03.10.2009
Die Wahrheit über Michael Jacksons und Madonnas Griff in den Schritt (crotch grab)
Der kürzlich verstorbene Michael Jackson hat ihn berühmt gemacht, den Crotch Grab, zu deutsch: Griff in den Schritt. Oder war es nicht vielleicht umgekehrt?
Egal, ein Jahr später tat Madonna es ihm nach, wie ich aus dem Internet erfahre, wo die Frage “Who did it first?” heiß diskutiert und zugunsten von Michael entschieden wurde. Inzwischen hat der lukrative Kunstgriff viele NachahmerInnen gefunden, die Technik wird kennerisch begutachtet, wobei besonders weiße Männer schlechte Noten bekommen. Früher schon habe ich gelesen, der Crotch Grab sei überhaupt eine Erfindung schwarzer Männer, die die verklemmten Weißen damit gezielt schockieren wollten, wie auch mit ihrem langsamen wiegenden Gang, der Lässigkeit und Verachtung signalisieren solle.
Michael Jackson selbst gestand bei Oprah schelmisch, der Crotch Grab habe mit seiner Musik zu tun, es habe ihn irgendwie übermannt, hinterher hätte er sich selbst gefragt: Habe ich das wirklich getan?
Diese Erklärungen sind ja gut und schön, aber sie gehen doch am Kern der Sache komplett vorbei. Der Griff in den Schritt hat mit Harndrang zu tun, jedes Kind weiß das. Da haben also Michael Jackson und Madonna aus einer lästigen Blasenschwäche im Handumdrehen (sozusagen) ein Vermögen gemacht - Respekt!
“Blasen-Management”, eine umfangreiche Broschüre der Bayer HealthCare (klingt ihnen wohl schicker als Gesundheitsfürsorge), empfiehlt den Griff jedenfalls dringend für Erwachsene mit dem Jacko-Madonna-Syndrom:
Wie Sie den Blasendrang überlisten:
• Drücken Sie als Frau auf die Klitoris und als Mann auf die Penisspitze, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben. Sie lösen damit einen Reflex aus, der den Harnröhrenverschluß positiv beeinflusst.
Nicht genau verraten wird, auf wessen Klitoris beziehungsweise Penisspitze da gedrückt werden soll, ich vermute jedoch, es ist die eigene gemeint. Andererseits, vielleicht auch nicht - warum sollte ich dazu nicht die Möglichkeit haben? Seit Michael und Madonna uns vorgemacht haben, wie es geht, sollten doch alle, denen der Kampf gegen die Blasenschwäche ernst ist, auch jederzeit und überall eine handliche Möglichkeit zum Crotch Grab finden. Schwierig könnte höchstens das Drücken auf eine andere als die eigene Klitoris bzw. Penisspitze sein - die Möglichkeiten dazu ergeben sich nicht so ohne weiteres.
Bei dieser Interpretation des Textes erhebt sich allerdings sofort die Frage: Warum darf nur “die Frau auf die Klitoris” und nur “der Mann auf die Penisspitze” drücken? Das klingt ja nun fast, als wolle Bayer Geschlechtertrennung oder gar lesbische und schwule Intimitäten propagieren. Wir sind leicht irritiert, besonders heute am Tag der Deutschen Einheit - aber ok, wenn’s der Gesundheit dient….
Luise F. Pusch am 03.10.2009 um 12:38 PM
