Natalia Ginzburg: Eine Biographie.

FrauenbildLebenswege von Musikerinnen: Luise Pusch Buch Empfehlung

Maja Pflug
Natalia Ginzburg: Eine Biographie.

Zahlreiche Fotos.
Fischer Taschenbuch, Frankfurt 1999

Mein Kommentar:

Maja Pflug ist Ginzburgs deutsche Übersetzerin. Ihre Biographie ist fast so lakonisch wie manche Werke der Ginzburg. Bei aller Knappheit bekommen wir aber einen umfassenden Einblick in Leben, Werk und Eigenart Natalia Ginzburgs, dazu viele aussagekräftige Fotos. Und wir bekommen große Lust, ihre Bücher (wieder) zu lesen.

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# | Luise F. Pusch am 30.04.2006

Eva Rieger – Nannerl Mozart

imageEva Rieger
Nannerl Mozart: Leben einer Künstlerin im 18. Jahrhundert

400 Seiten, zahlreiche Abbildungen.
Insel Verlag 1990; ISBN: 3-458-16113-9

Mein Kommentar:

Als vor zehn Jahren die Gedenkfeiern zu Mozarts 200. Todestag die Kulturszene beherrschten, sah der Insel Verlag auch eine Verkaufschance für die erste wissenschaftlich fundierte, feministisch sensible Biographie seiner Schwester Nannerl von Eva Rieger. Jetzt, da Nannerl – vermutlich die bedeutendste Pianistin des 18. Jahrhunderts – ihr Jubiläum hat (250. Geburtstag am 30. Juli 2001), herrscht Schweigen im Walde. Keine Neuauflage der vergriffenen Taschenbuchausgabe. Bei keiner der gängigen Internetbuchhandlungen ist Nannerl mehr greifbar. Erst wenn im Jahr 2006 anläßlich des 250. Geburtstags von Wolfgang vielleicht auch wieder ein Plätzchen für Nannerl eingeräumt wird, dürfen wir mit besserer Verfügbarkeit rechnen. Bis dahin muß diese wegweisende Biographie – per Internet oder mithilfe Ihrer Buchhandlung – beim Insel Verlag direkt bestellt werden.
  Aber die Mühe lohnt sich. Eva Rieger entwirft ein – bis in das zeitraubende Wieder-Annähen der Spitzenmanschetten nach jeder Wäsche – detailliertes Bild der Existenzbedingungen einer Künstlerin im 18. Jahrhundert. Nannerl mochte so begabt sein wie sie wollte – nie war daran gedacht, ihr dieselbe Förderung zukommen zu lassen wie dem Bruder, denn sie würde “ja doch einmal heiraten”, während er als wohlbesoldeter Kapellmeister den Eltern den Lebensabend vergolden sollte.

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# | Luise F. Pusch am 30.04.2006

Johanna Spyri – Heidi

 Johanna Spyri – HeidiJohanna Spyri
Heidi
Heidis Lehr- und Wanderjahre /
Heidi kann brauchen, was es gelernt hat.

Illustrationen von Rudolf Münger.
Faksimileausgabe. Pappe/Hardcover.
Georg Lentz, München

Mein Kommentar:

Die beiden Heidi-Bände in einem Band, schön gebunden, mit den berühmten Illustrationen von Rudolf Münger, und das alles für knapp 20 DM - nicht schlecht. Sie können das stattliche Buch Ihren Kindern, Großeltern oder Enkelkindern schenken oder vorlesen. Am besten ruhig erstmal selbst wieder lesen. Wenn Sie Ihren Mitmenschen erzählen, Sie läsen gerade Heidi, haben Sie eine ganze Weile Gesprächsstoff. Die einen lachen sich kaputt, die andern erzählen Ihnen mit leuchtenden Augen, was sie noch behalten haben aus ihren Kindertagen, wieder andere beschließen, das Buch gleich morgen hervorzukramen oder zu kaufen.
  Außerdem können Sie herauszufinden versuchen, weshalb ausgerechnet Heidi so unverwüstlich ist. Meine Idee dazu (nach fasziniertem Wiederlesen fiel es mir wie Schuppen von den Augen): Das Heidi ist wie das Christkind, es hat ein reines Herz, kommt direkt aus dem Stall beziehungsweise der armen Almhütte mit den drei rauschenden Tannen und bringt allen Menschen nur Gutes. Wir wußten ja schon immer, daß das Christkind in Wirklichkeit ein Mädchen war… Daß es dabei immer so viel herumspringt (das Heidi bewegt sich grundsätzlich nur in Sprüngen fort), wollen wir ihm nachsehen - es liegt an der frühen Prägung durch die Geißen.

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# | Luise F. Pusch am 30.04.2006

Anne Tyler – Die Reisen des Mr. Leary

Anne Tyler – Die Reisen des Mr. LearyDie Reisen des Mr. Leary /
Dinner im Heimweh-Restaurant.

von Anne Tyler

Zwei Romane in einem Band
Econ+List TB 1999.  EUR 7,50.

Mein Kommentar:

Viele werden sich noch an den Film “Die Reisen des Mr. Leary (The Accidental Tourist)” erinnern, jenen Film mit so Tyler-typischem Personal: Geena Davis als Hundetrainerin mit krankem Sohn und William Hurt als Reiseratgeber für unfreiwillig auf die Reise Geschickte, mit neurotischem Hund.
  Der Roman ist natürlich noch viel schöner als der Film, denn der besondere Reiz der Bücher von Anne Tyler - und hier bekommen wir gleich zwei ihrer Meisterinnenwerke zum Spottpreis - liegt in den unzähligen Alltagsbeobachtungen, aus denen sie ihre Romane mosaikartig zusammensetzt.
  In vielen dieser Beobachtungen erkenne ich Strukturen und Einzelheiten meines eigenen Alltags wieder, die ich bisher völlig übersehen hatte. Anne-Tyler-Lesen macht das Leben reicher, weil bewußter und verführt dazu, den eigenen banalen Alltag mit ihrer Liebe zum Detail zu betrachten - und vielleicht auf Gold zu stoßen.

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# | Luise F. Pusch am 30.04.2006

Hannah Pakula – Victoria: Tochter Queen Victorias

FrauenbildHannah Pakula. 1999 [1996]. Victoria: Tochter Queen Victorias, Gemahlin des preußischen Kronprinzen, Mutter Wilhelms II. Aus dem am. Engl. von Waltraud Kolb & Brigitte Rapp. Marion-von-Schröder-Verlag.


Mein Kommentar:

Im Januar 1901 starb Queen Victoria; ihre älteste Tochter Victoria, genannt Vicky oder “Kaiserin Friedrich”, folgte ihr im August 1901. Über Vicky informiert ausführlich diese spannende, glänzend geschriebene und zugleich fundierte Biographie, aus der auch sehr viel über die Mutter zu erfahren ist.

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# | Luise F. Pusch am 30.08.2001

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Hedwig Dohm