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Augusta Holmès
(Augusta Mary Anne Holmès; Augusta Mary-Anne Patricia Holmès; Hermann Zenta [Pseudonym])
geboren am 16. Dezember 1847 in Paris
gestorben am 28. Januar 1903 in Paris
französische Komponistin
110. Todestag am 28. Januar 2013
Biografie • Zitate • Weblinks • Literatur & Quellen
Biografie

Als „eine schöne Frau im roten Kleid, Zigaretten rauchend, auf einem Sofa liegend” beschrieb sie ein Freund. Ein anderer sah sie als „ein großes junges Mädchen mit festem blonden Haar in der Farbe eines Kornfeldes, von wunderbarer Schönheit, und von einer unvergesslichen Majestät”. Über den vielen Beschreibungen ihres Äußeren vergisst man fast, dass die Tochter einer englischen Schriftstellerin und eines irischen Kavallerie-Offiziers eine professionelle Musikerin war.
Augusta Holmès wuchs in Paris auf. Wegen ihrer britischen Abstammung war ihr der Zugang zum Konservatorium verwehrt, wie sie als Frau auch nicht am Wettbewerb um den Prix de Rome teilnehmen konnte. Sie nahm privaten Unterricht bei César Franck. Als junge Frau sang sie bei Soirées mit ihrer vollen Altstimme eigene Lieder. Unter ihren Zuhörern waren Komponisten wie Charles Gounod und Camille Saint-Saëns sowie der Maler Georges Clairin, für den sie „mehr eine Göttin als eine Frau” war. Kein Wunder, dass ihr Name häufig in den Klatschspalten der Presse auftauchte.

Man sagte ihr nach, Liszt habe ihr den Hof gemacht, und nach dem Tod von Minna Wagner galt sie als die Verlobte Richard Wagners. Die von Wagner tatsächlich verehrte Judith Gautier hatte allerdings Grund, auf Holmès eifersüchtig zu sein, denn diese war 17 Jahre lang die Geliebte ihres Ehemanns Catulle Mendès und hatte mit ihm mehrere Kinder.
Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 arbeitete Holmès als Krankenschwester. Weder ihre drei Opern, zu denen sie auch die Libretti schrieb, noch ihre vielen dramatischen Sinfonien und symphonischen Dichtungen hatten Erfolg, mit Ausnahme der Triumph-Ode, die sie zur Hundertjahrfeier der französischen Revolution schrieb und die 1889 in einem bombastischen Rahmen aufgeführt wurde.
Nachdem die Oper La Montagne noire 1895 durchfiel, weil türkische Themen nicht „à la mode” waren, verlor sie nacheinander ihren Ruf als Komponistin, ihren Liebhaber, ihr Geld, ihre Vitalität und ihre Schönheit. Ihre Lieder enthalten harmonisch überraschende Wendungen und ungewöhnliche Modulationen. Viele ihrer Werke harren in der Stadtbibliothek von Versailles der Entdeckung.
Eva Rieger (1996)
Zitate
Ihr wundervolles goldenes Haar erregte allgemeine Aufmerksamkeit. Hinzu kam ein charmantes Gesicht, eine Art Grazie, wie man sie bei den von Rubens gemalten Frauen findet, und ein klares Profil, das die lebhafteste Intelligenz und die größte Entschlussfähigkeit verriet.
(Hughes Imbert)
Links
Aschoff, Christian: Seite aus Meyers Konversationslexikon: Französische Litteratur (Drama, Lyrik). Mit Abschnitt zu Holmès’ „Ode triomphale”. retro|bib.
Fine, Elaine S.: Augusta Holmes.
Henson, Karen: In the House of Disillusion. Augusta Holmes and “La Montagne noire”. In: Cambridge Opera Journal: Vol. 9, No. 3 (Nov., 1997), pp. 233-262. JSTOR.
Hillenbrand, Markus: Klassika – Bildergalerie Augusta Holmès. klassika.info.
Myers, Rollo: Augusta Holmes. A Meteoric Career. In: The Musical Quarterly: Vol. 53, No. 3 (Jul., 1967), pp. 365-376. JSTOR.
Naxos.com: Augusta Holmes Biography.
Noten von Augusta Holmes. Online-Musikalienhandlung (Spanien, mit deutschsprachigem Menü).
Patrimoine numérique: Partition musicale d’Augusta Holmès. Ministère de la culture et de la communication.
Poésie française: Liste des oeuvres de Augusta HOLMÈS. Vier Gedichte von Augusta Holmès (französisch).
The Lied and Art Song Texts Page: Augusta Mary Anne Holmes. Etwa 20 Liedtexte von Augusta Holmès.
Warszawski, Jean-Marc: Augusta Holmes (1847-1903). Biografie (französisch) mit Bildern, Werkverzeichnis und Bibliografie.
Letzte Linkprüfung durchgeführt am 20.06.2008 18:07:10 (AN)
Literatur & Quellen
Quellen
Feilhauer, Ingeborg: Augusta Holmès und die Französische Revolution. In: Musica, H. 43.2, S. 138–144.

Gefen, Gérard (1988): Augusta Holmès, l’outrancière. Paris. Pierre Belfond.
Theeman, Nancy Sarah (1983): The Life and Songs of Augusta Holmès. Dissertation. Maryland. University.
Weiterführende Literatur
Barillon-Bauché, Paula (1912): Augusta Holmès et la femme compositeur. Mit Werkverzeichnis. Paris. Librairie Fischbacher.
Blume, Friedrich (Hg.) (1970): Classic and Romantic music. A comprehensive survey. Translation of two essays first published in Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Unter Mitarbeit von M. D. Herter Norton. New York. W. W. Norton.
Escal, Françoise; Rousseau-Dujardin, Jacqueline (1999): Musique et différence des sexes. Hildegard von Bingen; Clara Schumann; Fanny Mendelssohn; Alma Mahler-Schindler; Augusta Holmès; Ethel Smyth. Paris. L’Harmattan (Collection Logiques sociales. Série Musiques et champ social).
Friang, Michèle (2003): Augusta Holmès ou la gloire interdite. Une femme compositeur au XIXe siècle. Paris. Autrement (Mémoires, 87).
Friang, Michèle. (c1998): Femmes fin de siècle, 1870-1914. Augusta Holmès et Aurélie Tidjani ou la gloire interdite. Paris. Ed. Autrement (Collection Mémoires, 53).
Harwood, Ronald (1978): César and Augusta. Biographical fiction (César Franck and Augusta Mary Anne Holmès). London. Secker & Warburg.
Holmès, Augusta Mary Anne (1984): Selected songs. Gesang (mittlere Stimme) und Klavier, französischer Text. New York. Da Capo Press.
Holmès, Augusta; Boulanger, Nadia; Chaminade, Cécile; Viardot-García, Pauline (Kompon.) (2002): Fleurs Jetées. Songs by French Women Composers. Lorelt (Liebermann). 1 Audio-CD.
Imbert, Hugues; Burney, E. (1892): Nouveaux profils de musiciens. Avec 6 Portr. gravés p. A. & E. Burney. René de Boisdeffre. Théodore Dubois. Charles Gounod. Augusta Holmès. Édouard Lalo. Ernest Reyer. Paris. Fischbacher.
Kennedy, Michael (1994): The Oxford dictionary of music. Oxford. Oxford University Press.
Olivier, Brigitte (2003): Les mélodies d’Augusta Holmès. C’est son âme que l’on montreessai. Biografie, mit Werkverzeichnis. Arles. Actes sud.
Pasler, Jann (2007): Writing through music. Essay on music, culture, and politics. Darin: „The ironies of gender, or virility and politics in the music of Augusta Holmès”. Oxford. Oxford University Press.
Roster, Danielle (1995): Allein mit meiner Musik. Komponistinnen in der europäischen Musikgeschichte. Vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert. (Hildegard Von Bingen / Francesca Caccini / Barbara Strozzi / Elisabeth Jacquet de la Guerre / Wilhelmine von Bayreuth / Marianne Martinez / Louise Farrenc-Dumont / Fanny Hensel-Mendelssohn / Clara Schumann-Wieck / Augusta Holmès / Ethel Smyth / Alma Mahler-Schindler / Nadia Boulanger / Lili Boulanger / Germaine Tailleferre). Echternach. Éditions phi (Éditions phi Reihe Musik, 411).
Sadie, Stanley; Tyrrell, John; Grove, George (2001): The new Grove dictionary of music and musicians. 29 Bände. London. Macmillan.
Séché, Léon (1913): La vie amoureuse. Sa mère, sa femme. Delphine Gay, Marie Dorval, Camilla Maunoir, Marie de Clérembault, Delphine Bernard, Clotilde Busoni, Henriette Corkran, Augusta Holmès, Louise Ancelot ; avec portraits, dessins et autographes. Paris. Mercure de France (Alfred de Vigny, 2).
Smyth, Ethel (1928): A final burning of boats, etc. Darin: „Augusta Holmes, pioneer”. London, New York etc. Longmans Greenand.
Bildquellen
Klassika. Die deutschsprachigen Klassikseiten
Wikipedia
Musica et Memoria
The Yorck Project: 40.000 Meisterwerke
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