Sharon Adler, Hg.: Damenwahl. Frauen und ihre Autos.
Damenwahl. Frauen und ihre Autos. Der Bildband von Sharon Adler.

Literatur über Autos gibt es wie Sand am Meer, das Thema “Frauen und Autos” steht jedoch nur selten im Fokus der Medien - vor allem, wenn die Frauen bekleidet, selbstbewusst und emanzipiert sind. “Dabei ist das Verhältnis von Frauen zu Autos ein ganz Besonderes”, fiel der Berliner Fotografin und Herausgeberin der AVIVA-Berlin, Sharon Adler auf, als sie sich bei ihrer Freundin, der Musikerin und Filmemacherin Mo Asumang, ein Batterieladegerät für ihren altersschwachen Scirocco auslieh. Aus einer harmlosen Plauderei über das Bild der Frau in der Auto-Werbung und in der öffentlichen Wahrnehmung wurde so die Idee geboren, eine Fotoserie über Frauen und ihre mobilen Gefährten zu machen.
Viele Kilometer später ist aus dieser Einsicht der Bildband “Damenwahl” entstanden - nach langer Recherche und vielen Gesprächen mit Frauen und einigen Männern über Karosserien, PS und Hubraum, Reifenwechsel, Vorteile von Scheibenbremsen, Bioethanol E85, fehlende Schminkspiegel und smarte Innenraumkonzepte.
Auf 160 Seiten inszenieren Fahrerinnen, Besitzerinnen, Liebhaberinnen und manchmal auch Mechanikerinnen sich selbst und ihr Verhältnis zum Auto - nüchtern und liebevoll, selbstbewusst und spielerisch.
Das Projekt wurde schnell zur Selbstläuferin - die unterschiedlichsten Frauen aus Kultur, Wirtschaft, Politik und Medien, wie Georgia Tornow, Ulrike Folkerts, Jutta Kleinschmidt, Suzanne Vega, Jette Joop, AnNa. R, Fiona Bennett, Lea Rosh, Mo Asumang, Heidi Hetzer, Elisa Klapheck, Elektra, Sandra Nedeleff, Judy Winter, Marusha, Inga Busch, Martina Tittel, Marla Glen, Iris von Tiedemann, Irina von Bentheim folgten dem Ruf ihrer PS-begeisterten Freundinnen, um sich und ihr geliebtes Blech auf Zelluloid bannen zu lassen und ihre ganz persönlichen “Beziehungs-Kisten” in kurzen Interviews oder Stories zu erzählen.
Wenn es nach Sharon Adler gegangen wäre, hätte “Damenwahl” den Titel “Geliebtes Blech” bekommen, doch leider stellte der Verlag sich quer. Denn meist ist es nicht die förmliche und angestaubte Pflichtwahl, sondern wahre Liebe, die Frauen und ihre Autos zusammenbringt.
Marie Heidingsfelder
Wieder erhältlich - Damenwahl. Frauen und ihre Autos. Der Bildband von Sharon Adler
Nachdem das Buch zeitweise vergriffen war, können Sie es nun – ausschließlich über AVIVA-Berlin - erwerben und damit sich selbst oder anderen eine Freude machen, denn Damenwahl eignet sich natürlich als Geschenk für alle autobegeisterten Freundinnen, Kolleginnen, Schwestern, Mütter, frischgebackene Autobesitzerinnen oder langjährige Fahrerinnen…
Bestellung und Preise
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# | Luise F. Pusch am 11.08.2010
Angela Steidele: Geschichte einer Liebe - Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens
Angela Steidele
Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens
Berlin: Insel, 2010
Rezension von Joey Horsley

Angela Steidele hat einen fesselnden, gründlich recherchierten Bericht über die intime Freundschaft zwischen Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens Schaaffhausen geschrieben, zwei brillanten, aber wenig bekannten Deutschen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Durch extensive Verwendung bisher überwiegend unveröffentlichter Briefe und Tagebücher rekonstruiert Steidele einfühlsam die faszinierende Geschichte ihres Lebens und ihrer Beziehung, wie sie einander finden, auseinandergehen und sich wieder vereinigen mitten in ihren bisweilen turbulenten Verstrickungen mit Intellektuellen und Künstlerinnen ihrer Zeit: der Dichterin und Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff, Goethes Schwiegertochter Ottilie von Goethe, der schottischen Schriftstellerin und Feministin Anna Jameson und der italienischen Demokratin und Mazzini-Anhängerin Laurina Spinola aus Italien.
Dabei erfahren wir viel über die Lebensbedingungen von Frauen des Bildungsbürgertums im frühen 19. Jahrhundert sowie über die Art ihrer intimen Beziehungen vor dem Aufkommen der neuen polarisierende und stigmatisierenden Begriffe „Homo-„ und „Heterosexualität“. Zunächst hauptsächlich wegen ihrer intellektuellen und künstlerischen Begabungen voneinander angetan, unterstützten die Frauen sich gegenseitig inmitten einer patriarchalen Gesellschaft, deren legale und gesellschaftliche Zwänge ihre Freiheit und Möglichkeiten rigoros einschränkten.
Steidele korrigiert das zuvor verzerrte Bild der Schriftstellerin, Scherenschnittkünstlerin und literarischen Agentin Adele Schopenhauer (1797-1849), weniger bekannte einzige Schwester des frauenfeindlichen Philosophen und Tochter der Bestsellerautorin Johanna Schopenhauer. Im Kontext ihrer Beziehungen zu Frauen, besonders zu Sibylle Mertens, erscheint Adele Schopenhauer als Frau von tiefem Gefühl, hoher Integrität und intellektueller und kreativer Begabung, das ganze Gegenteil des herkömmlichen Bildes von ihr als einsame und frustrierte alte Jungfer, die sich über den nicht ergatterten Gatten mit überspannten sentimentalen Phantasien hinwegtröstet. Schopenhauer war in Lebens- und Literaturdingen bei ihrem “Adoptivvater” Goethe in die Lehre gegangen und besaß ein sicheres Gespür für literarische und ästhetische Qualität – die Begabung der großen Dichterin Droste-Hülshoff erkannte sie früh – und erweist sich in ihren Briefen als “Psychologin in schonungsloser Selbstanalyse” (11).
Adele war seit ihrer Jugend heftig verliebt in ihre Freundin Ottilie von Pogwisch (später von Goethe) und musste verzweifelt erkennen, dass ihre Gefühle leidenschaftlicher und ausschließlicher waren als Ottilies Zuneigung zu ihr. Trotzdem ließ sie sich auf Flirts mit Männern ein; zuerst schwärmte sie mit Ottilie für diverse Jünglinge, vermutlich um ihr nahe zu bleiben, aber schließlich erkannte sie, dass sie nur als Vermittlerin von Interesse war. Sie gestand sich ein, dass ihre Liebe zu Ottilie “außerhalb des Normalen” war: “Adele Schopenhauer war sich ihres Anders-Liebens bewusst” (63). Spätere Verbindungen mit Männern ging sie aus Gründen praktischer Notwendigkeit ein; wie die meisten Frauen ihrer Zeit sah sie in der Ehe die einzige Möglichkeit des Überlebens - und für Adele versprach eine Ehe auch die Lösung von ihrer fordernden und finanziell verantwortungslosen Mutter. Aber sie galt als unhübsch und war intelligenter und gebildeter als es sich eine Frau damals erlauben durfte, wenn sie begehrt sein wollte. Ihre stärksten Gefühle galten überdies Frauen, und ihre Briefe zeigen, dass männliche Sinnlichkeit ihr im Allgemeinen zuwider war. Mit der Zeit begann sie zu schreiben und errang durch Veröffentlichung ihrer fiktiven Prosa, Gedichte, Briefe und Essays über Kunst eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit.
Sibylle Mertens (1797-1857), die ungewöhnlichere der beiden Frauen, dürfte den heutigen LeserInnen noch weniger bekannt sein als ihre Lebenspartnerin, und das ebenso unverdientermaßen. Sie stammte aus einer wohlhabenden Unternehmerfamilie im Rheinland, bekam die beste musikalische und ästhetische Erziehung - und wurde mit 19 Jahren an einen passenden Nachfolger für das Unternehmen ihres Vaters verheiratet. Ihre Meinung wurde weder eingeholt noch berücksichtigt bei der Verkupplung mit dem fast 16 Jahre älteren Mann, der keine ihrer Interessen, sei es Geschichte, Kunst oder Musik, teilte. Sie und Louis Mertens waren beide temperamentvoll and willensstark – die Droste nannte ihre Beziehung eine “wahre Höllenehe” (30). Obwohl sie bis zu ihrem 31. Lebensjahr sechs Kinder gebar, ließ sich Sibylle durch mütterliche oder eheliche Pflichten nicht von ihren intellektuellen und gesellschaftlichen Passionen ablenken. Die Architektur und Kunstwerke der römischen Kolonialvergangenheit von Köln und seiner Umgebung faszinierten sie; ihre Sammlungen und ihr Fachwissen, besonders auf dem Gebiet antiker Münzen und Gemmen, waren bald weithin berühmt. Im Musik- und Kulturbetrieb der Städte Köln und Bonn spielte sie als Mäzenin und Mitgestalterin eine führende Rolle; in ihrem Salon traf sich die künstlerische und intellektuelle Elite, von dem Shakespeare-Übersetzer und Sanskritgelehrten A. W. Schlegel über Künstler und Sammler wie Wilhelm Schadow und Sulpice Boisserée bis hin zu Komponisten wie Johann Nepomuk Hummel und Sängerinnen wie Angelica Catalani. Zu den Lieblingsgästen der charismatischen Sibylle gehörte Annette von Droste-Hülshoff. Ein Beispiel für die Kostbarkeiten, die Steidele ausgegraben hat, ist ihre Beschreibung, wie die beiden kurzsichtigen Frauen in gleicher Weise gegen den Zwang aufbegehrten, in der Öffentlichkeit glamourös aufzutreten, d.h. ohne Brille: “Nichts war [Sibylle] lästiger, ‘als das Gewirre eines überfüllten Salons, wenn ich keine Brille auf meine lange Nase setzen darf.’ Die Droste litt noch mehr unter solchen Konventionen, denn sie war mit ca. -13 Dioptrien ohne Lorgnette quasi blind.” (57) Wie später auch Sibylle und Adele, fühlten sich diese beiden außerordentlich begabten und klugen Frauen “in geistiger Hinsicht wechselseitig angezogen.’” (57)
Adele Schopenhauer traf Sibylle zum ersten Mal, als sie im Januar 1828 ihren Salon besuchte; beide Frauen waren sich sofort sympathisch. Im Gegensatz zu der früheren schwärmerischen Idealisierung Ottilies, erwärmten sich Adeles Gefühle für Sibylle trotz der Wahrnehmung ihrer Schattenseiten. Sibylle “hat die Eisrinde meines Herzens gelöst,” schrieb sie. “Wie ich sie liebe werde ich wohl nie wieder jemanden lieben” (79). Sie verbrachten die Tage und Nächte miteinander, entfernt von Sibylles Kindern und dem Gatten, der von ihrer Freundschaft nicht begeistert war und Adele schließlich Hausverbot erteilte. Schon im Sommer desselben Jahres verglich Adele sich und Sibylle mit “ein Paar Leuten die sich spät finden und dann einander heirathen.Stürbe sie, so spräng ich jetzt in den Rhein, denn ich könnte nicht ohne sie bestehen.” (87)
Unglücklicherweise unterbrachen die Umstände und das eigene Verhalten der Frauen ihre Liebesgemeinschaft jedoch schon nach wenigen Jahren. Für eine Beziehung wie die ihre gab es kein legal oder gesellschaftlich anerkanntes Arrangement; die Katholikin Sibylle konnte sich nicht scheiden lassen, wie Adele es sich wünschte. Krankheiten, Reisen (sogar über die Alpen und wieder zurück) und Sibylles Begeisterung für andere Frauen führten bei Adele zu Eifersucht und Verzweiflung und schließlich zu einer siebenjährigen Trennung. Aber nachdem Adeles Mutter und Sibylles Gatte verstorben waren, fanden die Liebenden sich wieder für die wahrscheinlich glücklichsten sieben Jahre ihres Lebens (1842-49), während derer sie einander hingebungsvoll und treu in ihrer geistigen Arbeit und allen praktischen Belangen unterstützten. Sibylle pflegte Adele während ihrer schrecklichen Krebskrankheit, trauerte lange um sie und bemühte sich, ihre nachgelassenen Werke zu veröffentlichen. Jahre vor und sogar nach Sibylles Tod rächten sich ihre Kinder (vor allem die Schwiegersöhne) an ihr für ihren unabhängigen Lebenswandel und ihre “exzentrischen Freundschaften” (225). In endlosen Prozessen machten sie ihr ihr Erbe streitig, und nach ihrem Tod versteigerten sie die wertvollen Sammlungen in alle Winde, wodurch sie die Erinnerung an Sibylle Mertens’ einzigartige Lebensleistung als Gelehrte und Archäologin praktisch auslöschten.
Angela Steidele sieht diese Lebensgeschichten konsequent im historischen Kontext gleichgeschlechtlicher Liebe: “Sie lebten an der Schwelle der sexuellen Moderne und entwickelten, erprobten und durchlitten die neue lesbische Identität paradigmatisch mit.” (93) Ihre Briefe und Tagebücher belegen, dass Adele and Sibylle intensiv über ihre Liebe zu Frauen nachdachten; beide waren sich bewusst, dass ihre Gefühle außerhalb der Norm lagen. “Ich kann über all meine Empfindungen in dieser Beziehung gegen Niemanden sprechen; denn wer würde mich begreifen? Ist es mir selbst doch mitunter wie ein Räthsel, zu dem meinem Verstande jeder Schlüssel fehlet, und dessen Lösung nur mein Herz denkt”, schreibt Sibylle in ihr Tagebuch über die junge Witwe, in die sie sich in Italien verliebte, bevor sie sich dann mit Adele versöhnte. Und doch wussten diese “Lesben” auch genau, was sie sich wünschten und brauchten, nämlich “[die] tiefe Übereinstimmung der Grundgefühle, jene Harmonie aller Hauptansichten, jenes stete, bestimmte fast instinktmässige Verstehen, und jenes klare Bewusstsein des Verstandenwerdens; jenes unbedingte Hingeben, und jene unerschütterliche Sicherheit, in jedweder Handlung, jedwedem Worte, fast mögte ich sagen, jedwedem, auch unausgesprochenen Gedanken begriffen zu werden” (142). Dass Adele und Sibylle zusammen in einem Bett schliefen und darüber schrieben, wie glücklich sie in den Armen der anderen waren (90), mag zu ihrer Zeit nicht ungewöhnlich gewesen sein, spricht aber doch für die Wahrscheinlichkeit nicht nur emotionaler, sondern auch physischer Intimität, besonders angesichts ihrer intensiven Gefühle füreinander.
Steideles Konzentration auf Frauenbeziehungen wirft auch ein neues Licht auf Annette von Droste-Hülshoff, die von Literaturhistorikern traditionell als alte Jungfer gesehen wird, die in unerfüllter Liebe zu dem weit jüngeren Schriftsteller Levin Schücking entbrannte. Steidele stellt fest, dass die intensiven Freundschaften der Droste mit Frauen ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger waren, die (nicht gleichzeitigen) mit Sibylle und Adele inbegriffen. Einmal erwog Annette die Gründung einer SchriftstellerInnengemeinschaft mit Adele, Schücking und dem Dichter Ferdinand Freiligrath - ein kühner Traum, der sich niemals verwirklichte (184-5). Überdies, so Steidele, sind verhüllte Geschichten über gleichgeschlechtliche Liebe wichtige Elemente der Drosteschen Dichtung (165ff, 183f).
Details aus dem Alltags- und Liebesleben der Frauen lesen sich faszinierend wie eine “Klatschkolumne” aus der Biedermeierzeit. Wenn eine der Freundinnen erkrankte, was nur allzu oft geschah, kam eine andere, wohnte bei ihr und pflegte sie, und konnte so zugleich mit der Freundin auch die intime Freundschaft stärken und beleben. Annette pflegte Sibylle, Sibylle Annette und Adele. Mit der schottischen Erfolgsschriftstellerin und frauenliebenden Frühfeministin Anna Jameson ergab sich eine weitere Komplikation im erotisch-romantischen Freundinnenkreis. Jameson, die aus praktischen Gründen verheiratet blieb, obwohl sie von ihrem Mann getrennt lebte, wiederholte Adele Schopenhauers Obsession für die unwiderstehliche, doch entschieden heterosexuelle Ottilie von Goethe. Und als Ottilie, obwohl seit vier Jahren verwitwet, schwanger wurde (“Sie trug den berühmtesten Namen Deutschlands und saß tief in der Patsche”), schmiedeten Anna Jameson und Sibylle Mertens einen Plan, um sie vor dem Skandal zu bewahren: Das Kind sollte heimlich in der relativen Anonymität von Wien zur Welt kommen, mit Anna als Hilfe vor Ort und finanzieller Unterstützung von Sibylle (120).
Die Moderne kündigte sich u.a. darin an, dass Frauen, die “androgyne” oder “maskuline” Eigenschaften zu haben schienen, mit George Sand in Verbindung gebracht, also als Typus erfasst wurden. Sibylle Mertens mit ihrer kraftvollen Persönlichkeit und ihrem unkonventionellen Auftreten wurde mit Sand assoziiert (200f), genau wie die französische Bildhauerin Félicie de Fauveau (224), die Männerkleidung trug und für ihre “Emanzipationsansichten” berüchtigt war. Steidele charakterisiert ihre Protagonistinnen hinsichtlich der Abweichung von den Weiblichkeitsnormen ihrer Zeit wie folgt: “Während Adele Schopenhauer als hässlicher Blaustrumpf ihre Weiblichkeit verriet, provozierte Sibylle Mertens mit einer Attitüde, die in der Weimarer Republik vielleicht Kesser Vater genannt worden wäre und heute butch.” (94) Die unschuldige Ära der gesellschaftlich akzeptierten “romantischen Freundschaften” zwischen Frauen bekam immer mehr Risse durch Frauen wie Jameson, Mertens, Droste und Adele Schopenhauer, die traditionell den Männern vorbehaltene gesellschaftliche und geistige Vorrechte für sich beanspruchten und sich obendrein weigerten, ihre Liebe zueinander der Liebe zu einem Mann unterzuordnen. Angela Steidele hat einen wichtigen Beitrag zur weiblichen Sozialgeschichte geleistet, indem sie diese faszinierenden Geschichten von Anziehung und Sehnsucht, Betrug und Treue, Erfüllung und Verlust entdeckt und zu einem wunderbaren, anregenden und lange nachwirkenden Lesegenuss aufbereitet hat.
(Aus dem Englischen von Luise F. Pusch)
Das englische Original befindet sich hier.
# | Joey Horsley am 14.07.2010
Dagmar Trüpschuch: Frauen in Berlin. Ein Reisebuch.
Berlin ist eine Reise wert
Dagmar Trüpschuch: Frauen in Berlin. Ein Reisebuch.
AvivA, Berlin 2009, 256 Seiten, 16,90 Euro
Rezension von Doris Hermanns
„Wer in dieser Stadt lebt, ist BerlinerIn, selbst wenn Akzent und Dialekt anderes verraten.“

Dagmar Trüpschuch, selber Wahl-Berlinerin mit eigenem Reiseservice, hat sich im Doppelten Sinne auf die Suche nach Spuren von Frauen in Berlin gemacht. In ihrem gerade erschienenen Reisebuch stellt sie in zahlreichen kurzen oder auch längeren Porträts nicht nur historische Frauen vor, die zumindest zeitweilig in Berlin gelebt haben, sondern auch Frauen, die dort heute leben und die Stadt mitprägen.
Porträtiert werden z.B. Rosa Luxemburg, Felice Schragenheim, Marlene Dietrich, Hildegard Knef, Tamara Danz sowie die weltweit erste Rabbinerin, Regina Jonas. Aufgezeigt wird, wo die Frauen gelebt, wo sie gearbeitet haben, was andere wichtige Orte in ihrem Leben waren und wie diese mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden können.
Ähnlich breit ist das Spektrum der Frauen von heute. Künstlerinnen und ihre Werke werden vorgestellt, aber auch Frauen in Film, Musik, Tanz und Mode. Frauen wie die Künstlerin Danielle de Picciotto, die Regisseurin Angelina Maccarone, die Liedermacherin Popette Betancor und die Modedesignerin Claudia Skoda stellen ihr persönliches Berlin vor, wo sie hingehen, was sie mögen, was die Stadt ihnen bedeutet.
Erzählt wird die Geschichte der Frauen in der Hauptstadt, die sicher in keinem anderen Reiseführer zu finden ist, so wird z.B. genauso auf Lesben in den Zwanzigerjahren zurückgeblickt wie auf Hausbesetzerinnen in den Achtzigern. Ein Kapitel widmet sich der Migrationsgeschichte, auch hier wird wieder gekonnt Historisches mit Aktuellem verwoben, was sich ohnehin auf angenehme Weise durch das ganze Buch zieht.
Natürlich sind auch die üblichen Orte aufgeführt, an die es Touristinnen zieht, aber immer wieder wird auf die Geschichte, auf die Leistungen von Frauen aufmerksam gemacht, so z.B. beim Reichstag, wo die Autorin nicht nur von der Einführung des Frauenwahlrechts berichtet und wie viele Frauen danach vertreten waren, sondern auch auf die künstlerische Verhüllungsaktion des Künstlerehepaars Jeanne-Claude und Christo. Auch Berlin als Einwandererstadt und Interkulturelles werden näher erläutert. Immer wieder gibt es kleine Tipps am Rande, sei es von der Autorin oder von den vorgestellten Frauen.
Ein ausführlicher Serviceteil ergänzt die Lebens- und Stadtgeschichten. Dort sind Adressen aus den unterschiedlichsten Bereichen zu finden. Diese reichen von der Anreise über Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants und Cafes, Buchhandlungen, Einkaufsmöglichkeiten jenseits des Mainstreams, Kinderfreundlichem bis hin zu Hinweisen auf Frauenveranstaltungen.
Anders als andere Reiseführer, die häufig schon bei Erscheinen nicht mehr auf dem aktuellsten Stand sind, gibt es zu diesem eine Website, auf der nicht nur Änderungen zu finden sind, sondern auch Veranstaltungshinweise.
Das Buch ist weit mehr als ein Reisebuch. Schön aufgemacht mit zahlreichen Bildern bietet es sich auch zum Schmökern über berühmte und weniger berühmte Berlinerinnen an; es ist ein Buch in dem auch Berlinerinnen sicher noch Unbekanntes entdecken können und für Nicht-Berlinerinnen kann es ein Anreiz sein, neugierig zu werden und sich auf die Reise zu begeben.
# | Luise F. Pusch am 12.07.2010
Ute Scheub, Heldendämmerung
Mächtige Männer machen uns allen die Welt kaputt.
„Heldendämmerung“, Anmerkungen zu einem klugen Buch von Ute Scheub
von Marianne Bäumler
„Drei Viertel aller Selbstmörder, 80 Prozent aller Suchtkranken, zwei Drittel aller Notfallpatienten, über 90 Prozent aller Häftlinge in Strafanstalten sind Männer. Das heißt, Männer werden vom Patriarchat selbst stark geschädigt.“
Das ist eine von zahlreichen eher trostlosen Bilanzen, die Ute Scheub in ihrem umfangreichen neuen Buch „Heldendämmerung“ zieht. Mit gründlich recherchierten Quellen belegt sie ihre untertitelnde These: „Die Krise der Männer und warum sie auch für Frauen gefährlich ist.“
Geahnt haben zumindest wir Frauen es schon seit längerem, dass es eine fatale männliche Ernstfall-Logik gibt, die unser aller Globus eher zerstört, als aufbaut, und dass wir da mit drin hängen, und auch unsere Kinder in aller Welt. Ergo: Alle Menschen dürften „von der Abschaffung des patriarchalischen Gewaltsystems profitieren.“
Ute Scheub fordert einen globalen Paradigmenwechsel zu einem Zeitpunkt, da die Männer der Welt aufgrund ökonomischer Beschleunigung in allerhand Aspekten hochgradig verunsichert sind ob ihres Bedeutungsverlusts im Arbeitssektor und insofern auch in ihrer angestammten Rolle als Ernährer und potentieller Beschützer, zunehmend destabilisiert in ihrer Selbstwahrnehmung, tagtäglich. Sie weist nach, dass z.B. auf dem Niedriglohnsektor die „flexibleren“ Frauen inzwischen überall deutlich eher gefragt sind als ihre männlichen Kollegen, auf deren körperliche Überlegenheit es inzwischen dank der technischen Errungenschaften kaum noch ankommt, und wie ohnmächtig wütend das etliche von ihnen macht, wie panisch, also oft gewalttätig sie reagieren, diese nicht selten dem Alkohol und anderen Drogen verfallenden desorientierten Mannsbilder. Auch sie sind Opfer.
Und in den oberen Etagen der spätkapitalistischen krisenhaften Gesellschaften - macht sich angesichts zunehmend erkennbarer weiblicher Kompetenz in Politik und Wirtschaft eine rasante Showtime-Stimmung breit. Sarkastisch schildert Ute Scheub das kompensatorische Gezappel von Medienzar Berlusconi mit seinen minderjährigen Betthäschen, die hypermaskulinen Auftritte der Herren Bush, Putin, Sarkozy und Konsorten, sie belegt durch entlarvende Fotos die dürftigen Pinup-Posen, in welchen die Herren ihre schwankende Identität zu kompensieren trachten.
Immer mehr Männer ahnen: ich bin ersetzbar, die Frauen funktionieren nicht mehr so passabel wie einst, ihre vermeintlich biologische Zuständigkeit für Last & Lust ist inzwischen deutlich weniger erzwingbar. Männer empfinden also derzeit diffus beträchtliche Niederlagen, allerdings „ohne zu realisieren, wie vielen Aggressionen und Verformungen sie selbst ausgesetzt sind.“ Und da, so Ute Scheubs Erkenntnis, es gerade für das notorisch starke Geschlecht kaum Möglichkeiten gibt, sich über die eigene „Statuspanik“ aufrichtig zu verständigen, wird Angst „ausgeschaltet“ und verkehrt sich als verdrängtes Unbewusstes „zu paranoiden Wahnvorstellungen über ‚Feinde’ und ‚Bedrohungen’.“ Und obwohl mindestens 50 % aller Erdenbürger weiblichen Geschlechts sind: fanatische Herren – je nach Religion weniger oder mehr rigide - würden die Frauen am liebsten als verfügbare Figuren einer unwesentlichen Randgruppe unter ihrer tradierten Kontrolle behalten, ungefähr nach dem Motto: „Heute ist nichts mehr heilig, weil Frauen zu viele Freiheiten haben, sie müssen zurechtgestutzt werden.“
Von wegen: das weibliche Selbstbestimmungsrecht – also auch das über den eigenen Körper – sei ein unteilbares Menschenrecht! Ute Scheub schildert empörende Tatsachen in aller Welt, sie geht sehr anschaulich ein auf diverse Aspekte „gekränkter Männlichkeit“, und ihre schlimmen Folgen für uns alle.
„Wer nicht droht und aufrüstet, ist unmännlich.“ Dieses desaströse Selbstverständnis begünstigt ein „Imponiergehabe“ der Herren; militante Drohgebärden und die Wachstumsgier der Rüstungsindustrie passen da prächtig zusammen. „Die herrschende Klasse der Finanzindustrie, zu etwa 95 Prozent männlich, hat mit der Wirtschaftskrise den größten Bankraub der Geschichte organisiert.“ Insofern ähnelt solche Ignoranz gegenüber dem Rest der Bevölkerung jener von gierigen Kriegsherren, die sich weder um das Schicksal der fremden, noch der eigenen Zivilbevölkerung ernsthaft bekümmern. „Krieg als Einnahmequelle“ ist eine lukrative Möglichkeit für „mafiöse Männerbanden“. Die übliche maskuline Moral in weniger kriminellen Gefilden basiert jedoch auch auf einer seelisch deformierten Geschlechtsidentität. In ausführlichen Interviews berichten Coaches über narzisstisch gestörte Manager, deren Empathiemangel ihrer jeweiligen Karriere zunächst eher gar nicht im Weg stand. Ute Scheub zitiert Wissenschaftler, die seelische Abspaltungsvorgänge in männlichen Gefühlswelten beschreiben, die in den Führungsetagen als hochwillkommen und den Erfolg befördernd bewertet, in einer Psychoanalyse jedoch als hochgradig pathologisch und emotional erkaltet erkannt werden. Aktuell können wir das an den verheerenden Attitüden von Investmentbankern ablesen: Eiskalte Spekulanten setzen zur Zeit Turbo-Wetten auf Griechenlands Bankrott! Diese ungeheure zynische Eigendynamik scheint auch von vernünftigeren Teamkollegen in der völlig abgehobenen Finanzwelt nicht zu stoppen zu sein.
„Wäre die Menschheit ein Dorf mit 100 Menschen, sähe dieses folgendermaßen aus: 52 Personen wären weiblich, 48 männlich, 57 wären asiatisch, 21 europäisch, 14 amerikanisch, 8 afrikanisch. 70 Menschen wären Nichtweiße, ebenfalls 70 Prozent wären Nichtchristen. Ein einziger Mann würde 40 Prozent des Dorfvermögens besitzen. 80 Menschen lebten hingegen in ärmlichen, mangelhaften Behausungen, 50 wären unterernährt. Die meisten wären also weiblich, arm und hätten nicht genug zu essen.“ So sieht also unser Globus aus, lauter Schräglagen, Ungerechtigkeit, wohin das Auge sieht. Diese Hochrechnung kennzeichnet die harten Fakten, die strukturelle Gewalt.
Und dennoch: es gibt auch allerhand berechtigte Hoffnung. In ihrem letzten Kapitel „schöner leben durch Gleichberechtigung“ beschreibt Ute Scheub, wie real Gestaltungskraft etwas bewirken kann, wenn Änderung an der Basis in der Tat gewollt wird. Was können Männer von Frauen lernen und umgekehrt? Fast könnten wir an die schöne Idee von Yin & Yang denken: wie zwei verschiedene Qualitäten sich wunderbar gegenseitig ergänzen können, statt sich feindselig im Dualismus zu verhärten.
Beispielhafte Projekte werden uns vor Augen geführt: „ein weltweites Netzwerk engagierter Männer“ lässt hoffen, Männer ziehen als „Wanderkonferenz“ durch die kenianischen Dörfer, die jeden Tag aufs Neue lernen, sie lernen zu kommunizieren, sie erkennen Alternativen zu ihren bisherigen brutalen Rivalitäten, dem anmaßenden, instrumentellen Handeln gegenüber den Frauen, jenseits von notorischen Machtspielen, als entdeckten sie mit so nie gekanntem Vergnügen ihr eigenes Potential für Verantwortung.
Im Frühjahr 2009 trifft sich die globale Männerinitiative „Men engage“ in Rio de Janeiro, sie weitet sich seitdem immer weiter aus. Tja – die Frauen bevölkern diesen Planeten zur Hälfte, wären sie entsprechend präsent und könnten entsprechend endlich auch Verantwortung übernehmen - es gäbe weniger Aids, es gäbe weniger ungewollte Schwangerschaften, es gäbe weniger Gewalt - denn Krieg ist auch Terror - es gäbe eine substantiell andere, möglicherweise eine schön bunte Qualität in den politischen Prioritäten.
Heldendämmerung. Die Krise der Männer und warum sie auch für Frauen gefährlich ist. 400 Seiten, € 14,95 Verlag: Pantheon. März 2010
# | Luise F. Pusch am 01.07.2010
Waris Dirie: Schwarze Frau, weißes Land
Ein großes Herz für Afrika.
Mit Liebe und Respekt die Welt verändern
Waris Dirie „Schwarze Frau, weißes Land“
Droemer Verlag
EUR (D) 19,95
ISBN3-426-27535-X
ISBN 978-3-426-27535-1
„Wüstenblume“ – ein Buch, ein Film gingen um die Welt. Mit ihrem neuen Buch entwirft Waris Dirie eine Vision für die Frauen von Afrika, der sie nun konsequent folgt: Durch wirtschaftlichen Aufbau und die Rollenveränderung der afrikanischen Frau will sie den entsetzlichen Auswüchsen ihrer Unterdrückung begegnen - der Genitalverstümmelung, der Zwangsverheiratung, AIDS und der Polygamie der Männer.
Nur eine Frau, die es zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit bringt, kann dem Kreislauf unterdrückerischer Mechanismen ihres Kontinents entgehen. Diese neue Ausgangsposition verhilft der berühmtesten UNO-Botschafterin der Welt, Waris Dirie, zu einem Neustart in ihrem Kampf gegen das schlimmste aller Verbrechen, die es auf ihrem Kontinent gibt: die Genitalverstümmelung. Mindestens 200 Millionen Frauen sind weltweit davon betroffen (Schätzungen am unteren Rand der tatsächlichen Verhältnisse), aber durch Migrationsströme ist diese Folter an jungen Mädchen mitten in Europa angekommen. Eine wirklich konsequente Bekämpfung durch Politik und Zivilgesellschaft der reichen Länder gibt es noch nicht. Einen Aufschrei der Weltbevölkerung wegen dieser grausamen Praxis auf dem afrikanischen Kontinent und in anderen Ländern dieser Erde vermisst die Autorin bis heute.
Waris Diries Herz schlägt für Afrika. Ihre Vision ist sehr breit angelegt. Sie verweist auf die zahlreichen wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten auf ihrem Kontinent – zum Beispiel auf die für alle Seiten gewinnbringende Chance Öko-Tourismus. „Auf diesem Kontinent gibt es eine ursprüngliche Natur, wie ich sie nirgendwo sonst auf der Welt gesehen habe. Aber die Menschen sind sich dieser Einzigartigkeit nicht bewusst ...“, kommentiert die Autorin einen schlafenden Entwicklungszweig, der darauf wartet, entdeckt zu werden.
Die derzeitige Wirtschaftspolitik sieht sie eher kritisch. Wirtschaftliche Eigendynamik kommt auf dem schwarzen Kontinent nämlich noch immer nicht recht in Schwung. Profitables Wirtschaftsleben steckt in den Kinderschuhen. Es fehlt an afrikanischem UnternehmerInnentum, an Eigenkapital und an InvestorInnen. Statt dessen beuten China und arabische Staaten Afrika, den unerschöpflichen Rohstoffgeber, aus. Kapital kommt zwar in den Kontinent, aber Gewinne werden anderswo gemacht. Die „Abschöpfung“ Afrikas führt dazu, dass vor Ort keine Arbeitsplätze entstehen. Die Hilfe aus den reichen Ländern muss ganz neu ansetzen: bei Wirtschaftsförderung, Bildung und Frauen.
Eine wirtschaftliche Neuorientierung auch in der Entwicklungshilfe wäre dringend notwendig. Vor allem muss der allgegenwärtigen Korruption der Mächtigen und ihrer Handlanger entgegen gewirkt werden, die in absolutem Luxus an der armen Bevölkerung vorbeiagieren.
Waris Diries Buch ist nicht nur politisch, sie taucht auch ein in Landschaften und Schicksale, bringt uns Gesichter nahe. Beispielhaft ihre Ethik, die ihre Vision leitet: Liebe und Respekt, das ist ihre ganze Religion. Den Grundstein dafür legte ihre Mutter in ihrer Kindheit. Liebe, Respekt, Wahrheit und Vertrauen sind die Grundpfeiler der Erziehung ihrer Söhne. Ihr politisches Programm ist der Aufruf zur Balance, die es weltweit wieder zu gewinnen gilt. Mit dieser Haltung stellt sie sich der weiblichen Unterdrückung entgegen, deren Aufhebung die einzige Chance auf wirksame Armutsbekämpfung ist, aber auch der Ausbeutung von Natur und Menschen, die für die Erste Welt einfach nur Profit bietende Verfügungsmasse sind.
Waris Dirie wird ihren afrikanischen Traum verwirklichen. Mit Leidenschaft. Sie wird mit „Business Angels“ aus der ganzen Welt zusammenarbeiten, um die Entwicklung nachhaltig zu verbessern. Sie wird die Eigenverantwortung der Menschen stärken. Sie wird die Frauen motivieren und die Gebildeten unter ihnen zu Vorbildern für die Gesellschaft machen, als Orientierung für die nachfolgenden Mädchengenerationen. Der Startpunkt ist ihre eigene große Farm, das neue Zentrum ihres Lebens, und Ausgangsort ihrer innerafrikanischen Aktivitäten. Ihre Foundation setzt auf breite Unterstützung für die Förderung von Unternehmerinnen, die Arbeitsplätze für Frauen schaffen.
Sie appelliert an die Erste Welt, sich Afrika gegenüber partnerschaftlich zu verhalten: „Wenn jedes große Unternehmen in Europa und Amerika sich einbringen würde, dann käme das viele Geld endlich an den richtigen Stellen an.“
Ihr atemberaubendes Erzählen zieht uns in Bann – bis zur letzten Zeile – und damit hin zu einer großen Aufgabe. Es ist höchste Zeit, unser Herz Afrika zuzuwenden. Ein Kontinent ohne Zukunft? Nein, ein Kontinent mit großem Potenzial. Waris Diries Verdienst ist es, uns diesen Kontinent sehr nahe zu bringen – mit seinem großen menschlichen Schatz, mit seiner Zukunft, den Kindern und den Frauen.
Mit diesem aufregenden und authentischen Reisebericht, der uns in verschiedene Zeiten und an unterschiedlichste Orte führt, wirbt die Autorin um Solidarität auf Augenhöhe. Sie offenbart uns, dass eine bessere Zukunft in unser aller Händen liegt: Mit Liebe, Respekt und Verantwortung können wir alle daran teilhaben.
Weitere Informationen und Unterstützung hier: Waris Dirie Foundation
Evelyn Thriene
# | Luise F. Pusch am 28.06.2010









