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Wangari Maathai
kenianische Politikerin
Friedens-Nobelpreis 2004
geb. am 1. April 1940 in Nyeri, Kenia
Wangari Maathai ist die erste Afrikanerin, die den Friedens-Nobelpreis erhält, der damit auch erstmals zweimal hintereinander einer Frau verliehen wird. In seiner Ehrung vom 8. Oktober 2004 würdigte das norwegische Kommitee Dr. Maathai als “eine Quelle der Inspiration für alle, die in Afrika für nachhaltige Entwicklung, Frieden und Demokratie kämpfen.”
Doch die 1940 geborene Maathai, die 1984 bereits mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet wurde, hat sich bereits früher erfolgreich in Männerdomänen behauptet: Als die Universiät Nairobi ihr 1971 den Doktorgrad in Tiermedizin verlieh, war sie die erste promovierte Frau in Ostafrika; bald darauf wurde sie zur ersten Dekanin eines Universitäts-Fachbereichs. Zuvor hatte Maathai in Atchison und Pittsburgh (USA) sowie in Deutschland Biologie studiert.
1977 gründete sie in Kenia das Green Belt Movement (Grüner Gürtel). Ziele der Organisation, die sich überwiegend aus Frauen der ärmsten Bevölkerungsschicht rekrutiert, sind eine nachhaltige Brennstoff-Versorgung und die Vermeidung der Bodenerosion. Zu diesem Zweck wurden bisher über 30 Millionen Bäume angepflanzt. Jahrelang waren kenianische Wälder gerodet worden, was zu schlechter Bodenqualität sowie einem Mangel an frischem Wasser und Feuerholz geführt hatte. Maathai schaffte es, die Mütter unterernährter Kinder zu begeistern: Sie lehrte sie, Samen zu suchen, Brunnen zu graben und ihre Setzlinge vor Tieren und Menschen zu zu schützen.
Der Pflanzaktion verdankt sie ihren Beinamen Mama Miti (Suaheli: Mutter der Bäume).
Maathai war von 1976 bis 1987 in Kenias Nationalem Frauenrat aktiv, dessen Präsidentin sie 1981–87 war; heute sitzt sie im Vorstand. Während dieser Zeit entstand das Green Belt Movement, das sich später auch anderen Themen zuwendete, die für Frauen wichtig waren, etwa Bildung und Ernährung. Sie selbst hat sich neben dem Umweltschutz in letzter Zeit vor allem für soziale Themen engagiert und gehört zum Beispiel auch dem Abrüstungs-Beirat der Vereinten Nationen an.
1997 kandidierte Wangari Maathai für das Amt der kenianischen Präsidentin, verlor aber, als ihre Partei die Kandidatur zurückzog. Unter dem Regime von Daniel arap Moi wurde sie mehrmals inhaftiert und Opfer gewaltsamer Anschläge.
2002, nach Ende des Moi-Regimes, wurde Maathai mit 98% der Stimmen in das kenianische Parlament gewählt. Seit 2003 ist sie stellvertretende Ministerin für Umwelt und Naturschutz.
Prof. Maathai erhielt zahlreiche weitere Auszeichnungen, darunter neben dem bereits erwähnten Alternativen Nobelpreis 1983 den Woman of the Year Award, 1989 den Woman of the World Award, 1991 den Afrika-Preis, sowie 2004 den Petra-Kelly-Preis der Heinrich-Böll-Stiftung. Aus den USA und Norwegen erhielt sie insgesamt drei Ehrendoktor-Titel.
Wangari Maathai ist Mutter dreier Kinder (Waweru, Wanjira und Muta). Ihr Mann ließ sich 1980 von ihr scheiden – mit der Begründung, sie sei “zu gebildet, zu erfolgreich, und zu schwer zu kontrollieren.”
Udo Flohr
Maathai, Wangari. 2003. The Green Belt Movement: Sharing the Approach and the Experience Lantern Books.


