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Waltraud Gebert-Deeg

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geboren am 9. Dezember 1928 in Blumau (Südtirol)
gestorben am 31. Jänner 1988 in Bruneck (Südtirol)

Südtiroler Politikerin


Waltraud Gebert-Deeg

Als Waltraud Gebert-Deeg 1964 in den Südtiroler Landtag gewählt wurde, waren die Frauen in der Politik Südtirols so gut wie gar nicht vertreten. Als erste Frau in der Südtiroler Volkspartei (SVP) übernahm sie verantwortungsvolle Aufgaben und hohe politische Ämter. Dass sie ihren Wahlspruch »Leihe deine Stimme jenen, die keine haben« ernst nahm, bewies die große Wertschätzung, die die Bevölkerung ihr entgegenbrachte. Viele Menschen suchten Hilfe bei ihr, stets hatte sie ein offenes Ohr für menschliche und soziale Anliegen. Bevor sie den Weg in die Politik einschlug, war sie als Grund- und später Mittelschullehrerin tätig. Die Nöte und Sorgen der Familien in der Nachkriegszeit waren ihr bestens bekannt, hatte sie doch als älteste von zehn Kindern nach dem frühen Tod von Vater und Mutter die Elternrolle für ihre jüngeren Geschwister übernehmen müssen.

Sozial- und Gesundheitswesen
Nach zehnjähriger Tätigkeit als Landtagsabgeordnete war Waltraud Gebert-Deeg ab 1974 zwanzig Jahre lang in der Südtiroler Landesregierung tätig, zuständig für den großen und schwierigen Bereich Sozial- und Gesundheitswesen. Von den männlichen Kollegen wollte keiner diesen Bereich übernehmen, da zu dieser Zeit sozialadministrative Strukturen und Einrichtungen kaum vorhanden waren. Auch galt es, das öffentliche Gesundheitssystem, das bis in die siebziger Jahre vom Staat zentral mehr schlecht als recht aufrecht erhalten worden war, in die Zuständigkeit der Autonomen Provinz Bozen zu überführen und die Grundlagen für ein modernes Gesundheitssystem zu schaffen. So übernahm sie die Aufgabe und setzte mit Idealismus und Fleiß ihre Ideen um.

Waltraud Gebert-Deeg

Auch zahlreiche Fraueninitiativen in Südtirol gehen auf Waltraud Gebert-Deegs Initiative zurück. Ihr politisches Handeln war ausgerichtet auf die soziale, gesellschaftliche und politische Besserstellung der Frau. Sie half Alleinstehenden und Witwen und nahm sich der Anliegen kinderreicher Arbeiterfamilien an. Wenn das Geld des Hilfsfonds erschöpft war, griff sie in die eigene Brieftasche. Sie setzte sich ein für den Gesundheitsschutz von Mutter und Kind, für Familienberatungsstellen, für Kinderhorte und eine angemessene Betreuung behinderter Menschen. Sie war der Überzeugung, dass Frauenpolitik von Frauen geplant und durchgeführt werden sollte.

Gebert-Deeg war Gründungsmitglied des Weißen Kreuzes, des katholischen Familienverbandes, des Vereins für Kinderspielplätze und Erholung und der Südtiroler Krebshilfe sowie Ehrenpräsidentin des Landesverbandes der Lebenshilfe. Als sie kurz nach ihrem 59. Geburtstag am 3. Februar 1988 auf dem Friedhof von Bruneck zu Grabe getragen wurde, wollte der Trauerzug keine Ende nehmen. Aus allen Landesteilen kamen Menschen, um Abschied zu nehmen von einer großen Frau und Politikerin, die stets den Menschen in den Mittelpunkt ihrer Politik gestellt hatte.

Barbara Stocker


Bildquellen

Video Bolzano 33.
TANNA - eigenmächtige FRAUEN.
Südtiroler Volkspartei.
Stadtgemeinde Bruneck.


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