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Rosa Luxemburg

geboren am 5. März 1871 in Zamosc, Polen
ermordet am 15. Januar 1919 in Berlin

polnisch-deutsche Revolutionärin
90. Todestag am 15. Januar 2009


Als die promovierte Volkswirtin Rosa Luxemburg 1898 nach Berlin kommt, beginnt eine einzigartige Karriere in der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung. Ungewöhnlich, denn als Frau, Jüdin und leicht behindert, war sie dreifach stigmatisiert. Sie ist klug, gebildet, leidenschaftlich, eine glänzende Rednerin und brillante Journalistin. Sogleich wird ihr die Redaktion der Sächsischen Zeitung angetragen. „Was denn! Unterrockpolitik!“ wird damals protestiert. Sie nimmt an den Parteitagen der SPD teil und bestimmt die Politik der Sozialdemokraten in Polen, ist Delegierte bei den Kongressen der II. Internationale und ab 1903 Mitglied des Internationalen Sozialistischen Büros. Sie lehrt an der Parteischule der SPD in Berlin, unternimmt Redetourneen durch Deutschland und spricht nicht selten vor ein- bis zweitausend Menschen. „Genial“ und die „Göttliche“ wird sie genannt, und für Lenin ist sie der „Adler der Revolution“.

Luxemburg 1982-1993 – Gesammelte Briefe

Luxemburg 1970-1975 – Gesammelte Werke

Als führende Theoretikerin der jungen Generation setzt sie sich in ihren Schriften erbittert mit dem beginnenden Reformismus in der Sozialdemokratie auseinander. Mit ihrer bedingungslosen Haltung zum Krieg und zu den Kriegskrediten provoziert sie 1914, zusammen mit Liebknecht, Mehring, Zetkin u. a. die Spaltung der SPD. Wegen ihrer Aufrufe zur Befehlsverweigerung wird sie ab 1914 die meiste Zeit im Gefängnis verbringen. In ihren in der Haft verfassten Schriften begrüßt sie die Oktoberrevolution, warnt aber vor einer Diktatur der Bolschewiki mit dem berühmten Satz „Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“.

Gallo 2001 – Rosa Luxemburg

Laschitza 2002 – Rosa Luxemburg

Im November 1918, gerade aus dem Gefängnis entlassen, erlebt sie in Berlin die Ausrufung der Räterepublik. Am 1. Januar 1919 ist sie beim Gründungsparteitag der KPD dabei, deren erstes Programm aus ihrer Feder stammt. Am 5. Januar beginnt der „Spartakusaufstand“ – nach einer Woche von der Reichswehr blutig niedergeschlagen. Luxemburg hatte vor der verfrühten Durchführung eines Aufstandsversuchs gewarnt. Trotzig schreibt sie am 14. Januar 1919 über die Revolution: „Ich war, ich bin, ich werde sein“. Einen Tag später ist sie tot, zusammen mit Karl Liebknecht von deutschen Soldaten ermordet. Ihre Leiche wird in den Berliner Landwehrkanal geworfen und erst Monate später aufgefunden.
„Es stimmt, ich habe verdammte Lust, glücklich zu sein ...“, schrieb sie einmal an Leo Jogiches. Die Beziehung zu ihm scheiterte, ebenso die zu dem 14 Jahre jüngeren Kostja Zetkin und zu Paul Levi. Privates Glück war ihr, die Oper, Theater, Musik, Literatur, Natur, die FreundInnen mit der gleichen Leidenschaft liebte wie die Revolution, nicht vergönnt.

Susanne Gretter


Quellen


Brandt, Willy (1990): Rosa Luxemburg. In: Schultz, Hans Jürgen (Hg.): Es ist ein Weinen in der Welt. Hommage für deutsche Juden unseres Jahrhunderts. 1. Aufl. Stuttgart: Quell.

Fröhlich 2001 – Das Kaiserreich

Pilz (Hg.) 2005 – Das Ideal der Mitmenschlichkeit


Ettinger, Elżbieta; Bortfeldt, Barbara [Übers.] (1990): Rosa Luxemburg. Ein Leben. Bonn: Dietz.


Goldsmith, Margaret (1976): Seven women against the world. Essex: Methuen (Pioneers of the woman’s movement).


Luxemburg, Rosa (1970-1975): Gesammelte Werke. 5 Bände. Berlin: Dietz.


Luxemburg, Rosa (1971): Briefe an Leon Jogiches. Frankfurt (Main): Büchergilde Gutenberg.


Luxemburg, Rosa (1982-1993): Gesammelte Briefe. 6 Bände. Berlin: Dietz.


Luxemburg, Rosa (1996): Ich umarme Sie in großer Sehnsucht. Briefe aus dem Gefängnis 1915 bis 1918. 4. Aufl., 37.-44. Tsd. Bonn: Dietz (Dietz-Taschenbuch, 7).

Hirsch 2004 – Rosa Luxemburg

Kaminski 2005 – Frauen, die die Welt verändern


Quack, Sibylle; Luxemburg, Rosa (1983): Geistig frei und niemandes Knecht. Paul Levi – Rosa Luxemburg ; politische Arbeit und persönliche Beziehung ; mit 50 unveröffentlichten Briefen. Köln: Kiepenheuer & Witsch.


Scharrer, Manfred (1988): Rosa Luxemburg: Wie eine Kerze, die von beiden Enden brennt. In: Schneider, Dieter (Hg.): Sie waren die ersten. Frauen in der Arbeiterbewegung. Frankfurt am Main: Büchergilde Gutenberg.


Wikipedia: Rosa Luxemburg.


Hörbücher

CD WISSEN 2006


CD WISSEN – Grosse Frauen und Männer der Weltgeschichte, Teil 19 (2006). Wladimir Iljitsch Lenin, Rosa Luxemburg, Roald Amundsen, Winston Churchill. 80 min (Beitrag über Luxemburg 19:49). Vorgelesen von Achim Höppner. München: audio media verlag. Audio-CD.

Luxemburg 2002 – In tiefsten Schlupfwinkel meiner Seele


Luxemburg, Rosa (2002): In tiefsten Schlupfwinkel meiner Seele … Sabine Wackernagel liest Briefe von Rosa Luxemburg. 67 min. 1. Aufl. Berlin: Dietz. Audio-CD.

Luxemburg, Wieck et al. 2007 – Mein Liebster..


Luxemburg, Rosa; Wieck, Clara; Modersohn-Becker, Paula et al. (2007): Mein Liebster… Liebesbriefe berühmter Frauen. Vorgelesen von Anna Thalbach. Freiburg: Audiobuch. Audio-CD.

Pestalozzi, Linsingen et al. 2004 – Mein Herz ist voller Weh


Pestalozzi, Heinrich; Linsingen, Caroline von; Liliencron, Detlev von et al. (2004): Mein Herz ist voller Weh und Sehnen. Liebesbriefe berühmter Menschen. 67 min (Track 21: Rosa Luxemburg an Leon Jogiches). Vorgelesen von Catharina von Bargen; Frank Suchland. Bückeburg: ContraPunkt Hörbuchverlag. Audio-CD.


Film

Trotta 1986 – Rosa Luxemburg


Trotta, Margarethe von (1986): Rosa Luxemburg. BRD. Spielfilm, 118 min. VHS-Kassette.


Software/E-Books

Luxemburg, Regneri 2006 – Schriften und Reden


Luxemburg, Rosa; Regneri, Günther [Hg.] (2006): Schriften und Reden. Enthält nahezu alle deutschsprachigen Werke Luxemburgs, Bild- und Filmdokumente sowie ein Quiz. Berlin: heptagon. CD-Rom (Windows 9x, ME, NT 4.0, 2000, XP).


Bücher

Luxemburg 2000 – Briefe aus dem Gefängnis

Rosa Luxemburg im internationalen Diskurs 2002


Barth, Reinhard (2004): Frauen die Geschichte machten. Von Hatschepsut bis Indira Gandhi. Darmstadt: Primus.


Brauch, Annegret (Hg.) (2006): Im Namen einer besseren Welt. Rosa Luxemburg – Hannah Arendt – Simone Weil – Dorothee Sölle. Bad Herrenalb: Evangelische Akademie Baden (Herrenalber Forum, 47).


Ditfurth, Christian von (2005): Das Luxemburg-Komplott. Roman: Droemer Knaur.


Fröhlich, Michael (2001): Das Kaiserreich. Portrait einer Epoche in Biographien. 39 Biografien, darunter Rosa Luxemburg, eingebunden in Zeitgeschichte: Primus.


Gallo, Max (2001): Rosa Luxemburg. Ich fürchte mich vor gar nichts mehr. Berlin: Ullstein TB.

Rabb 2006 – Die sechste Tote

Luxemburg 2006 – Die Freiheit ist immer nur


Haug, Frigga (2007): Von Rosa Luxemburg lernen. Hamburg: Argument.


Hexelschneider, Erhard (2004): Rosa Luxemburg und die Künste. Schkeuditz: GNN.


Hildebrandt, Irma (2005): Frauen mit Elan. 30 Porträts von Rosa Luxemburg bis Doris Dörrie. Kreuzlingen: Hugendubel.


Hirsch, Helmut (2004): Rosa Luxemburg. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. 21. Aufl. Reinbek: Rowohlt TB.

Luxemburg, Jestrabek 2003 – Freidenkerin des Sozialismus

Keller, Kraft 2005 – Rosa Luxemburg


Institut für Geschichte der Arbeiterbewegung (Hg.) (1990): Rosa Luxemburg und die Freiheit der Andersdenkenden. Extraausgabe des unvollendeten Manuskripts “Zur Russischen Revolution” und anderer Quellen zur Polemik mit Lenin. Berlin: Dietz.


Ito, Narihiko; Bergmann, Theodor; Hochstadt, Stefan (2007): China entdeckt Rosa Luxemburg. Internationale Rosa-Luxemburg-Gesellschaft in Guangzhou am 21./22. November 2004. Berlin: Dietz.


Kaminski, Katharina (2005): Frauen, die die Welt verändern. Zehn Portraits. Krummwisch: Königsfurt.


Keller, Fritz; Kraft, Stefan (2005): Rosa Luxemburg. Denken und Leben einer internationalen Revolutionärin. Wien: Promedia.


Kohlmann, Jan (2004): Der Marsch zu den Gräbern von Karl und Rosa. Geschichte eines Gedenktages. Frankfurt: Peter Lang.


Laschitza, Annelies (2002): Rosa Luxemburg. Im Lebensrausch, trotz alledem. Eine Biographie. 2. Aufl. Berlin: Aufbau TB.

Hildebrandt 2005 – Frauen mit Elan

Haug 2007 – Von Rosa Luxemburg lernen


Liphardt, Elizaveta (2005): Aporien der Gerechtigkeit. Politische Rede der extremen Linken in Deutschland und Russland zwischen 1914 und 1919. Politolinguistische Studie auf Basis der Reden von Lenin, Trotzki, Liebknecht und Luxemburg. Tübingen: Niemeyer.


Luxemburg, Rosa (2000): Briefe aus dem Gefängnis. 17. Aufl. Berlin: Dietz.


Luxemburg, Rosa (2006): Die Freiheit ist immer nur Freiheit des Andersdenkenden. Politische Schriften. Paderborn: Voltmedia.


Luxemburg, Rosa; Jestrabek, Heiner (2003): Freidenkerin des Sozialismus. Ausgewählte Schriften zur Religions- und Bürokratiekritik. Aschaffenburg: Alibri.


Müller, Anke (2003): Die “Zukunft” des Imperialismus. Prognosesicherheit in den Imperialismustheorien von Rosa Luxemburg, Lenin, Rudolf Hilferding und Nikolai Bucharin. Hamburg: Dr. Kovac.


Pilz, Elke (Hg.) (2005): Das Ideal der Mitmenschlichkeit. Frauen und die sozialistische Idee. Enthält den Essay “Rosa Luxemburg – gut zu sein ist die Hauptsache” von G. Danzer. Würzburg: Königshausen & Neumann.


Rabb, Jonathan (2006): Die sechste Tote. Thriller um den Tod von Rosa Luxemburg. München: Droemer Knaur.

Brauch (Hg.) 2006 – Im Namen einer besseren Welt

Ditfurth 2005 – Das Luxemburg-Komplott


Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und die revolutionäre KPD (1918). Mit dem Originalprogramm der KPD von 1918 (2004). Obertshausen: Verlag kommunistischer und antifaschistischer Schriften.


Rosa Luxemburg im internationalen Diskurs. Internationale Rosa-Luxemburg-Gesellschaft in Chicago, Tampere, Berlin und Zürich (1998-2000) (2002). Berlin: Dietz.


Schütrumpf, Jörn (Hg.) (2006): Rosa Luxemburg. Der Preis der Freiheit. Berlin: Dietz.


Siggelkow, Ingeborg (Hg.) (2003): Erinnerungskultur und Gedächtnispolitik. Mit Beitrag “Ein Denkmal für Rosa Luxemburg?” von Stefanie Endlich. Frankfurt: Peter Lang.

Müller 2003 – Die Zukunft des Imperialismus