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Mariann Steegmann

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deutsch-schweizerische Mäzenin und Psychologin
geboren am 30. Januar 1939 in Berlin
gestorben am 17. Juni 2001 in Vaduz, Liechtenstein
5. Todestag am 17. Juni 2006


Mariann Steegmann, die Tochter des deutschen Wirtschaftsanwaltes Josef Steegmann und der Schweizer Hotelbesitzerin Lea Steegmann, geborene Morosani, studierte nach Abschluß der Schule Psychologie und schloß 1968 das Studium mit dem Diplom ab. Anschließend arbeitete sie in einem Kinderheim und übernahm dann 1973 zusammen mit einer Freundin ein Kurhaus in Degersheim (Appenzeller Land), das sie bis kurz vor ihrem Tod leitete. Dank ihrer ausgezeichneten Sprachkenntnisse (sie sprach auch Englisch und Italienisch fließend) und der offenen Art, mit der sie auf Menschen zuzugehen pflegte, war sie bei den MitarbeiterInnen sehr beliebt. Sie ließ sich medizinisch fortbilden, um die PatientInnen besser beraten zu können und bildete die sog. Lehrtöchter in eigener Regie aus. Ein Freund über diese Zeit: “Sie hatte eine besondere Fähigkeit, Konflikte gütlich zu lösen ... niemals urteilte sie von oben herab, sondern sah sich als eine unter anderen, was viel zum guten, von ihr stark beeinflußten Betriebsklima beitrug.”

FrauenbildIhr Vater hatte sich lebenslang mit Kunst beschäftigt (wovon eine umfangreiche Kunstbibliothek zeugt) und über den berühmten Kunsthändler Beyeler (der ein eigenes Museum in Basel gründete) in kluger und kenntnisreicher Voraussicht über den steigenden Wert Werke der klassischen Moderne gekauft, die heute größtenteils in der Staatsgalerie Stuttgart hängen. Nach seinem Tod gingen seine Bilder in eine Stiftung über, und Mariann beschloss, eines der Bilder zu verkaufen und aus dem Zinserlös Projekte zu unterstützen. Etwa 1997 begann sie, im Zuge ihrer Pensionierung eine Stiftung zur Förderung von Frauen in Kunst und Musik vorzubereiten. Es entstand ein Stiftungsprofil, das die Genderforschung auf dem Gebiet der Kunst- und Musikwissenschaften ermöglichen sollte. Gleichzeitig unterstützte sie die Universität Bremen. Sie spendete als erstes für das Fach Musik einen Flügel und danach für das Zentrum für feministische Studien ein dreijähriges Stipendium; an der Auswahl der Stipendiatin wirkte sie aktiv mit. Noch während ihrer Krankheit, die 2000 ausbrach, und bis in die letzten Monate ihres Lebens hat sie die Erarbeitung der Satzung und die Gründung der Stiftung mit aktivem Interesse verfolgt. Ihr Rat, ihre Geduld und Sachkompetenz waren immer eine wichtige Hilfe.

FrauenbildIhr Tod riss sie aus diesen Aktivitäten heraus, doch ihr Name bleibt weiter lebendig: als Erinnerung an eine warmherzige, künstlerisch interessierte und großzügige Frau. Sie starb am 17. Juni 2001 an Krebs. Mit Geldern der Mariann-Steegmann-Stiftung kann das Sophie-Drinker-Institut für musikwissenschaftliche Frauen- und Geschlechterforschung in Bremen bis 2010 gefördert werden und an der Musikhochschule Hannover ein großes Forschungszentrum Musik und Gender entstehen, das im November 2006 eingeweiht wird.

Eva Rieger