner wii spielen gesehen, sowas ist eine ganz andere motivation, als von wand zu wand zu laufen. oder kinder mit adhs gesehen wie sie es schaffen sich plötzlich zu konzentrieren, oder personen die dadurch erstmal kennen lernen was ein “team” ist. natürlich muss man sich immer fragen wie viel davon gut ist, wo es problemfelder gibt,... aber das medium computerspiele gleich so zu verteufeln? weil es anders ist als ein buch, weil es neu ist? ist nicht “euer” ernst. (damit will ich garn icht sdagen, dass das buch keine berechtigung hat, natürlich hat es das. aber eine neben anderen medien.)

der typ hat ja nicht ganz unrecht, dass mit der wii auch frauen angesprochen werden. ob das an einstellungen leigt glaub ich nicht, aber fakt ist sie ist unter mädchen deutlich verbreteter als frühere konsolen.

und bitte auch nicht immer dieses “alles was schlecht ist auf der welt ist vom mann”, als hätte die frau gar nichts zu sagen und wenn, dann würde sie das machen was dei männer erzählen. ihr seid doch die besten beispiele, dass es nicht immer so ist.

die antwort des typen von ubisoft finde ich schon sehr “seltsam”, denn natürlich ist ein hersteller für seine spiele verantwortlich. jedoch muss ich auch sagen, dass der zusammenhang von ballerspielen - amokläufern wissenschaftlich nicht gegeben ist, bzw. wer ihr sieht kann wie auch in “bowling for colombine” das bowling als “ursache” sehen.

so, das wars mal wieder hier….

liebe grüße,
das papierschiff

papierschiff  on  11/24  at  08:25 AM

” Es ist anhand experiment. studien eindeutig bewiesen, dass der umgang mit gewalt in computerspielen das aggressionsverhalten, die aggressiven gedanken und gefühle bei kindern und jungen erwachsenen massiv beeinflusst. Die tendenz zur aggression wird durch die unzähligen Stimuli eines computerspiels aktiviert, indem sie die aggressionslust fördern und die gewaltausübung belohnen.
Gewaltanwendungen sind möglich, wenn die aggressionshemmung versagt.
Bei häufigem spielen wird die fähigkeit zum mitleid vor allem langfristig reduziert.

Dem spieler/kind bleibt etwa beim fiktiven erschiessen von möglichst vielen gegnern keine zeit für mitgefühl, da es stets dafür belohnt wird, dass es andere verletzt und vernichtet.
Dadurch kommt es zum dammbruch i.d. aggressionshemmung und das daraus resultierende ungleichgewicht macht kinder erst i.d. folge aggressiv.

In den USA wurden zahlreiche untersuchungen zu den auswirkungen von gewaltdarstellungen im fernsehen auf kinder und jugendliche durchgeführt .
Beinahe in allen konnten signifikante korrelationen zwischen dem konsum von fernsehgewalt und aggressiven gedanken, einstellungen oder gewalttätigen verhalten nachgewiesen werden.

Nach untersuchungen (uni bochum) hat sich gezeigt, dass jugendliche gewalttaten zumindest z.t. nach mustern von gewalthaltigen video-und computerspielen inszenieren. “

Und hinter der verbreitung von computerspielen mit gewaltinhalten steckt eine starke lobby. Und diese sahnt mit starken gewinnzuwächsen kräftig ab.

Ein weiteres indiz für den männlichkeitswahn - das zeigen von brutalen aufnahmen ist dabei vorwiegend ein männer-thema, denn während männliche jugendliche eher amüsiert sind, sich dafür begeistern können, reagieren mädchen zumeist betroffen.

Diese welt ist voller gewalt - mittlerweile hat diese auch inform von entspr. computerspielen i.d. kinderzimmern einzug gehalten.   

Beim massenmord von winnenden wurden 8 schülerinnen und 3 lehrerinnen ermordet. 7 weitere schülerinnen krankhausreif geschossen.
Auch dieses phänomen, dass die opfer zu 90 % frauen/mädchen waren - wurde nicht einmal benannt, diskutiert bzw. einfach verdrängt.
Erst feministinnen haben auf das `phänomen` frauenhass, männlichkeitswahn etc.  hingewiesen und somit eine öffentliche diskussion angeregt.

Warum haben die (visuellen) gewaltdarstellungen und -verherrlichungen i.d. medien, pornographie usw. überhaupt so viele männliche interessierte anstatt sich intensiv für gewaltlosigkeit und gewaltfreie kommunikation einzusetzen.

Mit der wunderwelt der bücher wird die eigene phantasie angeregt. Eine frühmusikalische ausbildung/erziehung würde mit sicherheit auch helfen, die gewalt-aggressions-bereitschaft von jungen zu senken. Besser als der konsum jeder art von medialer gewalt.

Auch zu den äusserungen des `unwissenden` herrn Wirsing kann frau nur sagen - die typische voreingenommenheit einer männlichen `zielgruppe`. 
   

Llg Anne

Anne  on  11/24  at  09:12 PM

@anne.. es gibt jedoch auch andere Studien / andere Wissenschaftler die das anders sehen. natürlich ist es aber so, das gewalt in spielen auch negative auswirkungen haben kann.

und ehrlich gesagt habe ich kein verständnis dafür wenn eltern ihre 14jährigen kids alleine spiele ab 18 spielen lassen, genauso wenig wie entsprechende filme.

sie prangern die männer-domäne an… werden die buben aber dazu nicht erzogen? wo ist die kindergärtnerin die kein problem damit hat wenn ein junge rosa sachen trägt? wo sind die männer in den kindergärten, warum müssen männer zum wehrdienst? warum wird eine computerspielewettbewerb in einer stadt kurz nach “winnenden” verboten, gleichzeitig darf ein paar kilometer weiter aber eine waffenmesse stattfinden? warum gibt es heutzutage fast keine wiesen mehr zum fussballspielen?
ehrlich gesagt wundert mich manchmal das die welt überhaupt noch so aussieht wie sie ist?

“Mit der wunderwelt der bücher wird die eigene phantasie angeregt.” och bitte nicht. warum spielen sie das buch gegenüber den anderen medien aus?

früher hat man sich noch geschichten von person zu person erzählt, das buch ist doch ein teufelszeug, jeder liest alleine und ist in seiner welt *mitdenaugenroll*

papierschiff  on  11/24  at  09:46 PM

Ob Bücherlesen oder Geschichtenerzählen: Wichtig ist, dass keine oder nur wenige Bilder mitgeliefert werden, damit das Kind sich die Bilder dazu selber macht. Nur so entwickelt es die lebenswichtige VORSTELLUNGSKRAFT.

lfp  on  11/24  at  10:50 PM

aber keiner will doch buecher verbrennen oder verteufeln,im gegensatz zu manche hier,die sich anscheinend am liebsten wünschen würden,dass es computerspiele nie gegeben hätte. das computerspiel schliest doch das buch nicht aus. wie gesagt: warum wird das eine nur gegenüber dem anderen so ausgespielt?

die entwicklung der fantasie ist übrigens größtenteils schon wenndas kind zum computerspielen kommt abgeschlossen. nur mit der zeit verlernt der mensch es wieder,bestimmt haben die medien auch ihren teil daran.

papierschiff  on  11/24  at  11:24 PM

Ich kann Wildgans nur zustimmen. Und man sollte die Computerspiele auf dem Handy - auch Handyspiele genannt - nicht vergessen. Diese werden von Mädchen ebenso gespielt wie von Jungen. Übrigens auch an der frischen Luft.

Oliver  on  11/25  at  01:11 PM

vorsicht,bitte nicht die renter vergessen. auch die spielen heutzutage spiele auf dem computer (und es gibt sogar retner für die ist das der einzigste grund noch am leben sein zu wollen.die kids wohnen woanders,sie sehen nur den pflegedienst und die menschen von essen auf rädern…

papierschiff  on  11/25  at  03:46 PM

Audiobooks sind neben den büchern eine schöne errungenschaft . Eine frau hat als eine-frau-firma vor vielen jahren den hörverlag gegründet und beschäftigt inzwischen 4o mitarbeiterinnen.
Die hörerInnen sind lt. studien überdurchschnittlich gebildet, mobil, flexibel und kulturell interessiert.

Es scheint auch rentner zu geben, die sich gerne indizierte pc-spiele besorgen und sich amüsieren , wenn die `köpfe` platzen…
In japan dürfen inzwischen gelangweilte senioren pornos drehen. Doch schön, wenn mann noch eine aufgabe hat.     
Viele rentnerinnen, die ich kenne, engagieren sich, sind aktiv, besuchen konzerte, literaturkreise, malkurse, vorträge,  kommunizieren miteinander, lesen bücher oder hören audiobooks. Und sind froh,  wenn sie dem ollen rentner (soweit vorhanden) samt lästiger ehe/pflichten endlich aus dem wege gehen können. 
Audiobooks auch gut geeignet für `blinde`, analphabeten und `täuberiche`.

Anne  on  11/25  at  08:27 PM

@anne schade, dass sie auf meine kritik nicht eingegangen sind.

im übrigen gibt es relativ wenige indizierte spiele, und ich hoffe für sie, dass sie zumindest 2 mal ausprobiert haben bevor sie diese kritisieren. ebenso schließt das computerspielen für sie engagierte arbeiten nicht aus. zu den von ihnen genannten alternativen sehe ich übrigens keine unterschiede, außer dass alles was neu ist perse anscheinend auch schlecht zu seinen scheint.

traurige sache irgendwie. aber früher war ja zum glück alles besser, da hat man sich trotz buch zum glück nicht verhauen, getötet oder verbrannt *mitdenaugenroll*

liebe grüße,
das papierschiff

papierschiff  on  11/25  at  10:59 PM

Ich finde, so richtig interessant wird die Argumentation dann, wenn es heisst: das Kind spielt nicht am Computer, nein, sondern: es schult seine multimediale Kompetenz. Heutzutage wird doch jedes (Computer)Spiel gleich als ‘Lern’spiel verkauft oder zumindest so beworben - allerdings werden als Lernziele angepriesen: frühkindliche Förderung im Umgang mit Tastatur und Maus, Mathe-Training, Deutsch-Training, English-Vokabeltraining ... ich wundere mich, warum da noch Lehrerinnen aus Fleisch und Blut in den Klassen stehen ... könnte man sich von Staats wegen diese enormen Kosten nicht sparen? Schliesslich wird schon heute der Wert einer Schule daran gemessen, wieviele Computer sie pro Schüler zur Verfügung stellen kann.

Ja, ich bin der Meinung die Bedienung einer Tastatur samt Maus erfordert kein jahrelanges Training, und viele RentnerInnen beweisen täglich, dass sie fit sind im Umgang mit dem PC, trotzdem sie erst im hohen Alter damit begonnen haben. Warum also wird es uns als Errungenschaft verkauft, das unsere Kinder so viel und so lange und so ausdauernd am PC spielen? Zumal sie sich dabei selten mit dem PC selbst auseinandersetzen, von den BASIC-Kids mal abgesehen. Computer aufschrauben, reingucken und begreifen ist mittlerweile auch schwierig geworden in Zeiten von Laptops und Spielkonsolen.

Trotzdem gilt es bei Lehrern und Erziehern oft schon per se als gut, wenn die Kinder am Computer sitzen, was sie da tun ist fast schon Nebensache. Alle, die steif und fest behaupten, die Computerspiele hätten keine und wenn überhaupt, nur positive Auswirkungen, sei ein Selbstversuch empfohlen: einfach mal am Montag in eine deutsche Schulklasse gehen, hospitieren hiess das früher. Und dann mal am Donnerstag. Sie werden stauen, wie die Kinder sich langsam beruhigt haben nach dem medialen Dauerbeschuß vom Wochenende. Oder, auch interessant: die erste Woche nach den Ferien. Übrigens, schon früher wussten die Lehrer immer sehr genau, welche Schüler am Sonntagabend noch den spannenden Krimi gesehen hatten, und welche nicht. Und wenn schon passives Zuschauen solche mit Händen greifbare Auswirkungen hat, wie mag das wohl beim aktiven (Mit)tun sein?
Aber egal, Lehrer die klagen sind eh zu doof für den Job, und nicht für die Schule, für das Leben lernen wir - und das haben unsere Kinder schon besser begriffen, als wir heuchlerischen Erwachsenen wahrhaben wollen.

Undine  on  11/26  at  01:11 PM

Nachtrag zur info:  Es gibt mindestens 2.5oo indizierte videospiele - dazu kommen mehr als 1oo computerspiele. Gar nicht daran zu denken, welcher `horror-schmutz`  sonst noch im umlauf ist bzw. zum verkauf angeboten wird. Das gilt für videotheken und insbesondere für das internet.

2oo9 wurde ein übles frauenschänder-game bei einem online-händler vom markt genommen.
Hier wurden frauen begrapscht und reihenweise vergewaltigt. Jeder kann sich das szenario selbst ausmalen. Das `spielziel` sollte klar sein. Darüber hinaus besteht die grundsätzliche gefahr, dass die opfer schwanger werden. Sollte dieser fall eintreten, liegt das weitere ziel darin, die opfer zu einer abtreibung zu bewegen. Wer sich nicht damit begnügen kann, alleine dieser handlung nachzugehen, kann zwei virtuelle `freund` hinzuholen. Der gruppenvergewaltigung steht somit nichts mehr entgegen.

Gerade in japan nimmt die spielentwicklung abstruse formen an. Dazu gehören viele games (wie oben) , die (massen)vergewaltigung oder sexuelle belästigung i.d. mittelpunkt stellen. Was hierzulande wohl niemals den weg in ein seriöses geschäft finden würde, findet sich in japan in nahezu jedem gut sortierten pc-spiele-laden.

Dass derartige comp.-spiele auch indizierte mit gewalt-/horror-  oder porno-inhalten der absolute renner sind bzw. ein grosses interesse bei der männl. zielgruppe finden , ist abstossend.
Auch die tatsache, womit sich diese zielgruppe nicht nur in ihrer fantasie beschäftigt.

Anne  on  11/27  at  01:44 AM

Die vereinten nationen haben an japan eine rüge ausgesprochen.
Konkret hat die “Convention on the Elimination of all Forms of Discrimination against Women” (CEDAW) japan vorgeschlagen, alle spiele zu verbieten, die vergewaltigungen, sexuelle belästigungen oder stalking als spielziel auserkoren haben.
Besonders kritisch wird hierbei a.d. japanische gesetzgebung geblickt.
Dort ist kinderpornographie zwar strafbar, dies umfasst jedoch beispielsweise nicht die darstellung von kindern in PC-spielen.
Die zurechtweisung durch die vereinten nationen stellt für japan keine verpflichtende anweisung dar.
Dennoch dürfte sich der fokus der öffentlichkeit a.d. praktiken konzentrieren und auch internationalen widerstand formen.
Besonders geschmacklos war die produktbeschreibung des o.a. frauenvergewaltigungs-games - man sprach von “einem amüsanten übungsmodus, in dem man lernt, wie die jeweiligen opfer gefügig gemacht werden.
(Quelle: UN und Japan - Vergewaltigungsspiele verbieten / 2009)

Die männliche zielgruppe ergötzt sich ferner an widerwärtigen computer-kriegs-spielen.
Der massenmörder von Erfurt z.b. ermordete als Ninja-Krieger verkleidet kaltblütig und planmässig 16 menschen. Ein massaker nach plan. 
Die polizei fand in seiner wohnung computer- und videospiele. Der täter ein begeisterter counterstrike-spieler. In diesem brutalo-spiel wird wahllos getötet, um nicht getötet zu werden. Gleiches gilt für den frauen-mädchenmörder von Winnenden, der sich mit gewaltverherrlichenden computerspielen aufputschte.
Dass medien vorbilder für verbrechen sein können, hat auch das drama von Littleton, Denver gezeigt.  Ähnlich wie in einem bekannten brutalo-spielfilm erschiessen zwei jugendliche der
columbine highschool mit halbautomatischen waffen 12 mitschüler und danach sich selbst. 1999 hat ein schüler in Bad Reichenhall 5 menschen ermordet. Man fand bei ihm gewalthaltige video- und computerspiele.

“Jeder dieser massenmorde der letzten zeit hat gezeigt, dass sich jugendliche gegenüber menschlichem leid desensibilisiert haben. Und wenn wir uns die fälle genauer ansehen, dann merken wir, dass sie nicht nur gelernt haben, wie man tötet, sondern dass es auch noch spass macht.”
(David Grossmann)

Hier wird gewalt als kult zelebriert -  spiele dienen als anleitungen für vergewaltigungen, sexuelle belästigungen, stalking (in den meisten fällen gegenüber frauen/mädchen). Hauptsache die männliche zielgruppe hat ihren spass daran. Die skrupellosen hersteller und programmierer sind die `grossen` verdiener.

Anne  on  11/30  at  05:37 PM

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Hedwig Dohm