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Corona Schröter

geboren am 14. Januar 1751 in Guben, Lausitz
gestorben am 23. August 1802 in Ilmenau

deutsche Komponistin, Sängerin, Malerin und Schauspielerin
210. Todestag am 23. August 2012


BiografieZitateLiteratur & Quellen


Biografie

“Sie geistert durch [Goethes erste] Weimarer Jahre als eine Gestalt, die schon die Zeitgenossen nicht recht begriffen. Tochter eines armen Regimentsmusikers, früh als Wunderkind dressiert, muß sie zu früh singen, zu viel üben, zu rasch auf die Bühne. Zu hoch hinauf will der Vater die Stimme treiben. Mit zwanzig ist sie bereits nach Erfolgen, die sie zur großen Hoffnung machten, fast ohne Singstimme. Sie ist schön, gebildet, sie spricht vier Sprachen, komponiert, zeichnet, deklamiert mit schönstem Ausdruck. Sie kleidet sich mit Geschmack und griechischer Note, was noch ungewöhnlich ist.” So Richard Friedenthal in seiner Goethe–Biographie über Corona Schröter.

Was “die [männlichen] Zeitgenossen nicht recht begriffen”, ist vor allem ihre “Unnahbarkeit” und “Kälte einer Marmorstatue von klassischer Schönheit”: Wie war es einer jungen ungebundenen Frau nur möglich, einen Herzog zurückzuweisen oder gar einen Goethe?! Eine nicht so abwegige Erklärung hat Pasig in der Schrift “Ilmenau, Goethe und Corona Schroeter” von 1911 parat: “... kein Anbeter [fand] Erhörung. Um so inniger gestaltete sich das Freundschaftsverhältnis zu Wilhelmine Probst, welche ihr bis zu ihrem Tod nicht von der Seite wich.”

Vielleicht hatte das hochbegabte Multitalent auch deshalb keine Lust zu einer Bindung an einen Mann, weil sie erkannte, daß dies ihren künstlerischen Interessen im Wege gestanden hätte: Sie war nicht nur eine begnadete Schauspielerin, sondern komponierte und malte auch ausgezeichnet. Die erste Vertonung von Goethes “Erlkönig” stammt von ihr (ihre Version sagte übrigens Goethe weit mehr zu als die geniale Komposition des jungen Schubert).

Goethe hatte Corona Schröter schon als Student in Leipzig bewundert, später fuhr er zu ihr, um sie nach Weimar für das neu gegründete Liebhabertheater abzuwerben. Noch aus Leipzig schrieb er an Frau von Stein: “Die Schröter ist ein Engel - wenn mir doch Gott so ein Weib bescheren wollte, dass ich Euch könnt’ in Frieden lassen.” Am 6. Januar 1778 notiert er in sein Tagebuch: “Bis 10 Uhr bei Cronen. Nicht geschlafen. Herzklopfen und fliegende Hitze”.

Im April 1779 spielte Schröter in Weimar die Titelrolle der soeben fertiggestellten “Iphigenie” an der Seite von Goethe, der den Orest gab.

Ab 1782 widmete sich Schröter nur noch der Malerei und ihren Kompositionen; außerdem gab sie Schauspielunterricht. Mit Schiller verband sie eine enge Freundschaft. Ende der neunziger Jahre begann sie zu kränkeln und zog der besseren Luftverhältnisse wegen mit Wilhelmine Probst nach Ilmenau, wo sie 1802 starb.

Luise F. Pusch

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Zitate

          “Ihr Freunde Platz! Weicht einen kleinen Schritt!
          Seht, wer da kommt und festlich näher tritt!
          Sie ist es selbst; die Gute fehlt uns nie;
          Wir sind erhört, die Musen senden sie.
          Ihr kennt sie wohl; sie ist`s, die stets gefällt;
          Als eine Blume zeigt sie sich der Welt;
          Zum Muster wuchs das schöne Bild empor,
          Vollendet nun, sie ist´s und stellt es vor.
          Es gönnten ihr die Musen jede Gunst,
          Und die Natur erschuf in ihr die Kunst.
          So häuft sie willig jeden Reiz auf sich,
          Und selbst dein Name ziert, Corona, dich.
          Sie tritt herbei. Seht sie gefällig stehn!
          Nur absichtslos, doch wie mit Absicht schön.
          Und hoch erstaunt seht ihr in ihr vereint
          Ein Ideal, das Künstlern nur erscheint.”
              (Goethe, aus dem Gedicht “Auf Miedings Tod”)

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Literatur & Quellen

Bodeit, Friderun. Hg. 1990. “Ich muß mich ganz hingeben können”: Frauen in Leipzig. Leipzig. Verlag für die Frau.

Braun, Peter. 2004. Goethes heimliche Liebe: Biographie. Düsseldorf; Zürich. Artemis und Winkler.

Friedenthal, Richard. 1963. Goethe: Sein Leben und seine Zeit. München. Piper.

Gille, Caroline, Bettina Werche & Reiner Schlichting. Hg. 2001. Rolle des Lebens : Corona Schröter zum 250. Geburtstag [anläßlich der Ausstellung Rolle des Lebens. Corona Schröter zum 250. Geburtstag im Goethe-Nationalmuseum Weimar]. Weimar. Stiftung Weimarer Klassik.

Hecker, Jutta. 1973. Corona: Das Leben der Schauspielerin Corona Schröter. Roman. 4. Aufl. Berlin. Verlag der Nation.

Jeßing, Benedikt, Bernd Lutz & Inge Wild. Hg. 1999. Metzler Goethe Lexikon: Alles über Personen, Werke, Orte, Sachen, begriffe, Alltag und Kurioses. Stuttgart. Metzler.

Kohut, Adolph. 1906. Die Gesangsköniginnen in den letzten drei Jahrhunderten. 2 Bde. Berlin. Kuhz.

Taxis-Bordogna, Olga Gräfin von. 1948. Frauen von Weimar. München. Heimeran.

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Hedwig Dohm
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