FemBio-Special: Frauen aus Heidelberg

Gertrud von Le Fort

(Gertrud Auguste Lina Elsbeth Mathilde Petrea Freiin von Le Fort)

geboren am 11. Oktober 1876 in Minden
gestorben am 1. November 1971 in Oberstdorf im Allgäu

deutsche Schriftstellerin
40. Todestag am 1. November 2011


BiografieWeblinksLiteratur & Quellen


Biografie

Als “Streiterin für das ewige Recht, für die ewige Ordnung, für die geheime Schönheit und Harmonie der Welt” charakterisierte sie Carl Zuckmayer, mit dem sie befreundet war. Zeitlebens folgte Gertrud von le Fort unbeirrt und mutig ihrer religiösen Gesinnung, die sie lebte und die auch ihr Werk dominiert.

Einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte die Baronesse auf den mecklenburgischen Gütern ihrer Familie. Bis zu ihrem 14. Lebensjahr wurde sie zu Hause von Privatlehrern und ihrem Vater, einem preußischen Major, erzogen. Die Beschäftigung mit der jahrhundertealten Familiengeschichte weckte ihr Interesse für historische Stoffe, die sie jedoch “nie als Flucht aus der eigenen Zeit” verstand, “sondern als Abstand, von dem man die eigene Zeit schärfer erkennt”. 1908 begann le Fort mit 32 Jahren ein formloses Universitätsstudium, das sie mit Unterbrechungen bis zu ihrem 48. Lebensjahr fortsetzte. Sie besuchte geschichtliche und theologische Vorlesungen in Heidelberg, Berlin und Marburg. Häufig war sie die einzige weibliche Hörerin.

Kurz vor ihrem 50. Geburtstag konvertierte die streng protestantisch erzogene le Fort zum Katholizismus. Ihre Konversion war ein ungewöhnlicher Akt, denn sie bedeutete für le Fort keinen Bruch mit ihrer evangelischen Vergangenheit; sie strebte mit dieser, ganz im Gegenteil, eine Wiedervereinigung der getrennten Konfessionen an. In dieser Zeit beginnt auch der literarische Erfolg der Dichterin, die schon seit frühester Kindheit (Natur-) Gedichte und kleinere Erzählungen geschrieben und veröffentlicht hatte. Zu ihren bekanntesten Werken zählen: Hymnen an die Kirche (1924), Das Schweißtuch der Veronika (1928) und Die Magdeburgische Hochzeit (1938).

gertrud von le fortLe Fort vertrat stets ihre Meinung, auch gegen kirchliche und staatliche Interessen. Ihre Kritik an der katholischen Kirche in ihrem Roman Der Kranz der Engel (1946) bescherte ihr manchen Ärger in kirchlichen Kreisen; ab 1938 waren ihre Werke unter dem NS-Regime unerwünscht.
 
Gertrud von le Fort erhielt zahlreiche Literaturpreise und Anerkennungen, u.a. den Stern zum großen Bundesverdienstkreuz. Das letzte Drittel ihres Lebens (sie wurde 95 Jahre alt) verbrachte sie in ihrer Wahlheimat Oberstdorf.

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Zitat:

.. Gertrud von le Fort ist, auch wenn nicht groß von Gestalt, eine hohe, aufrechte Frau – ein Mensch, in dessen Gegenwart man nichts Überflüssiges sagen, nicht einmal denken wird ... Diese Frau mit den zartesten Händen, mit der feurig bewegten Leidenschaft ihres machtvollen Blicks. (Carl Zuckmayer in einer Laudatio 1966)

Sybille Dörr

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Links

www.gertrud-von-le-fort.de

Biographisch-Bibliograph. Kirchenlexikon

Fotogalerie

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Literatur & Quellen

Gertrud von le Fort in der Deutschen Nationalbibliothek

Brinker–Gabler, Gisela. Hg. 1988. Deutsche Literatur von Frauen. Zweiter Band: 19. und 20. Jahrhundert. München. Beck.

Kranz, Gisbert. 1976. Gertrud von le Fort: Leben und Werk in Daten, Bildern und Zeugnissen. Frankfurt/M. Insel.

Le Fort, Gertrud von. 1951. Aufzeichnungen und Erinnerungen. Einsiedeln; Zürich; Köln. Benziger.

Le Fort, Gertrud von. 1963. Hälfte des Lebens: Erinnerungen. München. Ehrenwirth.

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Hedwig Dohm