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Jane Fonda
geboren am 21. Dezember 1937 in New York City
amerikanische Schauspielerin
75. Geburtstag am 21. Dezember 2012
Auf drei Karrieren kann Jane Fonda zurückblicken, eine sozial-politische, eine künstlerische und eine wirtschaftlich-finanzielle.
Nicht immer lief alles glatt, im Gegenteil. Wegen ihres Engagements gegen den Vietnamkrieg bezichtigte das FBI sie des Landesverrats; Veteranen beschimpften sie als Hanoi-Jane, und sie erhielt sogar Morddrohungen! Den Stein des Anstoßes, ihren Propagandaauftritt in Nordvietnam während des Krieges, bereute sie später als naive Dummheit.
In der Sache ließ sie sich jedoch nicht beirren, kämpfte weiter gegen einen ungerechten Krieg und für die medizinische Behandlung und finanzielle Entschädigung der Giftgas-Opfer.
Ihr lebenslanger Einsatz für die UreinwohnerInnen der USA, für soziale Gerechtigkeit, z. B. für die Rechte von unterbezahlten Sekretärinnen, für den Umweltschutz und gegen Atomkraft veränderte das öffentliche Bewußtsein der USA. Die erfolgreichen Wahlkämpfe ihres zweiten Mannes, des Bürgerrechtlers Tom Hayden, um einen Sitz im kalifornischen Parlament hat sie wesentlich mitgestaltet.
Im Filmgeschäft überschnitten sich künstlerische und wirtschaftliche Erfolge. Auf ihre Rollen bereitet sie sich akribisch vor, und ihre überzeugende Schauspielkunst wurde mit zwei Oscars gewürdigt. Sie spielte in unzähligen und unterschiedlichsten Filmen mit, machte sich später sogar mit einer eigenen Produktionsfirma unabhängig. In der Rolle der Produzentin verhalf sie ihrem Vater Henry in dessen letztem Film zu seinem einzigen Oscar. Jane erkannte, dass große Namen ein Garant für Kassenerfolge waren und so konnte sie die Drehbücher verfilmen, die sie für wichtig und richtig hielt. Überhaupt hatte sie ein sehr gutes Gespür für geeignete Stoffe.
Den Namen Jane Fonda verbindet man nicht nur mit der ewig jung aussehenden Schauspielerin, sondern auch mit ihren Fitness-Programmen. Sie gründete Aerobic-Studios, schrieb Bücher zum Thema und veröffentlichte insgesamt 20 Videos, allesamt Bestseller. Das Fitness-Geschäft gab ihr die finanzielle Unabhängigkeit, das zu tun, was sie wollte.
Und die private Jane Fonda? Als sie zwölf war, nahm sich ihre Mutter das Leben. Seitdem suchte sie, meist vergeblich, die Nähe ihres Vaters. 23 Jahre lang litt sie an Bulimie. Die Ursprünge der Krankheit lagen möglicherweise im Tod der Mutter und in der Suche nach Anerkennung. Die frühe Verunsicherung führte auch dazu, dass sie sich zunächst an dominanten Männern orientierte: Ihr erster Ehemann, der französische Regisseur Roger Vadim, reduzierte die 27-Jährige in seinem Film Barbarella zum Sexsymbol.
Zunächst wollte sie gar nicht Schauspielerin werden, denn zu groß war der Schatten des Nationaldenkmals, ihres Vaters Henry Fonda. Eher durch Zufall bekam sie ihre erste Rolle an einem New Yorker Theater und lernte später in Lee Strasbergs Actors’ Studio. Ihr künstlerischer Durchbruch kam drei Jahre später mit Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss: junge Leute versuchen verzweifelt, in der Zeit der Depression durch Dauertanzen für Schaulustige zu überleben. In Klute (1971) spielte sie ein Callgirl – ihr erster Oscar! 1979 bekam sie für ihre Darstellung einer Offiziersfrau in Coming Home – Sie kehren heim den zweiten Oscar.
The China Syndrome mit Jack Lemmon und Michael Douglas wurde nicht zuletzt wegen des zeitlich nahen Zwischenfalls im Atomkraftwerk Three Mile Island zum Erfolg. Sie spielte eine Reporterin, die die Sicherheitsrisiken in einem Atomkraftwerk aufdeckt.
Mit Tom Hayden erlebte sie eine gleichberechtigte Partnerschaft. Vanessa, ihre Tochter mit Vadim, bekam einen Halbbruder, Troy, und eine Pflegeschwester, Mary Luana Williams. Die Ehe dauerte von 1973 bis 1990.
Fondas dritter Ehemann war von 1991 bis 2001 der Medienmogul Ted Turner, Eigentümer von CNN und weiteren TV-Kanälen.
Cornelia Heuer (2006)
Werke (Autobiografie und deutschsprachige Ausgaben)
Fonda, Jane (1983): Fitness-Buch. „Ich fühle mich gut”. (=Jane Fonda’s workout book). Aus dem Amerikanischen von Brigitte Stein. Frankfurt am Main. Krüger.
Fonda, Jane (Hg.) (1984): Jane Fondas Schwangerschaftsbuch. Begleitbuch für Schwangerschaft, Geburt und Rückbildungszeit ; mit Fitnessprogramm zur Kräftigung, Beweglichkeit und Entspannung des Körpers. Aus dem Amerikanischen von Ulla Schuler. Frankfurt am Main. Krüger.
Fonda, Jane (1990): Mein Ernährungs- und Fitnessprogramm für die besten Jahre. Die selbstbewusste, attraktive Frau. (=Women coming of age). München. Goldmann (Goldmann, 13578).
Fonda, Jane (1990): Meine Erfahrungen mit der Lebensmitte. Die selbstbewusste attraktive Frau. (=Women coming of age). Aus dem Amerikanischen von Brigitte Stein. Unter Mitarbeit von Mignon McCarthy. München. Goldmann.
Fonda, Jane Seymour (2005): My life so far. Autobiografie. New York. Random House.
Quellen
Davidson, Bill (1995): Jane Fonda. Eine intime Biographie. (=Jane Fonda). Aus dem Amerikanischen von Günther Klotz. Berlin. Volk & Welt.
Fonda, Jane (1990): Meine Erfahrungen mit der Lebensmitte. Die selbstbewusste attraktive Frau. (=Women coming of age). Aus dem Amerikanischen von Brigitte Stein. Unter Mitarbeit von Mignon McCarthy. München. Goldmann.
Jeier, Thomas (1981): Jane Fonda. Ihre Filme, ihr Leben. München. Heyne (Heyne-Filmbibliothek, 26).
Weiterführende Literatur
Hershberger, Mary (2005): Jane Fonda’s war. A political biography of an antiwar icon. New York. The New Press.
Hershberger, Mary (2006): Jane Fonda’s words of politics and passion. New York. New Press.
Holzer, Henry Mark; Holzer, Erika (2002): „Aid and comfort”. Jane Fonda in North Vietnam. Jefferson, NC. McFarland & Co.
Jacobs, Peter (1976): Weil ich Jane Fonda bin. Absage an eine Traumfabrik. Berlin. Neues Leben (nl konkret, 25).
Kern, Andreas (2001): Die Fondas. Ein Jahrhundert Hollywood. Frankfurt/Main, New York. Campus-Verl. (Familienbande).
Shorto, Russell (1991): Jane Fonda. Political activism. Brookfield. Millbrook Press.
Vadim, Roger (1987): Meine drei Frauen. Bardot, Deneuve, Fonda. (=Three women). Aus dem Englischen von Ailive Knabe und Danielle Krüger. München. Heyne (Heyne-Bücher, 01; Heyne allgemeine Reihe, 6933).












