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Edith Piaf

geboren am 19. Dezember 1915 in Paris
gestorben am 11. Oktober 1963 in Paris

französische Chansonsängerin
95. Geburtstag am 19. Dezember 2010


Ihre geringe Körpergröße (1,47 m) zu ihrer voluminösen Stimme war nur eine der vielen Widersprüchlichkeiten ihres Lebens. Ihre Biographie könnte aus einem Rührstück stammen. Buchstäblich auf der Straße geboren, von der Mutter nach einigen Wochen verlassen, als Dreijährige erblindet, als Sechsjährige wieder sehend geworden, begann sie mit zehn Jahren als Straßensängerin und wurde mit 16 als Chansonniere entdeckt. Der Vater, der Edith ursprünglich zur Akrobatin ausbilden wollte, erkannte frühzeitig ihre Begabung: „Dieses Gör hat alles in der Kehle, aber nichts in den Pfoten.“
Louis Leplée holte sie in sein Kabarett und kündigte sie bei ihrem ersten Auftreten mit den Worten an: „Von der Straße ins Kabarett, der Spatz von Paris.“ Edith Piaf bestand ihr Debüt erfolgreich. Es folgten 30 Jahre einer großen Karriere und eines leidenschaftlichen Lebens.
Schallplatten von Edith Piaf
Sie wurde zum Phänomen, das die ganze Welt faszinierte. Das Geheimnis ihres sensationellen Erfolges war die Summe von Persönlichkeit und Stimme. Entscheidend war weniger, was sie sang, sondern wie sie es sang. So wurden die sentimentalen Geschichten von den Dirnen, Soldaten und Mylords zu weltbewegenden Dramen. Die Lieder Mylord, Non, je ne regrette rien und La vie en rose sind fest mit ihrem Namen verbunden. Früh durch Alkohol und Drogen geschwächt, schockierte sie ein letztes Mal ihre Mitwelt, als sie am Ende ihres Lebens den um 20 Jahre jüngeren Theo Sarapo heiratete. Zwischen 1951 und 1963 hatte sie vier Autounfälle, zwei Anfälle von Delirium tremens und einen Wahnsinnsanfall, zwei Lungenentzündungen und ein Lungenödem, wurde sie siebenmal operiert und durchlitt Entziehungs- und Schlafkuren.
Edith Piaf suchte ihr Leben lang nach Liebe, musste aber meistens Enttäuschungen hinnehmen. Vierzigtausend Menschen nahmen an ihrem Grab von ihr Abschied.

Eva Rieger

Quellen

Berteaut, Boulanger 1973 – Piaf

Crosland 1997 – Piaf

Lange 2007 – Edith Piaf


Berteaut, Simone; Boulanger, Ghislaine (1973): Piaf. A Biography. Harmondsworth: Penguin.


Crosland, Margaret (1997): Piaf. Biographie. Neuausgabe. Berlin: Ullstein.


Lange, Monique (2007): Edith Piaf. Die Geschichte der Piaf ; ihr Leben in Texten und Bildern ; mit einer Discographie. 9. Aufl. Frankfurt am Main: Insel-Verl.


Schmidt-Joos, Siegfried (1985): Am Ende des Regenbogens. Judy Garland, Billie Hiliday, Edith Piaf, Janis Joplin. Frankfurt/M.: Ullstein (Idole, 6).