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Violeta Parra

geboren am 4. Oktober 1917 in San Carlos/ Ñuble
gestorben am 5. Februar 1967 im „la Carpa de la Reina“ bei Santiago

chilenische Folksängerin, Folkloristin, Dichterin, Komponistin, Künstlerin
45. Todestag am 5. Februar 2012


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Las Ultimas Composiciones


Decimas Y Centesimas

So wie Parra als Kind beim Vater das Gitarrenspiel abgeschaut hat, findet sie später immer neue Ausdrucksformen für ihre Kreativität. Egal, ob sie große Pappen mit Figuren und Fabelwesen bemalt, mit Keramik arbeitet, Drahtplastiken herstellt oder – während einer mehrmonatigen Hepatitis mit absoluter Bettruhe – Wandteppiche mit Stoffresten bestickt (ihre berühmten arpilleras): immer erzählt sie Geschichten aus dem Alltag oder den Legenden des chilenischen Volkes. Ihre Kunstwerke sind gemalte oder gestickte Lieder.

Parra kommt aus dem rauhen Süden Chiles. Der Vater, ein begnadeter Gitarrist, verliert als Gewerkschaftler immer wieder seine Stellung als Musiklehrer. Bei einem der zahlreichen Ortswechsel erkrankt Parra schwer an Pocken; später leidet sie sehr unter ihrem vernarbten Gesicht, wie sie in den decimas, ihrer Ende der 50er Jahre in Zehnerversen geschriebenen, außergewöhnlichen Biografie gesteht.

Puras Cuecas

Nach dem Tod des Vaters versucht die Mutter mit Näharbeiten die elf Geschwister durchzubringen. 1932 zieht Violeta zu ihrem älteren Bruder in die Hauptstadt. Als die Familie nachkommt, beginnt Parra mit ihrer Schwester in Bars und Cafés zu singen. Dabei lernt sie 18-jährig ihren ersten Mann, einen Eisenbahner, kennen. 1939 kommt die Tochter Isabel zur Welt, zwei Jahre später ihr Sohn Ángel. Auf Wunsch ihres Mannes wird Parra „Hausfrau und Mutter“; zum Ausgleich schreibt sie Gedichte. Mitte der 40er Jahre interessiert sie sich für die in Mode gekommenen spanischen Lieder und beginnt wieder aufzutreten. Das führt zur Trennung von ihrem Mann; Parra kehrt mit den Kindern zur Mutter zurück und singt in den Bars und Kneipen der Stadt. 1949 heiratet sie einen Tischler und Operntenor; das Paar bekommt zwei Töchter.

Santiago, Penando Estás

Sie entdeckt die fast vergessene Volksmusik und sammelt systematisch alte Lieder und Bräuche. Ihre ersten Auftritte mit dem neuen Repertoire kommen allerdings bei den Leuten in der Stadt nicht gut an; doch langsam gelingt es ihr, das Publikum für die „Volksmusik“ zu begeistern, und 1954 erreicht sie mit einer eigenen Radiosendung Menschen im ganzen Land. Preisgekrönt als „beste chilenische Folkloristin des Jahres“ wird sie zum Weltjugendfest nach Warschau eingeladen. In mehreren Ländern überaus erfolgreich, bleibt sie insgesamt zwei Jahre in Europa, zumeist in Frankreich. Langsam bessert sich die finanzielle Situation. Diesen Erfolg überschattet der tragische Tod ihrer jüngsten Tochter, der zusammen mit der langen Abwesenheit auch zur Trennung von ihrem Mann führt.

Memoria del Cantar Popular

Wieder in Chile kann Parra sich von den Tantiemen, die ein amerikanisches Orchester für eines ihrer Lieder bezahlt, ein kleines Haus in Santiago bauen. An ihrem 43. Geburtstag trifft sie ihre letzte große Liebe: den französischen Musiker Gilbert Favre. Es ist eine sehr intensive, manchmal schwierige Beziehung mit mehreren Trennungen und Versöhnungen.

Als sie nach einem zweiten Europaaufenthalt 1965 nach Chile zurückkehrt, hat sich die musikalische und politische Landschaft verändert. Peñas entstehen: Kneipe, Folkloreclub und Aktionszentrum in einem. Angeregt durch ihre Kinder entschließt sich Parra, eine eigene Peña zu eröffnen.

Jardinera y su Canto

Sie erhält einen verkehrsungünstigen Platz am Stadtrand zugewiesen, auf dem sie ein Zelt für 1000 Zuhörer errichtet, das sie Carpa de la Reina nennt. Ihr Leben empfindet sie als eine Rückkehr zur Natur, zur Erde; sie freut sich auf den engeren Kontakt zum Publikum. Doch die Realität sieht anders aus: es kommen nur wenige Besucher, die ökonomische Lage wird immer ernster, Gilbert Favre eröffnet in Bolivien eine eigene Peña ... Violeta Parra, von den Kämpfen erschöpft, beginnt ihren Besitz zu verteilen. Ihre neue Platte nennt sie últimas composiciones. Anfang Februar 1967 erschießt sie sich.

Adriane von Hoop

El Folklore y la Pasión

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Composiciones Para Guitarra

Las Ultimas Composiciones de Violeta

Quellen

Brito 1997 – Yo canto la diferencia =

Manns 1977 – Violeta Parra


Brito, Marty (1997): Yo canto la diferencia = Ich singe den Unterschied. Hommage an Violeta Parra zu ihrem 80. Geburtstag. Buch und CD. Bremen. Zeichen + Spuren.


Manns, Patricio (1977): Violeta Parra. Madrid. Ed. Júcar (Colección Los Juglares, 34).

Manns 1986 – Violeta Parra la guitarra indócil

Parra 1985 – El libro mayor de Violeta


Manns, Patricio (1986): Violeta Parra la guitarra indócil. Casilla. Ed. Literatura Americana Reunida (Memoria y testimonio).


Parra, Isabel (1985): El libro mayor de Violeta Parra. Madrid. Michay (Libros del Meridion).

Sadie (Hg.) 2001 – The new Grove dictionary

Schreiner 1982 – Música latina


Sadie, Stanley (Hg.) (1980): The new Grove dictionary of music and musicians. 20 Bände. London. Macmillan, 2001.


Schreiner, Claus (1982): Música latina. Musikfolklore zwischen Kuba und Feuerland. Frankfurt am Main. Fischer-Taschenbuch-Verl. (Fischer-Taschenbücher, 2973).


Weiterführende Literatur


Alarcón, Rolando (1987): Puro Chile. Enthält: Qué pena siente el mar. Violeta Parra. Santiago de Chile. Alerce.


Manns, Patricio (1979): Violeta Parra: Canzoni. Übersetzung: Ignacio Elogu. Chronologie, Diskografie und zweisprachige Ausgabe der Liedtexte. Rom. Italia.

Mardones 1989 – Mensch, du lebst noch

Parra 1970 – Décimas


Mardones, Orlando (1989): Mensch, du lebst noch! Ein Chilene erzählt. Herausgegeben und übersetzt von Winfried Roth. Mit Gedichten von Violeta Parra. Frankfurt am Main. Luchterhand-Literaturverl. (Sammlung Luchterhand, 823).


Parra, Violeta (1970): Décimas. Autobiografía en versos chilenos. Santiago de Chile, Buenos Aires, México. Ed. Nueva Univ. Pomaire.


Parra, Violeta; Engelbert, Manfred (1978): Lieder aus Chile. Zweisprachige Anthologie. Frankfurt/M. Vervuert (Editionen der Iberoamericana Reihe, 1).


Parra, Violeta; Hesse, Axel; Schreiber, Uwe (1977): Cancionero. Lieder aus Chile ; Singstimme und Gitarre. Berlin. Verl. Neue Musik (Neue Musik, 311).


Bildquellen

Porträtfoto: http://www.memoriachilena.cl

Kunstwerk: http://www.tiwy.com/arte/violeta/violeta-4.phtml

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