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Wanda Landowska
geboren am 5. Juli 1877 in Warschau
gestorben am 16. August 1959 in Lakeville, Connecticut
polnische Cembalistin, Pianistin, Musikwissenschaftlerin und Komponistin
Die Hohepriesterin des Cembalos«, »prima clavicembalista assoluta« oder »Bachantin«, wie der Dirigent Arthur Nikisch Wanda Landowska wegen ihrer intensiven Bachstudien nannte, wurde in Warschau als Tochter einer Sprachforscherin und eines Rechtsanwalts geboren. Mit vier Jahren begann sie Klavier zu spielen. Sie studierte in Warschau und Berlin.
1900 zog sie nach Paris, wo sie ihren Landsmann, den Schriftsteller Henri Lew, heiratete. Zusammen schrieben sie das Buch Musique Ancienne.
1903 stellte Landowska erstmals das von ihr wiederentdeckte Cembalo im Konzertsaal vor. Sie widmete sich bis an ihr Lebensende der Wiederbelebung der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts und schrieb zahlreiche Werke zur Interpretation.
1913 zur Professorin einer eigens für sie eingerichteten Cembaloklasse an der Berliner Hochschule für Musik ernannt, durfte sie während des Ersten Weltkriegs als Ausländerin in Berlin zwar unterrichten, nicht jedoch veröffentlichen. Ab 1918 setzte sie ihre Lehrtätigkeit in Paris fort und unternahm von dort aus weite Konzertreisen.
1925 gründete sie bei Paris eine »Schule für Alte Musik«; außerdem ließ sie einen Konzertsaal in ihrem Garten bauen, der zum Treffpunkt von Musikliebhaberinnen aus aller Welt wurde. 1933 spielte sie dort zum ersten Mal die Goldberg-Variationen von Bach. Auf ihre Anregung hin schrieben zahlreiche Komponisten wie Poulenc oder de Falla Werke für das Cembalo.
Als sich 1940 die Nazitruppen näherten, verließ Landowska Paris. Ihre Schule, ihre wertvolle Bibliothek mit Originalhandschriften und ihre kostbare Sammlung alter Instrumente wurden von den Deutschen geplündert.
Landowska lebte bis zu ihrem Tod in Connecticut, USA, wo sie Platten aufnahm, unterrichtete, komponierte und mehrere Werke über alte Musik verfasste.
Text aus dem dem Kalender »Berühmte Frauen 1989«
Eva Rieger
Werke
Landowska, Wanda (1909): Musique ancienne : le mépris pour les anciens, la force de la sonorité, le style l’interprétation, les virtuoses, les mécènes et la musique. Paris. Mercure de France.
Landowska, Wanda (1910): Bach und die französische Klaviermusik. In: Bach-Jahrbuch, Band 7. S. 33–44.
Landowska, Wanda (1911): Les allemands et la musique française au XVIIIe siècle.
Sonderdruck. Paris.
Landowska, Wanda (1912): Weshalb ist die moderne Musik nicht melodiös? Ein Brief aus dem Kaukasus. In: Die Musik, Jg. 12, H. 4. S. 95–99.
Landowska, Wanda (1913): Über die C-Dur-Fuge aus dem I. Teil des Wohltemperierten Klaviers. In: Bach-Jahrbuch, Band 10. S. 53–58.
Landowska, Wanda (1931): Chopin und die alte französische Musik. In: Die Musik, Jg. 24, H. 2. S. 484–491.
Landowska, Wanda (1909): Musique ancienne. Paris. Ivrea. 1996. ISBN 2-85184-252-8.
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Quellen
Restout, Denise (1965): Landowska on music. London. Secker & Warburg.
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Weiterführende Literatur
Hinweis: Dies sind keine Literaturempfehlungen, sondern die zum Thema erschienenen Titel – ohne Wertung unsererseits.
Cash, Alice Hudnall (1990): Wanda Landowska and the revival of the harpsichord. A reassessment.
Dissertation. Lexington. Universität.
Olivier, Antje; Braun, Sevgi (1997): Apolls Töchter. Große Sängerinnen und Interpretinnen auf den Bühnen der Welt. Düsseldorf. Droste. ISBN 3-7700-1081-7.
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Restout, Denise (1981): Landowska on music. New York. Stein & Day. (Scarborough book, 1233) ISBN 0812812336.
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Sachs, Harvey (1982): Virtuoso. The life and art of Niccolò Paganini, Franz Liszt, Anton Rubinstein, Ignace Jan Paderewski, Fritz Kreisler, Pablo Casals, Wanda Landowska, Vladimir Horowitz, Glenn Gould. New York. Thames and Hudson. ISBN 0-500-01286-5.
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Vries, Willem de (2008): Wanda Landowska und ihre »Musique Ancienne«. In: Bertz, Inka; Dorrmann, Michael (Hg.): Raub und Restitution. Kulturgut aus jüdischem Besitz von 1933 bis heute. Ausstellungskatalog. Übersetzt von Michael Ebmeyer u.a. Göttingen. Wallstein. ISBN 978-3-8353-0361-4.
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