FemBio-Special: Frauen aus Wuppertal

Else Lasker-Schüler

geboren am 11. Februar 1869 in Elberfeld, Westfalen
gestorben am 22. Januar 1945 in Jerusalem

deutsch-jüdische Schriftstellerin
145. Geburtstag am 11. Februar 2014


BiografieLiteratur & Quellen


Biografie

Else Lasker-Schüler ließ sich weder von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht noch von ihrer Zeit einschränken. Als Prinzessin Tino von Bagdad und Prinz Jussuf von Theben machte sie sich in den Jahren zwischen 1899, als ihre ersten Gedichte erschienen, und 1933, als sie ins Exil floh, zu einer der eigenwilligsten und ungewöhnlichsten Figuren der Berliner Bohème und zur Dichterin, die ihre Zeitgenossen ernstnehmen mußten. 1919 wurde ihr Drama Die Wupper  im Deutschen Theater erfolgreich uraufgeführt; im selben Jahr begann der Verlag Paul Cassirer mit einer 10bändigen Gesamtausgabe ihrer Gedichte und Prosatexte. 1932 erhielt sie den angesehenen Kleistpreis.

In ihren Werken schuf sie eine exotisch gefärbte, von intensiven Bildern und Gefühlen bestimmte Welt, in der das jüdisch-bürgerliche Elternhaus, die unbefriedigenden Beziehungen zu Männern und eine tiefe Sehnsucht nach Erlösung zu Legenden verwoben wurden, die Schönheit, Sinn und Versöhnung stiften und das Ungenügen des Lebens in der Dichtung aufheben sollten. So exzentrisch ihre Erscheinung, so kindlich-naiv ihre Haltung wirken mochte, so konsequent suchte sich Lasker-Schüler nach zwei geschiedenen Ehen als unabhängige Dichterin und alleinerziehende Mutter ihres geliebten, früh verstorbenen Sohnes Paul mit Leseauftritten und Veröffentlichungen durchzubringen.

Das Exil in der Schweiz und in Jerusalem wurde für die mittellose alte Frau und vereinsamte Künstlerin zur letzten Konfrontation mit der Realität des Leidens und des Todes, der sie sich in ihrem vielleicht schönsten Gedichtzyklus Mein blaues Klavier  (1943) nun offen stellte. Den Traum von einer Versöhnung zwischen Deutschen und Juden aber, den sie in ihren Werken gelebt und beschworen hatte, gab sie bis zu ihrem Ende nicht auf. Das Buch widmete sie “Meinen unvergeßlichen Freunden und Freundinnen in den Städten Deutschlands - und denen, die wie ich vertrieben und zerstreut. In Treue!”
(Text von 1993)

Christiane Zehl Romero

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Literatur & Quellen

Bänsch, Dieter. 1971. Else Lasker-Schüler: Zur Kritik des etablierten Bildes. Stuttgart. Metzler.

Bauschinger, Sigrid. 1980. Else Lasker-Schüler: Ihr Werk und ihre Zeit. Heidelberg. Lothar Stiem.

Hessing, Jakob. 1987 [1985]. Else Lasker-Schüler: Ein Leben zwischen Bohème und Exil. München. Heine Biographien 156.

Klüsener, Erika. 1980. Else Lasker-Schüler in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek bei Hamburg. rororo monographie 283.

Lasker-Schüler, Else. 1959-69. Gesammelte Werke in drei Bänden. Hg. Friedhelm Kemp, Werner Kraft & Margarete Kupper. München. Kösel.

Lasker-Schüler, Else. 1996ff. Werke und Briefe: Kritische Ausgabe. Hg. Norbert Oellers, Heinz Rölleke und Itta Shedletzky. Frankfurt/M. Jüdischer Verlag.

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Hedwig Dohm