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Dorothy Dandridge
Amerikanische Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin
geboren am 9. November 1922 in Cleveland, Ohio
gestorben am 8. September 1965 in Hollywood
80. Geburtstag am 9. November 2002
Dorothy Dandridge, das kulturelle Idol des schwarzen Amerika der fünfziger Jahre, wuchs mit ihrer älteren Schwester Vivian in der Welt des Showbusiness auf. Ihre Mutter, die Komikerin Ruby Dandridge, ließ ihre Kinder frühzeitig in Tanzen, Akrobatik, Gesang und Sprechen unterrichten. Schon als Teenager war Dorothy eine vielseitige Sängerin und Tänzerin. Sie arbeitete mit den berühmten Nicklas Brothers zusammen und heiratete den einen der Brüder, Harald. Später bezeichnete sie diese Jahre als die glücklichsten ihres Lebens.
Es war ein schwerer Schlag für sie, als sich herausstellte, daß ihre Tochter einen Gehirnschaden hatte. Sie arbeitete weiter, wollte sich aber nicht mit den Rollen als Showgirl, Sängerin und Tänzerin zufriedengeben. Inzwischen geschieden, bekam sie 1954 ihre internationale Chance: der Regisseur Otto Preminger verpflichtete sie für die Titelrolle in dem Spielfilm Carmen Jones als Partnerin von Harry Belafonte. Zum erstenmal wurde eine schwarze Frau für einen Oscar nominiert, kam eine schwarze Frau auf den Titel der Zeitschrift Life. Die französische Regierung lud sie zu den Filmfestspielen nach Cannes ein. Für die schwarze Bevölkerung der USA, die gerade dabei war, ihre Bürgerrechte einzuklagen, war Dorothy Dandridge ein Symbol der Hoffnung.
Doch der Erfolg hielt nicht lange an. Drei Jahre wartete sie vergeblich auf eine neue große Rolle. Mit dem Gefühl, als Schauspielerin versagt zu haben, kehrte sie zum Fernsehen und in die Nachtclubs zurück. 1959 erlebte sie noch einmal einen großen Erfolg in ihrem zweiten Film mit Preminger: Porgy und Bess; an der Seite von Sidney Poitier und Sammy Davis Jr. spielt sie die Titelrolle. Wegen Rechtsstreitigkeiten mit der Familie Gershwin konnte dieser Film jahrzehntelang nicht gezeigt werden und geriet so allmählich in Vergessenheit, wie auch seine Hauptdarstellerin. Halle Berry, die diesjährige Oscar-Preisträgerin von 2002 und die Regisseurin Martha Coolidge haben 1999 in dem TV-Biopic Introducing Dorothy Dandridge einen erfolgreichen Versuch gestartet, Dorothy Dandridge den ihr gebührenden Platz in der Filmgeschichte zu sichern.
1959 heiratete Dandridge sie nach einigen mißglückten Affären den weißen Restaurant-Besitzer Dennison, was sie später den größten Fehler ihres Lebens nannte. Die Ehe endete mit ihrem finanziellen Ruin. Früh gebrochen, starb Dorothy Dandridge im Alter von 42 Jahren.
Für FemBio von Luise F. Pusch aktualisierte Fassung des Originals aus Pusch/Gretter, Berühmte Frauen: 300 Portraits, Bd 2
Eva Rieger
Bogle, Donald. 1980. Brown Sugar: Eighty Years of America’s Black Female Superstars. New York. Harmony.
Bogle, Donald. 1997. Dorothy Dandridge: A Biography. New York, NY. Amistad. Distributed by St. Martin’s Press.
Dandridge, Dorothy & Earl Conrad. 2000. Everything and Nothing: The Dorothy Dandridge Tragedy. New York. HarperPerennial.
Hine, Darlene Clark. Hg. 1994 [1993]. Black Women in America: An Historical Encyclopedia. Mit-Hg. Elsa Barkley Brown & Rosalynn Terborg-Penn. Bloomington, IN; Indianapolis, IN. Indiana UP.
Mills, Earl. 1999. Dorothy Dandridge. Holloway House Pub Co; ISBN: 087067899X.
Video/DVD
Carmen Jones (1954) Film von Otto Preminger mit Dorothy Dandridge und Harry Belafonte
