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Charlotte Salomon

geboren am 16. April 1917 in Berlin
verschleppt nach Auschwitz am 21. September 1943

deutsche Malerin und Dichterin
95. Geburtstag am 16. April 2012


„Zwischen 1940 und 1942 entstand ihr autobiographisches Singspiel Leben oder Theater?, eine gemalte Lebensgeschichte mit mehr als 1000 Gouachen, denen sie Begleittexte beifügte und Melodien zuordnete – ein einzigartiges Werk, ohne Beispiel in der Geschichte der Kunst, sich jeder Beurteilung nach kunsthistorischen Kriterien entziehend“ (Renate Wall). Das Werk gehört heute dem Jüdischen Historischen Museum in Amsterdam.
Charlotte Salomon (oben, 2. von rechts) mit Kommilitoninnen
Charlotte Salomon wuchs in Berlin als Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie auf. Ihre Mutter nahm sich das Leben, als Charlotte neun Jahre alt war. Wie ein Fluch lastete „der Hang zur Verzweiflung“ auf der Familie; auch die Tante und die Urgroßmutter hatten Selbstmord begangen. „Mein Leben fing an, als meine Großmutter sich das Leben nehmen wollte – als ich zu wissen bekam, daß ich selbst die einzige Überlebende bin und tief im Innern dieselbe Veranlagung, den Hang zur Verzweiflung und zum Sterben, in mir spürte.“ (Charlotte Salomon)
Charlotte Salomon vor der Flucht
Zu der Bedrohung von innen kam noch die von außen. Charlotte mußte ihr Kunststudium in Berlin abbrechen und vor den Nazis nach Südfrankreich fliehen. Dort wurde sie mit dem kränkelnden Großvater im Lager Gurs interniert; sie kamen aber wieder frei. Als Therapie gegen die wachsende Verzweiflung begann Charlotte mit der Arbeit an ihrem Werk Leben oder Theater?. Kurz vor ihrer Deportation nach Auschwitz gab sie es ihrem Arzt zur Verwahrung: „Heben Sie das gut auf, c’est toute ma vie.“
Charlotte Salomon, Selbstporträt

Zitate

Ich habe das, was van Gogh in seinem Alter erreichte… nämlich jene unerhörte Leichtigkeit des Striches, die leider sehr viel mit dem Pathologischen zu tun hat, schon jetzt erreicht. (Charlotte Salomon)

Charlotte Salomon, Bild aus „Leben oder Theater?“
Der Krieg tobte weiter, und ich saß da am Meer und sah tief hinein in die Herzen der Menschen. Ich war meine Mutter, meine Großmutter, ja, alle Personen, alle Personen, die vorkommen in meinem Stück, war ich selbst. (Charlotte Salomon)

Plakat der Charlotte-Salomon-Ausstellung in den Kunstsammlungen Chemnitz 2005

Luise F. Pusch

Literatur und Medien

Tell me another morning

Belinfante, Judith C. E.; Fischer-Defoy, Christine; Petersen, Ad; Salomon, Charlotte (1992): Charlotte Salomon. Leven? of theater? Herausgegeben von Joods Historisch Museum. Amsterdam; Zwolle: Joods Historisch Museum; Waanders.

Berger, Zdena (2007): Tell me another morning. An autobiographical novel. Ashfield, Mass: Paris Press.

Raunstein, H. Terry; Salomon, Charlotte (1983): Theater or life? Artists dialogue. Herausgegeben von Jewish Community Center of Greater Washington. Washington D.C.: Judaic Museum of the Jewish Community Center of Greater Washington.

Jüdische Frauen im 19. und 20. Jahrhundert

Costa, nise de (2003): Met pen en penseel. Levenskunst van Anne Frank, Etty Hillesum en Charlotte Salomon. Deventer: Thieme. Erhältlich über .(Javascript muss aktiviert sein, um diese Mail-Adresse zu sehen)

Dick, Jutta (1993): Jüdische Frauen im 19. und 20. Jahrhundert. Lexikon zu Leben und Werk. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt-Taschenbuch-Verl. (rororo rororo-Handbuch, 6344).

Felstiner, Mary Lowenthal (1997): To paint her life. Charlotte Salomon in the Nazi era. Berkeley Calif.: University of California Press.

To paint her life

Hagen, Rainer; Schäfer, Hannelore (1987): “Heben Sie es gut auf, es ist mein Leben”. Das Album der Charlotte Salomon. TV-Videoaufnahme. Hamburg: NDR (Die eigene Geschichte).

Herzberg, Judith (1981): Charlotte. Dagboek bij een film. Amsterdam: De Harmonie.

Joods Historisch Museum: Charlotte Salomon. De complete collectie (CD-ROM). Leben oder Theater: Bilder, Musik, Texte, Fotos usw. ; Dokumentation. (zu beziehen über den Museumsshop des Joods Historisch Museum)

Anpassung oder Verbot

Kniesmeyer, Joke; Mulisch, Harry; Belinfante, Judith C. E. (1986): Die Welt der Anne Frank - Charlotte Salomon. [Reden zu den Ausstellungseröffnungen]. Berlin: Akademie der Künste (Anmerkungen zur Zeit, 26).

Koelle, Lydia (2003): Das ganze Leben. eine Erinnerung an die Berliner Malerin Charlotte Salomon, die vor sechzig Jahren in Auschwitz ermordet wurde. In: Derekh. Judaica Urbinatensia (Urbino/Italien), H. 1 (2003), S. 7–15.

Olivier, Antje; Braun, Sevgi (1998): Anpassung oder Verbot. Künstlerinnen und die 30er Jahre. Düsseldorf: Droste.

Charlotte Salomon

Pedretti, Bruno (1998): Charlotte, la morte e la fanciulla. Firenze: Giuntina.

Ricci, Katia; Salomon, Charlotte (2006): Charlotte Salomon. I colori della vita. Bari: Palomar (Sui confini delle differenze, 6).

Salomon, Charlotte: Charlotte Salomon. Zeitungsausschnittsammlung. o. O. (Standort: Personalarchiv SUB + Uni Hamburg)

Life? or theatre?

Salomon, Charlotte (1963): Ein Tagebuch in Bildern. 1917 - 1943. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.

Salomon, Charlotte (1981): Leben oder Theater? Ein autobiographisches Singspiel in 769 Bildern. Köln: Kiepenheuer & Witsch.

Salomon, Charlotte (1998): Life? or theatre? Zwolle: Waanders.

Charlotte Salomon

Salomon, Charlotte; Fischer-Defoy, Christine (1986): Charlotte Salomon, Leben oder Theater? Das Lebensbild einer jüdischen Malerin aus Berlin, 1917-1943 Bilder und Spuren, Notizen, Gespräche, Dokumente. Ausstellungskatalog. Herausgegeben von Akademie der Künste und Hochschule der Künste Berlin. Berlin: Das Arsenal.

Charlotte Salomon. De complete collectie (CD-ROM)

Salomon, Charlotte; van Voolen, Edward; Belinfante, Judith C. E. (2004): Charlotte Salomon. Leben? Oder Theater? München: Prestel.

Schmetterling, Astrid (2001): Charlotte Salomon. 1917 - 1943 ; Bilder eines Lebens. Frankfurt am Main: Jüdischer Verl. im Suhrkamp Verl.

Steinberg, Michael P.; Bohm-Duchen, Monica; Salomon, Charlotte (2006): Reading Charlotte Salomon. Aufsatzsammlung, Werkanalyse. Ithaca: Cornell Univ. Press.

Charlotte

Wall, Renate (1989): Verbrannt, verboten, vergessen. Kleines Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen 1933 bis 1945. Köln: Pahl-Rugenstein (Kleine Bibliothek Frauen, 510).

Weisz, Frans; Herzberg, Judith (1984): Charlotte. Originaltitel: Based on the life and work of Charlotte Salomon, BRD. Spielfilm, 95 min.

Links

Wikipedia: Charlotte Salomon

Charlotte Salomon - Wikipedia.

exil-archiv.de: Biografie Charlotte Salomon

exil-archiv.de: Biografie Charlotte Salomon.

Joods Historisch Museum: Charlotte Salomon

Joods Historisch Museum: Charlotte Salomon.
Zahlreiche Informationen und Links, Sammlung von Charlotte Salomons Werken.

kunstaspekte: Charlotte Salomon

kunstaspekte: Charlotte Salomon.
Informationen zu Ausstellungen mit Werken Charlotte Salomons.

Rautenberg, Thomas: Der Tod und das Mädchen

Rautenberg, Thomas: Der Tod und das Mädchen. Charlotte Salomon: Ein Leben in Bildern. Titel Thesen Temperamente vom 11.07.2004. DasErste.de.

Wysocki, Gisela von: Illusionen der Zugehörigkeit

Wysocki, Gisela von: Illusionen der Zugehörigkeit. Über Charlotte Salomons Bilderteppich “Leben? oder Theater?” und einen Essay von Astrid Schmetterling.



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