Buchbesprechungen

Samstag, April 28, 2007

Alles klar für Sansibar von Renate Rochner

ALLES KLAR FÜR SANSIBAR

und

DAS MÄDCHEN, DAS NICHT NIEDLICH WAR

zwei Kinderbücher von
RENATE ROCHNER

Rezension von Andrea Schweers

FrauenbildDie Bremer Grafikerin und Fotografin Renate Rochner, Jahrgang 1929, ist eine wunderbare Tante! Für ihre Nichten und Neffen, Großnichten und Großneffen hat sie jeweils ein persönliches Buch geschrieben bzw. gezeichnet. Zwei davon sind jetzt im Selbstverlag erschienen und auch für andere LeserInnen zugänglich.

Alles klar für Sansibar entstand nach einer Afrikareise, die die Autorin u.a. auf die Gewürzinsel vor der ostafrikanischen Küste führte. Die dort gesammelten Eindrücke haben sie inspiriert zu der Geschichte von Billy, dem hellrosa Schwein aus Hasenbüren an der Weser. Billy geht es gut im heimischen Stall bei Ricus und Rieke, wo sie wohlversorgt und geborgen ist. Aber andererseits träumt sie – angesichts der Schiffe, die sie auf der nahen Weser vorbeiziehen sieht – von unbekannten, fernen Ländern. FrauenbildUnd zudem sind ihr beunruhigende Gerüchte über Wurstmaschinen zu Ohren gekommen. So schleicht sich Billy eines nachts als blinde Passagierin auf das Schiff „Explorer“ und landet, nach einer langen Überfahrt, schließlich im tropischen Sansibar. Dort gibt es nicht nur einen herrlichen Strand, Sonne und Mangos im Überfluss und freundliche, braune Artgenossen, sondern auch die gute Nachricht, dass die Menschen kein Schweinefleisch essen. Ein echtes Schweineparadies!!!

FrauenbildRenate Rochner hat die liebenswerte kleine Geschichte mit wunderschönen farbigen Zeichnungen illustriert, die nicht nur Kinder, sondern auch erwachsene (Vor)leserinnen zum Träumen bringen.
Das Buch im DIN-A-5-Format kann auch in einer englischsprachigen Version unter dem Titel It’s so far to Zanzibar bestellt werden.

Renate Rochner
Alles klar für Sansibar
17 Seiten, 9 farbige Zeichnungen
Selbstverlag
18,- Euro + 3,- Euro Versandkosten
für Kinder ab 3 Jahren

Das Mädchen, das nicht niedlich war erzählt von Renate Rochners eigener Kindheit in Bremen, beginnend mit ihrer Geburt 1929 bis zum Kriegsausbruch und der Evakuierung der Familie aus der bombenbedrohten Stadt. Renate hatte ein Schielauge Renate Rochner, Das Mädchen, das nicht niedlich war(das später operiert wurde), trug eine unvorteilhafte Brille, hasste Haarschleifen und prügelte sich mit Jungen – kurzum, sie war nicht niedlich, und das wusste sie damals schon. Aber sie war sich sicher, sie hatte etwas „Anderes“ – tollkühnen Mut zum Beispiel. Sie kletterte auf Bäume und Schuppendächer (von denen sie auch mal herunterfiel), sauste mit einer selbstgebauten Seifenkiste den Weserdeich hinunter (bis kurz vors Wasser), spielte unter dem Bauch der dicken Kutschpferde des nachbarschaftlichen Lumpensammlers (zum Schrecken ihrer Mutter).

Von all diesen Abenteuern erzählt Renate Rochner in einer einfachen, kindgerechten FrauenbildSprache, wobei wir nebenbei auch etwas über die schwierigen Lebensbedingungen der Familie in der Vorkriegszeit erfahren: ein arbeitsloser Vater, der manchmal Wutausbrüche bekommt; eine Mutter, die versucht, mit wenig Geld eine große Familie zu versorgen; lange Fußwege zum Jahrmarkt, weil die Straßenbahn zu teuer ist; das wöchentliche Bad in der Zinkbadewanne; das Leben im neuen Stadtteil Grolland (errichtet für arme, kinderreiche Familien), wo die Straßen 1937 noch aus Knüppeldämmen bestanden und die Häuser weder Strom noch Kanalanschluss hatten.

Illustriert ist der Text mit historischen Familienbildern aus Renate Rochners persönlichem Fotoalbum. Ein ernstes, witziges und informatives Kinderbuch, aber auch ein schönes Geschenk für Ältere, besonders natürlich aus Bremen, die mit ihrer Kindheit ähnliche Erinnerungen verbinden!

Renate Rochner
Das Mädchen, das nicht niedlich war – Eine Kindheit in Bremen
29 Seiten, 12 historische Schwarzweißfotografien
Taschenbuchformat
Selbstverlag
ab 6 Jahren
15,- Euro + 3,- Euro Versandkosten

beide Bücher zu bestellen bei:

Renate Rochner
Vehrels 47
28259 Bremen
Tel. 0421 51 32 44
email:

Seite 1 von 38  1 2 3 >  Letzte »

Seitenanfang

Hedwig Dohm