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Katharine Graham

geboren am 16. Juni 1917 in New York City
gestorben am 17. Juli 2001 in Sun Valley, Idaho

amerikanische Zeitungsverlegerin
90. Geburtstag am 16. Juni 2007


BiografieZitateLinksLiteratur


Biografie

Die Washington Post und die New York Times sind die wichtigsten Tageszeitungen der USA – und somit (in Anbetracht der herrschenden Machtverhältnisse) wohl auch der Welt.

Fast drei Jahrzehnte lang, von 1963 bis 1991, stand Katharine Graham an der Spitze der Washington Post. Sie stammte aus einer privilegierten deutsch-jüdischen Familie und lernte schon in jungen Jahren durch ihre kulturell und politisch sehr engagierte Mutter Agnes Meyer u.a. Albert Einstein und Thomas Mann persönlich kennen – Agnes Meyer war Manns wichtigste Briefpartnerin und Wegbereiterin in den USA.

Whitelaw 1999 – Let's go! let's publish

Katharines Vater, der millionenschwere Selfmademan Eugene Meyer, hatte die Washington Post 1933 gekauft, als sie bankrott war, und durch kaufmännisches und verlegerisches Geschick wieder hochgebracht. Anfang der 70er Jahre machte Kay Graham Weltgeschichte mit der Veröffentlichung der Pentagon Papers und der Watergate-Reportagen von Bernstein und Woodward, die schließlich Präsident Nixon zu Fall brachten. Was sie wohl mit George W. Bush angestellt hätte? Aber sie starb zwei Monate vor „9/11“.

Graham 1997 – Personal history

1997 veröffentlichte die Achtzigjährige ihre Memoiren, Personal History (dt.: Wir drucken!), an denen sie neun Jahre lang gearbeitet hatte und für die sie den Pulitzerpreis bekam. Sie berichtet darin mit großer Wahrhaftigkeit und leisem Humor, wie sie vom extrem schüchternen Teenager zur begeisterten Journalistin, dann zur hingebungsvollen Gattin, Hausfrau und Mutter und schließlich zu einer der mächtigsten Unternehmerinnen der Welt wurde.
Wie ein roter Faden zieht sich durch das ganze Buch der Kummer, dass sie bis zum Schluss in fast jeder Situation von ihren Fähigkeiten wenig überzeugt war. Eine gesunde Dosis Feminismus hätte ihr gut getan – aber mit der Frauenbewegung setzte sie sich erst spät in ihrem Leben auseinander.

Graham 2002 – Katharine Graham's Washington

Eigentlich hätte Kay Graham die Zeitung schon 1946 übernehmen können, als ihr Vater sich anderen Aufgaben zuwenden wollte. Aber in den vierziger Jahren war eine weibliche Unternehmensspitze unvorstellbar, wenn ein Mann vorhanden war – in diesem Fall, Katharines Ehemann. Dabei hatte Katharine Graham reichliche Erfahrung im Zeitungswesen, während Philip zwar ein brillanter Jurist und überhaupt sehr brillant war, sich in dies Metier aber erst einarbeiten musste.

Die beiden hatten 1940 geheiratet. Nach einer Tot- und zwei Fehlgeburten bekam Katharine Graham zwischen 1943 und 1952 vier Kinder, eine Tochter und drei Söhne. Ihr ältester Sohn, Don, sollte später ihre rechte Hand und dann ihr Nachfolger werden.

Graham bewunderte ihren Mann sehr, musste aber rückblickend feststellen: „Während er mich einerseits stützte und stärkte, machte er mich andererseits nieder … Allmählich hörte ich ganz auf zu sprechen, wenn wir zusammen waren.“ Das dominante Gebaren ihres Mannes war sowohl zeittypisch als auch krankheitsbedingt: Er wurde Ende der 50er Jahre manisch-depressiv und beging 1963 Selbstmord.

Davis 1991 – Katharine the Great

Woher nahm Katharine Graham ihre Stärke? Dazu ihr Lektor Robert Gottlieb: „Manche Leute sind geborene Pfadfinderinnen, und sie war eine von ihnen. Es kam ihr nicht in den Sinn, etwas nicht zu tun, das nun einmal getan werden musste, und zwar in allen Bereichen ihres Lebens. Aber sie hatte auch gerne Spaß - sie war nicht etwa sauertöpfisch. Sie freute sich an allem, einschließlich Verantwortung und Macht. Anfangs machten die ihr vielleicht Angst, aber dann wurden sie selbstverständlich für sie. Sie war schüchtern, und sie hatte Autorität. Und sie besiegte die Konkurrenz durch Leistung.“

Katharine Graham starb an ihren Kopfverletzungen nach einem Sturz bei einer Medienkonferenz in Sun Valley, Idaho.

Luise F. Pusch

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Zitate

To love what you do and feel that it matters — how could anything be more fun? (Katharine Graham)

The thing women must do to rise to power is to redefine their femininity. Once, power was considered a masculine attribute. In fact power has no sex. (Katharine Graham)

Bromidic though it may sound, some questions don’t have answers, which is a terribly difficult lesson to learn. (Katharine Graham)

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Links

About.com – Katharine Graham Quotes


About.com: Katharine Graham Quotes.

Answers.com 06.02.2007 – Katharine Graham


Answers.com: Katharine Graham. Biografien.

Brandes, Levine – Der Lorbeer der Unbestechlichen


Brandes, Ada; Levine, Tom: Der Lorbeer der Unbestechlichen. Vor 25 Jahren begann der Watergate-Skandal / Verblaßter Ruhm, aber bleibende Wirkung. Berliner Zeitung vom 17.06.1997.

Cockburn, St. Clair 06.02.2007 – The High Life of Katherine


Cockburn, Alexander; St. Clair, Jeffrey: The High Life of Katherine Graham. CounterPunch.

Freund 06.02.2007 – Misses Watergate


Freund, Michael: Misses Watergate. In: Der Standard vom 26.5.2007.

Graham 06.02.2007 – The Watergate Watershed


Graham, Katharine: The Watergate Watershed—A Turning Point for a Nation and a Newspaper. Auszug aus “Personal history”. WashingtonPost.com.

Schuler – Immer offen und ehrlich wirken


Schuler, Thomas: Immer offen und ehrlich wirken. Katharine Graham erzählt ihr Leben als arme mächtige Verlegerin der “Washington Post”. In: Berliner Zeitung vom 27.11.1999.

Schwarzkopf 06.02.2007 – Standfest und liberal


Schwarzkopf, Dietrich: Standfest und liberal. Katharine Graham, die Verlegerin der “Washington Post”, blickt zurück. In: Die Zeit, 1999.

Schwelien 1997 – Wie Katharine Graham vom Maskottchen


Schwelien, Michael: Wie Katharine Graham vom “Maskottchen” zur mächtigsten Verlegerin Amerikas wurde - ein Portrait. In: Die Zeit, 07/1997.

The Washington Post Company


The Washington Post Company - History & Leadership. Remembering Katharine Graham (1917-2001). Links zu Texten, Nachruf, Audioslideshow, tabellarischer Lebenslauf, Bilder von der Trauerfeier.

Wikipedia 05.12.2007 – Katharine Graham


Wikipedia: Katharine Graham.


Zahlmann – Richard M. Nixon


Zahlmann, Stefan: Richard M. Nixon. Geschlecht und politisches Scheitern. PDF-Datei. Arbeitskreis für interdisziplinäre Männer- und Geschlechterforschung.



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Literatur


Quellen

Gerber 2005 – Katharine Graham


Gerber, Robin (2005): Katharine Graham. The leadership journey of an American icon. New York: Portfolio.


Graham, Katharine (1997): Personal history. New York: Knopf.

Graham, Thies 1999 – Wir drucken


Graham, Katharine; Thies, Henning [Üb.] (1999): Wir drucken! Die Chefin der Washington Post erzählt die Geschichte ihres Lebens. München: Kindler.


Köster, Magdalena (2005): Brillante Bilanzen. Fünf Unternehmerinnen und ihre Lebensgeschichte. Weinheim: Beltz & Gelberg.


Weiterführende Literatur

Felsenthal 1999 – Power, privilege


Adelman, Kenneth L. (1992): Getting the job done. Insights from Norman R. Augustine, Katharine Graham, Tom Wolfe, General Charles A. Horner, Justice Sandra Day O’Connor, and John H. Johnson. Knoxville Tenn.: Whittle Direct Books.


Asirvatham, Sandy (2001): Katharine Graham. Philadelphia: Chelsea House Publishers.


Bowdish, Lynea (2004): With courage. Seven women who changed America. Rachel Carson, Katharine Graham, Dolores Huerta, Wilma Mankiller, Maya Lin, Kathleen McGrath, Condoleezza Rice. New York: Mondo.


Bowman, Kathleen; Soule, Larry (1976): New women in media. Katharine Graham, Judith Viorst, Loretta Long, Barbara Walters, Annie Leibovitz, Ann Chevalier, Connie Goldman. Mankato Minn. , Chicago: Creative Education; distributed by Childrens Press.

Bradlee 1995 – A good life


Bradlee, Benjamin C. (1995): A good life. Newspapering and other adventures. New York: Simon & Schuster.


Copeland, Cyrus (Hg.) (2006): A wonderful life. 50 eulogies to lift the spirit. Mit Beitrag “Katharine Graham” von Ben Brandlee. 1st ed. Chapel Hill N.C.: Algonquin Books of Chapel Hill.


Davis, Deborah (1991): Katharine the Great. Katharine Graham and her Washington Post empire. 3rd rev. ed. New York, NY: Sheridan Square Press.


Evans, Harold; Windlesham, David James George Hennessy; Graham, Katharine (1974): The freedom of the press. The half-free press. London: Hart-Davis MacGibbon.


Felsenthal, Carol (1999): Power, privilege, and the Post. The Katharine Graham story. 1st trade pbk. ed. New York: Seven Stories Press.

Köster 2005 – Brillante Bilanzen


Frattini, Eric; Colías, Yolanda (1996): Tiburones de la comunicación. Grandes líderes de los grupos multimedia. Silvio Berlusconi, Rupert Murdoch, Robert Edward “Ted” Turner III, Jesús de Polanco, Katharine Graham, Arthur Ochs Sulzberger, Tony O’Reilly, Emilio Azcárraga, Reinhard Mohn, Jean-Luc Lagardère, Robert Hersant, Conrad Black. Madrid: Ediciones Pirámide.


Graham, Katharine (1973): The faith of a free people. An address. Tucson: University of Arizona Press.


Graham, Katharine (2002): Katharine Graham’s Washington. 1st ed. New York: Knopf.


Jeffrey, Laura S. (1996): Great American businesswomen. Profiles the lives of ten women who became leaders in business and industry, including entrepreneur Madam C.J. Walker, publisher Katharine Graham, presidential advisor Alice Rivlin, and financial analyst Elaine Garzarelli. Springfield N.J.: Enslow Publishers.


Mattern, Joanne (2003): Katharine Graham and 20th century American journalism. 1st ed. New York: PowerKids Press (Women who shaped history).


Whitelaw, Nancy (1999): Let’s go! let’s publish! Katharine Graham and the Washington post. 1st ed. Greensboro: Morgan Reynolds.