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Frida Kahlo

geboren am 6. Juli 1907 in Coyoacán, Mexico
gestorben am 13. Juli 1954 in Coyoacán

mexikanische Malerin

100. Geburtstag am 6. Juli 2007


Im Grunde gab es nur zwei Körperteile, die Frida Kahlo nie im Stich ließen – ihr Kopf und ihre Hände. Der lebendigen, lebenslustigen, witzigen Frau stand zeitlebens ihr Körper im Wege, gegen dessen Verfall sie sich mit aller Kraft und nicht zuletzt mit ihren Gemälden zur Wehr setzte.

frida kahloEin Busunglück hatte, als sie achtzehn Jahre alt war, schlagartig ihr Leben verändert. Die Folge der zahllosen Brüche und schwersten Unterleibsverletzungen sind 32 Operationen in 29 Jahren, einengende Gipskorsetts, immer wieder künstliche Streckungen der Wirbelsäule, zahlreiche Folgekrankheiten und dauernde Schmerzen, die Kahlo zum Teil nur mit Alkohol oder anderen Drogen erträgt. Um zu überleben, malt sich Kahlo in ihren detailgenauen, überwiegend kleinformatigen Selbstporträts die körperlichen und seelischen Verletzungen von der Seele. Tief verwurzelt in der indianischen Mythologie ihrer Heimat, benutzt sie eine symbolhafte, oft surreale Bildsprache.

Die große Liebe und zentrale Figur ihres Lebens ist der Maler Diego Rivera. Zweimal sind sie miteinander verheiratet, die Beziehung verläuft stürmisch, voller Leidenschaft, Verrat und Zärtlichkeit. Kahlos sehnlichster Wunsch, ein Kind mit Rivera, geht trotz mehrerer lebensbedrohlicher Versuche nicht in Erfüllung. Umso mehr kränkte sie ein (offenbar fruchtbares) Verhältnis Diegos mit ihrer jüngeren Schwester. Nach einer Trennung versöhnt sie sich zwar mit beiden, ist jedoch unabhängiger von Rivera geworden und revanchiert sich mit eigenen LiebhaberInnen.

Sie ist eine auffallende Erscheinung. Um sich mit der mexikanischen Revolution für alle sichtbar zu solidarisieren, aber auch für Diego, trägt Kahlo mit Vorliebe mexikanische Tracht, Haarfrisuren und indianischen Schmuck. Die starke Ausstrahlung ihrer Persönlichkeit zieht alle in ihren Bann; ihr Haus, die Casa Azul, wird zum Treffpunkt, besonders für die vielen von Faschismus und Krieg Vertriebenen aus Europa.

Ab 1940 verschlechtert sich Kahlos gesundheitlicher Zustand. Sie ist oft monatelang ans Bett gefesselt und malt dort mit Hilfe von speziellen Konstruktionen. Den ärztlichen Rat wie so oft in den Wind schlagend, nimmt sie, kaum von einer Lungenentzündung genesen, an einer Demonstration teil. Wenige Tage später stirbt sie.

Zitate:

Ich hoffe, froh zu sterben, und ich hoffe, niemals wiederzukommen. (Tagebucheintragung kurz vor Kahlos Tod)

Weder Derain, noch du oder ich, keiner von uns kann einen Kopf so malen wie Frida Kahlo. (aus einem Brief Picassos an Diego Rivera, 1939)

Frida war Grazie, Energie und Talent, die sich in einem der Wesen vereinigte, die meine Phantasie am meisten in Enthusiasmus versetzten. Diego und Frida waren Teil der spirituellen Landschaft Mexikos ... (Luis Cardoza y Aragon)

frida kahlo diego rivera

Adriane von Hoop

Basel. Wiese.FrauenbildBilleter, Erika. 1993. Das blaue Haus. Die Welt der Frida Kahlo. Frankfurt. Schirn Kunsthalle.

Frida Kahlo 2007: Kalender. Weingarten.

Herrera, Hayden. 1990 [1983]. Frida Kahlo: Malerin der Schmerzen, Rebellin gegen das Unabänderliche [Frida: A Biography of Frida Kahlo]. Aus dem Engl. von Dieter Mulch. Frankfurt/M. Fischer TB 5636. 

Herrera, Hayden. 1992. Frida Kahlo. Die Gemälde. München. Schirmer Mosel.

Mujica, Bárbara. 2002. Meine Schwester Frida. Krüger.

Poniatowska, Elena & Carla Stellweg. 1992. Frida Kahlo: Die verführte Kamera. Basel. Wiese.

Zamora, Martha. 1991. Frida Kahlo: Aufschrei der Seele.