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Jenny Lind
geboren am 6. Oktober 1820 in Stockholm
gestorben am 2. November 1887 Wynds Point, Herefordshire, England
schwedische Sängerin
190. Geburtstag am 6. Oktober 2010

„Einfach, fromm und natürlich” – so beschreibt Honolka Jenny Lind und verrät damit unabsichtlich den Grund für einen großen Teil ihres Erfolges. Sängerinnen wurden im 19. Jahrhundert wegen ihrer Stimmen vergöttert, aber wegen ihres häufig unbürgerlichen Lebenswandels gehasst. Man zahlte ihnen Spitzengehälter, verübelte ihnen aber, wenn sie ihr Leben nach eigenem Gutdünken gestalteten. Besonders argwöhnisch betrachtete man Frauen an der Oper, wo es angeblich drunter und drüber ging.
Jenny Lind entsprach so gar nicht dem Typus. Sie ahmte das bürgerliche Idealbild nach und löste das Image-Problem elegant, indem sie bereits mit 29 Jahren der Bühne entsagte und nur noch als Konzert- und Oratoriensängerin auftrat.
Die Arie Casta Diva (keusche Göttin) aus Bellinis Norma machte sie berühmt. Lind wurde ihrem Ruf als Priesterin der Kunst gerecht, spendete mit vollen Händen den Armen, war uneitel, zutiefst fromm und legte auf Äußerliches wenig Wert.
Ausgebildet in Stockholm, ging sie wegen stimmlicher Ermüdungserscheinungen zu dem bekannten Lehrer Manuel García d.J. nach Paris, der ihre Technik stabilisierte. Sie sang in Stockholm, Wien und in ganz Deutschland. 1850 ging sie auf Amerika-Tournee: Man empfing sie mit einer Serenade, dargebracht von einer Kapelle aus 130 Musikern, gefolgt von 700 Feuerwehrmännern. 30.000 Menschen waren auf den Beinen. Die Eintrittskarten wurden auf einer Auktion versteigert. Das höchste Gebot lag bei 225 Dollar – damals ein Vermögen.


1851 heiratete Jenny Lind ihren Manager und ließ sich in Dresden nieder, zog später aber endgültig nach England. Die Berichte über ihre Stimme sind merkwürdig unscharf – sie soll stimmliche „Süße” besessen haben, andererseits gingen ihr angeblich dramatisches Talent und sängerische Perfektion ab. Es war wohl diese Mischung aus innig-gemütvoller Ausstrahlung, persönlicher Integrität und Belcanto-Süße, die ihr Publikum verzauberte.
Eva Rieger
Quellen
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Bildquellen
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http://www.findagrave.com/
http://scandinavian.wisc.edu/
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