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Louise Brooks

geboren am 14. November 1906 in Cherryvale, Kansas
gestorben am 8. August 1985 in Rochester, New York

amerikanische Filmschauspielerin und Autorin
105. Geburtstag am 14. November 2011


Mit ihrer leicht androgynen Ausstrahlung und der berühmten Kurzhaarfrisur, die ihr schönes, blasses Gesicht wie ein glänzender schwarzer Helm umschloss, wurde die Schauspielerin Louise Brooks Mitte der 1920er Jahre in den USA zum Inbegriff des »Flapper«, der modernen, unabhängigen jungen Frau – und damit Vorbild für eine ganze Frauengeneration. Ihre Porträts, aufgenommen von berühmten Fotografen (u.a. Edward Steichen, Eugene Richie), erschienen auf den Titelseiten von Mode- und Gesellschaftszeitschriften. Doch einer der ganz großen Hollywoodstars wurde sie nie – dazu war sie zu eigenwillig und unangepasst.

Nach einer sehr jung begonnenen Tänzerinnenkarriere – u.a. bei der New Yorker Denishawn Dance Company (mit Martha Graham) und den Ziegfeld Follies – hatte sie 1925, mit 19 Jahren, ihren ersten Filmauftritt - und einen Fünfjahresvertrag mit der Paramount in der Tasche. In zahlreichen Gesellschaftskomödien spielte sie, ihrem Image entsprechend, den leichtlebigen Backfisch (A social Celebrity, Love ’em or leave ’em, A Girl in every Port), aber auch ernsthaftere Rollen wie die einer jungen Landstreicherin in William Wellmans Beggars of Life.

Louise Brooks

Nach erfolglosen Verhandlungen um eine Gehaltserhöhung brach sie 1928 mit der Paramount und folgte einer Einladung von G. W. Pabst nach Deutschland in eine ganz andere Filmwelt: »In Hollywood war ich ein hübsches flatterhaftes Ding… In Berlin wurde (ich) zur Schauspielerin.« Pabsts Die Büchse der Pandora nach dem skandalträchtigen Theaterstück von Wedekind, mit Brooks, Franz Lederer und Fritz Kortner in den Hauptrollen, damals weder ein Kassen- noch ein Kritikererfolg, gilt heute als Meilenstein des Stummfilms. Brooks’ erotisch aufgeladene, dennoch verhaltene Darstellung der Männer wie Frauen verführenden Lulu war so natürlich, dass Kritiker argwöhnten, entweder könnte oder wollte sie nicht spielen. Nach zwei weiteren Filmen - Tagebuch einer Verlorenen, auch unter der Regie von Pabst, und Preis der Schönheit, einem frühen französischen Tonfilm – kehrte Brooks 1930 nach Amerika zurück, wo mit einigen zweitrangigen Produktionen ihre Karriere endete.

Louise Brooks

Es folgten mühsame Jahrzehnte, in denen sie sich als Tänzerin, Verkäuferin, Gesellschaftsreporterin durchschlug. Erst 1955 – ein riesiges Brooks-Porträt zierte den Eingang zur 60-Jahre-Kino-Retrospektive des Pariser Nationalmuseums – wurde sie wiederentdeckt. In den 1960er und 1970er Jahren veröffentlichte sie Essays über ihre Studioerfahrungen in verschiedenen Filmzeitschriften, 1982 in dem Bestseller »Lulu in Hollywood« zusammengefasst. Als sie 1985 nach jahrelangem Arthritisleiden starb, hatte sie ihre Wohnung in Rochester fast 25 Jahre lang nicht mehr verlassen. »Mein Leben war nichts«, war sie überzeugt. Die große Verehrung für ihre Schönheit und Schauspielkunst auf den begeisterten, ihr gewidmeten Internetseiten spricht dagegen.

 

Andrea Schweers

Brooks 1983 – Lulu in Berlin und Hollywood

Brooks 2000 – Lulu in Hollywood

Caneppele, Krenn 1999 – Film ist Comics

Brooks, Louise (1983): Lulu in Berlin und Hollywood. Aus dem Amerikanischen von Bernd Samland. München. Schirmer-Mosel. ISBN 3-88814-116-8.
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Brooks, Louise (1982): Lulu in Hollywood. Expanded ed. Minneapolis. University of Minnesota Press. 2000. ISBN 0816637318.
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Caneppele, Paolo; Krenn, Günter (1999): Film ist Comics. Wahlverwandtschaften zweier Medien. Die Projektionen des Filmstars Louise Brooks in den Comics von John Striebel bis Guido Crepax. Wien. Film Archiv Austria. ISBN 3-901932-03-8.
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Cowie 2006 – Louise Brooks

Elsaesser, Wedel 1999 – Das Weimarer Kino

Jaccard 1986 – Louise Brooks

Cowie, Peter (2006): Louise Brooks - Lulu forever. Aus dem Amerikanischen von Ursula Wulfekamp und Rudolf Hermstein. München. Schirmer-Mosel. ISBN 382960257X.
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Elsaesser, Thomas; Wedel, Michael (1999): Das Weimarer Kino – aufgeklärt und doppelbödig. Berlin. Vorwerk 8. ISBN 393091624X.
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Jaccard, Roland (1986): Louise Brooks. Portrait of an anti-star. (=Louise Brooks. Portrait d’une anti-star)
English translation by Gideon Y. Schein. New York. Zoetrope. ISBN 0918432774.
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Krenn, Günter; Moser, Karin (2006): Louise Brooks. Rebellin, Ikone, Legende. Wien. Filmarchiv Austria. ISBN 3902531126.
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Pabst 1984 – Pandora's box [Lulu]

Paris 2000 – Louise Brooks

Wahl 2009 – Dear Stinkpot

Pabst, Georg W. (1984): Pandora’s box [Lulu]. Rev. ed. London. Lorrimer. ISBN 0-85647-091-0.
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Paris, Barry (1989): Louise Brooks. A biography. 1. University of Minnesota Press ed. Minneapolis. University of Minnesota Press. 2000. ISBN 0-8166-3781-4.
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Seydel, Renate (1986): Geboren unter jedem Himmel. Erinnerungen berühmter Schauspieler. 1. Aufl. Berlin. Henschelverlag.
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Wahl, Jan (2009): Dear Stinkpot. Letters from Louise Brooks. Duncan. Bearmanor Media. ISBN 1593934742.
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DVDs
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Das Tagebuch einer Verlorenen

Die Büchse der Pandora

Louise Brooks

Loulou [FR Import]

Pandora's Box