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Bettine von Arnim
geboren am 4. April 1785 in Frankfurt/Main
gestorben am 20. Januar 1859 in Berlin
deutsche Schriftstellerin
225. Geburtstag am 4. April 2010

»Wer resigniert und sich zusammennimmt, der beweist nur, daß er mehr tot als lebendig ist. Ich bin aber nicht tot. Ich habe einen festen, starken Willen, bis in Ewigkeit – und was hast Du dagegen? – Dich zu lieben?« schreibt Bettine Brentano 1809 an Johann Wolfgang Goethe.
Ihr Hunger nach Liebesbeteuerungen war unstillbar, aber nicht nur Goethe, sondern auch die Freundin Karoline von Günderrode und schließlich der geliebte Bruder Clemens, den sie erst 1802 kennenlernte, entzogen sich dem Liebeswerben der jugendlichen Schwärmerin. Drei ihrer Bücher geben Auskunft über die Erschütterungen, die Bettine in diesen Beziehungen erlebte: Goethes Briefwechsel mit einem Kinde (1835), Die Günderrode (1839) und Clemens Brentanos Frühlingskranz (1844).

Nach dem Tod der Mutter (1793) und des Vaters (1797) war Bettine zu ihrer Großmutter, der Schriftstellerin Sophie von La Roche, nach Offenbach gezogen, wo sie Gelehrten, Schriftstellerinnen und Künstlerinnen, deutschen Jakobinern, französischen Emigrantinnen begegnete.
1811 heiratet Bettine Achim von Arnim. Sieben Kinder kommen zur Welt, über deren Erziehung das Paar ebenso streitet wie über Geld und den Wohnsitz – ihn zieht es auf das Familiengut Wiepersdorf, sie bevorzugt die preußische Hauptstadt.

1831 stirbt Achim von Arnim. Bettine beginnt ihr »drittes Leben« (Christa Wolf). In dreizehn Jahren entstehen fünf Bücher. In ihrer Wohnung in Berlin treffen sich Caroline und Dorothea Schlegel, die Brüder Grimm, Alexander von Humboldt, das Ehepaar Varnhagen von Ense. »Ich bin sehr glücklich, gibt es etwas Beseligenderes, als aus der Einfalt der früher gelebten Jahre wie aus dem Zentrum der Glut in neu geweckte Flammen aufzuschlagen«, schreibt sie 1835 an Fürst Pückler.
Als »Communistin« und Urheberin des Aufstandes der schlesischen Weber 1844 verdächtigt (Das Armenbuch, 1844), wird sie zur Anhängerin der Jungdeutschen, Zielscheibe der Zensur und gründet schließlich ihren eigenen Verlag, die Arnimsche Verlagsexpedition, denn »nur in der Freiheit, in dem Fürsichbestehen gefällt mir das Leben«.

Am 20. Januar 1859 stirbt sie in Berlin. Man hatte die Sterbende so gebettet, »daß ihr Blick auf die Goethebüste fiel, und das Bild unseres Vaters ihr vor Augen gestellt ...«, berichtet ihre Tochter Maximiliane.
Susanne Gretter
Werke (Auswahl aktueller Ausgaben)
Arnim, Bettina von (2004): Bettine Brentano. Ich habe mein Herz hinein geschrieben. Ein Doppelleben in Briefen.
Ausgewählt und kommentiert von Hannelore Schlaffer. München. Dt. Taschenbuch-Verl. (dtv, 13235) ISBN 3-423-13235-3.
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Arnim, Bettina von (2006): Clemens Brentano’s Frühlingskranz.
Beigefügtes Werk: Die Günderode [Text und Kommentar]. . Herausgegeben von Walter Schmitz Frankfurt am Main. Dt. Klassiker-Verl. (Deutscher Klassiker-Verlag im Taschenbuch, 9) ISBN 3-618-68009-0.
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Arnim, Bettina von (2007): Die Sehnsucht hat allemal Recht. Gedichte, Prosa, Briefe.
Herausgegeben von und mit einem Nachwort von Gerhard Wolf. Frankfurt/Main, Leipzig. Insel-Verl. (Insel-Taschenbuch, 3284) ISBN 978-3-458-34984-6.
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Arnim, Bettina von (2008): Dies Buch gehört dem König.
Nach dem Text der Erstausgabe. . Herausgegeben von Wolfgang Bunzel München. Dt. Taschenbuch-Verl. (dtv, 13720) ISBN 978-3-423-13720-1.
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Arnim, Bettina von (2008): Goethe’s Briefwechsel mit einem Kinde.
Nach dem Text der Erstausgabe. . Herausgegeben von Wolfgang Bunzel München. Dt. Taschenbuch-Verl. (dtv, 13719) ISBN 978-3-423-13719-5.
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Arnim, Bettina von (2008): Vom Herzen in die Feder. Lebensspuren im Briefwechsel.
Ausgewählt und herausgegeben von Ulrike Ehmann und Sibylle von Steinsdorff. München. Dt. Taschenbuch-Verl. (dtv, 13721) ISBN 978-3-423-13721-8.
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Arnim, Bettina von (2009): Aus meinem Leben. Ein Lesebuch. . Herausgegeben von Dieter Kühn Frankfurt, M. Fischer-Taschenbuch-Verl. (Fischer, 90133 : Fischer Klassik) ISBN 978-3-596-90133-3.
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Arnim, Bettina von; Arnim, Freimund von (1999): Du bist mir Vater und Bruder und Sohn. Bettine von Arnims Briefwechsel mit ihrem Sohn Freimund.
Herausgegeben von Wolfgang Bunzel und Ulrike Landfester. Göttingen. Wallstein-Verl. (Bettine von Arnims Briefwechsel mit ihren Söhnen, 1) ISBN 978-3-89244-239-4.
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Arnim, Bettina von; Arnim, Friedmund von (2001): In allem einverstanden mit dir. Bettine von Arnims Briefwechsel mit ihrem Sohn Friedmund.
Herausgegeben von Wolfgang Bunzel und Ulrike Landfester. Göttingen. Wallstein-Verl. (Bettine von Arnims Briefwechsel mit ihren Söhnen, 3) ISBN 978-3-89244-240-0.
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Arnim, Bettina von; Arnim, Gisela von (2008): Das Leben der Hochgräfin Gritta von Rattenzuhausbeiuns. Märchenroman.
(anderer Einband: ISBN 978-3-7175-2159-4). Zürich. Manesse-Verl. (Manesse-Bibliothek der Weltliteratur) ISBN 978-3-7175-2158-7.
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Arnim, Achim von; Arnim, Bettina von et al. (2003): »Anekdoten, die wir erlebten und hörten«. . Herausgegeben von Heinz Härtl Göttingen. Wallstein-Verl. ISBN 3-89244-663-6.
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Quellen
Böttger, Fritz (1990): Bettina von Arnim. Ihr Leben, ihre Begegnungen, ihre Zeit.
Bern. Scherz. ISBN 3-502-18065-2.
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Diers, Michaela (2001): Bettine von Arnim.
(Vorsicht: in der Deutschen Nationalbibliothek unter ISBN 3-423-31008-1). München. Dt. Taschenbuch-Verl. (dtv, 31052) ISBN 3-423-31052-9.
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Dischner, Gisela (1998): Bettina. Bettina von Arnim. Eine Biographie aus dem 19. Jahrhundert.
(auch: ISBN 3-86572-076-5). Bodenheim. Philo. ISBN 3-8257-0076-3.
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Drewitz, Ingeborg (1969): Bettine von Arnim. Romantik - Revolution - Utopie.
München. Heyne. 1982. (Heyne-Bücher : 12, Heyne-Biographien, 56) ISBN 3-453-55056-0.
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Frederiksen, Elke und Goodman, Katherine R. (Hg.) (1995): Bettina Brentano-von Arnim. Gender and politics.
Wayne State University Detroit. Wayne State University. (Kritik: German literary theory and cultural studies) ISBN 0-8143-2516-5.
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Hirsch, Helmut (1987): Bettine von Arnim. In Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. . Herausgegeben von Klaus Schröter Reinbek bei Hamburg. Rowohlt. (Rowohlts Monographien, 50369) ISBN 3-499-50369-7.
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Weiterführende Literatur
Hinweis: Dies sind keine Literaturempfehlungen, sondern die zum Thema erschienenen Titel – ohne Wertung unsererseits.
Baumgart, Hildegard (2001): Bettine Brentano und Achim von Arnim. Lehrjahre einer Liebe.
München. Goldmann. (btb, 72667) ISBN 3-442-72667-0.
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Bürger, Christa (2001): Leben Schreiben. Die Klassik, die Romantik und der Ort der Frauen. Bettina von Arnim, Charlotte von Kalb, Sophie Mereau, Caroline Schlegel, Johanna Schopenhauer, Rahel Varnhagen.
Neuausgabe. Königstein/Taunus. Helmer. ISBN 3-89741-082-6.
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Drewitz, Ingeborg (2002): Bettine von Arnim. »… darum muß man nichts als leben«.
Berlin. Ullstein. (List-Taschenbuch, 60261) ISBN 3-548-60261-4.
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Landfester, Ulrike und Schultz, Hartwig (Hg.) (2003): Dies Buch gehört den Kindern. Achim und Bettine von Arnim und ihre Nachfahren. Beiträge eines Wiepersdorfer Kolloquiums zur Familiengeschichte.
Wiepersdorfer Kolloquium zur Familiengeschichte Berlin. Saint-Albin-Verl. (Schriftenreihe / Freundeskreis Schloß Wiepersdorf - Erinnerungsstätte Achim und Bettina von Arnim e.V., 4) ISBN 3-930293-61-7.
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Petzold, Lothar (2004): »Diese treffliche Einsamkeit macht mich glücklich«. Romantische Reise nach Wiepersdorf zu Bettina und Achim von Arnim.
Belletristische Darstellung. Dresden. Hille. ISBN 3-932858-49-2.
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Püschel, Ursula (2005): Bettina von Arnim – politisch. Erkundungen, Entdeckungen, Erkenntnisse.
Bielefeld. Aisthesis-Verl. ISBN 3-89528-482-3.
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Schade, Waltraud (2006): Bettine Brentano und Karoline von Günderrode. Ein Gespräch.
Berlin. Frank und Timme. ISBN 978-3-86596-081-8.
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Schiffter, Roland (2006): »… ich habe immer klüger gehandelt … als die philisterhaften Ärzte …«. Romantische Medizin im Alltag der Bettina von Arnim – und anderswo.
Würzburg. Königshausen und Neumann. ISBN 3-8260-3307-8.
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Schultz, Hartwig (2004): “Unsre Lieb aber ist außerkohren”. Die Geschichte der Geschwister Clemens und Bettine Brentano.
Hartwig Schultz. Frankfurt am Main , Leipzig. Insel-Verl. ISBN 3-458-17229-7.
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Wallenborn, Markus (2006): Frauen, Dichten, Goethe. Die produktive Goethe-Rezeption bei Charlotte von Stein, Marianne von Willemer und Bettina von Arnim.
Tübingen. Niemeyer. (Untersuchungen zur deutschen Literaturgeschichte, 129) ISBN 978-3-484-32129-8.
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