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Alice Paul
geboren am 11. Januar 1885 in Moorestown, New Jersey
gestorben am 9. Juli 1977 in Moorestown, New Jersey
amerikanische Frauenrechtlerin
Alice Paul, die schüchterne Tochter einer wohlhabenden, liberalen Quakerfamilie aus Pennsylvanien, ging bei den englischen Suffragetten Emmeline und Christabel Pankhurst in die Lehre und entwickelte sich zur “einzigen wirklich charismatischen” Führerin der US-amerikanischen Frauen-Stimmrechtsbewegung im 20. Jahrhundert. Mit der 1916 von ihr gegründeten Frauenpartei (Woman’s Party) brachte Paul neues Leben in die etwas müde gewordene Frauenbewegung. Mit ihren radikalen Methoden wurde die kühne und brilliante Strategin, die ihr ganzes Leben der Sache der Frauen widmete, zur Pionierin des “zivilen Ungehorsams”.
Alice Paul besaß eine für ihre Zeit ungewöhnlich eindrucksvolle Bildung: 1905 machte sie ihren ersten Abschluß am Swarthmore College, studierte weiter an der Columbia-Universität und der Universität Birmingham (England) und bekam den Dr. phil. von der Universität von Pennsylvania. Dann begann sie ein Jurastudium, das sie 1928 mit einem zweiten Doktortitel von der American University abschloß. Während dieser Jahre war sie auch als Sozialarbeiterin tätig und engagierte sich, zuerst als Mitglied und bald als Führungsfigur, im militanten Flügel der Frauenbewegung.
In England wurde sie wegen ihrer öffentlichen Aktionen für das Frauenwahlrecht siebenmal verhaftet und kam dreimal ins Gefängnis, wo sie mit Hungerstreiks weiterprotestierte und -agitierte.
1910 in die USA zurückgekehrt, trat Paul der National American Woman Suffrage Association (NAWSA) bei, aber von Anfang an gab es Differenzen mit der Führungsriege. Während die NAWSA versuchte, mit gemäßigten Methoden die Gesetze in den einzelnen Bundesstaaten zu ändern, plädierte Paul für eine militante Strategie und für die Änderung des Grundgesetzes.

Sie setzte ihre Ideen in die Tat um, indem sie 1913 in Washington einen riesigen Umzug organisierte, der mit zehn Blaskapellen, fünf Gruppen Berittener, 26 Wagen mit kostümierten Suffragetten und über 8.000 marschierenden Frauen aus allen Schichten an 500.000 ZuschauerInnen vorbeidefilierte. Die Ausschreitungen vieler Gegner aus der Menge und das Nichteingreifen der Polizei verursachten einen hochwillkommenen Skandal, der der Stimmrechts-Kampagne ungeheure Publizität bescherte. Später demonstrierten Paul und ihre Anhängerinnen täglich mit Plakaten vor dem Weißen Haus und wurden wiederholt verhaftet.
Als 1920 das Wahlrecht endlich errungen war, mobilisierte Alice Paul ihre Frauenpartei, um für eine Änderung des Grundgesetzes zu kämpfen, die das Recht auf volle Gleichheit garantieren sollte (das “Equal Rights Amendment”, kurz ERA). Den Rest ihres langen Lebens widmete sie diesem einen Ziel. Sie hat nie geheiratet, denn am wichtigsten waren ihr die Frauen, mit denen sie ihre politische Arbeit teilte, vor allem ihre engste Freundin und Mitarbeiterin Elsie Hill, mit der sie jahrelang zusammenlebte. Die ERA wurde zwar 1972 vom Congress gebilligt, konnte aber die nötige Zahl der Bundesstaaten bis zum endgültigen Termin 1982 nicht mehr für sich gewinnen. Zum Glück hat Alice Paul diese Niederlage nicht mehr erleben müssen.

Joey Horsley
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Hinweis: Dies sind keine Literaturempfehlungen, sondern die zum Thema erschienenen Titel – ohne Wertung unsererseits.







