FemBio-Special: Frauen aus Wien

Anna Freud

geboren am 3. Dezember 1895 in Wien
gestorben am 8. Oktober 1982 in London

österreichisch-englische Psychoanalytikerin
30. Todestag am 8. Oktober 2012


BiografieZitateWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

Anna Freud

Anna ist die Jüngste der sechsköpfigen Kinderschar der Familie Freud. Vom Nesthäkchen entwickelt sie sich zur Mitarbeiterin und Vertrauten des berühmten Vaters. Sie wird Volkschullehrerin, doch ihr Hauptinteresse gilt der Psychoanalyse. Anna Freud absolviert eine Lehranalyse bei ihrem Vater und ist dann selbst als Psychoanalytikerin tätig. In ihren psychoanalytischen Arbeiten konzentriert sie sich vor allem auf Kinder.

Sie wird zur Begründerin der Kinderanalyse, verfaßt die heute als Klassikerinnen geltenden Bücher Einführung in die Technik der Kinderanalyse (1927) und Einführung in die Psychoanalyse für Pädagogen (1930). Manche bezeichnen Das Ich und die Abwehrmechanismen (1936) als ihr eigentliches Hauptwerk.

Auch Erwachsene hat sie analysiert, z. B. Marilyn Monroe, die bei Dreharbeiten mit dem unhöflichen Sir Laurence Olivier in tiefe Depression verfiel. Die Pionierin der Kinderanalyse war auch eine treu sorgende Tochter, Sigmund Freuds Sekretärin, Mitarbeiterin, Organisatorin, sie war die Krankenpflegerin des krebskranken Vaters und vertrat ihn auf Kongressen.

Über die Besorgnis ihres Vaters, daß ihr Interesse an Männern eher schwach ausgeprägt sei, setzt sie sich hinweg – und liebt seit ihrem 30. Lebensjahr eine Frau, Dorothy Burlingham-Tiffany, Millionenerbin aus New York mit vier Kindern. Anna und Dorothy werden ein unzertrennliches Paar, sie leben und arbeiten gemeinsam bis zu Dorothys Tod, wehren aber jede Vermutung auf eine lesbische Liebe ab. Freuds Kommentar zu dieser Verbindung: “Gottlob, Anna ist versorgt!”

1938 geht Anna mit ihrer Familie ins Exil nach London, dort gründet sie gemeinsam mit Dorothy die Hampstead Nurseries, eine Institution für Kriegskinder und -waisen. Nach dem Krieg wird daraus die bedeutende Hampstead-Klinik für Kinder und das Lehrinstitut für Kindertherapie. Als Sigmund Freud 1939 in London stirbt, wird Anna die Doyenne der Psychoanalyse. Kongresse, Vortragsreisen, Verleihungen von Doktorwürden sind Höhepunkte ihrer späten Jahre.

aus Pusch/Gretter, Berühmte Frauen: 300 Portraits, Bd 1

Sibylle Duda

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Zitate

Ich glaube nicht, daß ich ein guter Gegenstand für die Biographen bin. Nicht aufregend genug. Alles, was man über mich sagen kann, läßt sich in einen Satz zusammenfassen: Sie verbrachte ihr Leben mit Kindern.
(Anna Freud, Quelle)

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Links

Fedeersen – Anna Freud hätt's gefreut


Fedeersen, Jan: Anna Freud hätt’s gefreut. In: taz vom 06.05.2006. taz, die tageszeitung.

Freud – Die Einsicht in das Unterbewußte


Freud, Anna: Die Einsicht in das Unterbewußte. Vortrag; Ausschnitt: Über Kindheit und Außenwelt. Wien, 6.5.1980. Tondokument. Österreichische Mediathek.

Freud – Schlagephantasie und Tagtraum


Freud, Anna: Schlagephantasie und Tagtraum. Vortrag in der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung am 31 Mai 1922. In: Publié dans Imago, VIII Band, 1922, Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Leipzig – Wien – Zürich – London, pp. 317-332.

Jagd 2006 – Anna Freuds pädagogische Texte


Jagdt, Ole Peter: Anna Freuds pädagogische Texte. Rekonstruktion einer Entwicklungslinie der psychoanalytischen Pädagogik. Diplomarbeit, Note: 1,0. Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg - Fakultät Soziale Arbeit und Pflege.

Katalog der Deutschen Nationalbibliothek – Freud, Anna


Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: Freud, Anna, 1895-1982.

Korotin – Freud Anna


Korotin, Rene: Freud Anna, Psychoanalytikerin. biografiA. biografische datenbank und lexikon österreichischer frauen.

Molnar – Freud Museum London


Molnar, Michael: Freud Museum London. Mit Biografie und vielen Fotos auch von Anna Freud.

Nölleke – Psychoanalytikerinnen in Europa


Nölleke, Brigitte: Psychoanalytikerinnen in Europa. Biografisches Lexikon.

Sigmund Freud Museum Wien – Anna Freud


Anna Freud: 1895 - 1982. Biografie mit Fotos. Sigmund Freud Museum Wien.

Sigmund Freud Museum Wien – Berggasse 19


Berggasse 19: Praxis Anna Freud. Fotos. Sigmund Freud Museum Wien.

The Anna Freud Centre


The Anna Freud Centre.

Wikipedia – Anna Freud


Wikipedia: Anna Freud.



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Literatur & Quellen


Werke (Auswahl)

Andreas-Salomé, Freud 2004 – ...als käm ich heim

Andreas-Salomé, Freud 2004 – ...als käm ich heim

Freud 1980 – 1922

Freud 1980 – 1939

Freud 1980 – 1939

Freud 1980 – 1945


Andreas-Salomé, Lou; Freud, Anna (2001): “…als käm ich heim zu Vater und Schwester”. Lou Andreas-Salomé – Anna Freud. Briefwechsel 1919-1937. München. dtv, 2004.


Freud, Anna (1980): 1922 - 1936. A. Einführung in die Psychoanalyse Vorträge für Kinderanalytiker und Lehrer.- B. Das Ich und die Abwehrmechanismen. Herausgegeben von Helga Watson. München. Kindler (Die Schriften der Anna Freud, 1).


Freud, Anna (1980): 1939 - 1945. Kriegskinder. Berichte aus den Kriegskinderheimen “Hampstead Nurseries” 1941 und 1942. Herausgegeben von Helga Watson. München. Kindler (Die Schriften der Anna Freud, 2).


Freud, Anna (1980): 1939 - 1945. Anstaltskinder. Berichte aus den Kriegskinderheimen “Hampstead Nurseries” 1943 - 1945. Herausgegeben von Helga Watson. München. Kindler (Die Schriften der Anna Freud, 3).


Freud, Anna (1980): 1945 - 1956. Indikationsstellung in der Kinderanalyse und andere Schriften. Herausgegeben von Helga Watson. München. Kindler (Die Schriften der Anna Freud, 4).


Freud, Anna (1980): 1945 - 1956. Psychoanalyse und Erziehung und andere Schriften. Herausgegeben von Helga Watson. München. Kindler (Die Schriften der Anna Freud, 5).

Freud 1980 – 1945

Freud 1980 – 1956

Freud 1980 – 1956

Freud 1980 – 1965. Wege und Irrwege

Freud 1980 – 1966

Freud 1980 – 1971


Freud, Anna (1980): 1956 - 1965. Forschungsergebnisse aus der Hampstead Child-Therapy Clinic und andere Schriften. Herausgegeben von Helga Watson. München. Kindler (Die Schriften der Anna Freud, 6).


Freud, Anna (1980): 1956 - 1965. Anwendung psychoanalytischen Wissens auf die Kindererziehung und andere Schriften. Herausgegeben von Helga Watson. München. Kindler (Die Schriften der Anna Freud, 7).


Freud, Anna (1980): 1965. Wege und Irrwege in der Kinderentwicklung. Herausgegeben von Helga Watson. München. Kindler (Die Schriften der Anna Freud, 8).


Freud, Anna (1980): 1966 - 1970. Probleme der psychoanalytischen Ausbildung, Diagnose und therapeutischen Technik. Herausgegeben von Helga Watson. München. Kindler (Die Schriften der Anna Freud, 9).


Freud, Anna (1980): 1971 - 1980. Psychoanalytische Beiträge zur normalen Kinderentwicklung.- Gesamtregister. Herausgegeben von Helga Watson. München. Kindler (Die Schriften der Anna Freud, 10).


Freud, Anna (1987): Die Schriften der Anna Freud [in 10 Bänden, broschiert]. Frankfurt am Main. Fischer-Taschenbuch-Verl. (Fischer-Taschenbücher).

Freud, Freud 2006 – Briefwechsel 1904

Freud, Rosenfeld 1994 – Briefe an Eva Rosenfeld

Sandler, Freud 1989 – Die Analyse der Abwehr


Freud, Sigmund; Freud, Anna (2006): Briefwechsel 1904 - 1938. Herausgegeben von Ingeborg Meyer-Palmedo. Frankfurt am Main. Fischer.


Freud, Anna; Rosenfeld, Eva (1994): Briefe an Eva Rosenfeld. Herausgegeben von Peter Heller. Basel. Stroemfeld (Nexus, 18).


Sandler, Joseph; Freud, Anna (1989): Die Analyse der Abwehr. Stuttgart. Klett-Cotta (Standardwerke der Psychoanalyse).


Weiterführende Literatur

Appignanesi, Forrester 1992 – Freud's women

Appignanesi, Forrester 1994 – Die Frauen Sigmund Freuds

Appignanesi, Forrester 1994 – Die Frauen Sigmund Freuds

Appignanesi, Forrester 1994 – Die Frauen Sigmund Freuds

Appignanesi, Forrester 1994 – Die Frauen Sigmund Freuds

Burlingham 1989 – The last Tiffany


Appignanesi, Lisa; Forrester, John (1992): Freud’s women. New York. Basic Books.


Appignanesi, Lisa; Forrester, John (1994): Die Frauen Sigmund Freuds. (=Freud’s women). Aus dem Englischen von Brigitte Rapp und Uta Szyszkowitz. München. List.


Burlingham, Michael John (1989): The last Tiffany. A biography of Dorothy Tiffany Burlingham. New York. Atheneum.


Coles, Robert (1992): Anna Freud. The dream of psychoanalysis. Reading. Addison-Wesley (Radcliffe biography series).

Coles 1992 – Anna Freud

Coles 1995 – Anna Freud oder der Traum

Denker 1995 – Anna Freud zur Einführung

Dyer 1983 – Her father's daughter

Edgcumbe 2000 – Anna Freud

Freud-Bernays, Tögel 2006 – Eine Wienerin in New York


Coles, Robert (1995): Anna Freud oder der Traum der Psychoanalyse. (=Anna Freud. The dream of psychoanalysis). Aus dem Amerikan. von Reiner Stach. Frankfurt am Main. S. Fischer.


Denker, Rolf (1995): Anna Freud zur Einführung. Hamburg. Junius (Zur Einführung, 118).


Dyer, Raymond (1983): Her father’s daughter. The work of Anna Freud. New York. Aronson.


Edgcumbe, Rose (2000): Anna Freud. A view of development, disturbance and therapeutic techniques. London. Routledge (Makers of modern psychotherapy).


Freud-Bernays, Anna; Tögel, Christfried (2006): Eine Wienerin in New York. Die Erinnerungen der Schwester Sigmund Freuds. Berlin. Aufbau-Taschenbuch-Verl. (Aufbau-Taschenbuch, 2226).

King (Hg.) 2000 – Die Freud-Klein-Kontroversen 1941

King (Hg.) 2000 – Die Freud-Klein-Kontroversen 1941

Lehnert 2007 – Frauen, die man kennen muss

Masson 1995 – Was hat man dir

Menaker 1989 – Appointment in Vienna

Olvedi 1992 – Frauen um Freud


King, Pearl (Hg.) (2000): Die Freud-Klein-Kontroversen 1941 - 1945 (Band 1). Aus dem Engl. von Horst Brühmann. Stuttgart. Klett-Cotta.


King, Pearl (Hg.) (2000): Die Freud-Klein-Kontroversen 1941 - 1945 (Band 2). Aus dem Engl. von Horst Brühmann. Stuttgart. Klett-Cotta.


Lehnert, Gertrud (2007): Frauen, die man kennen muss. Von Maria Sibylla Merian bis Anna Freud. Berlin. Aufbau TB.


Limentani, Adam (1993): Zwischen Anna Freud und Melanie Klein. Für eine Integration zweier kontroverser Ansätze. Stuttgart. Klett-Cotta.


Masson, Jeffrey Moussaieff (1995): Was hat man dir, du armes Kind, getan? Oder: Was Freud nicht wahrhaben wollte. Kritische Auseinandersetzung, u. a. auch mit Anna Freud (Thema: Sexueller Missbrauch und dessen Missachtung durch Psychotherapeuten). Freiburg im Breisgau. Kore.


Menaker, Esther (1989): Appointment in Vienna. An American psychoanalyst recalls her student days in pre-war Austria. Erinnerungen u. a. an Analyse bei Anna Freud. New York. St. Martin’s Press.


Olvedi, Ulli (1992): Frauen um Freud. Die Pionierinnen der Psychoanalyse. Freiburg im Breisgau. Herder (Herder-Spektrum, 4057).

Peters 1984 – Anna Freud

Salber 1985 – Anna Freud

Salber 1999 – Sigmund und Anna Freud

Salber 1999 – Sigmund und Anna Freud

Sandler 1995 – Zur Kinderanalyse

Sayers 1991 – Mothers of psychoanalysis


Peters, Uwe Henrik (1984): Anna Freud. Ein Leben für das Kind. Überarbeitete und ergänzte Ausgabe. Frankfurt am Main. Fischer Taschenbuch Verlag.


Salber, Wilhelm (1985): Anna Freud. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten dargestellt. Reinbek bei Hamburg. Rowohlt-Taschenbuch-Verl (Rowohlts Monographien, 343).


Salber, Wilhelm (1999): Sigmund und Anna Freud. Hamburg. Europäische Verl.-Anst. (EVA-Duographien, 5).


Sandler, Joseph (1995): Zur Kinderanalyse. Gespräche mit Anna Freud. Aus dem Engl. von Joachim A. Frank. Frankfurt am Main. Fischer-Taschenbuch-Verl. (Fischer Geist und Psyche, 12501).


Sayers, Janet (1991): Mothers of psychoanalysis. Helene Deutsch, Karen Horney, Anna Freud, Melanie Klein. New York. Norton.

Stephan 1992 – Die Gründerinnen der Psychoanalyse

Stumm, Pritz et al. (Hg.) 2005 – Personenlexikon der Psychotherapie

Weissensteiner 2005 – Kinder der Genies

Young-Bruehl 1988 – Anna Freud

Young-Bruehl 1995 – Anna Freud (1)

Young-Bruehl 1995 – Anna Freud (2)


Stephan, Inge (1992): Die Gründerinnen der Psychoanalyse. Eine Entmythologisierung Sigmund Freuds in zwölf Frauenporträts. Stuttgart. Kreuz.


Stumm, Gerhard; Pritz, Alfred; Gumhalter, Paul, et al. (Hg.) (2005): Personenlexikon der Psychotherapie. Wien, New York. Springer (Springer eBook Collection Medizin /Dig. Serial]).


Weber, Evelyn (1984): Große Tiefenpsychologen. Einführung in Leben und Werk von Sigmund Freud, Anna Freud, Carl Gustav Jung, Erich Fromm, Leopold Szondi. Oberwil bei Zug. Kugler (Lebensbücher).


Weissensteiner, Friedrich (2005): Kinder der Genies. August von Goethe, Siegfried Wagner, Anna Freud, Erika und Klaus Mann, Anna Mahler. Wien. Kremayr & Scheriau.


Young-Bruehl, Elisabeth (1988): Anna Freud. A biography. New York. Summit Books.


Young-Bruehl, Elisabeth (1995): Anna Freud. Eine Biographie. 1. Teil: Die Wiener Jahre. (=Anna Freud. A biography). Aus dem am. Engl. von Maria Clay-Jorde. Wien. Wiener Frauenverl. (Reihe Frauenforschung, 30).


Young-Bruehl, Elisabeth (1995): Anna Freud. Eine Biographie. 2. Teil: Die Londoner Jahre. (=Anna Freud. A biography). Aus dem am. Engl. von Maria Clay-Jorde. Wien. Wiener Frauenverl. (Reihe Frauenforschung, 31).


Bildquellen
http://www.anna-freud-oberschule.de/menschen/index_mnsch.htm
http://www.psychoanalytikerinnen.de/
http://wissenschafts-news.blog.de/
http://www.mediathek.ac.at/
http://www.kultura-extra.de/extra/feull/anna_freud.html
http://www.wdr.de/themen/forschung/psychologie/freud/index.jhtml?pbild=1

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