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Harriet Hosmer

geboren am 9. Oktober in 1830 Watertown, Mass.
gestorben am 21. Februar in 1908 Watertown, Mass.

US-amerikanische Bildhauerin
105. Todestag am 21. Februar 2013


Werke von Harriet Hosmer

1862 wird auf der Weltausstellung in London die monumentale Marmorplastik Zenobia in Ketten gezeigt, die überlebensgroße Darstellung einer syrischen Herrscherin. Die bewunderte Schöpferin dieses Werkes ist die amerikanische Bildhauerin Harriet Hosmer, die wie viele andere Künstlerinnen ihrer Generation in Rom ihr »Paradies« gefunden hatte.

Hosmer ist noch ein Kind, als ihre Mutter und ihre Schwester an Tuberkulose sterben, und ihr Vater, ein Arzt, hält sie an, sich durch körperliche Tätigkeit und sportliche Aktivitäten abzuhärten. Sie entwickelt sich zu einer couragierten Bergsteigerin – sogar ein Berg in Missouri ist nach ihr benannt – und fasst schon früh den ungewöhnlichen Entschluss, Bildhauerin zu werden, wobei ihr Vater sie unterstützt. Konsequent verfolgt sie ihr Berufsziel, studiert an der Medical School in St. Louis Anatomie und reist schließlich mit 22 Jahren nach Rom.

In dem englischen Bildhauer John Gibson findet sie einen ausgezeichneten Lehrer und ist schon bald so unabhängig, dass sie sich ein eigenes Atelier leisten kann. Die Themen ihrer frühen Arbeiten sind mythologische und historische Frauenfiguren (Daphne, Medusa, Beatrice Cenci, Zenobia). Eines ihrer bekanntesten Werke ist der Puck aus Shakespeares Sommernachtstraum: ein geflügelter Knabe, der - auf einem Fliegenpilz sitzend - mit Käfern und Eidechsen spielt. Die Plastik trifft den Zeitgeschmack, der Prince of Wales kauft das Original und Hosmer fertigt noch dreißig Kopien, mit deren Verkauf sie eine stattliche Summe verdient.

Sie genießt die künstlerischen Anregungen in Rom in vollen Zügen ebenso wie ihre persönliche Unabhängigkeit. Um sich die Arbeit zu erleichtern, trägt sie Männerkleidung und eine praktische Kurzhaarfrisur. Ihr Atelier wird zum Treffpunkt der neoklassizistischen amerikanischen Bildhauerinnen, denen das geistige Klima in den USA damals wenig Entwicklungsmöglichkeiten bot. Zu Hosmers Bekanntenkreis gehören die englische Schriftstellerin Elizabeth Barrett-Browning und ihr Mann Robert, die Königin von Neapel und der russische Zar. Sie pflegt intensive Kontakte zu Aktivistinnen der Sklaven- und Frauenbefreiungsbewegung und verbringt ihr ganzes Leben halb in Europa und halb in den USA.

Ihr unter künstlerischem Aspekt eher konventionelles Werk zählt weniger als die von ihr vorgelebte weibliche Unabhängigkeit:

»Ich habe Achtung vor jeder Frau, die genug Mut besitzt, die ausgetretenen Pfade zu verlassen … und sich, wenn es sein muss, auslachen zu lassen.«

 

Renate Rochner


Quellen

Berger 1987 – Und ich sehe nichts

James, James et al. (Hg.) 1971 – Notable American women



Berger, Renate (1987): »Und ich sehe nichts, nichts als die Malerei«. Autobiographische Texte von Künstlerinnen des 18. – 20. Jahrhunderts. Frankfurt am Main. Fischer-Taschenbuch-Verl. (Fischer-Taschenbücher Die Frau in der Gesellschaft, 3722). ISBN 3-596-23722-X.
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Heller, Nancy G. (1989): Künstlerinnen. Von der Renaissance bis zur Gegenwart. (=Women artists). Aus dem Englischen von Gisela Hossmann. Köln. vgs (Meisterwerke). ISBN 3-8025-2186-2.
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Hosmer, Harriet Goodhue; Carr, Cornelia (1912): Harriet Hosmer letters and memories. New York. Moffat Yard and company.
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James, Edward T.; James, Janet Wilson; Boyer, Paul S. (Hg.) (1971): Notable American women. 1607-1950. A biographical dictionary. Cambridge Mass. Belknap Press of Harvard University Press. ISBN 0-674-62731-8.
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Markus 2000 – Across an untried sea

Merrill 1999 – When Romeo was a woman

Sherwood 1991 – Harriet Hosmer



Markus, Julia (2000): Across an untried sea. Discovering lives hidden in the shadow of convention and time. New York. Knopf. ISBN 0-679-44599-4.
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Merrill, Lisa (1999): When Romeo was a woman. Charlotte Cushman and her circle of female spectators. Ann Arbor. University of Michigan Press (Triangulations).
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Sherwood, Dolly (1991): Harriet Hosmer. American sculptor. 1830-1908. Columbia. University of Missouri Press.
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Weiterführende Literatur

Bentz, Mayer (Hg.) 1993 – Women's power and roles

Blashfield 1996 – Women inventors

Bolton 1886 – Lives of girls who became




Bentz, Valerie Malhotra; Mayer, Philip E. F. (Hg.) (1993): Women’s power and roles as portrayed in visual images of women in the arts and mass media. Enthält: Harriet Hosmer, the »white, marmorean flock», and 19th century sculpture von Nancy A. Brooks. Lewiston NY. E. Mellen Press. ISBN 0773493298.
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Blashfield, Jean F. (1996): Women inventors. Darin: Kapitel 3 – Catherine Greene, Madame C.J. Walker, Harriet Hosmer, Yvonne Brill, Nancy Perkins. Minneapolis. Capstone Press. ISBN 1560652772.
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Bolton, Sarah Knowles (1886): Lives of girls who became famous. Enthält Kapitel Harriet G. Hosmer. New York. Crowell.
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Egermeier 1930 – Girl's stories of great women

Hawthorne 1988 – Der Marmorfaun

Oles 2006 – Waking stone



Egermeier, Elsie E. (1930): Girl’s stories of great women. Enthält Beitrag über Harriet Hosmer. Anderson Ind. The Warner press.
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Hawthorne, Nathaniel (1988): Der Marmorfaun. Roman. (=The marble faun or the romance of Monte Beni). Hosmer soll das Vorbild für die Romanfigur Hilda sein. Frankfurt am Main. Insel-Verlag (Insel-Taschenbuch, 1043). ISBN 3-458-32743-6.
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Horton, Edith (1914): A group of famous women. Stories of their lives. Enthält ein Kapitel über Harriet Hosmer. Boston New York. D. C. Heath and company.
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Oles, Carole Simmons (2006): Waking stone. Inventions on the life of Harriet Hosmer. Fayetteville. University of Arkansas Press. ISBN 9781557288257.
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Parkman, Mary Rosetta (1931): High adventurers. Enthält: The friendly sculptor – Harriet Hosmer. New York, London. The Century co.
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Bildquellen

glbtq
Ask Art
The Art Institute of Chicago
Mildred Lane Kemper Art Museum
Carlsen Gallery
Harvard Magazine


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