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Therese Giehse

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geboren am 6. März 1898 in München
gestorben am 3. März 1975 in München

deutsche Schauspielerin, Regisseurin und Kabarettistin


Therese Giehse

Thereses gutbürgerliche jüdische Familie riet ihr davon ab, zum Theater zu gehen; sie sei »doch überhaupt nicht schön«. Zum Glück besaß die junge Frau schon früh ihren später so berühmten Eigensinn und folgte dem eigenen Willen – und wurde zur überragenden und beliebten, immer sozial und politisch engagierten Schauspielerin, die von der Weimarer Republik bis zu ihrem Tode fast ununterbrochen das moderne Theaterleben bereicherte und schließlich prägte. Nach sieben »Lehr- und Wanderjahren« in der Provinz wurde Giehse 1926 nach München an die Kammerspiele geholt. Zu den vielen politischen Dramen, die damals dort aufgeführt wurden, zählt auch Cyankali, das Stück des Arztes und Schriftstellers Friedrich Wolf gegen den Paragraphen 218.

Giehse, eine der meistbeschäftigten SchauspielerInnen an den Kammerspielen, war bei Hitler und seinen Nazis, die das Theater trotz seines politischen Protestcharakters oft besuchten, besonders beliebt. »Endlich ein deutsches Weib in diesem verjudeten Haus!« meinten sie, aus Unkenntnis ihrer jüdischen Herkunft. Auch Thornton Wilder, Karl Kraus und Thomas Mann gehörten zu ihren Bewunderern.

Knapp einen Monat vor der Machtübernahme der Nazis gründeten Therese Giehse, Erika und Klaus Mann und der Musiker Magnus Henning in München das literarische Kabarett Die Pfeffermühle. Das Kabarett, das »indirekt politisch« gegen die Nazis arbeitete, mußte bald ins Ausland, und am 13. März 1933 floh Therese Giehse zur Mann-Familie in die Schweiz. Bis 1937 reiste sie mit der Pfeffermühle quer durch Europa. Die international beliebte deutsche EmigrantInnentruppe feierte am 26.4.36 in Amsterdam ihre 1000. Vorstellung, bevor sie sich 1937 nach einer enttäuschend verlaufenen Amerika-Tournee auflöste. Erika Manns Versuch, die antifaschistische Botschaft der Pfeffermühle auch in New York zu verkünden, war auf taube Ohren gestoßen.

1936 hatte Giehse den schwulen englischen Schriftsteller John Hampson-Simpson geheiratet, um zu einem britischen Pass zu kommen, da die EmigrantInnen von Hitler ausgebürgert worden waren. Über ihre Liebesbeziehung zu Erika Mann in dieser Zeit hatte sie ihrer späteren Gesprächspartnerin und Biographin Monika Sperr »nichts zum Sagen«, wie sie sich auch grundsätzlich dagegen sträubte, etwas über ihr Privatleben preiszugeben: »Aber über mich red’ ich nicht.«

Nach der Auflösung der Pfeffermühle ging Giehse zurück ans Zürcher Schauspielhaus. Aus dem finnischen Exil schickte Brecht ihr 1941 seine Mutter Courage zur Uraufführung. 1948 begann dann ihre entscheidende Zusammenarbeit mit Brecht, der sie 1949 nach Berlin an sein Berliner Ensemble holte. Dort hat sie auch selbst (im Zerbrochenen Krug) Regie geführt. Nach 1952 wieder an den Münchener Kammerspielen, war sie mit Marieluise Fleisser befreundet, in deren Komödie Der starke Stamm sie 1950 die Hauptrolle spielte.

Während der 50-er und 60-er Jahre machte Giehse die großen Frauenrollen von Friedrich Dürrenmatt berühmt und trat im Film (Mädchen in Uniform, Kinder Mütter und ein General u.a.) und im Fernsehen auf. Bis zuletzt war sie aktiv und engagiert, stets für neue Ideen offen, vor allem für die Bemühungen von jungen Theaterleuten wie Peter Stein, Martin Sperr, Franz Xaver Kroetz. Nach einer Augenoperation starb Therese Giehse unerwartet an Nierenversagen.



Schmidt – Hopes and prospectsZum Weiterlesen:

Schmidt, Christine (2010): »Hopes and prospects – but no illusions!«. Erika Mann (1905-1969) und Pamela Wedekind (1906-1986), Therese Giehse (1898-1975); Annemarie Schwarzenbach (1908-1942).
In: Horsley, Joey; Pusch, Luise F. (Hg.): Frauengeschichten. Berühmte Frauen und ihre Freundinnen. Göttingen. Wallstein. ISBN 978-3-8353-0634-9
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Joey Horsley


Filme

Dietl, Vesely 2002 – Münchner Geschichten 1

Dietl, Vesely 2002 – Münchner Geschichten 2

Dietl, Vesely 2002 – Münchner Geschichten 3



Dietl, Helmut; Vesely, Herbert: Münchner Geschichten 1. Fernsehserie. 150 min. Mit Günther Maria Halmer, Therese Giehse und Frithjof Vierock. Deutschland. Komplett Video. 2 DVDs (2002).
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Dietl, Helmut; Vesely, Herbert: Münchner Geschichten 2. Fernsehserie. 150 min. Mit Günther Maria Halmer, Therese Giehse und Frithjof Vierock. Deutschland. Komplett Video. 2 DVDs (2002).
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Dietl, Helmut; Vesely, Herbert: Münchner Geschichten 3. Fernsehserie. 150 min. Mit Günther Maria Halmer, Therese Giehse und Frithjof Vierock. Deutschland. Komplett Video. 2 DVDs (2002).
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Radványi 2005 – Mädchen in Uniform

Umgelter 2008 – Die Physiker



Radványi, Géza von (1958): Mädchen in Uniform. Spielfilm. 95 min. Mit Lilly Palmer, Romy Schneider und Therese Giehse. BRD, Frankreich. Galileo Medien. DVD (2005).
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Umgelter, Fritz (1964): Die Physiker. 125 min. Mit Therese Giehse, Gustav Knuth und Kurt Ehrhardt. KNM Home Entertainment. DVD (2008).
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Hörbücher

Brecht 2006 – An die Nachgeborenen

Brecht 2006 – Die Mutter

Goethe 1995 – Novelle



Brecht, Bertolt (1997): Helene Weigel und Therese Giehse lesen Brecht. Berlin. BMG Berlin Musik. Audio-CD.
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Brecht, Bertolt (2006): An die Nachgeborenen. Gedichte & Lieder. Mit Therese Giehse. Aufnahmejahre: 1966/69. Musik: Hanns Eisler. Berlin. Universal Family Entertainment. 3 Audio-CDs. ISBN 978-3-8291-1654-1.
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Brecht, Bertolt (2006): Die Mutter. Nach dem Roman von Maxim Gorki. Mit Therese Giehse, Bruno Ganz und Jutta Lampe. Aufnahmejahr: 1979. Musik: Hanns Eisler. 116 min. Berlin. Universal Family Entertainment. 2 Audio-CDs. ISBN 978-3-8291-1655-8.
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Goethe, Johann Wolfgang von (1995): Novelle. Hörspiel. Mit Käthe Gold, Therese Giehse und Oskar Werner. Aufnahmejahr: 1953/1955. Hörspielbearbeitung und Regie: Max Ophüls. Stuttgart. Der Hör-Verlag. Audio-CD. ISBN 3-89584-125-0.
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Goethe 2007 – Novelle



Goethe, Johann Wolfgang von (2007): Novelle. Hörspiel. Mit Käthe Gold, Therese Giehse und Oskar Werner. Aufnahmejahr: 1953/1955. Hörspielbearbeitung und Regie: Max Ophüls. München. Der Hörverlag. Audio-CD. ISBN 978-3-89940-910-9.
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Bücher

Drews 1965 – Die Schauspielerin Therese Giehse

Hildebrandt 2002 – Frauen, die Geschichte schrieben

Hildebrandt 2006 – Bin halt ein zähes Luder



Drews, Wolfgang (1965): Die Schauspielerin Therese Giehse. Velber bei Hannover. Friedrich (Reihe Theater heute, 20).
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Giehse, Therese; Ginsberg, Ernst; Heinz, Wolfgang; Hirschfeld, Kurt; Horwitz, Kurt; Lindtberg, Leopold et al. (1945): Theater. Meinungen und Erfahrungen. Reprint der Ausgabe von 1945. Ascona. Edition San Pietro, 1988 (Über die Grenzen, 4).
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Gut, Sibylle (Hg.) (1998): Bertolt Brecht im Plakat – Terese Giehse in Zürich. Katalog zur Ausstellung im Stadthaus Zürich, 27. Februar bis 8. Mai 1998. Zürich. Präsidialdepartement der Stadt Zürich.
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Hildebrandt, Irma (2002): Frauen, die Geschichte schrieben. 30 Frauenporträts von Maria Sibylla Merian bis Sophie Scholl. Darin: Pfeffer über Zürich. Die Schauspielerin Therese Giehse (1898-1975), Erika Mann (1905-1969) und die »Pfeffermühle«. Kreuzlingen, München. Hugendubel. ISBN 3-7205-2318-7.
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Hildebrandt, Irma (2006): Bin halt ein zähes Luder. 15 Münchner Frauenporträts. Darin: Therese Giehse, S. 167-184. München, Zürich. Piper (Serie Piper, 4512). ISBN 978-3-492-24512-8.
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Karl, Michaela (2004): Bayerische Amazonen. 12 Porträts. darin: Therese Giehse. Die Mutter Courage. Regensburg. Pustet. ISBN 3-7917-1868-1.
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Lühe 1996 – Erika Mann

Mann, Keiser-Hayne 1995 – Erika Mann und ihr politisches

Schmidt 2008 – Therese Giehse



Lühe, Irmela (1996): Erika Mann. Eine Biographie. Frankfurt am Main. Fischer-Taschenbuch-Verlag (Fischer, 12598). ISBN 3-596-12598-7.
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Mann, Erika; Keiser-Hayne, Helga (1990): Erika Mann und ihr politisches Kabarett »Die Pfeffermühle«. 1933 – 1937. Texte Bilder Hintergründe. Reinbek bei Hamburg. Rowohlt, 1995 (rororo, 13656). ISBN 3-499-13656-2.
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Piekenbrock, Marietta (Hg.) (1998): Therese Giehse 1898-1998. Katalog zur Ausstellung im Deutschen Theatermuseum 1998. Mit Rollenverzeichnis und Filmografie. München. Deutsches Theatermuseum. ISBN 3-9806164-0-1.
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Schmidt, Renate (2008): Therese Giehse. Na dann wollen wir den Herrschaften mal was bieten! München. Langen-Müller. ISBN 978-3-7844-3140-6.
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Sperr, Giehse 1986 – Therese Giehse Ich hab nichts



Sperr, Monika; Giehse, Therese (1973): Therese Giehse »Ich hab nichts zum Sagen«. Gespräche mit Monika Sperr. Reinbek bei Hamburg. Rowohlt, 1986 (rororo, 1914). ISBN 3-499-11914-5.
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Zur Erinnerung Therese Giehse, Paul Verhoeven, Carl Wery. Sonderheft (1975). München. Münchner Kammerspiele.
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Frauenbild