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Maria Callas

geboren am 2. Dezember 1923 in New York
gestorben am 16. September 1977 in Paris

griechisch-amerikanische Sängerin
85. Geburtstag am 2. Dezember 2008


Coverbilder Maria Callas

Alby, Caron 1998 – Maria Callas

„Einfach lächerlich, dass so ein Mädchen Sängerin werden will“, befindet die Gesangslehrerin Elvira de Hidalgo, als ihr die pummelige und bebrillte Maria Callas in Athen zum ersten Mal gegenübersteht. Aber 1940 findet in Athen die erste von vielen hundert Premieren statt, es ist eine Operette. Maria ist siebzehn Jahre alt; ihre Karriere wird sie nicht in den USA, wo sie geboren ist und wohin sie 1945 zurückkehrt, sondern im „Land der Oper“, in Italien, fortsetzen.

Allegri, Allegri 1998 – Callas by Callas

In Verona ist sie 1947 Ponchiellis Gioconda. Dort trifft sie auch Battista Meneghini, ihren späteren Mann. Er wird sich sehr für ihre Karriere einsetzen. Sie sei sein „chef d’œuvre“, hat er einmal gesagt. Mit ihm wird sie zu „La Callas“.

Es gibt kaum eine Rolle, in der sie nicht brilliert: Sie ist Tosca, Medea, La Traviata, Lady Macbeth, Madame Butterfly, Norma, Lucia. Sie reist rund um die Welt, erobert die Metropolen und die Menschen, die ihren Aufführungen entgegenfiebern und ergriffen sind. „Die Scala im Delirium“ heißt es in einer Schlagzeile 1954 in Mailand. Sie hat den Höhepunkt ihrer Karriere erreicht. Jetzt läßt ihre Energie nach; sie muß Aufführungen und gar Premieren absagen oder abbrechen.

Brix 1994 – Maria Callas

Als sie 1959 Aristoteles Onassis kennen lernt, der ein Freund der Liebe, aber nicht der Oper ist, tritt sie immer seltener auf. „Sie haben ja kein einziges Mal geübt“, wundert sich Fürstin Grazia Patrizia nach einer dreiwöchigen Kreuzfahrt auf Onassis’ Christina. „Nur ein glücklicher Vogel kann singen“, sagte sie einmal. Die Beziehung zu Onassis war nicht glücklich. Im Jahr 2000 legte der Journalist Nicholas Gage Beweise für ein lange gehütetes Geheimnis vor: Maria Callas gebar 1960 einen Sohn von Onassis; er starb am Tag der Geburt.

Callas, Ardoin 2002 – Maria Callas

1969 versucht Maria Callas sich als Schauspielerin, in Pasolinis Medea. Der Film ist kommerziell ein Reinfall. Sie arbeitet 1970 als Musikpädagogin in New York und plant mit ihrem früheren Partner Giuseppe die Stefano ein Comeback. Ihre Tournee wird zum Desaster.

Am 16. September 1977 stirbt sie in Paris an Herzversagen. „Bravo, Callas! Bravo, Maria!“ klingt es aus der Menge, als der Sarg aus der Kirche in der Rue Georges Bizet getragen wird.

(Original der gekürzten Fassung aus Pusch/Gretter, Berühmte Frauen: 300 Portraits, Bd 1)

Susanne Gretter


Quellen

Ardoin, John; Waldraff, Tilmann (1979): Maria Callas und ihr Vermächtnis. (=The Callas Legacy). München: Noack-Hübner.

Fischer 1995 – Große Stimmen

Gage, Wasel et al. 2001 – Griechisches Feuer


Fischer, Jens Malte (1993): Große Stimmen. Von Enrico Caruso bis Jessye Norman. Frankfurt (Main): Suhrkamp, 1995 (Suhrkamp-Taschenbuch, 2484).


Gage, Nicholas; Wasel, Ulrike; Timmermann, Klaus (2001): Griechisches Feuer. Maria Callas und Aristoteles Onassis. (=Greek Fire: The Love Affair of Maria Callas and Aristotle Onassis). München: Blessing.

Kesting 1992 – Maria Callas

Wendt 2006 – Meine Stimme verstörte die Leute


Kesting, Jürgen (1990): Maria Callas. München: Econ-Taschenbuch-Verl., 1992 (Econ-Taschenbuch, 26534).


Wendt, Gunna (2006): Meine Stimme verstörte die Leute. Diva assoluta Maria Callas. München: Knaus.


Weiterführende Literatur


Alby, Claire; Caron, Alfred (1998): Maria Callas - ihre Stimme, ihr Leben. Mit CD. Bern, München, Wien: Scherz (Arte-Edition).


Allegri, Renzo; Allegri, Roberto (1998): Callas by Callas. Ein Mythos lebt. München: Heyne (Collection Rolf Heyne).

Bret 2000 – Callas


Bret, David (2000): Callas. Biographie. Hamburg: Europ. Verl.-Anst.


Brix, Michael (1994): Maria Callas. Aufführungen/Performances. München: Schirmer/Mosel.


Callas, Maria; Ardoin, John (2002): Maria Callas: Meine Meisterklasse. Ein Übungsbuch für Sänger ; mit zahlreichen Notenbeispielen. (=Callas at Juilliard - the master clases). Berlin: Henschel.

Csampai 1999 – Callas


Csampai, Attila (1999): Callas. Gesichter eines Mediums. München, Paris, London: Schirmer-Mosel.


Dherbier, Yann-Brice (2007): Maria Callas. Bilder eines Lebens. Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf.


Dufresne, Claude (1991): Maria Callas. Primadonna assoluta. München: Heyne (Heyne-Biographien, 213).


Galatopoulos, Stelios (1999): Maria Callas. Die Biographie. Frankfurt am Main: Fischer, 2001.

Gretter, Pusch 1999 – Berühmte Frauen


Gretter, Susanne; Pusch, Luise F. (1999): Berühmte Frauen. Dreihundert Porträts. Frankfurt am Main, Leipzig: Insel-Verlag.


Hauert, Roger; Gara, Eugenio; Eichmann, Arnold Heinz (1958): Maria Callas. Frankfurt/Main: Limpert (Die grossen Interpreten).

Kanthou 1994 – Maria Callas

Herzfeld 1959 – Maria Meneghini-Callas oder Die große


Herzfeld, Friedrich (1959): Maria Meneghini-Callas oder Die große Primadonna. Berlin: Rembrandt-Verl. (Rembrandt-Reihe, 18).


Kanthou, Eleni (1994): Maria Callas. Die Interpretin ; Leben und Wirken. Wilhelmshaven: Noetzel.


Kesting, Jürgen (2006): Maria Callas. Leben und Musik der großen Sängerin ; Callas singt Wahnsinns-Szenen von Donizetti, Bellini und Thomas. Buch und Audio-CD. Hamburg: Zeitverl. Bucerius (DIE ZEIT Klassik-Edition, 11).

Prechtel 2007 – Maria Callas

Krausser 1999 – Der große Bagarozy


Krausser, Helmut (1997): Der große Bagarozy. Roman. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1999 (rororo, 22479).


Prechtel, Adrian (2007): Maria Callas: Langen/Müller.

Stancioff 1988 – Callas

Rieger, Steegmann 2002 – Göttliche Stimmen


Rieger, Eva; Steegmann, Monica (2002): Göttliche Stimmen. Lebensberichte berühmter Sängerinnen ; von Elisabeth Mara bis Maria Callas. Frankfurt am Main: Insel-Verl. (Insel-Taschenbuch, 2502).


Stancioff, Nadia (1988): Callas. Biographie einer Diva. Zürich: SV Internat. Schweizer Verl.-Haus.

Tosi 2007 – Maria Callas

Tajani 2006 – Maria Callas


Tajani, Ricci (2006): Maria Callas. The cruise ‘59 ; Biografie einer Reise. Mainz: Schott.


Tosi, Bruno (2007): Maria Callas - La Divina in Cucina. Die Entdeckung ihrer kulinarischen Geheimnisse: Südwest-Verlag.

Zigaina 2006 – In die Lagune

Wendt 2006 – Maria Callas oder Die Kunst


Wendt, Gunna (2006): Maria Callas oder Die Kunst der Selbstinszenierung. Ausstellungskatalog. Leipzig: Henschel.


Zigaina, Guiseppe (2006): In die Lagune. Erzählungen. Wien: Folio.