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Ruth Andreas-Friedrich

geb. 23. September 1901 in Berlin
gest. 17. September 1977 in München

deutsche Schriftstellerin und Journalistin
30. Todestag am 17. September 2007


BiografieWerkeLinksLiteratur


Biografie

Geboren wurde sie 1901 in Berlin als Tochter des „Wirklichen Geheimen Kriegsrats“ Max Behrens und seiner Frau Margarete, geb. von Drewitz. Nach einer Staatsprüfung als Wohlfahrtspflegerin und einer Buchhändlerinnenlehre heiratete sie 1924 den späteren Fabrikdirektor und Arbeitgeberpräsidenten Otto A. Friedrich.

Nach sechs Ehejahren und der Geburt ihrer Tochter Karin 1925 lässt sie sich 1930 scheiden und beginnt zu schreiben, Artikel für Frauenzeitschriften, Buchbesprechungen und Feuilletons, über „Greta Garbos Debüt vor der Kamera“ zum Beispiel. Zum Schreiben animiert hatte sie Fritz Landshoff, der wie sie selbst zu den Stammgästen des berühmten Romanischen Cafes zählte.

Ruth Andreas-Friedrich

19 31 lernte Ruth Andreas-Friedrich den Dirigenten Leo Borchard kennen. Der in Moskau geborene Sohn deutscher Eltern bekam bereits 1933 in Deutschland Auftrittsverbot. Er ziehe die jüdischen Musiker seines Orchesters vor und sei „politisch unzuverlässig“.
Spätestens diese Begebenheit hatte Andreas-Friedrichs politisches Bewusstsein geweckt, und als 1938 in Deutschland die Synagogen brannten, fasste sie einen Entschluss: „Tag für Tag schrieb ich auf, was ich hörte, sah, erlebte“, denn es war ihr klar, „wie schwer es einmal sein würde, denen von draußen zu beweisen, dass nicht jeder, der in Deutschland blieb, ein Nazi sei. Ihnen verständlich zu machen, warum wir blieben und nicht gingen.“ Sie und ihre Freunde blieben und gründeten die Widerstandsgruppe „Onkel Emil“. Sie begingen Werksabotage, rissen Naziaufrufe von den Wänden, retteten Kriegsgegner durch ärztliche Atteste vor dem Wehrdienst, versorgten politische Flüchtlinge und jüdische Mitbürger mit Ausweispapieren, beherbergten sie, beschafften Lebensmittel (Ruth Andreas-Friedrich: Der Schattenmann).

Nach dem Krieg war Ruth Andreas-Friedrich als Herausgeberin zweier Frauenzeitschriften tätig. Im Blockadewinter 1948 verlässt sie den „Schauplatz Berlin“ und zieht nach München. Sie heiratet – 1945 war Borchard gestorben – Walter Seitz, den Direktor der Münchner Universitäts-Klinik. Sie wird als Autorin von Lebenshilfebüchern bekannt, 1957 z.B. erscheint ihr Aufklärungsbuch Woher kommen die kleinen Kinder?.

In ihrem Abschiedsbrief vor ihrem selbstgewählten Tod schreibt sie: „Viele sterben zu spät – manche sterben zu früh ... Mir scheint für mich jetzt eine gute Zeit gekommen, um zu sterben.“

Susanne Gretter

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Werke

Aberglauben in der Liebe

Haben Sie einen schwachen Punkt?


Andreas-Friedrich, Ruth (1935): Aberglauben in der Liebe. Leipzig. Weber.


Andreas-Friedrich, Ruth (1935): Lieder, die die Welt erschütterten. Historische Lieder aus 4 Jahrhunderten. Leipzig. Weber (Weberschiffchen-Bücherei, 10).


Andreas-Friedrich, Ruth (1938): Wiegenlieder. Buchschmuck von Marianne Scheel. Berlin. Atlantis.


Andreas-Friedrich, Ruth (1941): Haben Sie einen schwachen Punkt? Gymnastische Ratschläge und kosmetische Regeln zur Behandlung körperlicher Mängel. Berlin. Verl. Die Junge Dame (Die Junge-Dame-Bibliothek).

Wir wollen heiraten!

Der Schattenmann


Andreas-Friedrich, Ruth (1941): Wir wollen heiraten! Ein Büchlein von den kleinen und großen Sorgen vor und in der Ehe. Zeichnungen: Ruth Bötel. Berlin. Verl. von Arnim (Die Junge-Dame-Bibliothek).


Andreas-Friedrich, Ruth (1942): Glücklich verliebt, glücklich verlobt. Ein Ratgeber für Liebesleute und solche, die es werden wollen. Zeichnungen: Ruth Bötel. Berlin. Verl. von Arnim (Die Junge-Dame-Bibliothek).


Andreas-Friedrich, Ruth (1947): Der Schattenmann. Tagebuchaufzeichnungen 1938 – 1945. Berlin. Suhrkamp.

So benimmt sich die junge Dame

ABC für Verliebte


Andreas-Friedrich, Ruth (1950): So benimmt sich die junge Dame. Tausend Antworten auf tausend Fragen des Benehmens. Berlin. Verl. Die Junge Dame (Die Junge-Dame-Bibliothek).


Andreas-Friedrich, Ruth (1954): ABC für Verliebte. Kleine Anweisung zur glücklichen Zweisamkeit. Zeichnungen: Susanne Perl. Zürich. Classen.

Ein reizender Abend

Die Überwindung der Lebenskrisen


Andreas-Friedrich, Ruth (1954): Ein reizender Abend. Tausend Tips für frohe Feste. Heidelberg. Kemper (Kempers praktische Reihe, 5).


Andreas-Friedrich, Ruth (1955): Die Überwindung der Lebenskrisen. Zürich, Stuttgart. Classen (Angewandte Psychologie).


Andreas-Friedrich, Ruth (1956): Glücklich zu zweit. Mit vielen Illustrationen von Eva Kausche-Kongsbak. Hamburg. Constanze Verl. (Ein Constanze Buch, 3).

Jung durch Gymnastik

Ich bin dir nah


Andreas-Friedrich, Ruth (1957): Jung durch Gymnastik. Mit vielen Illustrationen von Jochen Bartsch und Ruth Scholz-Peters. Hamburg. Constanze Verl. (Constanze-Buch, 9).


Andreas-Friedrich, Ruth (1957): Schlank durch Diät. Mit vielen Illustrationen von Jochen Bartsch. Hamburg. Constanze Verl. (Constanze-Buch, 7).


Andreas-Friedrich, Ruth (1957): Woher kommen die kleinen Kinder? Ein Constanze Kinderbuch. Mit Zeichnungen von Jochen Bartsch. Hamburg. Constanze Verl. (Kleine Serie, 2).


Andreas-Friedrich, Ruth (1958): Ich bin dir nah. Stufen der Liebe. Eine Sammlung. München. Nymphenburger Verl.-Handl.

Ursprung und Sinn der Träume

Das gute Wort


Andreas-Friedrich, Ruth (1958): Ursprung und Sinn der Träume. Hinweise zur Selbstdeutung. Zürich, Stuttgart. Classen (Angewandte Psychologie).


Andreas-Friedrich, Ruth (1960): Gesund und hübsch durchs Jahr. Illustrationen von Jochen Bartsch. Heidelberg. Kemper (Kempers praktische Reihe).


Andreas-Friedrich, Ruth (1961): Das gute Wort. Eine Spruchsammlung für jeden Tag des Jahres. Heidelberg. Kemper.

Schauplatz Berlin

Wege aus der Einsamkeit


Andreas-Friedrich, Ruth (1962): Schauplatz Berlin. Ein deutsches Tagebuch. München. Rheinsberg Verl. Lentz.


Andreas-Friedrich, Ruth (1963): Zum freudigen Ereignis. Besinnliches und Heiteres für junge Mütter. Heidelberg. Kemper.


Andreas-Friedrich, Ruth (1964): Benimm dich, Geliebte. Ein Liebes-Knigge für Geübte und Ungeübte. Illustrationen von Irma Wagensommer. München. Borgia-Press.


Andreas-Friedrich, Ruth (1966): Wege aus der Einsamkeit. Zürich, Stuttgart. Classen (Angewandte Psychologie).

Zur guten Besserung

Von Tag zu Tag ein gutes Wort


Andreas-Friedrich, Ruth (1966): Zur guten Besserung. Heidelberg. Kemper.


Andreas-Friedrich, Ruth (1979): Für jeden Tag ein gutes Wort. Ein Begleiter durchs Jahr. (=Von Tag zu Tag ein gutes Wort). Freiburg im Breisgau, Basel, Wien. Herder (Herderbücherei, 755).


Andreas-Friedrich, Ruth (1980): Von Tag zu Tag ein gutes Wort. Ein Begleiter durchs Jahr. (=Für jeden Tag ein gutes Wort). Freiburg im Breisgau, Basel, Wien. Herder (Herderbücherei, 755).


Larson, Frans August (1936): Die Mongolei und mein Leben mit den Mongolen. (=The Duke of the Mongolia). Aus dem Engl. von Ruth Andreas-Friedrich. (Berlin). Kiepenheuer.

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Links

Andreas-Friedrich – Tagebuchaufzeichnungen


Andreas-Friedrich, Ruth: Tagebuchaufzeichnungen. Aus: Ruth Andreas-Friedrich, Der Schattenmann, Berlin 1947, S. 108-110. rosenstrasse-protest.de.

Juden in Berlin – „Gerechte unter den Völkern


„Gerechte unter den Völkern“: Yad VaShem ehrt drei Berlinerinnen. Juden in Berlin.

Katalog der Deutschen Nationalbibliothek – Ruth Andreas-Friedrich 1901-1977


Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: Ruth Andreas-Friedrich (1901-1977).

Kosmala – Der andere Widerstand


Kosmala, Beate: Der andere Widerstand. Musiker auf der Flucht vor der Gestapo. netzeitung.de.

Medzeg – Rezension zu


Medzeg, Gisela: Rezension zu: Der Schattenmann/Schauplatz Berlin – Tagebuchaufzeichnungen 1938-1948. frauensachbuch.de.

Schmidt, Zander – Flüchtlinge und Vertriebene an Rhein


Schmidt, Bernd; Zander, Ute: Flüchtlinge und Vertriebene an Rhein, Ruhr und Weser. Enthält: Tagebucheintrag von Ruth Andreas-Friedrich vom 15. Juni 1945. Westdeutscher Rundfunk.

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Literatur


Quellen

Andreas-Friedrich, Drews 2000 – Der Schattenmann


Andreas-Friedrich, Ruth; Drews, Jörg (2000): Der Schattenmann. Tagebuchaufzeichnungen 1938 – 1948. Frankfurt am Main. Suhrkamp (Suhrkamp-Taschenbuch, 3189).


Budke, Petra; Schulze, Jutta (1995): Schriftstellerinnen in Berlin 1871 bis 1945. Ein Lexikon zu Leben und Werk. Berlin. Orlanda-Frauenverl. (Der andere Blick).

Friedrich 2000 – Zeitfunken

Hahn, Andreas-Salomé (Hg.) 1994 – Frauen in den Kulturwissenschaften


Friedrich, Karin (2000): Zeitfunken. Biographie einer Familie. München. Beck.


Hahn, Barbara; Andreas-Salomé, Lou (Hg.) (1994): Frauen in den Kulturwissenschaften. Von Lou Andreas-Salomé bis Hannah Arendt. München. Beck (Beck’sche Reihe, 1043).


Weiterführende Literatur

Benz 2003 – Überleben im Dritten Reich

Bronnen (Hg.) 1998 – Geschichten vom Überleben


Benz, Wolfgang (2003): Überleben im Dritten Reich. Juden im Untergrund und ihre Helfer. München. Beck.


Bronnen, Barbara (Hg.) (1998): Geschichten vom Überleben. Frauentagebücher aus der NS-Zeit. München. Beck (Beck’sche Reihe, 1264).

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