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Ida Pfeiffer

(geb. Reyer)

geboren am 14. Oktober 1797 in Wien
gestorben am 28. Oktober 1858 in Wien

österreichische Weltreisende und Reiseschriftstellerin
215. Geburtstag am 14. Oktober 2012


BiografieZitateLiteratur & Quellen


Biografie

Ida Pfeiffer war die erste Frau, die allein um die Welt reiste und ihre Erlebnisse niederschrieb. Diese Reisetagebücher, insgesamt 13 Bände über ihre 7 Reisen, waren Bestseller und wurden in 7 Sprachen übersetzt. Sie wurde als erste Frau Ehrenmitglied der Berliner Geographischen Gesellschaft.

Als Kind verschlang Ida Reiseberichte, machte die wilden Spiele ihrer fünf Brüder mit und weigerte sich standhaft, Mädchenkleider anzuziehen. Schließlich wurde sie aber doch “gezähmt”. Die Vernunftehe mit dem um 24 Jahre älteren Rechtsanwalt Dr. Pfeiffer brachte, statt des erwarteten gutbürgerlichen Lebens, bittere verschämte Armut.

Jahrzehntelang tat Ida Pfeiffer ihre Pflicht. Als ihre zwei Söhne erwachsen waren, erlaubte sie sich endlich, ihr Lebensziel, selbst in ferne Länder zu reisen, zu verwirklichen. Sie bereitete ihre Reisen gut vor - so las sie Reisebücher, lernte Sprachen und das Präparieren von Pflanzen und Tieren. Noch heute finden sich ihre Präparate in den naturkundlichen Abteilungen einiger europäischer Museen.

Zwischen 1842 und ihrem Tod 1858 unternahm sie 5 mehrjährige Reisen, nur unterbrochen durch kürzere Aufenthalte in Wien. Sie war eine ungeheuer mutige, zähe und rastlose Frau, die auch die unerträglichsten Strapazen nicht scheute. Um Geld zu sparen, teilte sie meist das karge, schwierige Leben der Einheimischen und benutzte auch deren billige Fortbewegungsmittel wie Ochsenkarren, Kamele, Elefanten, Dschunken. Nachdem sie unter anderem schon Ägypten, Brasilien, China, Indien und die Südseeinsel Tahiti bereist hatte, besuchte sie 1852 allen Warnungen zum Trotz als erste Weiße die als Menschenfresser geltenden Batak in den Dschungeln von Sumatra.

Ihre letzte Reise führte sie nach Madagaskar, wo sie in ein Komplott gegen die Herrscherin Ranavola verwickelt wurde. Von den Strapazen der von der Königin verordneten 53tägigen Folterreise durch die Insel auf dem Weg in die Ausweisung erholte sie sich nicht wieder. Wenige Tage nach ihrer Rückkehr starb sie in ihrer Heimatstadt.

 

Gabriele Koch

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Zitate

“Ida Pfeiffers Ausführungen sind geprägt von ihren europäischen Wert- und Moralvorstellungen… Aussehen und Lebensweise der fremden Menschen konnten vor ihrer eurozentrischen Sichtweise kaum bestehen. Sie sparte aber auch nicht mit Kritik an der eigenen Gesellschaft: Unerbittlich prangerte sie Sklaverei, Mißstände der Kolonialveraltung und der Missionstätigkeit an.” Gabriele Habinger

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Literatur & Quellen

Habinger, Gabriele. 1989. “Aufbruch ins Ungewisse: Ida Pfeiffer (1797-1858)”, in: Kossek, Brigitte, Dorothea Langer, Gerti Seiser. Hg. Verkehren der Geschlechter: Reflexionen und Analysen von Ethnologinnen. Wien. Wiener Frauenverlag. S. 248-261.

Habinger, Gabriele. Hg. 1993. Die unbezähmbare Reiselust einer Wienerin - Ida Pfeiffer: Abenteuer Inselwelt. Die Reise 1851 durch Borneo, Sumatra und Java.Vorwort von Gabriele Habinger. Edition Frauenfahrten.Wien. Promedia.

Härtel, Susanne & Magdalena Köster. Hg. 1994. Die Reisen der Frauen: Lebensgeschichten von Frauen aus drei Jahrhunderten. Weinheim; Basel. Beltz.

Jehle, Hiltgund. 1989. Ida Pfeiffer: Weltreisende im 19. Jahrhundert. Münster;  New York.

Ohnesorg, Stefanie. 1996. “Frauen in der Fremde - Verfremdete Frauenwelten” (Rueck-)Einbindung der Frau in die Geschichte des Reisens. ‘SOFIE’: Saarländische Schriftenreihe zur Frauenforschung. St. Ingbert. Röhrig Universitätsverlag.

Pfeiffer, Ida. 1992 [1850]. Eine Frau fährt um die Welt: Die Reise 1846 nach Südamerika, China, Ostindien, Persien und Kleinasien. Wien. Promedia.

Pfeiffer, Ida. 1999. Verschwörung im Regenwald: Die Reise nach Madagaskar. Mit einer biogr. Skizze von Hiltgund Jehle. Basel. Lenos.

Potts, Lydia. Hg. 1988. Aufbruch und Abenteuer: Frauen-Reisen um die Welt ab 1785. Berlin. Orlanda Frauenverlag.

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Hedwig Dohm
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