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Sybille Schmitz
geboren am 2. Dezember 1909 in Düren
gestorben am 13. April 1955 in München
deutsche Schauspielerin

Die Eltern – der Konditor Schmitz und seine Frau hatten eine gut katholische Erziehung für ihre Tochter vorgesehen – und auch die frommen Nonnen werden nicht erbaut gewesen sein: Das Theaterspielen in der Schule sollte nicht mehr als eine schöne Nebensache sein! Vielleicht ist es nur eine vorübergehende Schwärmerei, mögen sie gehofft haben, aber die Fünfzehnjährige lässt sich nicht beirren. Sie erkämpft sich den Besuch einer Schauspielschule in Köln, nach kaum einem Jahr Unterricht – das Geld für die Reise muss sie sich leihen – spricht sie bei Max Reinhardt am Deutschen Theater in Berlin vor. Er engagiert sie sofort für die Rolle der Titania in Shakespeares »Sommernachtstraum«.
Die große Theaterkarriere, die Kritiker ihr nach Engagements in Darmstadt, Wien und Berlin voraussagen, wird es nicht. Der Film, mit seinen Möglichkeiten für Nahaufnahmen wie geschaffen für ihr herbes Gesicht mit den unergründlichen Augen, holt sie sich. Noch schwankt sie – Bühne oder Leinwand? – aber wirklich gepackt wird Sybille Schmitz bei der Arbeit mit dem dänischen Regisseur Carl Theodor Dreyer. Sein noch stark in der Stummfilmtradition stehender phantastischer Horrorfilm – expressive Bilder, wenige Dialoge – wird 1931 mit ihr als einziger deutschen Darstellerin in Frankreich gedreht. »Vampir« bringt ihr einen Vertrag mit der Ufa ein.
Das Fräulein Schmitz von nebenan im adretten Baumwollkleidchen wird sie in ihren vielen Filmen – in den Jahren 1934 bis 1936 sind es mehr als zehn – nie spielen. Sie ist die Geheimnisvolle (Tanz auf dem Vulkan, 1938), die Fremde (Fährmann Maria, 1935), die Abenteurerin (Ein idealer Gatte, 1935). Und das Publikum, Frauen und Männer gleichermaßen, ist angezogen von ihrer erotischen Ausstrahlung.
Aber es wird zunehmend schwieriger für Regisseure, wenn sie einen Film mit Sybille Schmitz drehen wollen. Auch die Besetzung einer Rolle muss durch die dem Propagandaministerium unterstellte Reichsfilmkammer genehmigt werden, oberste Instanz ist der Film immer mehr als Propagandamittel einsetzende Joseph Goebbels. Und zu seinen Favoritinnen zählt Sybille Schmitz nicht, entspricht so wenig dem Nazi-Bild der deutschen Frau – auch ihr privates Leben mit den Beziehungen zu Männern und Frauen entspricht ihm nicht. Vielleicht, um überhaupt spielen zu können, nimmt sie nach Kriegsbeginn dann auch Rollen in Filmen, die sehr deutlich der Propaganda dienen.

Kriegsende. Nach einer von den Alliierten verhängten Sperre darf sie wieder spielen. Aber das erhoffte Comeback wird es nicht; das zermürbende Warten auf Angebote hält Sybille Schmitz ohne Tabletten und Alkohol nicht aus. Mit einer Überdosis Schlaftabletten setzt sie ihrem Leben ein Ende. »Man kann mich nicht gebrauchen«, schreibt sie in ihrem Abschiedsbrief.
Brigitte Warkus
Bücher
Beyer, Friedemann (1991): Die UFA-Stars im Dritten Reich. Frauen für Deutschland. München. Heyne. 1995. (Heyne-Bücher : 32, Heyne-Filmbibliothek, Nr. 131) ISBN 3-453-03013-3.
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Beyer, Friedemann (1998): Schöner als der Tod. Das Leben der Sybille Schmitz. München. belleville. ISBN 3-923646-72-0.
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Riess, Curt (1985): Das gab’s nur einmal. Die große Zeit des deutschen Films.
Band 2 Frankfurt am Main. Ullstein. (Ullstein-Buch) ISBN 3548342833.
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Werner, Paul (1990): Die Skandalchronik des deutschen Films von 1900 bis 1945. Frankfurt am Main. Fischer-Taschenbuch-Verlag. ISBN 3-596-24471-4.
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DVDs



