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Petra Kelly

geboren am 29. November 1947 in Günzburg, Donau
gestorben (erschossen) am 1. Oktober 1992 in Bonn
deutsche Politikerin (Die Grünen)

60. Geburtstag am 29. November 2007


Im Jahr 1960 zieht die zwölfjährige Petra Karin Lehmann, die bis dahin behütet bei ihrer Großmutter aufwuchs, mit ihrer Mutter und dem Stiefvater John Kelly in die USA. Das (sprach)begabte Mädchen hat keine Probleme in der neuen Umgebung. “Geben Sie Petra die beste Ausbildung, die Sie ihr ermöglichen können. Was immer das Mädchen später einmal tun wird, es wird Hervorragendes leisten”, sagt der Rektor der Baker High School in Columbus, West Virginia, zu ihrer Mutter. Zwischen 1966 und 1970 absolviert sie an der American University in Washington, DC, ihr Politikstudium und lehrt dort anschließend als Dozentin.

petra kelly grüneMit einem Stipendium kommt sie nach Europa, wo sie ab 1971 als hochqualifizierte Beamtin bei der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel arbeitet. Von dort aus mischt sie sich in die deutsche Politik ein: Sie ist u.a. Mitglied in der deutschen Friedensgesellschaft und Vorstandsmitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU). 1979 aus der SPD ausgetreten, gehört sie zu den Gründungsmitgliedern der Grünen Partei. Sie war, wie Joschka Fischer sagte, “die herausragende Persönlichkeit bei der Gründung der Grünen Partei in Westdeutschland”. Sie stand ganz allein als Person weltweit für die deutschen Grünen. Sie war gewiß kein bequemer Mensch, schon gar nicht leicht im Umgang und in der Zusammenarbeit, aber wer war das schon?” – “Nur wenn man auf die Wunde drückt oder schreit, wird sich etwas verändern”, lautete ihre Devise. Bei den Bundestagswahlen 1983 erreichten die Grünen 5,6 Prozent der Stimmen und zogen in den Bundestag ein. Es war zum großen Teil das Verdienst der Symbolfigur Kelly. Ihr rückhaltloser Einsatz und ihre Aktionen für die Menschenrechte, für die Befreiung der Frau, für den Schutz von Minderheiten, für Gewaltlosigkeit, für die Friedensbewegung mobilisierten Massen.

Ab 1984 begann ihr Stern innerhalb der Partei zu sinken. Da bildete sie, zusammen mit dem ehemaligen Bundeswehrgeneral Bastian, ein eigenes politisches Team. Wie fragil dieses geworden war, zeigte sich in der Nacht vom 1. Oktober 1992. Da erschoß Bastian erst die schlafende Petra Kelly und dann sich selbst. Tot aufgefunden wurden die beiden erst knapp drei Wochen später, am 19. Oktober.

für FemBio aktualisiert von Luise F. Pusch)

Susanne Gretter

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Bastian, Till. 1994. Die Finsternis der Herzen: Nachdenken über eine Gewalttat. Köln. Papyrossa.

Beckmann, Lukas & Lew Kopelew. Hg. 1993. Gedenken heißt erinnern. Petra K. Kelly. Gert Bastian. Göttingen. Lamuv.

Kelly, Petra K. 1997. Lebe, als müßtest du heute sterben: Texte und Interviews. Düsseldorf. Zebulon.

Parkin, Sara. 1994. The Life and Death of Petra Kelly. Hammersmith; London. Pandora.

Schwarzer, Alice. 1993. Eine tödliche Liebe: Petra Kelly und Gert Bastian. Köln. Kiepenheuer & Witsch.

Sperr, Monika. 1983. Petra K. Kelly: Politikerin aus Betroffenheit. Reinbek b. Hamburg. rororo TB 5567.