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Ulrike Meinhof

geboren am 7. Oktober 1934 in Oldenburg
gestorben am 8. Mai 1976 in Stammheim

deutsche Journalistin und Politikerin
35. Todestag am 8. Mai 2011


Mit sechs Jahren verliert Ulrike Meinhof ihren Vater, neun Jahre später stirbt ihre Mutter, und sie wächst unter der Vormundschaft der Historikerin Renate Riemeck auf. Diese, nur 14 Jahre älter als Ulrike, setzt die christliche und antifaschistische Erziehung fort. Zunächst in der evangelischen Jugendarbeit aktiv, engagiert sich die Studentin ab 1958 im SDS, 1959 tritt sie der illegalen KPD bei. Sie kämpft gegen die atomare Aufrüstung, gegen Springer, gegen das militärische Engagement der USA in Vietnam. Ihre Kolumnen von 1959 bis 1969 in der konkret, deren Chefredakteurin sie seit i960 ist, sind ein Beispiel von entschiedenem Journalismus und in der stickigen Luft von Adenauer und Großer Koalition meinungsbildend für Linke und Liberale.

Je radikaler sie wird, desto unerträglicher erscheint ihr der Widerspruch zwischen politischem Kampf und ihrem privaten Leben. Sie verlässt Klaus Rainer Röhl, den sie 1961 geheiratet hatte, und zieht mit ihren Zwillingen 1968 nach Berlin.

Ulrike Meinhof

1970 ist sie an der Befreiung von Andreas Baader beteiligt. Einen Tag später ist sie die meistgesuchte Frau der Bundesrepublik. Sie geht in den Untergrund, wo sie den bewaffneten Kampf propagiert und die Rote Armee Fraktion gründet. Es gibt die ersten Sprengstoffanschläge. Verletzte und Tote sind zunächst nicht beabsichtigt, später kalkuliert. Die Solidarität der Linken, »der Schwätzer, für die sich der antiimperialistische Kampf beim Kaffeekränzchen abspielt« (U.M.), bröckelt. Im Juni 1972 sind alle Gründungsmitglieder verhaftet.

Eine qualvolle Zeit im Gefängnis beginnt für Ulrike Meinhof. Den Kontakt zu ihren Kindern bricht sie plötzlich ab. Das Verhältnis zu den anderen Gruppenmitgliedern verschlechtert sich. Noch in der Isolationshaft ist sie isoliert. 1975 sagt sie vor dem Stammheimer Gericht: »Es gibt in der Isolation exakt zwei Möglichkeiten: Entweder Sie bringen einen Gefangenen zum Schweigen, das heißt er stirbt daran, oder Sie bringen ihn zum Reden.« In der Nacht vom 7. auf den 8. Mai 1976 setzt sie ihrem Leben in ihrer Zelle in Stammheim ein Ende.

 

Katrin Grothe

Hinweis: Dies sind keine Literaturempfehlungen, sondern zum Thema erschienene Titel – ohne Wertung unsererseits.

Aust, Stefan (1985): Der Baader-Meinhof-Komplex.
Neuausgabe Hamburg. Hoffmann und Campe. 2008. ISBN 978-3-455-50029-5.
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Aust 2008 – Der Baader-Meinhof-Komplex

Bericht der Internationalen Untersuchungskommission 2001 – Der Tod Ulrike Meinhofs

Brückner 2001 – Ulrike Marie Meinhof

Aust, Stefan (2008): Der Baader-Meinhof-Komplex. Fakten, Dokumente, Originaltöne. Auswahl.
4 Audio-CDs. Lesung, ergänzt durch zahlreiche Original-Tondokumente. Redaktion und Regie: Sabine Rheinhold Hamburg. Hoffmann und Campe. ISBN 978-3-455-30591-3.
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Bericht der Internationalen Untersuchungskommission (1979): Der Tod Ulrike Meinhofs. (=La mort d’Ulrike Meinhof)
Münster. Unrast. 2001. (Unrast-Reprint, 2) ISBN 3-89771-952-5.
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Brückner, Peter (1976): Ulrike Marie Meinhof und die deutschen Verhältnisse.
Neuausgabe. Mit Texten von Ulrike Marie Meinhof, einem Vorwort von Ulrich K. Preuß und einem Nachwort von Klaus Wagenbach Berlin. Wagenbach. 2001. (Wagenbachs Taschenbücherei, 407) ISBN 3-8031-2407-7.
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Brückner 2008 – Bräute des Nichts

Ditfurth 2008 – Rudi und Ulrike

Ditfurth 2009 – Ulrike Meinhof

Brückner, Jutta (2008): Bräute des Nichts. Der weibliche Terror. Magda Goebbels und Ulrike Meinhof. Berlin. Theater der Zeit. (Theater der Zeit : Recherchen, 53) ISBN 978-3-940737-10-6.
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Ditfurth, Jutta (2008): Rudi und Ulrike. Geschichte einer Freundschaft. München. Droemer Knaur. ISBN 978-3-426-27456-9.
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Ditfurth, Jutta (2007): Ulrike Meinhof. Die Biografie. Berlin. Ullstein. 2009. (Ullstein, 37249) ISBN 978-3-548-37249-5.
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Eichinger 2008 – Der Baader-Meinhof-Komplex

Eichinger 2008 – Der Baader-Meinhof-Komplex

Essig (Hg.) 2007 – Wer schweigt

Eichinger, Bernd (2008): Der Baader-Meinhof-Komplex. Das Filmhörbuch.
Nach dem Buch von Stefan Aust. 2 Audio-CDs. Drehbuch & Produktion: Bernd Eichinger. Drehbuchmitarbeiter: Uli Edel. Martina Gedeck als Ulrike Meinhof; Moritz Bleibtreu als Andreas Baader; Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin. Regie: Uli Edel Hamburg. Hoffmann und Campe. ISBN 978-3-455-30621-7.
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Eichinger, Katja (2008): Der Baader-Meinhof-Komplex. Das Buch zum Film. Hamburg. Hoffmann und Campe. ISBN 978-3-455-50096-7.
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Essig, Rolf-Bernhard (Hg.) (2007): »Wer schweigt, wird schuldig!«. Offene Briefe von Martin Luther bis Ulrike Meinhof.
Herausgegeben und kommentiert von Rolf-Bernhard Essig und Reinhard M. G. Nickisch Göttingen. Wallstein. ISBN 978-3-8353-0217-4.
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Fleischhauer 2008 – Vom Protest zur gewaltsamen Aktion

Krebs 1999 – Ulrike Meinhof

Leßner 2003 – Ulrike Meinhof

Fleischhauer, Daniela (2008): Vom Protest zur gewaltsamen Aktion. Gründe für den Weg von Ulrike Meinhof in den Terrorismus. Norderstedt. Books on Demand. ISBN 978-3-8334-7630-3.
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Grützbach, Frank (Hg.) (1972): Heinrich Böll, freies Geleit für Ulrike Meinhof. Ein Artikel und seine Folgen.
Zusammengestellt von Frank Grützbach. Mit Beiträgen von Helmut Gollwitzer u. a. Köln. Kiepenheuer und Witsch. (pocket, 36) ISBN 3-462-00875-7.
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Kedzierski, Caesar Martin (1999): Sprache und Politik – exemplarisch dargestellt am Beispiel Ulrike Meinhofs.
CD-ROM (PDF-Datei) Marburg. Tectum. (Wissenschaft auf CD-ROM) ISBN 3-8288-5046-4.
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Krebs, Mario (1988): Ulrike Meinhof. Ein Leben im Widerspruch. Reinbek bei Hamburg. Rowohlt. 1999. (Rororo, 15642 : rororo aktuell) ISBN 3-499-15642-3.
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Lehto-Bleckert 2011 – Ulrike Meinhof 1934-1976Neuerscheinung:
Lehto-Bleckert, Katriina (2011): Ulrike Meinhof 1934-1976. Ihr Weg zur Terroristin. Marburg. Tectum. (Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum-Verlag : Reihe Geschichtswissenschaft, 12) ISBN 978-3-8288-2538-3.
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Leßner, Regina (2003): Ulrike Meinhof. Mythos und Wirklichkeit. Feature.
Audio-CD. Mit Stefan Aust, Bettina Röhl u.v.a. Regie und Redaktion Wolfgang Bauernfeind Berlin. Der Audio-Verlag. ISBN 3-89813-269-2.
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Meinhof 1995 – Deutschland Deutschland unter anderm

Meinhof 2002 – Bambule

Meinhof 2004 – Die Würde des Menschen ist

Meinhof, Ulrike Marie (1995): Deutschland Deutschland unter anderm. Aufsätze und Polemiken. Berlin. Wagenbach. (Wagenbachs Taschenbücherei, 253) ISBN 3-8031-2253-8.
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Meinhof, Ulrike Marie (1971): Bambule. Fürsorge – Sorge für wen? Berlin. Wagenbach. 2002. (Wagenbachs Taschenbücherei, 428) ISBN 3-8031-2428-X.
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Meinhof, Ulrike Marie (1981): Die Würde des Menschen ist antastbar. Aufsätze und Polemiken.
Mit einem Nachwort von von Klaus Wagenbach Berlin. Wagenbach. 2004. (Wagenbachs Taschenbücherei, 491) ISBN 3-8031-2491-3.
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Prinz, Alois (2005): Lieber wütend als traurig. Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof.
Autorisierte Lesefassung. 5 Audio-CDs. Gelesen von Eva Mattes, Axel Milberg und Alois Prinz. Regie: Angelika Schaack Hamburg. Hörcompany. ISBN 3-935036-73-6.
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Prinz 2005 – Lieber wütend als traurig

Prinz 2007 – Lieber wütend als traurig

Röhl 2006 – So macht Kommunismus Spaß

Prinz, Alois (2003): Lieber wütend als traurig. Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof. Weinheim , Basel. Beltz & Gelberg. 2007. (Gulliver, 1012) ISBN 978-3-407-74012-0.
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Röhl, Bettina (2006): So macht Kommunismus Spaß! Ulrike Meinhof, Klaus Rainer Röhl und die Akte Konkret. Hamburg. Europäische Verlagsanstalt. ISBN 3-434-50600-4.
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Stuberger (Hg.) 2007 – In der Strafsache gegen Andreas

Traitler 1988 – Briefe an die Unglücklichen

Wesemann 2007 – Ulrike Meinhof

Stuberger, Ulf G. (Hg.) (1977): »In der Strafsache gegen Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Jan-Carl Raspe, Gudrun Ensslin wegen Mordes u.a.«. Dokumente aus dem Prozeß.
Neuausgabe Hamburg. Europäische Verlagsanstalt. 2007. ISBN 978-3-434-50607-2.
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Traitler, Reinhild-Ursula (1988): Briefe an die Unglücklichen. Zürich. Pendo. ISBN 3-85842-154-5.
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Wesemann, Kristin (2007): Ulrike Meinhof. Kommunistin, Journalistin, Terroristin – eine politische Biografie. Baden-Baden. Nomos. (Extremismus und Demokratie, 15) ISBN 978-3-8329-2933-6.
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